Zur Aktienkursreaktion auf den Datenskandal bei Facebook

Über den Umgang mit Nutzerdaten aus sozialen Netzwerken


Hausarbeit, 2018

24 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Fragestellung/Motivation
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Stand der Forschung
2.1. Theoretische Aspekte
2.2. Empirische Studien

3. Daten und Methodik
3.1. Beschreibung Datensatz
3.2. Deskriptive und induktive Maße

4. Empirische Ergebnisse
4.1. Beschreibung
4.2. Interpretation

5. Fazit + Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Monatlich aktive Nutzer in sozialen Netzwerken

Abbildung 2: Anzahl an betroffenen Facebook-Profilen

Abbildung 3: Nutzerverhalten nach dem Datenskandal von Facebook

Abbildung 4: Umfang von Schätz- und Ereignisfenster

Abbildung 5: Abhängigkeit von Facebook- und NASDAQ-Kursen

Abbildung 6: Relative Veränderungen der Facebook-Kurse 2017 und 2018

Abbildung 7: Histogramm der Facebook-Kurse

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1. Fragestellung/Motivation

In Zeiten der Digitalisierung ist der Datenschutz ein häufig diskutierter Punkt. Vor allem in sozialen Netzwerken und Suchmaschinen ist ein sicherer Umgang mit per- sönlichen Daten sehr wichtig. Solche Daten können allerdings nicht nur einen öko- nomischen Nutzen haben, sondern auch einen hohen gesellschaftlichen Nutzen. On- lineplattformen wie Facebook verdienen mit den persönlichen Daten der Nutzer Mil- liarden.1 Daher lässt der sogenannte Datenskandal von Facebook, welcher im März diesen Jahres bekannt geworden ist, weitere Diskussionen entfachen. Bei diesem Skandal wurden die Nutzerdaten von Millionen Menschen weltweit an die Agentur Cambridge Analytica weitergegeben.2 Diese Daten sollen sie unter anderem für den Wahlkampf des amerikanischen Präsidenten Donald Trump verwendet haben. Auf- grund von daraus resultierenden Persönlichkeitsprofilen konnte das Team von Do- nald Trump möglicherweise gezielt Anzeigen schalten und die Nutzer bei der Wahl beeinflussen.3 Hier wurden die Facebook-Nutzer also womöglich manipuliert. Dies könnte auch Einfluss auf das knappe Wahlergebnis gehabt haben. Jedoch gibt es auch abseits von Wahlkämpfen zahlreiche weitere Möglichkeiten digitale Daten zu verwenden. Doch wie hat der Aktienkurs von Facebook auf die Nachricht des Da- tenskandals reagiert? Dieser Frage wird im Verlauf dieser Arbeit nachgegangen.

1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Im Rahmen dieser Arbeit wird die Veränderung des Aktienkurses von Facebook zum Zeitpunkt des Datenskandals sowie im weiteren Verlauf untersucht. Zunächst wer- den theoretische Aspekte zum Thema beschrieben, sowie der aktuelle Stand der Forschung betrachtet. Dazu werden verschiedene empirische Studien aufgezeigt und vorgestellt, die bereits einige Erkenntnisse zum Datenskandal liefern. Im dritten Kapitel wird der zu untersuchende Datensatz beschrieben. Zudem werden verschie- dene deskriptive beziehungsweise induktive Maße erläutert und ermittelt. Einige die- ser Maße werden mit Hilfe von Grafiken dargestellt. Im Anschluss daran wird eine Regressionsanalyse auf den Datensatz mit dem Statistikprogramm R angewendet. Dabei werden die einzelnen Schritte der Analyse erklärt. In diesem Zusammenhang werden auch die empirischen Ergebnisse anhand von Grafiken aus dem Programm R bildlich dargestellt und interpretiert. Im letzten Kapitel zieht die Autorin ein Fazit, ob der Datenskandal eine Auswirkung auf die Aktienkurse von Facebook hat und gibt einen Ausblick, wie Facebook mit diesem Skandal umgeht. Außerdem wird be- trachtet, wie einzelne Staaten einen Beitrag zu einem sichereren Umgang mit Daten leisten können und welche Bestimmung bereits in Kraft getreten ist.

2. Stand der Forschung

2.1. Theoretische Aspekte

Facebook ist ein weltweites soziales Netzwerk, welches 2004 von dem Harvard-Stu- denten Mark Zuckerberg und einigen Kommilitonen gegründet wurde. In der An- fangszeit war dieses Netzwerk nur für Harvard-Studenten zugängig. Im Laufe des ersten Jahres dehnte sich das Netzwerk auch auf andere US-amerikanische Univer- sitäten aus. Seit 2006 steht Facebook allen Menschen weltweit offen, die einen freien Zugang zum Internet haben. Im Dezember 2006 hatte Facebook bereits 12 Millionen Nutzer. Vier Jahre später, im Jahr 2010, gab es weltweit 600 Millionen Profile auf Facebook. Auch darüber hinaus ist Facebook bis heute stetig weiter gewachsen.4

Abbildung 1: Monatlich aktive Nutzer in sozialen Netzwerken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Richter, F., Konkurrenz, 2018, o. S.

In der Abbildung 1 ist zu erkennen, dass neben dem sozialen Netzwerk Facebook außerdem WhatsApp, der Facebook Messenger, sowie Instagram zum Facebook- Konzern gehören. Somit vereint der Konzern bereits mehrere soziale Dienste. Mit 2.196 Millionen monatlich aktiven Nutzern hat Facebook selbst mehr als sechsmal so viele Nutzer wie seine Konkurrenten Twitter, Pinterest oder Snapchat. Jedes der zum Konzern gehörenden Netzwerke hat alleine schon deutlich mehr monatliche Nutzer als jedes der konkurrierenden Netzwerke bzw. Messaging Dienste. Daher kann gesagt werden, dass Facebook natürlich auch über viel mehr Nutzerdaten ver- fügt als jedes andere soziale Netzwerk und so auch noch mehr Verantwortung ge- genüber den Nutzern hat.

2.2.Empirische Studien

Wie bereits erwähnt wurden die Nutzerdaten von Millionen Menschen ohne deren Wissen weitergegeben.

Abbildung 2: Anzahl an betroffenen Facebook-Profilen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statista, Facebook-Profile, 2018, o. S.

In der Abbildung 2 ist zu erkennen, wie viele Profile aus den unterschiedlichen Län- dern von Cambridge Analytica im Zuge des Datenskandals genutzt wurden. Mit etwa 70 Millionen verwendeten Profilen sind die USA mit Abstand am stärksten betroffen.

Eine Ursache hierfür könnte sein, dass die Daten amerikanischer Wähler vom Wahl- kampfteam von Donald Trump für den Präsidentschaftswahlkampf 2016 genutzt wur- den. Zudem ist die USA das größte aller aufgelisteten Länder. Daher kann davon ausgegangen werden, dass die USA auch die meisten Profile generell auf Facebook hat. Danach folgen die vom Skandal betroffenen Philippinen, Indonesien und das Vereinigte Königreich mit etwas mehr als einer Million Profilen. Alle weiteren Länder sind mit deutlich weniger als einer Million Profilen betroffen.

Abbildung 3: Nutzerverhalten nach dem Datenskandal von Facebook

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Infratest dimap und ARD, Nutzerverhalten, 2018, o. S.

Doch welchen Einfluss hat der Skandal auf das Verhalten der Facebook-Nutzer? In der Umfrage, die in Abbildung 3 dargestellt ist, hat das auf politische Meinungs- und Wahlforschung spezialisierte Umfrageunternehmen infratest dimap in Zusammenar- beit mit der ARD herausgefunden, dass mehr als die Hälfte aller Befragten unabhän- gig von dem Datenskandal Facebook zurzeit nicht nutzen und auch in Zukunft nicht nutzen werden. 27 % der Befragten gaben an, Facebook unverändert weiter zu nut- zen. Bei diesen Nutzern hat der Skandal also keine Auswirkung auf das Verhalten gezeigt. 12 % nutzen Facebook weniger als früher und lediglich 2 % nutzen das soziale Netzwerk aufgrund des Skandals nicht mehr. Somit sind es 14 % der Befragten, die ihr Verhalten aufgrund der Berichterstattung um den Datenskandal verändert haben. Daran ist zu erkennen, dass die Nutzer teilweise das Vertrauen in Facebook verloren haben und der Skandal in dieser Hinsicht einen negativen Einfluss auf das Verhalten der Nutzer hat. Damit liegt auch die Vermutung nahe, dass sich nicht nur das Nutzerverhalten geändert hat, sondern auch Investoren abgeschreckt wurden. Sollte dies der Fall sein, müsste sich auch der Aktienkurs von Facebook signifikant negativ verändert haben.

3. Daten und Methodik

3.1 . Beschreibung Datensatz

Die Daten aus dem Datensatz, welcher in dieser Hausarbeit analysiert wird, stam- men von der Internetseite https://www.finanzen.net/historische-kurse/facebook. Hier wurden die Schlusskurse der Aktien von Facebook an der NASDAQ gewählt und die Kursentwicklung des NASDAQ selbst. Um die Daten einlesen zu können, wurden diese in einer Excelliste zusammengefügt. Die beiden Zeitreihen reichen vom 03.01.2017 bis zum 31.05.2018. Somit umfasst der Datensatz 355 Beobachtungen pro Zeitreihe.

Abbildung 4: Umfang von Schätz- und Ereignisfenster

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Goerke, B., Schätzfenster, 2009, S. 475

Wie in Abbildung 4 zu erkennen ist, wird die Zeitreihe der Eventstudie in drei Phasen eingeteilt. In dem Datensatz der Aktienkurse, welcher hier untersucht wird, wurde das Schätzfenster auf den Zeitraum zwischen dem 03.01.2017 und dem 31.10.2017 festgelegt. Mit Hilfe dieses Fensters werden die „Parameter des Marktmodells geschätzt“.5 Das Eventfenster liegt zwischen dem 01.02.2018 und dem 31.05.2018, wobei das Event an sich den 21.03.2018 betrifft. Nachdem erste Details des Skandals an die Öffentlichkeit gelangt sind, hat Mark Zuckerberg an diesem Tag zum ersten mal öffentlich bestätigt, dass Daten ohne das Wissen der Nutzer an Cambridge Analytica weitergegeben wurden.6 Für dieses Fenster werden die abnormalen Renditen ermittelt.7 So werden Renditen genannt, welche nicht der erwarteten Kursentwicklung entsprechen.8 Somit ist der Zeitraum zwischen dem 01.11.2017 und dem 31.01.2018 als Pufferperiode festgelegt. Der Datensatz wird mit Hilfe der einfachen Regressionsanalyse untersucht. Mit dieser linearen Einfachregression werden die Zusammenhänge zwischen zwei metrischen Variablen beschrieben.9 Um herauszufinden, ob das Event einen Einfluss auf den Aktienkurs hat, müssen die abnormalen Renditen berechnet werden.10

Mit folgender Formel wird zuerst bestimmt, welche Rendite für das Unternehmen am Tag des Events zu erwarten ist: 11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Alpha bezeichnet hierbei den Achsenabschnitt und beta den Steigungsparameter. R ist die Tagesrendite und V gibt hierbei den Fehlerterm wieder.12

Danach wird berechnet, wie die Renditen ohne das Event ausgesehen hätten. Das heißt, wie sich die Renditen ohne den Skandal entwickelt hätten.13

[...]


1 Vgl. Buxmann, P., Privatsphäre, 2018, S. 18.

2 Vgl. Buxmann, P., Privatsphäre, 2018, S. 18.

3 Vgl. Westermann, F., Datensammler, 2018, S. 36.

4 Facebook, Geschichte, o. S.

5 Goerke, B., Event, S. 474.

6 Vgl. Frenkel, S., Roose, K., Bekanntmachung, o. S.

7 Vgl. Goerke, B., Event, S. 474.

8 Vgl. Goerke, B., Event, S. 472.

9 Vgl. Dolic, D., Statistik, S. 213.

10 Vgl. Goerke, B., Event, S. 472.

11 Vgl. Goerke, B., Event, S. 472.

12 Vgl. Fahrmeir, L., Heumann, C., Künstler, R., et al., Datenanalyse, S. 149.

13 Vgl. Goerke, B., Event, S. 472.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Zur Aktienkursreaktion auf den Datenskandal bei Facebook
Untertitel
Über den Umgang mit Nutzerdaten aus sozialen Netzwerken
Note
1,7
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V453408
ISBN (eBook)
9783668880054
ISBN (Buch)
9783668880061
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aktienkursreaktion, datenskandal, facebook, über, umgang, nutzerdaten, netzwerken
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Zur Aktienkursreaktion auf den Datenskandal bei Facebook, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453408

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