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Zur Frage nach (Un)Übersetzbarkeit. Besonderheiten und Schwierigkeiten der literarischen Übersetzung

Title: Zur Frage nach (Un)Übersetzbarkeit. Besonderheiten und Schwierigkeiten der literarischen Übersetzung

Term Paper , 2018 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Silvana Borchardt (Author)

Interpreting / Translating
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Wer sich als Übersetzer mit literarischen Texten auseinandersetzt, sieht sich nicht selten mit einer großen Herausforderung konfrontiert, wenn das Ziel ist, eine erfolgreiche und gelungene Arbeit zu realisieren. Dabei gilt es vor allem mehr als nur die sprachliche Kompetenz zu besitzen. Neben literarischen Kenntnissen und einem beachtlichen Weltwissen bedarf es auch einem kreativen und künstlerischen Talent sowie einem gewissen Feingefühl, um Texte zu verstehen und sie angemessen und für den Leser verständlich zu übertragen. Literatur ist Kunst und Kunst kennt keine Regeln. Diese Feststellung führt zwangsläufig zu der Frage nach der ‘richtigen’ Übersetzungsmethode und Strategie. Gibt es Regeln für das literarische Übersetzen, wenn es doch für die Literatur keine gibt? Und wenn ja, inwiefern sind diese Regeln anwendbar bzw. wie weit kann man sich von ihnen entfernen? Und ist ein Werk übersetzt in eine andere Sprache noch immer das Gleiche oder handelt es sich vielmehr um eine neue Interpretation?

In dieser Arbeit möchte ich mich mit der Übersetzung als Wissenschaft und ihren Theorien beschäftigen und versuchen, der Frage nach der (Un)Übersetzbarkeit literarischer Texte auf den Grund zu gehen. Einführend werde ich mich zunächst dem Begriff der Übersetzung ​widmen und dabei seinen Ursprung und seine Geschichte genauer untersuchen. In diesem Zusammenhang soll auch ein kurzer Abriss der Entstehung der Übersetzungswissenschaft gegeben werden. Bei der Bestimmung und Einordnung des literarischen Übersetzens möchte ich mich vor allem mit den Schwierigkeiten befassen, die sich sowohl auf sprachlicher als auch auf kultureller Ebene wiederfinden. Kollers Theorie der Äquivalenz hat eine besondere Bedeutung in der literarischen Übersetzung, da er explizite Strukturierungen und Unterscheidungen hinsichtlich sprachlicher und ästhetischer Aspekte aufzeigt. Im letzten Kapitel soll ein Beispiel aus Übersetzungen des „Don Quijote“ veranschaulichend darstellen, wie entscheidend die Auswahl der passenden lexikalischen Elemente für eine gelungene Übersetzung ist. In einem Fazit versuche ich mich der Antwort auf die Frage nach der (Un)Übersetzbarkeit literarischer Texte zu nähern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff der Übersetzung

2.1. Von der Antike bis ins 20. Jahrhundert

2.2. Entstehung der Übersetzungswissenschaft

3. Bestimmung und Einordnung des literarischen Übersetzens

3.1. Besonderheiten der literarischen Übersetzung

3.2. Übersetzungsrelevante Textanalyse

3.3. Probleme und Schwierigkeiten der literarischen Übersetzung

3.3.1. Die sprachliche Ebene

3.3.2. Die kulturelle Ebene

3.4. Zum Begriff der Äquivalenz nach Koller

4. „Der Ritter von der traurigen Gestalt“

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Komplexität der literarischen Übersetzung als wissenschaftliches und künstlerisches Unterfangen. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Rahmenbedingungen zu beleuchten, mit den spezifischen sprachlichen und kulturellen Herausforderungen vertraut zu machen und anhand des praktischen Beispiels „Don Quijote“ aufzuzeigen, wie entscheidend die lexikalische Auswahl für die Interpretation eines literarischen Werkes ist.

  • Historische Entwicklung der Übersetzungstheorie von der Antike bis ins 20. Jahrhundert
  • Methodische Einordnung des literarischen Übersetzens als eigenständige Kunstgattung
  • Analyse zentraler Problemfelder auf sprachlicher und kultureller Ebene
  • Diskussion der Äquivalenzbegriffe nach Werner Koller
  • Fallstudie zur unterschiedlichen Übersetzungspraxis von Cervantes' „Don Quijote“

Auszug aus dem Buch

3.1 Besonderheiten des literarischen Übersetzens

Es ist die besondere Aufgabe des Übersetzers, ein Gleichgewicht zwischen der Treue zum Originaltext und der Anpassung an den Leser herzustellen. Dabei ist zu beachten, dass „der Text der Ausgangssprache, im Rahmen einer besonderen kulturellen und sozio-linguistischen Situation durch den Übersetzer in der Zielsprache rekonstruiert wird” (Berger 2009: 113). Der Übersetzer sieht sich somit als engster Interpret eines Textes und entscheidet, inwieweit er das Fremde den Anforderungen und Bedürfnissen der Zielsprache anpasst. Eine Herausforderung, die wir bereits mit Schleiermachers Auffassung über den Konflikt, dem der Übersetzer sich konfrontiert sieht, diskutiert haben.

Kloepfer ist davon überzeugt, „daß der künstlerische Sprachgebrauch die Übersetzung zu einer prinzipiell nur mehr oder weniger, nie vollkommen lösbaren Aufgabe macht.” (Kloepfer 1966: 9)

Levý (1969) bezeichnet die literarische Übersetzung als eine schöpferische Tätigkeit und somit als eine eigene ‘Kunstgattung’. Inhalt, Form und Klang seien demnach die drei Elemente, die es als guter literarischer Übersetzer im Original zu erkennen und zu bewerten gilt, um anschließend das höchste Maß ihres Gesamtwertes in der jeweiligen Zielsprache wiederzugeben (vgl. Levý 1969: 65). So ist die Übersetzung als Werk als künstlerische Reproduktion zu betrachten und das Übersetzen als Vorgang als künstlerischer und kreativer Schaffensprozess. Die Übersetzung stellt den Anspruch der Schönheit und soll dem Leser entweder eine Eigenheit bezüglich ihres kulturellen Ursprungs oder ein Gefühl der Entfremdung, die eine unbekannte Atmosphäre schafft, vermitteln. Dabei geht es nicht darum, alle Einzelheiten des Ausgangstextes (AT) und seine nationalen oder zeitlichen Spezifika zu bewahren, um den historischen Kontext seiner Entstehungszeit auszudrücken. Stattdessen soll für den Leser in der Übersetzung das Exotische und Besondere des AT hervorgehoben werden, um eben genau diesen Ausdruck eines historischen Hintergrundes zu erreichen. Es geht beim literarischen Übersetzen also vielmehr um semantische und ästhetische Werte als weniger um die einfache Wahrung der Form und des Inhalts des AT.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Herausforderungen des literarischen Übersetzens und führt in die wissenschaftliche Fragestellung nach der Übersetzbarkeit von Literatur ein.

2. Zum Begriff der Übersetzung: Dieses Kapitel behandelt die historische Genese der Übersetzung, von antiken Ansätzen bis zur modernen Übersetzungswissenschaft.

3. Bestimmung und Einordnung des literarischen Übersetzens: Hier wird das literarische Übersetzen als komplexes Forschungsfeld definiert, wobei insbesondere Besonderheiten, Textanalysen, Sprach- und Kulturprobleme sowie Äquivalenztheorien diskutiert werden.

4. „Der Ritter von der traurigen Gestalt“: Anhand von Cervantes' Roman werden die unterschiedlichen Interpretationsansätze und Herausforderungen in der deutschen Übersetzungspraxis veranschaulicht.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass literarisches Übersetzen eine schöpferische Kunst ist, bei der eine endgültige Objektivität nicht existiert, da jede Übersetzung eine neue Interpretation darstellt.

Schlüsselwörter

Literarische Übersetzung, Übersetzungswissenschaft, Äquivalenz, Ausgangstext, Zielsprache, Don Quijote, Kulturtransfer, Sprachgebilde, Übersetzungstheorie, Interpretationsspielraum, hermeneutisches Übersetzen, Literaturwissenschaft, Textanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Herausforderungen des literarischen Übersetzens und hinterfragt, wie Übersetzer mit dem Spannungsfeld zwischen Treue zum Original und der Anpassung an die Zielsprache umgehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Übersetzungswissenschaft, die Definition des literarischen Übersetzens, sprachliche und kulturelle Hindernisse sowie der Begriff der Äquivalenz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu ergründen, warum das literarische Übersetzen ein „komplexes Gebilde an Herausforderungen“ darstellt und ob eine „richtige“ Übersetzungsmethode überhaupt existieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einem vergleichenden Fallbeispiel (Don Quijote), um abstrakte Theorien anhand konkreter Übersetzungsentscheidungen zu untermauern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung, eine Untersuchung der sprachlichen und kulturellen Spezifika bei literarischen Texten sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Kollers Äquivalenztypen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie literarische Übersetzung, Äquivalenz, Übersetzungstheorie und Interpretation charakterisieren.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Übersetzers?

Der Übersetzer wird als eigenständiger Akteur und engster Interpret verstanden, der durch seine künstlerische Freiheit zwangsläufig zu individuellen, oft einzigartigen Übersetzungsergebnissen kommt.

Warum wird „Don Quijote“ als Fallbeispiel gewählt?

Der Roman dient als ideales Beispiel, da seine sprachliche Vielschichtigkeit und sein kultureller Kontext deutsche Übersetzer seit Jahrhunderten vor die Wahl zwischen wörtlicher Treue und sinnhafter Deutung stellen.

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Details

Title
Zur Frage nach (Un)Übersetzbarkeit. Besonderheiten und Schwierigkeiten der literarischen Übersetzung
College
University of Potsdam
Grade
1,3
Author
Silvana Borchardt (Author)
Publication Year
2018
Pages
26
Catalog Number
V453495
ISBN (eBook)
9783668854949
ISBN (Book)
9783668854956
Language
German
Tags
frage übersetzbarkeit besonderheiten schwierigkeiten übersetzung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvana Borchardt (Author), 2018, Zur Frage nach (Un)Übersetzbarkeit. Besonderheiten und Schwierigkeiten der literarischen Übersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453495
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