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Landtagswahlen und Bundespolitik in ihrer gegenseitigen Beeinflussung

Título: Landtagswahlen und Bundespolitik in ihrer gegenseitigen Beeinflussung

Trabajo de Seminario , 2002 , 14 Páginas , Calificación: 2.0

Autor:in: Jens Homann (Autor)

Sociología - Política, Mayorías, Minorías
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Die Ergebnisse von Landtagswahlen werden häufig als Test, Bestandsaufnahme oder Tendenz im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl und als Beeinflussung der Bundespolitik interpretiert (Dinkel 1977, Seite 348). Landtagswahlen dienen demnach als gute Gelegenheit für Politiker und Öffentlichkeit, Aufschluß über mögliche Entwicklungen der Machtverhältnisse zu erhalten. Diese regional begrenzte Wahl gilt als weitaus besser und sicherer als eine Meinungsumfrage, da sie aufzeigt, welche Präferenzen der Wähler für diejenigen Parteien hat, die auf Bundes- und Landesebene agieren (Fabritius 1978, Seite 1). Auf diese Weise wird jede Landtagswahl zwangsläufig zum Test.
Voraussetzung dafür, daß die Landtagswahlen höheren bundespolitische Beachtung erhielten, war der Wegfall von spezifischen Landesparteien, die Verklammerung der Landes- mit der Bundespolitik über den Bundesrat und die sachliche Unitarisierung in der Bundesrepublik. Somit werden nicht in erster Linie die Landespolitik und Politiker des Landes getestet, sondern vielmehr bundespolitische Ereignisse, Entscheidungsfragen und das Ansehen, der Einfluß von Parteirichtungen und Politikern auf Bundesebene.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Der allgemeine Bezugsrahmen

2. Landtagswahlen: Ein Synonym für „Testwahlen“ und „Bewährungstest“ der Bundesregierung

2.1 Landtagswahl als Vortest zur Bundestagswahl

2.2 Landtagswahl als Nachtest zur Bundestagswahl

2.3 Landtagswahl als Bewährungstest für die Bundesregierung

3. Der besondere Einfluss von Bundespolitik auf Landtagswahlen

3.1 Landtagswahlen als Bundesratswahlen

3.2 Bundespolitische Themen im Landtagswahlkampf

4. Internationaler Vergleich der Beeinflussbarkeit von Landtagswahlen am Beispiel Österreichs

5. Veränderungsvorschläge zur Beseitigung der Wechselwirkung zwischen Bundespolitik und Landtagswahlen

6. Schlußbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die gegenseitige Beeinflussung von Landtagswahlen und Bundespolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Landtagswahlen als Test- oder Bewährungsinstrumente für die Bundesregierung dienen und wie bundespolitische Konstellationen die landespolitischen Wahlergebnisse sowie das Wählerverhalten prägen.

  • Die Funktion von Landtagswahlen als „Vortests“ und „Nachtests“ zur Bundestagswahl.
  • Die Bedeutung von Landtagswahlen für die Machtverhältnisse im Bundesrat.
  • Der Einfluss bundespolitischer Themen auf den Landtagswahlkampf.
  • Ein internationaler Vergleich am Beispiel Österreichs.
  • Diskussion von Reformvorschlägen zur Entkopplung von Bundes- und Landespolitik.

Auszug aus dem Buch

1.1 Der allgemeine Bezugsrahmen

Die Ergebnisse von Landtagswahlen werden häufig als Test, Bestandsaufnahme oder Tendenz im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl und als Beeinflussung der Bundespolitik interpretiert (Dinkel 1977, Seite 348). Landtagswahlen dienen demnach als gute Gelegenheit für Politiker und Öffentlichkeit, Aufschluß über mögliche Entwicklungen der Machtverhältnisse zu erhalten. Diese regional begrenzte Wahl gilt als weitaus besser und sicherer als eine Meinungsumfrage, da sie aufzeigt, welche Präferenzen der Wähler für diejenigen Parteien hat, die auf Bundes- und Landesebene agieren (Fabritius 1978, Seite 1). Auf diese Weise wird jede Landtagswahl zwangsläufig zum Test.

Voraussetzung dafür, daß die Landtagswahlen höheren bundespolitische Beachtung erhielten, war der Wegfall von spezifischen Landesparteien, die Verklammerung der Landes- mit der Bundespolitik über den Bundesrat und die sachliche Unitarisierung in der Bundesrepublik. Somit werden nicht in erster Linie die Landespolitik und Politiker des Landes getestet, sondern vielmehr bundespolitische Ereignisse, Entscheidungsfragen und das Ansehen, der Einfluß von Parteirichtungen und Politikern auf Bundesebene.

Seit Bestehen der Bundesrepublik hat die bundespolitische Durchdringung der Landtagswahlen stetig zugenommen (Fabritius 1978, Seite 2). Diese Entwicklung der zunehmend stärker werdenden Überformung der Landtagswahlen im Sinne der Bundespolitik wird durch die zwei folgende Beispiele hervorgehoben: „Wenn ein Bundeskanzler und Parteivorsitzender vor einer Landtagswahl an alle Parteimitglieder einen Brief schreibt, in dem der Hinweis enthalten ist, diese Wahl sei fast genauso wichtig wie die Bundestagswahl im November 1972, oder wenn zur Landtagswahl die Parole ausgegeben wird, daß Bayern frei bleiben wird und Deutschland vom Marxismus befreit werden wird.“ (Fabritius 1978, Seite 2).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert den theoretischen Rahmen, in dem Landtagswahlen als Indikatoren für bundespolitische Trends und Machtverhältnisse betrachtet werden.

2. Landtagswahlen: Ein Synonym für „Testwahlen“ und „Bewährungstest“ der Bundesregierung: Dieses Kapitel analysiert die Funktionen von Landtagswahlen als Vortests, Nachtests oder reine Bewährungsproben für die amtierende Bundesregierung anhand historischer Beispiele.

3. Der besondere Einfluss von Bundespolitik auf Landtagswahlen: Hier wird untersucht, wie die Zusammensetzung des Bundesrates sowie die Instrumentalisierung bundespolitischer Themen durch Parteien die Ergebnisse auf Landesebene massiv beeinflussen.

4. Internationaler Vergleich der Beeinflussbarkeit von Landtagswahlen am Beispiel Österreichs: Das Kapitel zeigt auf, dass das Phänomen der bundespolitischen Beeinflussung von Landeswahlen auch in Österreich existiert und ähnlichen Mechanismen folgt.

5. Veränderungsvorschläge zur Beseitigung der Wechselwirkung zwischen Bundespolitik und Landtagswahlen: Es werden verschiedene Reformansätze diskutiert, insbesondere die Vereinheitlichung von Wahlterminen, um die permanente Wahlkampfstimmung zu mindern.

6. Schlußbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass die Abhängigkeit der Landtagswahlen von der Bundespolitik bestätigt ist und mahnt einen bewussteren Umgang mit Reformen an.

Schlüsselwörter

Landtagswahlen, Bundespolitik, Bundestagswahl, Wahlanalyse, Bundesrat, Parteienwettbewerb, Wahlverhalten, Politische Testwahlen, Regierungssturz, Föderalismus, Politische Partizipation, Österreich, Wahltermine, Wahlkampf, Politische Korrelation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit behandelt die enge und komplexe Verflechtung von Landes- und Bundespolitik in Deutschland und untersucht, wie Landtagswahlen regelmäßig zur Abstimmung über die Bundesregierung umfunktioniert werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Landtagswahlen als Test- oder Bewährungsinstrumente, der Einfluss des Bundesrates auf das Wahlverhalten und die Rolle bundespolitischer Sachthemen im landespolitischen Wettbewerb.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die empirische Untersuchung der These, dass Landtagswahlergebnisse eine Addition aus landespolitischen Faktoren und einer systematischen Beeinflussung durch die Bundespolitik darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Analyse historischer Wahldaten und politischer Ereignisse in der Bundesrepublik Deutschland sowie einen ergänzenden internationalen Vergleich mit Österreich.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung verschiedener Wahltypen (Vor-/Nachtest), die Analyse der Bundesratsthematik sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Reformvorschlägen zur Wahlterminharmonisierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Landtagswahl, Bundespolitik, Testwahlcharakter, Bundesrat, Parteienwettbewerb und politischer Föderalismus.

Warum wird die Landtagswahl in Niedersachsen 1982 als Beispiel angeführt?

Sie dient als exemplarisches Beispiel für einen "Vortest", der nicht nur die Stimmungslage im Bund widerspiegelte, sondern durch den Erfolg der CDU auch den Druck auf die damalige Bonner Koalition massiv erhöhte.

Welche Rolle spielt die "Regierungskrise" im Kontext der hessischen Landtagswahlen (1962-1970)?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Landtagswahlen in Hessen in diesem Zeitraum weniger auf landespolitische Ereignisse wie den "Hessen-Plan" reagierten, sondern primär als Barometer für die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung in Bonn fungierten.

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Detalles

Título
Landtagswahlen und Bundespolitik in ihrer gegenseitigen Beeinflussung
Universidad
University of Göttingen  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Curso
Wahlsoziologie
Calificación
2.0
Autor
Jens Homann (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
14
No. de catálogo
V45351
ISBN (Ebook)
9783638427685
Idioma
Alemán
Etiqueta
Landtagswahlen Bundespolitik Beeinflussung Wahlsoziologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jens Homann (Autor), 2002, Landtagswahlen und Bundespolitik in ihrer gegenseitigen Beeinflussung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45351
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