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Supermarkt der spirituellen Angebote im säkularisierten Zeitalter der Postmoderne

Title: Supermarkt der spirituellen Angebote im säkularisierten Zeitalter der Postmoderne

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andrea Heß (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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„Das 21. Jahrhundert wird spirituell sein oder es wird nicht sein1.“ (André Malraux)

Verschiedene Prognosen, die über die Beschaffenheit und Ausrichtung des neu angebrochenen Jahrhunderts aufgestellt werden, legen nahe, dass mit einem Wiedererstarken der Spiritualität im Sinne von Neuen Religionen zu rechnen ist. Ein Zeitalter, das durch die Radikalisierung der Gedanken der Moderne gekennzeichnet ist, samt der Fülle ihrer hieraus resultierenden Paradoxien, Ambivalenzen und Unübersichtlichkeiten, bringt neu die Sehnsucht nach Einbettung, Ganzheitlichkeit und verfügbaren Sinnstrukturen zum Tragen.
Dort, wo durch den modernen Säkularisierungsprozess an der Stelle der Religiosität ein Vakuum entstanden ist, stehen die religiös motivierten Kräfte freigesetzt zur Verfügung. Hier findet offensichtlich lediglich ein Umlenken dieses dem Menschen intrinsischen Potentials statt. Religiöse Gefühle werden neu gebündelt und kanalisiert und können ihren Ausdruck in „säkularisierten Religionen“ finden, wie im Nationalismus, der Technologisierung oder im Staat als gottähnlicher Versorger- und Orientierungsinstitution, werden bei letzterem also „unter politischen Perspektiven organisiert“. Andererseits zeichnet sich in der Gegenwart eine zunehmende „Sakralisierung des Profanen“ (besonders in den Medien) ab, ein Hang zur Fetischisierung des Alltags, der dieselbe Kanalisationsfunktion und Sogwirkung belegt.
Jedoch soll es in dieser Arbeit nicht so sehr um die verschleierte Instrumentalisierung religiöser Energien gehen, als vorwiegend um die „Neuen Religionen“, eine Spiritualität, die offen als solche „gehandelt“ wird, und sich innerhalb dieses Prozesses – überraschend? - flächendeckend ausbreitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Errungenschaften und Charakteristika der Postmoderne

2.1. Das Erbe der Moderne

2.2. Postmoderne und Dekonstruktion

2.3. Pluralität als Kennzeichen postmodernen Denkens

2.4. Ambivalenzen

2.5. Zusammenfassung

3. Bedürfnisse des postmodernen Menschen

3.1. Sinngebung und Identität

3.2. Stabilität

3.3. Werte

3.4. Ganzheitlichkeit

3.5. Zusammenfassung

4. Die Rolle der christlichen Tradition

4.1. „Steinzeit- Glaube“

4.2. „Fähnchen im Wind“

4.3. Krisen und Versäumnisse der Volkskirchen

4.4. Möglichkeiten und Chancen christlicher Gemeinschaften

4.5. Zusammenfassung

5. Der Supermarkt spiritueller Angebote

5.1. „Interpretativer Mehrwert von Religionen“

5.2. Demokratisierung der Religionen

5.3. Die Attraktivität von New Age und Neuen Religionen

5.4. Rückzugstendenzen und Realitätsflucht

5.5. Zusammenfassung

6. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen postmoderner Lebensweise und dem Wiedererstarken spiritueller Angebote. Das primäre Ziel ist es, das spirituelle Vakuum des modernen Menschen zu analysieren und aufzuzeigen, warum traditionelle kirchliche Strukturen oft an Relevanz verlieren, während neue, individualisierte Spiritualitätsformen florieren.

  • Charakteristika der Postmoderne (Pluralität, Dekonstruktion)
  • Bedürfnisse des modernen Menschen (Sinngebung, Identität, Ganzheitlichkeit)
  • Krise der christlichen Tradition und Volkskirchen
  • Struktur des „Supermarkts“ spiritueller Angebote
  • Spannungsfeld zwischen Fundamentalismus und Relativismus

Auszug aus dem Buch

3.1. Sinngebung und Identität

Eine Welt, in der sämtliche Annahmen und Fundamente, die zur Entscheidungsfindung und Gestaltung des Lebens dienen, fortdauernd in Frage gestellt werden, ist kaum lebbar. „Sinnvolles Handeln“ wäre nicht mehr als ein Relikt vergangener Zeiten, in denen man noch Bezugspunkten Gültigkeit zuschrieb. Darüber hinaus scheint es nahezu unmöglich, Offenheit und Relativismus zu leben, weil sie schlichtweg keine Möglichkeit zur Identitätsbildung und -sicherung bieten. Grenzen und Abgrenzung des Selbst vom klar unterscheidbar anderen sind grundlegend für die Herausbildung eines selbstsicheren, standfesten „Ich“, um „angstfrei und im offenen Dialog allem Fremden begegnen zu können“.

Dass sich hieraus eine Flucht in Nationalismen und Fundamentalismen herausbilden kann, liegt auf der Hand, weil diese Selbstvergewisserung schaffen. Weiter besteht eine sogar existentielle Bedrohung in der „Sinnlosigkeit des Daseins aufgrund der aufs Selbst bezogenen Reflexivität der Moderne“, wodurch eine objektive Zweckbestimmung des einzelnen unmöglich wird. Hierin zeigt sich, wie eng Individualisierung, erschwerte, eindeutige Sinnfindung und die Herausforderung einer soliden Identitätsbildung miteinander verflochten sind. Die Beantwortung der Frage nach Sinn und Zweck des Daseins, die in einem radikal säkularisierten Kontext schwerlich zufrieden stellend zu beantworten ist, stellt neben dem Suchen nach Wert und Eindeutigkeit des Selbst einen großen Faktor für die Schaffung neuer Religionen und „transrationaler“ Lebensdeutungskonzepte dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die These vom Wiedererstarken der Spiritualität im 21. Jahrhundert und definiert den Rahmen der Untersuchung innerhalb einer postmodernen Gesellschaft.

2. Errungenschaften und Charakteristika der Postmoderne: Dieses Kapitel analysiert das Erbe der Moderne, die Dekonstruktion absoluter Werte und die daraus resultierende Pluralität sowie Ambivalenz.

3. Bedürfnisse des postmodernen Menschen: Hier werden die existenziellen Nöte wie Sinnsuche, Stabilität, Wertekrisen und das Streben nach Ganzheitlichkeit erörtert.

4. Die Rolle der christlichen Tradition: Das Kapitel untersucht die Distanzierung der Moderne von kirchlichen Traditionen, die Krisen der Volkskirchen und mögliche neue Chancen für christliche Gemeinschaften.

5. Der Supermarkt spiritueller Angebote: Eine tiefgehende Analyse der „Demokratisierung“ von Religionen und der Attraktivität esoterischer sowie synkretistischer „Patchwork-Religionen“.

6. Ergebnis: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass das 21. Jahrhundert spirituell geprägt sein wird, und plädiert für eine Neuorientierung der Kirche.

Schlüsselwörter

Postmoderne, Spiritualität, Säkularisierung, Identitätsbildung, Pluralität, Neue Religionen, Sinnstiftung, christliche Tradition, Volkskirchen, Fundamentalismus, Relativismus, Ganzheitlichkeit, Wertewandel, Autonomie, Anthropologische Wende

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Phänomen, dass trotz oder gerade wegen zunehmender Säkularisierung in der Postmoderne ein Wiedererstarken spiritueller Angebote zu beobachten ist.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die soziokulturellen Gegebenheiten der Postmoderne, das menschliche Bedürfnis nach Identität und Sinn sowie die Konkurrenz zwischen traditionellem christlichen Glauben und neuen spirituellen Strömungen.

Was ist die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie postmoderne Lebensentwürfe die Suche nach Spiritualität prägen und warum das Angebot an sogenannten „Neuen Religionen“ in diesem Kontext so attraktiv erscheint.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine geisteswissenschaftliche Analyse, die soziologische Erkenntnisse (u.a. von Giddens, Habermas) mit theologischen Perspektiven und kulturwissenschaftlichen Analysen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Charakteristika der Postmoderne, die menschlichen Bedürfnisse nach Stabilität und Werten sowie die spezifische Rolle der christlichen Tradition im Vergleich zum modernen „Supermarkt spiritueller Angebote“.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Postmoderne, Säkularisierung, Identitätsbildung, Pluralität, Neue Religionen, Sinnstiftung und Wertewandel.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der christlichen Kirche?

Die Autorin sieht die Kirche in einer Krise durch ihre Institutionalisierung und Distanz zum modernen Menschen, sieht aber gleichzeitig in der biblischen Botschaft ein weiterhin hochrelevantes Angebot für Halt und Orientierung.

Was ist unter dem „Supermarkt der Sinnangebote“ zu verstehen?

Dieser Begriff beschreibt das Phänomen, dass Spiritualität heute oft marktwirtschaftlich organisiert ist, wobei der Einzelne nach dem „pick and choose“-Prinzip eigene Glaubenssysteme aus verschiedenen Traditionen kombiniert.

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Details

Title
Supermarkt der spirituellen Angebote im säkularisierten Zeitalter der Postmoderne
College
University of Augsburg
Course
Geschichte der Wahrsagerei und des Hellsehens
Grade
1,3
Author
Andrea Heß (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V45389
ISBN (eBook)
9783638428057
Language
German
Tags
Supermarkt Angebote Zeitalter Postmoderne Geschichte Wahrsagerei Hellsehens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Heß (Author), 2005, Supermarkt der spirituellen Angebote im säkularisierten Zeitalter der Postmoderne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45389
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