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Der chilenische Volksentscheid (1988). Alternativen und Risiken der gemäßigten Regimetransformation in Chile

Titre: Der chilenische Volksentscheid (1988). Alternativen und Risiken der gemäßigten Regimetransformation in Chile

Thèse de Bachelor , 2018 , 61 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Patrick Ubik (Auteur)

Histoire - Divers
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Stabilität der chilenischen Wirtschaft, ihre Modernität und die Ablösung der siebzehnjährigen Militärdiktatur drängen nicht allzu selten in den medialen Vordergrund. Dieser „Ablösungsprozess“ wird hier behandelt. Es stellt sich heraus, dass der Volksentscheid aus dem Jahre 1988 ein entscheidendes Teilereignis im Prozess der Regimetransformation in Chile darstellt. Es ist bekannt, dass diese Volksabstimmung zu Ungunsten des Diktators Pinochet ausfiel und die Demokratisierung in Chile einleitete. Der Art und Bedeutung dieses Ereignisses möchte ich auf die Spur kommen, sodass beim Leser nicht nur „Wissen“ sondern ein „Nachempfinden“ zu Trage kommt.

Ich vertrete die These, dass dem Plebiszitereignis von 1988 vor dem Hintergrund des äußerst langlebigen autoritären Regimes keine Selbstverständigkeit, sondern eine entscheidende Bedeutung zugeschrieben werden kann. Um das Ausmaß dieser Bedeutung enthüllen zu können, erscheint es plausibel zu hinterfragen, welche Risiken mit der hier zu analysierenden Volksabstimmung verbunden waren, die das Ergebnis, nämlich dass das Volk gegen die Verlängerung der Präsidentschaft von Pinochet um weitere acht Jahre gestimmt hatte, nicht selbstverständlich erscheinen lassen.

Es stellt sich die weiterführende Frage, was wäre, wenn die Opposition die Volksabstimmung von 1988 nicht gewonnen hätte und Pinochet, wie vorgehabt weiter im „Amt“ geblieben wäre und ob es überhaupt Alternativen zu dieser Volksabstimmung gab. So sollen, nachdem die Risiken und Alternativen geklärt worden sind, die Gründe genannt werden, warum das Volk erfolgreich gegen Pinochet stimmen konnte. Wie sich herausstellen wird, sind der Volksentscheid von 1988 und die ihm gewidmete Wahlkampagne als Teil einer bewusst gewählten Strategie zur Re-Demokratisierung des Landes zu verstehen, die es erlaubt über die gewählten kooperativen Methoden und die ihnen zugrunde liegende soziale Feinfühligkeit zu staunen und die Bedeutung des Plebiszitereignisses adäquat nachempfinden zu können. Es soll in diesem Zusammenhang die interessante Tatsache erwähnt werden, dass die Regimetransformation in Chile mit der Entscheidung Wahlen abzuhandeln im Kontrast zu anderen Lateinamerikanischen Ländern, wo die Diktatur gewaltsam abgelöst wurde, einen friedlichen bzw. gemäßigten Charakter aufwies.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in die Republik Chile

2.1 Geographische Relevanz

2.2 Geschichtlicher Kontext und politisch relevante Entwicklungen

3 Erosionen der Demokratie

3.1 Die Zeit vor 1970

3.2 Die Unidad Popular und das Scheitern Allendes Reformpolitik

4 Die Regierung mit eiserner Hand

4.1 Die Chicago Boys und der Neoliberalismus in Chile

4.2 Machtstruktur und Repression

4.3 Charakteristika der Verfassung von 1980

5 Der Volksentscheid von 1988 als „Transformationsstrategie“

5.1 Zu den Alternativen

5.2 Risiken und „Kosten“ der Plebiszitstrategie

5.3 Gründe für den Erfolg

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den chilenischen Volksentscheid von 1988 als entscheidendes Schlüsselereignis für die Regimetransformation von der Militärdiktatur Augusto Pinochets zurück zur Demokratie. Dabei wird analysiert, warum die Plebiszitstrategie trotz hoher Risiken und eines autoritären Verfassungsrahmens erfolgreich war und welche Faktoren sowie strategischen Entscheidungen der Opposition diesen friedlichen Übergang ermöglichten.

  • Die historische Rolle der Geographie und Mentalität in Chile
  • Wirtschaftspolitische Kontraste zwischen der Unidad Popular und dem Pinochet-Regime
  • Die Analyse der Repressionsmechanismen und der Verfassung von 1980
  • Erfolgsfaktoren der Wahlkampagne der Opposition (No-Kampagne)
  • Der Übergang zur Demokratie als „ausgehandelter Systemwechsel“

Auszug aus dem Buch

Die Regierung mit eiserner Hand

Der Militärputsch am 11. September 1973 begrub den Traum eines gerechteren Chiles. Der Regierungspalast La Moneda wurde von Kampfflugzeugen der chilenischen Streitkräfte bombardiert, Salvador Allende kam ums Leben – ob durch Mord oder Selbstmord ist bis heute strittig. Tausende Chilen_innen wurden in den folgenden Tagen und Wochen inhaftiert, gefoltert und ermordet, am Ende der Militärdiktatur sollten es mehr als 3.000 Tote und Verschwundene sowie zehntausende Gefolterte sein. Während dieser 17 Jahre waren die Menschenrechtsverletzungen der Regierung, nicht zuletzt wegen der vielen Exilierten, auch in der deutschen Linken ein wichtiges Thema. Insgesamt 500.000 Chilen_innen verließen ihr Heimatland.

Wie im Vorfeld angemerkt, kam der Putsch auch deswegen, weil trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine Niederlage der UP aus sich heraus gar nicht zu erkennen war. Dieser wurde somit aufgrund wahrgenommenen Alternativmangels forciert. Vor dem Putsch spitzte sich der Klassenkampf zwar zu und die politische Organisation war extrem chaotisch, doch hat die UP ihren Stimmanteil gehalten und sogar verbessert, weshalb das Entsetzen über die militärische Intervention so groß war. Die darauffolgende Diktatur war die langlebigste in der jüngeren Geschichte auf dem Subkontinent. So heißt es, dass keine der in den siebziger Jahren etablierten Diktaturen länger dauerte als die des Generals Pinochet und mit Ausnahme des argentinischen ‚Proceso‘ kaum eine blutrünstiger und gewalttätiger war und mehr Flüchtlinge und Exilanten hervorbrachte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung etabliert das Thema des Volksentscheids von 1988 als entscheidendes Ereignis für die Regimetransformation in Chile und formuliert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich Risiken, Alternativen und Erfolgsfaktoren.

2 Einführung in die Republik Chile: Dieses Kapitel skizziert geographische Merkmale sowie den historischen Kontext Chiles und legt dar, wie diese Faktoren die nationale Identität und das politische System beeinflussen.

3 Erosionen der Demokratie: Der Abschnitt beleuchtet die politische Entwicklung vor 1970 und die Ära der Unidad Popular unter Salvador Allende, wobei die zunehmende Polarisierung und die wirtschaftlichen Herausforderungen analysiert werden.

4 Die Regierung mit eiserner Hand: Das Kapitel behandelt die Ära der Militärdiktatur, den neoliberalen wirtschaftlichen Umbruch durch die „Chicago Boys“, die Repressionsstrukturen sowie die restriktive Verfassung von 1980.

5 Der Volksentscheid von 1988 als „Transformationsstrategie“: Hier werden die Alternativen zum Plebiszit, die damit verbundenen Risiken sowie die Gründe für den Erfolg der Opposition detailliert dargelegt.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont, dass die Transition das Ergebnis einer bewussten strategischen Entscheidung der Opposition war, das Regime mit seinen eigenen legalen Mitteln zu schlagen.

Schlüsselwörter

Chile, Volksentscheid 1988, Augusto Pinochet, Regimetransformation, Unidad Popular, Neoliberalismus, Chicago Boys, Verfassung 1980, Demokratisierung, Plebiszitstrategie, Menschenrechtsverletzungen, Opposition, Wahlkampf, politische Stabilität, Sozialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem historischen Übergang Chiles von der 17-jährigen Militärdiktatur unter Augusto Pinochet zurück zur Demokratie, wobei der Fokus auf dem Volksentscheid von 1988 liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Transformation durch neoliberale Reformen, die Rolle der Verfassung von 1980 zur Machterhaltung sowie die strategische Bündnisbildung der Opposition.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie die Opposition das Regime durch das von ihr selbst erzwungene Plebiszit „mit seinen eigenen Mitteln“ besiegen konnte und welche Risiken dabei in Kauf genommen wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung historischer sowie politikwissenschaftlicher Dokumente, um den Prozess der Regimetransformation kontextualisiert darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Erosion der Demokratie unter Allende, die gewaltsame Konsolidierung des Pinochet-Regimes und schließlich die strategische Vorbereitung und Durchführung des Volksentscheids 1988.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Regimetransformation, Neoliberalismus, Autoritarismus, Plebiszitstrategie und Demokratisierung beschreiben.

Warum war der Volksentscheid 1988 für Pinochet ein so hohes Risiko?

Da Pinochet sich auf die verfassungsrechtliche Legitimation durch die Verfassung von 1980 stützte, war er gezwungen, das Plebiszit durchzuführen. Eine Niederlage bedeutete für ihn, die Kontrolle über den weiteren politischen Prozess zu verlieren, auch wenn er versuchte, durch Bestimmungen in der Verfassung seine Macht für die Übergangsphase zu sichern.

Welchen Einfluss hatten ökonomische Faktoren auf den Ausgang des Plebiszits?

Die Arbeit zeigt, dass die wirtschaftliche Effizienz des Modells der „Chicago Boys“ in der späten Phase der Diktatur einen nicht zu unterschätzenden Teil der Wählerschaft überzeugte, während die Opposition gleichzeitig glaubhaft machen musste, dass sie nach einem Wahlsieg nicht zu den chaotischen Verhältnissen der Allende-Zeit zurückkehren würde.

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Résumé des informations

Titre
Der chilenische Volksentscheid (1988). Alternativen und Risiken der gemäßigten Regimetransformation in Chile
Université
University of Cologne  (Iberische und Lateinamerikanische Geschichte)
Note
2,3
Auteur
Patrick Ubik (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
61
N° de catalogue
V453974
ISBN (ebook)
9783668856899
ISBN (Livre)
9783668856905
Langue
allemand
mots-clé
Chile Diktatur Pinochet Allende Bachelorarbeit Referendum Volksentscheid Chicago Boys Verfassung Plebiszit Putsch Chilenisch chilenische Mapuche Anden Kolonisierung 20. Jh Transformation Regimetransformation Demokratisierung Propaganda Repression Unterdrückung Folter Mord Unidad Popular UP Augusto Pinochet Salvador Allende Neoliberalismus neoliberal Wirtschaft Inflation Santiago de Chile Valparaiso Konstitution
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Patrick Ubik (Auteur), 2018, Der chilenische Volksentscheid (1988). Alternativen und Risiken der gemäßigten Regimetransformation in Chile, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453974
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Extrait de  61  pages
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