Kann der Sportunterricht wirklich so organisiert werden, dass stärkere und schwächere Schülerinnen und Schüler gleichermaßen gefordert und vor allem gefördert werden? Diesem Thema soll sich diese Arbeit auf den folgenden Seiten widmen. Es stellt sich zu Beginn die Frage, ob es in einem Fach wie Sport überhaupt möglich ist die Begabungen eines jeden Schülers zu entdecken, zu fördern und optimal zu entwickeln. Weitaus wichtiger erscheint jedoch die Frage, wie dies im Unterricht konkret umgesetzt werden kann.
Zur Beantwortung dieser Fragestellung wird zuerst der Begriff „inklusive Begabungsförderung“ definiert und mit dem Fach Sport in Verbindung gesetzt. Hierbei soll vor allem die auftretende Problematik für die Sportlehrkraft herausgestellt werden, bevor anschließend curriculare Vorgaben und die theoretischen Umsetzungsstrategien für Begabungsförderung im Sportunterricht vorgestellt werden sollen. Im dritten Kapitel der Arbeit soll ein exemplarischer Unterrichtsentwurf Aufschluss darüber geben, wie inklusive Begabungsförderung tatsächlich in der Unterrichtspraxis umgesetzt werden kann. Eine entwickelte Unterrichtsstunde zum Thema Gleichgewichtsförderung soll Möglichkeiten der inklusiven Begabungsförderung aufzeigen. Abschließend finden sich im letzten Kapitel ein zusammenfassendes Fazit und ein zukunftsorientierter Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was versteht man unter inklusiver Begabungsförderung?
2.1. Definition
2.2 . Inklusive Begabungsförderung im Sportunterricht
2.2.1 Auftretende Problematik
2.2.2 Curriculare Vorgaben
2.2.3 Umsetzung im Schulalltag
3. Begabungsförderung in einer konkreten Schulstunde - Großer Unterrichtsentwurf
3.1. Rahmenbedingungen der Stunde
3.2. Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
3.3. Didaktische Überlegungen
3.4. Methodische Überlegungen
3.5. Sachanalyse
3.6. Lernziele
3.7. Tabellarischer Stundenverlaufsplan
3.8. Positive und negative Aspekte inklusiver Begabungsförderung im vorliegenden Unterrichtsbeispiel – abschließende Einschätzung
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie inklusive Begabungsförderung im Sportunterricht der Regelschule erfolgreich umgesetzt werden kann, wobei der Fokus auf dem Erkennen, Entfalten und Sichtbarmachen individueller Fähigkeiten liegt, um Inklusion und Leistungsförderung zu vereinen.
- Grundlagen der inklusiven Begabungsförderung im Sport
- Herausforderungen der Heterogenität im Sportunterricht
- Konzeption eines exemplarischen Unterrichtsentwurfs
- Förderung von Selbstkompetenz und Selbstwirksamkeit
- Strategien zur Differenzierung und Kooperation
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Auftretende Problematik
Neben „zentralen Dimensionen von Heterogenität“ (Neuber 2015, S. 253) (z.B. Alter, Geschlecht oder familiäre Herkunft) stellt der Sportunterricht die Lehrkraft vor allem im Hinblick auf die körperlichen Dimensionen der SuS vor eine große Aufgabe. Zu den körperlichen Dimensionen zählen die sportliche Motivation, das sportliche Leistungsniveau und der Bewegungsstatus der SuS (vgl. ebd.). Die Körperlichkeit des Sportunterrichts und die damit verbundenen Erlebnisse und neuen Erfahrungen können zwar einerseits das Selbstvertrauen und das Körpergefühl der SuS stärken, können aber andererseits auch als eines der Hauptprobleme des Schulsports angesehen werden. Neuber (2015) weist in diesem Kontext auf SuS hin, deren „Nicht Können […] von allen gesehen“ (ebd.) wird und sich dementsprechend negativ auf das Selbstgefühl und die Persönlichkeit des Schülers auswirken kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen und Chancen der Begabungsförderung im inklusiven deutschen Schulsystem mit Fokus auf das Fach Sport.
2. Was versteht man unter inklusiver Begabungsförderung?: Dieses Kapitel legt den theoretischen Rahmen dar, definiert inklusive Begabungsförderung und beleuchtet die Problematiken sowie curricularen Vorgaben im Sportunterricht.
3. Begabungsförderung in einer konkreten Schulstunde - Großer Unterrichtsentwurf: Hier wird ein fiktiver Unterrichtsentwurf zur Gleichgewichtsförderung detailliert geplant, um die theoretischen Aspekte in die Praxis zu übertragen.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass inklusive Begabungsförderung durch gezielte Differenzierung möglich ist und fordert eine Sensibilisierung aller Lehrkräfte für dieses Thema.
Schlüsselwörter
Inklusion, Begabungsförderung, Sportunterricht, Heterogenität, Differenzierung, Selbstkompetenz, Selbstwirksamkeit, Schulsport, Unterrichtsentwurf, Gleichgewichtsförderung, Individuelle Förderung, Körperwahrnehmung, Kooperation, soziale Kompetenz, Sportdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie inklusive Begabungsförderung im Sportunterricht an Regelschulen erfolgreich gestaltet werden kann, um alle Schülerinnen und Schüler zu fordern und zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind der theoretische Begriff der inklusiven Begabungsförderung, die Umsetzung im Sportunterricht, der Umgang mit Heterogenität sowie die praktische Veranschaulichung durch einen Unterrichtsentwurf.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie individuelle Fähigkeiten von Kindern trotz unterschiedlicher Voraussetzungen im Sportunterricht erkannt, entfaltet und sichtbar gemacht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller sportdidaktischer Literatur und der Erstellung eines exemplarischen Unterrichtsentwurfs als praktisches Anwendungsbeispiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Problemanalyse für Lehrkräfte und einen konkreten, fiktiven Unterrichtsentwurf zum Thema Gleichgewichtsförderung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Begabungsförderung, Sportunterricht, Differenzierung, Selbstwirksamkeit und soziale Kompetenz.
Warum ist das "Roboter und Steuermann"-Spiel für die Stunde gewählt worden?
Das Spiel fördert die Kommunikation, Kooperation und das Vertrauen zwischen den Schülern und lässt sich durch verschiedene Schwierigkeitsgrade ideal an individuelle Fähigkeiten anpassen.
Welche Rolle spielen die Stationskarten bei der praktischen Umsetzung?
Die Karten ermöglichen es den Schülern, Aufgaben selbstständig zu erschließen und zu variieren, was die Eigenverantwortung stärkt und die Lehrkraft entlastet.
Warum ist die Abkehr vom Leistungsvergleich im Sportunterricht so wichtig für die Inklusion?
Ständiger Vergleich kann leistungsschwächere Schüler demotivieren und bloßstellen, während der Inklusionsgedanke den Fokus auf individuelle Fortschritte und kooperative Erlebnisse legt.
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- Felix Reisch (Author), 2018, Inklusive Begabungsförderung im Sportunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454139