Was passiert im Mathematikunterricht? Viele Lehrkräfte und Schülerinnen wie Schüler sehen sich oft vor einem Problem im Mathematikunterricht: Die Sprachenvielfalt ist ein großer Bestandteil dieses Faches. Mathematik stellt hohe sprachliche Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler: Lernende sollen viele Sprachen verstehen, sprechen und schreiben können und dies sollte ihnen auch bewusst sein. Nicht nur Schülerinnen und Schüler mit einem Migrationshintergrund, die dementsprechend mit mehreren Sprachen aufgewachsen sind, haben Schwierigkeiten im Mathematikunterricht voran zu kommen, sondern auch all die anderen Schülerinnen und Schüler. Denn es geht um den Umgang mit der Alltags-, Bildungs-, und Fachsprache in dem vermeintlich spracharmen Fach. Dies stellt viele Probleme für Schülerinnen und Schüler dar. Wann wird die Fachsprache von ihnen, aber auch von der Lehrkraft verwendet? Wie sieht es in einem richtigen Mathematikunterricht aus? Mit Hilfe dieser Fragen wurde im Rahmen des Praxissemester für das Studienprojekt der Fokus auf die Fachsprache der Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht gestellt.
Zu Beginn dieses Studienprojekts wird die Theorie zu diesem Thema kurz angeschnitten. Im weiteren Verlauf werden Unterrichtsbeobachtungen mit der Beobachtungsfrage: „Wann wird die Fachsprache von Schülerinnen und Schüler verwendet“ aufgeführt. In den folgenden Beobachtungsbögen wurden Notizen von der Praxissemesterstudentin gemacht. Abschließend werden die Ergebnisse formuliert und ein mögliches Fazit gezogen. Zu beachten ist, dass die Unterrichtsbeobachtungen in fünf Klassen durchgeführt wurden. In diesem Projekt werden zwei von ihnen aufgeführt, die sich stark herauskristallisiert haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Vielfalt der Sprachen
2.1 Alltags-, Bildungs- und Fachsprache
2.1.1 Alltagssprache
2.1.2 Bildungssprache
2.1.3 Fachsprache
2.2 Überblickstabelle der Sprachen
2.3 Beispiel
3. Konflikt zwischen Alltags-, und Fachsprache
4. Beobachtungsstudie
4.1 Beobachtung 7.Klasse
4.2 Beobachtung: 9. Klasse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen beim Umgang mit Alltags-, Bildungs- und Fachsprache im Mathematikunterricht und analysiert, inwieweit Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, fachsprachliche Begriffe aktiv in verschiedenen Unterrichtssituationen anzuwenden.
- Abgrenzung und Definition von Alltags-, Bildungs- und Fachsprache
- Bedeutung der Sprache als Voraussetzung für mathematische Konzepte
- Analyse von Mehrdeutigkeiten zwischen Alltags- und Fachsprache
- Empirische Untersuchung der Sprachverwendung in zwei unterschiedlichen Schulklassen
- Einfluss von Lernklima und Lehrkraft auf die Förderung der Fachsprache
Auszug aus dem Buch
3. Konflikt zwischen Alltags-, und Fachsprache
Für den Prozess des Mathematisierens muss die mathematische Fachsprache beherrscht werden. Dazu gehören Fachbegriffe (z.B. Addition, Diagramm, subtrahieren, Stellentafel, gerade Zahl, orthogonal, etc.). Das Erlernen von Fachbegriffen ist immer mit der Bildung mentaler Modelle verbunden. Das Verstehen dieser fachsprachlichen Bezeichnungen wird oft dadurch erschwert, dass viele Begriffe aus der Alltagssprache entlehnt sind und im mathematischen Kontext andere oder abgewandelte Bedeutungen haben.
Diese Mehrdeutigkeiten werden am Beispiel des Begriffes Seite erklärt: Im Gegensatz zur mathematischen Definition wird dieser Begriff umgangssprachlich mehrfach verwendet: Eine „Buchseite“ ist mathematisch betrachtet eine Fläche. Eine „Internetseite“ ist eine virtuelle Fläche. „Auf der anderen Seite“ bedeutet gegenüber oder abstrakt hingegen. „Zeig dich von deiner besten Seite“ bedeutet: Mach einen guten Eindruck. Scheinbar bekannte Wörter werden somit nicht verstanden, wenn die fachsprachsprachliche Bedeutung nicht im Kontext vermittelt wird (vgl ebd.)
So sieht man, dass oft selbe Wörter in der Fachsprache eine andere Bedeutung haben als in der Alltagssprache. Dies ist nicht jeder Schülerin oder jedem Schüler bewusst. Das Abgrenzen der Bedeutungen fällt ihnen schwer. Dies stellt somit auch ein Problem im Lernerfolg dar. Werden die mathematischen Begriffe anders gedeutet, so wird die bestimmte Aufgabenstellung oder auch der mathematische Aufgabentext nicht für die Schülerin oder dem Schüler verständlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die sprachliche Komplexität des Mathematikunterrichts und stellt die Beobachtungsfrage nach der Verwendung der Fachsprache durch Schülerinnen und Schüler.
2. Die Vielfalt der Sprachen: Dieses Kapitel definiert die drei Sprachebenen Alltagssprache, Bildungssprache sowie Fachsprache und setzt diese in den Kontext mathematischer Lernprozesse.
3. Konflikt zwischen Alltags-, und Fachsprache: Hier wird die Problematik der Mehrdeutigkeit von Begriffen erläutert, die im Alltag und in der Mathematik unterschiedlich verwendet werden.
4. Beobachtungsstudie: In zwei Fallbeispielen wird das tatsächliche Sprachverhalten von Schülern in unterschiedlichen Klassenkontexten analysiert und die Rolle der Lehrkraft untersucht.
5. Fazit: Das Kapitel fasst zusammen, dass die Alltagssprache als Fundament der Fachsprache fungiert und eine erfolgreiche Fachsprachvermittlung stark vom Lernklima abhängt.
Schlüsselwörter
Mathematikunterricht, Fachsprache, Alltagssprache, Bildungssprache, Sprachkompetenz, Begriffsbildung, Lernklima, Beobachtungsstudie, Fachbegriffe, Sprachförderung, Kommunikation, Unterrichtsanalyse, Mehrdeutigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Anwendung der mathematischen Fachsprache im Unterricht und der Herausforderung, die dieser für Schülerinnen und Schüler darstellt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die Definition und Abgrenzung verschiedener Sprachebenen (Alltags-, Bildungs-, Fachsprache) sowie deren Konfliktpotenzial im Mathematikunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, in welchen Situationen Schülerinnen und Schüler Fachsprache verwenden und welche Rolle die Lehrkraft bei der Förderung dieser Sprachkompetenz spielt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Methode der Unterrichtsbeobachtung durch eine Praxissemesterstudentin in verschiedenen Schulklassen sowie ergänzende Interviews mit Lehrkräften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Sprachebenen und eine praxisnahe Beobachtungsanalyse zweier unterschiedlicher Klassen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Fachsprache, Sprachförderung, Mathematiklernen, Unterrichtsbeobachtung und Sprachkompetenz.
Warum fällt Schülern der Wechsel in die Fachsprache oft schwer?
Oftmals sind die Fachbegriffe bereits aus dem Alltag bekannt, besitzen dort aber eine andere Bedeutung, was zu einer kognitiven Überlagerung führt.
Welche Unterschiede zeigen sich zwischen der 7. und der 9. Klasse?
Während in der 7. Klasse durch ein strukturiertes Vorgehen Ansätze der Fachsprachförderung erkennbar waren, herrschte in der 9. Klasse ein solches Chaos, dass keine Fachsprache angewendet wurde.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei der Fachsprachenförderung?
Die Lehrkraft ist maßgeblich, da sie Begriffe explizit korrigieren und eine Umgebung schaffen muss, in der Fachsprache gezielt genutzt wird.
Ist das "Begriffsheft" ein effektives Mittel?
Ja, das Notieren neuer Begriffe in einem Heft fördert laut Beobachtung die Sprachkompetenz, sofern die Klasse diszipliniert genug ist, diese Technik anzuwenden.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2018, Der Umgang mit Fachsprache im Mathematikunterricht. Eine Beobachtungsanalyse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454162