Die Frage, ob Heini und Algin als Schriftsteller gescheitert sind, und wie sie vom jeweils anderen denken, wird im nachfolgenden Kapitel mit zwei Analysen und einem darauf folgenden Vergleich beantwortet. Definiert man Scheitern wie im Duden, mit dem Verfehlen seines angestrebten Zieles oder der Erfolglosigkeit , so muss zwangsläufig auch geklärt werden, welche Ziele die beiden verfolgen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Vergleich der beiden Schriftsteller Heini und Algin
Heini
Algin Moder
Vergleich
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Schriftstellern und Journalisten während der Zeit des Nationalsozialismus anhand des Romans "Nach Mitternacht" von Irmgard Keun. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Charaktere Heini und Algin sowie die Beantwortung der Forschungsfrage, inwieweit diese Figuren als Schriftsteller in ihrem jeweiligen Handeln gescheitert sind.
- Darstellung der Lebensbedingungen für Intellektuelle im Nationalsozialismus.
- Gegenüberstellung der unterschiedlichen Anpassungs- und Widerstandsstrategien.
- Analyse des Scheiterns als existenzielle und künstlerische Kategorie.
- Untersuchung von Parallelen zwischen den Romanfiguren und der Autorin Irmgard Keun.
- Reflektion über die Rolle von Exil und innerer Emigration.
Auszug aus dem Buch
Vergleich der beiden Schriftsteller Heini und Algin
Die Handlung in ,Nach Mitternacht‘ dreht sich vor allem um die beiden Schriftsteller Heini und Algin und deren Wandlung in ihrem Schriftstellerdasein. Die beiden stehen dabei im Gegensatz zueinander. Der Eine nimmt alles in Kauf, um seine Überzeugungen an die Menschen weiterzugeben, der Andere gibt seine Einstellung auf, um seinen Wohlstand und sein Ansehen nicht zu verlieren.
Heini
Der ehemalige Journalist Heini schreibt laut Sanna, der Ich-Erzählerin, gar nicht mehr, und das aus politischen Gründen. Deshalb hat er kein Einkommen mehr und ist vollkommen abhängig von dem Geld, das ihm seine Zuhörer und Freunde geben. Er nimmt lieber „materielle Verelendung in Kauf“, statt sich dem Willen der Nationalsozialisten zu beugen und sich der Blut- und Bodendichtung zu widmen. Seiner Meinung nach sind Schriftsteller dazu da, um zu kritisieren und dürfen keine Angst haben, denn „[e]in Schriftsteller, der Angst hat, ist kein Schriftsteller.“ Da Heini nicht mehr veröffentlichen darf, übt er diese Kritik mündlich im kleinen Kreise seiner Freunde und Bewunderer aus.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Situation von Schriftstellern im Nationalsozialismus ein und definiert die zentrale Forschungsfrage zum Scheitern der Protagonisten Heini und Algin.
Vergleich der beiden Schriftsteller Heini und Algin: In diesem Kapitel werden die konträren Lebenswege der beiden Hauptfiguren dargestellt und ihr jeweiliger Umgang mit dem Druck des NS-Regimes analysiert.
Heini: Der Abschnitt beleuchtet Heinis kompromisslose Haltung, seine kritische Einstellung gegenüber dem System und sein letztendliches Scheitern, das in den Freitod führt.
Algin Moder: Dieses Kapitel beschreibt den Anpassungsprozess von Algin Moder an die nationalsozialistische Kulturpolitik, motiviert durch das Streben nach Prestige und materiellem Wohlstand.
Vergleich: Hier werden Heinis ethische Unnachgiebigkeit und Algins opportunistische Anpassung direkt gegenübergestellt, um ihre unterschiedlichen Arten des Scheiterns hervorzuheben.
Fazit: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass beide Figuren – wenn auch auf unterschiedliche Weise – an den politischen Umständen und ihren persönlichen Zielsetzungen gescheitert sind.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Irmgard Keun, Nach Mitternacht, Schriftsteller, Journalismus, Blut- und Bodendichtung, Exilliteratur, Anpassung, Widerstand, Scheitern, Heini, Algin Moder, innere Emigration, literarische Kritik, Diktatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Situation von Schriftstellern im Nationalsozialismus anhand von Irmgard Keuns Roman "Nach Mitternacht".
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen den Gegensatz zwischen künstlerischer Integrität und opportunistischer Anpassung unter totalitären Bedingungen sowie die Auswirkungen des NS-Regimes auf die Literatur.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Frage zu klären, ob die Charaktere Heini und Algin in ihrem Bestreben als Schriftsteller gescheitert sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse und einen vergleichenden Ansatz (Komparatistik), um die Charaktere und deren Handlungsweisen zu kontrastieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Charakterisierung von Heini und Algin Moder sowie dem direkten Vergleich ihrer Strategien im Umgang mit dem nationalsozialistischen Druck.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, literarisches Scheitern, Exilliteratur, innere Emigration und das Werk von Irmgard Keun.
Warum wird Heini als Beispiel für einen "gescheiterten" Schriftsteller angeführt?
Heini scheitert, weil seine mündliche Kritik wirkungslos bleibt und er schließlich aus Resignation über das Fehlen von Widerstandsmöglichkeiten in den Freitod geht.
Inwiefern unterscheidet sich Algin Moders Verhalten von dem Heinis?
Algin wählt den Weg der Anpassung und schreibt im Sinne der NS-Ideologie ("Blut- und Bodendichtung"), um seinen Lebensstandard und gesellschaftlichen Status zu bewahren.
- Citation du texte
- Lena Hans (Auteur), 2016, Schriftsteller und Journalisten im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454624