Im Zentrum der Hausarbeit steht das PR-Konzept der Verständigungsorientierten Öffentlichkeitsarbeit von Roland Burkart.
Am 30. Oktober 2008 schloss der 286 ha große Berliner Flughafen Tempelhof und wird von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nunmehr als Projekt „Tempelhofer Freiheit“ bezeichnet. Bürgerinitiativen sind jedoch gegen das Projekt der Nachnutzungspläne. Auf diese Weise entstand ein Interessenkonflikt, den es mithilfe der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere mit einem PR-Konzept, zu lösen gilt.
Eingangs wird die Verständigungsorientierte Öffentlichkeitsarbeit (VÖA) zunächst in die Perspektive der PR eingeordnet. Um das Konzept der VÖA besser zu verstehen, soll als nächstes geklärt werden, warum überhaupt ein solcher auf gegenseitiger Verständigung beruhender PR-Ansatz notwendig sein kann. Bevor schließlich das Konzept der Verständigungsorientierten Öffentlichkeitsarbeit von Roland Burkart vorgestellt werden kann, wird die Theorie des kommunikativen Handels von Habermas erläutert. Schließlich erfolgt die praktische Anwendung auf das Projekt „Tempelhofer Freiheit“ mithilfe der PR-Evaluation.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einordnung des Konzeptes der VÖA in die Perspektiven der PR
3. Erfordernis des verständigungsorientierten Ansatzes
4. Die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas
5. Das Modell der verständigungsorientierten Öffentlichkeitsarbeit von Roland Burkarts
6. Praktische Umsetzung in das Projekt „Tempelhofer Freiheit“ mithilfe der PR-Evaluation
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das theoretische Konzept der Verständigungsorientierten Öffentlichkeitsarbeit (VÖA) nach Roland Burkart in der praktischen PR-Arbeit angewendet werden kann, um komplexe Interessenkonflikte am Beispiel des Projekts „Tempelhofer Freiheit“ zu analysieren und zu lösen.
- Theoretische Einordnung der Verständigungsorientierten Öffentlichkeitsarbeit in die Public Relations
- Grundlagen der Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas als Basis der VÖA
- Analyse des Modells der VÖA von Roland Burkart und dessen vierphasiger Struktur
- Untersuchung des Konfliktpotenzials im Projekt „Tempelhofer Freiheit“
- Anwendung der PR-Evaluation zur Erfolgsmessung und Qualitätsprüfung im Kontext der VÖA
Auszug aus dem Buch
4. Die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas
Die theoretische Grundlage der Verständigungsorientierten Öffentlichkeitsarbeit bildet die Theorie des kommunikativen Handelns des Philosophen Jürgen Habermas. Da das VÖA-Konzept annimmt, dass menschliche Kommunikation aus grundsätzlicher Perspektive heraus auf das Ziel wechselseitiger Verständigung hin angelegt ist, knüpft es so an die Absichten Habermas an.
In der Habermas’schen Theorie spielen die „universalen Geltungsansprüche“ eine maßgebende Rolle. Dies sind Voraussetzungen für Verständigung, die Habermas auf der Grundlage der Sprechakttheorie herleitet; wobei Verstehen und Verständigung durch kommunikatives Handeln oberstes Ziel ist. Die universalen Geltungsansprüche werden im Folgenden kurz erläutert: Die Verständlichkeit meint das wechselseitige Verstehen der Aussagen der Kommunikationspartner. Dabei ist ein zu erfüllendes Kriterium die gemeinsame Sprache (also: „verständlich“ formulieren). Die Wahrheit geht davon aus, dass die Kommunikationspartner ihr Wissen über die Inhalte teilen und Aussagen über die Wirklichkeit treffen. Die Wahrhaftigkeit dagegen meint das Vertrauen der Kommunikationspartner ineinander. Zu guter Letzt fasst die Richtigkeit auf, dass die Kommunikationspartner ihre Normen und Werte wechselseitig akzeptieren und nicht verletzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Interessenkonflikt um das Projekt „Tempelhofer Freiheit“ dar und führt in das Konzept der VÖA als Lösungsansatz ein.
2. Einordnung des Konzeptes der VÖA in die Perspektiven der PR: Dieses Kapitel verortet die VÖA als gesellschaftstheoretischen Entwurf innerhalb der verschiedenen PR-Perspektiven.
3. Erfordernis des verständigungsorientierten Ansatzes: Es wird erläutert, warum die moderne Konfliktgesellschaft einen auf gegenseitiger Verständigung basierenden PR-Ansatz notwendig macht.
4. Die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas: Die Grundlagen der Kommunikationstheorie nach Habermas, insbesondere die universalen Geltungsansprüche, werden hier detailliert dargelegt.
5. Das Modell der verständigungsorientierten Öffentlichkeitsarbeit von Roland Burkarts: Das Kapitel beschreibt das Modell von Burkart als Planungsinstrument für die Konfliktkommunikation mit Fokus auf die vier zentralen Phasen.
6. Praktische Umsetzung in das Projekt „Tempelhofer Freiheit“ mithilfe der PR-Evaluation: Hier erfolgt die Anwendung der Theorie auf das Fallbeispiel sowie die Einführung der formativen und summativen Evaluation.
Schlüsselwörter
Verständigungsorientierte Öffentlichkeitsarbeit, VÖA, Roland Burkart, Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Public Relations, Konfliktkommunikation, Tempelhofer Freiheit, Geltungsansprüche, Interessenkonflikt, PR-Evaluation, Kommunikation, Bürgerbeteiligung, Wahrhaftigkeit, Dialog.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das PR-Konzept der Verständigungsorientierten Öffentlichkeitsarbeit (VÖA) und wendet dieses theoretische Modell auf den konkreten Fall des Berliner Projekts „Tempelhofer Freiheit“ an.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die PR-Theorie, die Kommunikationstheorie von Habermas, das VÖA-Modell nach Burkart, Konfliktmanagement in der Öffentlichkeitsarbeit und Methoden der PR-Evaluation.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das VÖA-Konzept in der Praxis genutzt werden kann, um festgefahrene Interessenkonflikte zwischen Organisationen und Öffentlichkeit durch argumentative Verständigung zu lösen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine fallbezogene Anwendung der VÖA-Methodik inklusive einer differenzierten Betrachtung der PR-Evaluation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der VÖA aus der Kommunikationstheorie, die Erläuterung des Modells nach Burkart und die praktische Übertragung auf das Projekt „Tempelhofer Freiheit“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Verständigung, Public Relations, Konfliktkommunikation, Geltungsansprüche und Evaluation.
Warum spielt die Theorie von Jürgen Habermas eine so wichtige Rolle für das VÖA-Modell?
Habermas liefert mit seiner Theorie des kommunikativen Handelns die philosophische Basis, da er postuliert, dass menschliche Kommunikation primär auf wechselseitiges Verstehen ausgerichtet ist.
Wie definiert Burkart die Phasen des VÖA-Modells im Kontext der Konfliktlösung?
Das Modell umfasst die Informations-, Diskussions- und Diskursphase sowie die Situationsdefinition, um Wissen zu vermitteln, Argumente auszutauschen und schließlich ein dauerhaftes Einverständnis zu erzielen.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2014, Das Projekt "Tempelhofer Freiheit" und die verständigungsorientierte Öffentlichkeitsarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454672