WhatsApp. Disruptive Technologie der klassischen SMS?


Hausarbeit, 2012

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Definition
3.1 Die klassische SMS
3.2 WhatsApp Messenger
3.3 Disruptive Technologien

4 Unternehmensanalyse von WhatsApp Inc
4.1 Finanzierung und Werbung
4.2 Gefahren und Sicherheit
4.2.1 Interview

5 Perspektiven der Entwicklung
5.1 Fakten und Statistiken
5.2 Funktionen im Vergleich
5.3 Entwicklung in der Zukunft

6 Fazit

7 Verzeichnis
7.1 Abbildungs- und Statistikenverzeichnis
7.2 Quellenverzeichnis
7.3 Anhang: Interview mit

2 Einleitung

Im Zeitalter der mobilen Kommunikation haben Mobiltelefone einen wichtigen Platz in der Gesellschaft eingenommen. Rund 50 Millionen Deutsche, demnach 2/3 der Deutschen, besitzen heutzutage ein Mobiltelefon1 - Tendenz steigend. Längst werden Mobiltelefone nicht mehr nur zum Telefonieren verwendet. Die Mobiltelefone werden als Terminplaner, Wecker und zum Fotografieren und verschicken komplexer Bilder verwendet. Besonders beliebt ist auch der Versand von Kurzmitteilungen. Ob bei Gewinnspielen, Televotings, Infodiensten, ob im Beruf oder Privat, aus der multimedialen Gesellschaft sind SMS (Short Message Service) kaum mehr wegzudenken.

Doch unlängst sucht man billigere und praktischere Möglichkeiten eine Kurzmitteilung zu versenden. Vor ein paar Jahren noch völlig unbekannt, hat eine SMS-Alternative WhatsApp in kürzester Zeit Kultstatus bei den Smartphone Nutzern erreicht und ist mittlerweile weltbekannt. Die Nutzung des Messengers wird immer populärer. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt nutzen die App Tag für Tag, manche ununterbrochen, andere weniger oft und einige selten. Doch die wenigsten denken darüber nach, was für Folgen und Auswirkungen ihre Nutzung haben kann. Bereits in der Vergangenheit waren immer wieder schwere Sicherheitslücken bei dem Nachrichtendienst aufgedeckt worden und auch in letzter Zeit sind viele Schlagzeilen über WhatsApp in den Medien zu verfolgen – die Meldungen sind zumeist negativer Natur.

In der vorliegenden Arbeit soll die Frage geklärt werden, ob und inwiefern der WhatsApp Messenger aufgrund der gegebenen Umstände und der temporären Probleme als eine disruptive Technologie fungiert und somit eine potenzielle Gefahr für die Nutzung der SMS darstellt.

Mithilfe verschiedener Leitfragen wird versucht, den Umgang mit WhatsApp auf den Grund zu gehen und genauer zu betrachten. Zentrale Punkte der Hausarbeit sind einerseits die Häufigkeit der Nutzung, das heißt herauszufinden wie oft, warum und wie viele Menschen WhatsApp nutzen und daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, ob und inwiefern WhatsApp eine Disruptive Technologie gegenüber der SMS sein kann.

Die Tatsache, dass WhatsApp sehr modern und ein erst seit einigen Jahren wachsendes Medium ist, hat zur Folge, dass die Literatur noch recht überschaubar ist. Es liegt erst wenig Fachliteratur vor, daher ist beinahe der gesamte Forschungsstand im Internet angesiedelt. Folglich ist dieses Thema dynamisch undspannend für die Zukunft. Die Nutzung von WhatsApp kann möglicherweise in der Zukunft zunehmen und damit verbunden ist ebenfalls der Einfluss der Applikation auf die Nutzung der SMS.

3 Definition

Im Folgenden Kapitel werden zunächst die Begriffe disruptive Innovation, SMS und WhatsApp definiert, um anschließend eine Unternehmensanalyse von WhatsApp Inc. durchführen zu können und die Entwicklung zu betrachten. Dieses Kapitel dient als Grundlage:

3.1 Die klassische SMS

SMS, die Abkürzung für Short Message Service, ist ein Telekommunikationsdienst zur Übertragung von Textnachrichten, die meist Kurzmitteilungen oder ebenfalls SMS genannt werden.

Seit 1984 gab es erste Ideen zur Errichtung eines Textnachrichtendienstes bei den europäischen Telekommunikationsgesellschaften. Die erste Version des endgültigen Standards wurde Anfang 1989 eingeführt. Der ursprüngliche Konzeptvorschlag für einen Short Message Service wurde von Friedhelm Hillebrand von der damaligen Deutschen

Bundespost erarbeitet und 1985 in die GSM-Standardisierung 2 eingebracht. Er legte beispielsweise die Länge auf 160 Zeichen fest, weil er feststellte, dass gewissermaßen alle Postkarten weniger als 160 Zeichen enthielten. Von 1990 bis 2009 wurde der SMS-Standard in dieser Gruppe unter Leitung von Kevin Holly von Cellnet und Ian Harris von Vodafone weiterentwickelt.

Am 3. Dezember 1992 schickte der Ingenieur Neil Papworth die erste Kurzmitteilung des Short Message Service (mit dem Text »Merry Christmas«) von einem PC an ein Mobiltelefon im britischen Vodafone-Netz.

Ursprünglich war der Dienst dazu gedacht, Mitteilungen über Netzstörungen oder ähnliche Informationen von den Mobilfunkbetreibern an die Nutzer zu senden. Allmählich entdeckten auch die Kunden diese Art der Kommunikation für sich. Es entwickelte sich zum größten Ertragsbringer der Netzbetreiber, da eine Kurznachricht gegenüber dem Telefongespräch einen geringeren Steuerungsaufwand aufweist.3

Das Verschicken einer SMS erfolgt über eine Zentrale, die überprüft, ob die Nachricht zugestellt werden kann oder ob der Empfänger aufgrund von Netzstörungen oder ausgeschaltetem Handy nicht in ein Mobilfunknetz eingebucht ist. Die Kurzmitteilung wird zunächst von der Zentrale gespeichert und erst dann auf das Empfänger-Handy übertragen, wenn dieses in das Mobilfunknetz eingespeist ist. Anbieterabhängig liegen die Kosten für eine Kurznachricht zwischen 6 und 20 Cent.

Kurzmitteilungen werden aus diversen Gründen verschickt. Sie sind ein wichtiges Medium, um Kurzinformationen auszutauschen und den Kontakt zu Freunden und Familie aufrechtzuerhalten, sowie die gegenseitige Vergewisserung über das jeweilige Befinden des anderen. Weiterentwicklungen des SMS existieren unter den Namen Enhanced Message Service 4, Multimedia Messaging Service 5 sowie Instant-Messaging Anwendungen, wie WhatsApp.

3.2 WhatsApp Messenger

Der WhatsApp Messenger wurde von zwei befreundeten Computer Spezialisten der Firma WhatsApp Inc. im Silicon Valley in Kalifornien entwickelt. Ihr Ziel war es eine bessere Alternative zu den SMS Nachrichten zu erfinden. Bevor sie ihre eigene Firma gründeten und sich mit dem Entwickeln des WhatsApp Messengers befassten, waren sie lange Zeit bei Yahoo! Inc. tätig.

Auf der offiziellen Homepage http://www.whatsapp.com/ wird der Dienst folgendermaßen umworben:

„Der WhatsApp Messenger ist ein plattformübergreifender mobiler Messenger, der SMS ersetzt und über den vorhandenen Datentarif Ihres Mobilfunkvertrages funktioniert. WhatsApp ist erhältlich für iPhone, BlackBerry, Android und Nokia Symbian60 Telefone. Da WhatsApp Messenger Ihren Datentarif verwendet, den Sie auch für das Abrufen von E-Mails und das Surfen im Internet verwendet, entstehen keine weiteren Kosten.“6

Der WhatsApp Messenger ist eine Instant-Messaging-Anwendung für Smartphones. Instant Messaging bzw. Nachrichtensofortversand ist eine Kommunikationsmethode, bei der sich zwei oder mehr Teilnehmer per Textnachrichten unterhalten bzw. chatten. Dabei geschieht die Übertragung im Push-Verfahren, so dass die Nachrichten unmittelbar beim Empfänger ankommen.

Eine Voraussetzung ist, dass Freunde, Teilnehmer und potentielle Kommunikationspartner ebenfalls WhatsApp installiert haben müssen und über ein Netzwerk wie das Internet direkt verbunden sind. WhatsApp lässt sich auf der Homepage von WhatsApp herunterladen oder auch direkt über das eigene Smartphone wie zum Beispiel für das iPhone im App Store von Apple. Zur Registrierung muss die eigene Handynummer angegeben werden und kurz darauf erhält man einen Registrierungscode. Danach ist die Registrierung abgeschlossen und man kann mit dem Versenden von Nachrichten beginnen. WhatsApp verlangt den Zugriff auf die Kontakte und synchronisiert diese mit den Informationen des Dienstes, so dass der Benutzer kein separates Adressbuch führen muss.

Der Messenger ist für mehrere Betriebssysteme erhältlich: Es ist für Apple iOS, Android, BlackBerry OS, Symbian, Windows Phone 7, Windows Phone 8 und Meego verfügbar.

[Abb. aus urheberschutzrechtlichen Gründen entfernt]

Abbildung 1: WhatsApp Messenger Symbol

3.3 Disruptive Technologien

Die Entwicklung der modernen Zivilisation erlaubt dem Menschen, das eigene Umfeld zu gestalten und kontinuierlich zu verbessern. Die Erkenntnis, dass ein Stein mehr als ein einfaches Wurfobjekt darstellt, kann als erste nennenswerte Innovation der Menschheit gesehen werden. Auch weit über 800.000 Jahre später bestimmen Innovationen den Alltag.

Der Begriff disruptive Technologien wurde von Clayton M. Christensen7 in seinem Artikel ‚Disruptive Technologies: Catching the Wave‘ (1995) definiert. In dieser Arbeit entwickelt er sowohl eine Theorie über die disruptiven Innovationen, als auch Grundlagen und unterschiedlichste Merkmale von Innovationen.

Eine disruptive Technologie ist eine Innovation, die eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig oder teilweise verdrängt. Die disruptive Innovation ist ein Synonym für die disruptive Technologie.

Diese Technologien sind bei der Markteinführung gegenüber den etablierten Produkten unterlegen, da die Produktleistung als schlechter beurteilt wird. Parallel bieten sie jedoch modernere und andersartige Leistungsmerkmale gegenüber bestehenden Produkten , was speziellen Kundengruppen zu Gunsten kommt. Produkte, die auf einer disruptiven Technologie basieren, sind typischerweise günstiger, einfacher zu handhaben und häufig komfortabler zu nutzen8. Sie können im Zeitverlauf ein starkes Wachstum aufweisen und vorhandene Märkte bzw. Produkte und Dienstleistungen teilweise oder komplett verdrängen. Sowohl die Ansprüche der Kunden im Markt, als auch die Qualität der angebotenen Produkte erhöhen sich im Zeitablauf.

Welche moderne und andersartige Leistungsmerkmale WhatsApp gegenüber der klassischen SMS aufweist und ob der Messenger somit eine disruptive Technologie verkörpert, wird im Kapitel 5 erörtert.

4 Unternehmensanalyse von WhatsApp Inc.

Das Kapitel 4 behandelt die genaue Unternehmensanalyse von WhatsApp Inc. in Bezug auf die zwei Geschäftsfelder Finanzierung/Werbung und Gefahren/ Sicherheit. Letzteres wird mithilfe von aktuellen Problemen ausführlicher behandelt. Mithilfe eines Interviews sollen Gefahren geklärt werden.

[...]


1 Quelle: 2012: E-Plus: Mobilfunknutzung und Nutzungsabsichten, Seite 3

2 Abkürzung für ‚Global System for Mobile Communications‘, ist ein Standard für Mobilfunknetze, der hauptsächlich für Telefonie, Datenübertragung sowie Kurzmitteilungen (Short Messages) genutzt wird.

3 Teil der Studie von Schlobinski / Fortmann / Groß / Hogg / Horstmann / Theel (2001): Die befragten Jugendlichen führten an, dass das Verschicken von Kurzmitteilungen billiger wäre als zu telefonieren und eine SMS schneller als ein Brief sei.

4 Enhanced Message Service (Erweiterter Nachrichtenservice) oder EMS ist ein Dienst für die Kommunikation zwischen Mobiltelefonen und nutzt die normale Infrastruktur des SMS, ist aber zusätzlich noch in der Lage, Bilder und Töne mitzusenden.

5 Der Multimedia Messaging Service (MMS) bietet die Möglichkeit, mit einem Mobiltelefon multimediale Nachrichten an andere mobile Endgeräte zu senden.

6 WhatsApp FAQ (2011)

7 Clayton M. Christensen (geb. 1952) ist Professor für Business Administration an der Harvard Universität. Außerdem ist er ein angesehener Autor von 7 wissenschaftlichen Büchern und einigen New York Times Bestsellern.

8 Vgl. Christensen (2007)

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
WhatsApp. Disruptive Technologie der klassischen SMS?
Hochschule
Mediadesign Hochschule für Design und Informatik GmbH Berlin
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V454679
ISBN (eBook)
9783346076342
ISBN (Buch)
9783346076359
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Whatsapp, Medienökonomie, SMS
Arbeit zitieren
Else Kunze (Autor:in), 2012, WhatsApp. Disruptive Technologie der klassischen SMS?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454679

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