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Selbsterfüllende Prophezeiung im Schulwesen. Der Zusammenhang von Erwartungen, Leistungen und Bewertungen

Titre: Selbsterfüllende Prophezeiung im Schulwesen. Der Zusammenhang von Erwartungen, Leistungen und Bewertungen

Dossier / Travail , 2018 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Katja Heinig (Auteur)

Pédagogie - Sociologie pédagogique
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Der Bildungserfolg von Schülern im Schulwesen ist abhängig von vielen unterschiedlichen Merkmalen. Durch die PISA-Studien und die IGLU-Studien, welche langjährlich die Schulleistungen von Kindern untersuchten, konnten wesentliche Faktoren erkannt werden, die auf die Leistung in der Schule Einfluss haben. Soziale Einflussfaktoren sind zum Beispiel die soziale Herkunft, der Migrationshintergrund und das Geschlecht. Ebenfalls wirkt der Lehrplan, die Lehrperson, die Art der Schule und der Unterricht sich auf den Lernerfolg des einzelnen Schülers aus. Das Modell der self-fulfilling prophecy, welches von Robert Merton 1948 ausgearbeitet wurde, wurde empirisch von ihm benutzt, um Vorurteile und die damit entstehenden Zuschreibungen des Handelns zusammenhängend zu untersuchen. Ein Beispiel ist das Vorurteil, dass Afroamerikaner Streikbrecher sind und somit nicht in die Gewerkschaft eintreten dürfen. Die Konsequenz ist, dass sie deshalb Streikbrecher wurden, weil sie sich nicht organisieren konnten. Mitunter die Zuschreibung von unerwünschten Eigenschaften aufgrund von Vorurteilen kann dazu führen, dass genau diese negativen Eigenschaften angenommen werden.

Die Annahme in Bezug auf die Leistung in der Schule ist, dass Kinder mit sozial schlechten Merkmalen, wie ein armes Elternhaus oder mit Migrationshintergrund, durch Vorurteile und geringere Erwartungen beeinflusst werden. Der zentrale Aspekt dieser Arbeit soll jedoch die Selbsterfüllende Prophezeiung von Robert King Merton im Zusammenhang des Lernerfolges sein. Hierfür wird die selbsterfüllende Prophezeiung zuerst in ihren Grundlagen analysiert. Daraufhin folgen unterschiedlichste Studien, Literatur und Experimente, welche sich mit den unterbewussten Ursachen für die Leistungsunterschiede von Schülern beschäftigen. Neben dem Vorstellen von Beispielen für positive und negative Aspekte erfolgt ein Kapitel, welche sich damit beschäftigt, wie das Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung bewusst genutzt werden kann. Zum Schluss folgt eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und ein Ausblick für zukünftige Handlungsstrategien für bessere Leistungen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Selbsterfüllende Prophezeiung

2.1 Erklärung von Leistungsunterschieden nach der Hattie-Studie

2.2 Selbsterfüllende Prophezeiung im Schulwesen

2.2.1 Negative Effekte

2.2.2 Positive Effekte

2.3 Sensibilisierung

2.4 Nutzen des Effektes

III. Schlussteil

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss selbsterfüllender Prophezeiungen auf den Lernerfolg von Schülern im deutschen Schulwesen. Dabei wird analysiert, wie Erwartungshaltungen von Lehrkräften, Eltern und den Schülern selbst die schulische Leistung beeinflussen und welche Mechanismen zu einer Stabilisierung sozialer Disparitäten führen können.

  • Grundlagen der selbsterfüllenden Prophezeiung nach Robert Merton
  • Analyse von Leistungsunterschieden basierend auf der Hattie-Studie
  • Untersuchung negativer und positiver Erwartungseffekte im Klassenzimmer
  • Die Rolle der sozialen Herkunft bei der Lehrer-Schüler-Interaktion
  • Methodische Ansätze zur Sensibilisierung und Selbstbestätigung zur Leistungsförderung

Auszug aus dem Buch

2.2 Selbsterfüllende Prophezeiung im Schulwesen

Relevant für die Untersuchung der selbsterfüllenden Prophezeiung sind die Bereiche Lernenden, Lehrpersonen und somit auch der Unterricht und das Elternhaus. Insgesamt sind die Erwartungen von der Familie, von den Lehrpersonen, von den Peers, aus den Medien und von ihnen selbst essentiell. Die vielen unterschiedlichen Erwartungen beeinflussen den am stärksten wirkenden Einflussfaktor der Hattie-Studie, die Selbsteinschätzung des eigenen Leistungsniveaus (siehe Abbildung 2).

Die Selbsteinschätzung des eigenen Leistungsniveaus meint das Wissen über die bisherigen Leistungen und ihrer Erfolgschancen und dem daraus resultierenden Selbstbild. Jedoch kann diese Selbsteinschätzung einen negativen Effekt bei den Schülern haben, die sich und ihre Leistungen zu niedrig einstufen. Somit könnte es eine selbsterfüllende Prophezeiung mit sich bringen (Meraner 2013).

Wenn zum Beispiel ein Kind mit einer sozial schwachen Herkunft durch sein Äußeres Umfeld, wie den Medien mit Statistiken zu den Aufstiegschancen und der niedrigen Erwartungshaltung von Eltern sowie von Lehrern, oft negative Bildungschancen und Schulleistungen zugeschrieben wird, wird sich das Kind dem irgendwann anpassen. Durch das entstandene negative Selbstbild verliert das Kind die Motivation sich mehr anzustrengen und wird durch seine dadurch schlechteren Leistungen in seiner Annahme bestätigt. Bei Kindern mit einem gesundem Selbstbild wird eine schlechte Note als Erfahrung verbucht und sich vorgenommen nächstes Mal mehr zu lernen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Bildungserfolgs und führt in das Konzept der selbsterfüllenden Prophezeiung von Robert Merton im schulischen Kontext ein.

II. Selbsterfüllende Prophezeiung: Dieses Kapitel fundiert die theoretischen Grundlagen des Thomas-Theorems und überträgt das Phänomen auf soziale Prozesse, insbesondere im schulischen Alltag.

2.1 Erklärung von Leistungsunterschieden nach der Hattie-Studie: Hier wird anhand der Hattie-Studie untersucht, welche Faktoren – insbesondere die Lehrperson – den größten Einfluss auf den Lernerfolg haben.

2.2 Selbsterfüllende Prophezeiung im Schulwesen: Das Kapitel beleuchtet, wie Erwartungshaltungen von Lehrern und die Selbsteinschätzung von Schülern in Wechselwirkung zueinander stehen.

2.2.1 Negative Effekte: Dieser Abschnitt thematisiert die Folgen verzerrter Erwartungen gegenüber Schülern mit Migrationshintergrund und deren Auswirkungen auf den Bildungserfolg.

2.2.2 Positive Effekte: Hier wird der Rosenthal- oder Pygmalion-Effekt vorgestellt, der zeigt, wie positive Erwartungen die Leistungen von Schülern steigern können.

2.3 Sensibilisierung: Das Kapitel diskutiert, wie Lehrkräfte durch Reflexion ihres unterbewussten Verhaltens Bildungsungerechtigkeit entgegenwirken können.

2.4 Nutzen des Effektes: Dieser Abschnitt zeigt praktische Interventionsmöglichkeiten auf, wie Selbstbestätigung und positive Kommunikation zur Stärkung der Schüler eingesetzt werden können.

III. Schlussteil: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der Reflexion von Stereotypen im Lehrberuf.

Schlüsselwörter

Selbsterfüllende Prophezeiung, Thomas-Theorem, Hattie-Studie, Bildungsungleichheit, Lehrkraft, Erwartungseffekt, Selbstbild, Leistungsförderung, Rosenthal-Effekt, Migration, soziale Herkunft, Stereotype, Selbstbestätigungsintervention, Schulerfolg, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss von unbewussten Erwartungshaltungen von Lehrkräften und dem sozialen Umfeld auf die schulischen Leistungen von Kindern, basierend auf dem soziologischen Modell der selbsterfüllenden Prophezeiung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind das Thomas-Theorem, die Hattie-Studie zur Unterrichtseffektivität, die Auswirkungen von Vorurteilen gegenüber sozialen Gruppen sowie Strategien zur Förderung durch positive Interventionsansätze.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie selbsterfüllende Prophezeiungen im Schulwesen entstehen und wie dieses Wissen genutzt werden kann, um Bildungsungleichheiten zu verringern.

Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden wurden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Modelle sowie auf der Auswertung quantitativer Befunde aus der Hattie-Studie und pädagogischen Interventionsstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Untersuchung von Leistungsunterschieden durch die Hattie-Studie, die Analyse von positiven und negativen Erwartungseffekten sowie Ansätze zur Sensibilisierung und aktiven Nutzung des Effektes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind selbsterfüllende Prophezeiung, Bildungsungleichheit, Lehrererwartungen, Leistungsförderung und Selbstbild.

Welche Rolle spielt die soziale Herkunft bei der Bewertung durch Lehrer?

Die Arbeit deutet darauf hin, dass die soziale Herkunft und das Bildungsniveau der Eltern unbewusste Erwartungshaltungen der Lehrkräfte beeinflussen, was wiederum die Notengebung und das Feedback an die Schüler verzerrt.

Was genau ist die Selbstbestätigungsintervention?

Es handelt sich um eine Methode, bei der Schüler sich vor Herausforderungen ihrer persönlichen Werte und Stärken bewusst werden, um demotivierende Auswirkungen von Stereotypen abzumildern und ihr Selbstbild zu stärken.

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Résumé des informations

Titre
Selbsterfüllende Prophezeiung im Schulwesen. Der Zusammenhang von Erwartungen, Leistungen und Bewertungen
Université
University of Rostock  (Institut für Soziologie und Demographie)
Cours
Sternstunden der Soziologie
Note
1,7
Auteur
Katja Heinig (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
18
N° de catalogue
V455062
ISBN (ebook)
9783668878839
ISBN (Livre)
9783668878846
Langue
allemand
mots-clé
Selbsterfüllende Prophezeiung Schule Theorie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katja Heinig (Auteur), 2018, Selbsterfüllende Prophezeiung im Schulwesen. Der Zusammenhang von Erwartungen, Leistungen und Bewertungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455062
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