Im vorliegenden Gutachten sollen die sprachlichen Fähigkeiten eines sechsjährigen Schülers untersucht werden mit Bezugnahme auf seine kognitiven Fähigkeiten. Ziel des Gutachtens ist es, geeignete Fördermaßnahmen für eventuelle Defizite zu erarbeiten.
Schüler T. besucht seit Anfang des Schuljahres gemeinsam mit drei weiteren Kindern mit Förderbedarf die ländlich gelegene Grundschule. Der Lehrerin waren von Beginn an sprachliche Schwierigkeiten bei ihm aufgefallen, weshalb sie diese genauer abklären lassen wollte. Möglicherweise seien auch T.s kognitive Fähigkeiten weiter entwickelt, als es beim K-ABC vor einem Jahr festgestellt wurde, da dieser Intelligenztest sprachbasiert ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Untersuchungsanlass und Fragestellung
2. Anamnese
3. Diagnostische Vorgehensweise
3.1 Untersuchungsbereiche
3.2 Verwendete Methoden und Verfahren
3.2.1 SON-R 2 ½-7
3.2.2 SETK 3-5
3.2.3 DLBT
3.2.4 TROG-D
3.2.5 CFT
3.2.6 PDSS
3.2.7 KISTE
3.2.8 Systematische Beobachtung/BESK
3.2.9 VEWU
4. Ergebnisse
4.1 SON-R 2 ½ - 7
4.2 SETK 3-5
4.3 LBT/DLBT
4.4 TROG-D
4.5 CFT 1-R
4.6 PDSS
4.7 KISTE
4.8 Systematische Beobachtung/BESK
4.9 VEWU
5. Interpretation
6. Förderung
7. Reflexion
8. Literaturverzeichnis
9. Anhang
9.1 Leitfragen für das Anamnesegespräch
9.2 Diagnostisches Raster
9.3 Verlaufsskizze Fördereinheit
9.4 Material Fördereinheit
9.5 Testbögen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die sprachlichen Fähigkeiten eines inklusiv beschulten Schülers T. zu diagnostizieren, um basierend auf den Ergebnissen gezielte Fördermaßnahmen abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Über welche sprachlichen Fähigkeiten verfügt T. und wie können diese gefördert werden?“
- Diagnostik der sprachlichen Kompetenzen auf verschiedenen Ebenen (Phonetik, Lexikon, Grammatik)
- Überprüfung der kognitiven Fähigkeiten unter Berücksichtigung sprachfreier Testverfahren
- Analyse des Einflusses von Motivation und Arbeitsverhalten auf die Testleistung
- Entwicklung und Evaluation einer zielgerichteten phonologischen Fördereinheit
Auszug aus dem Buch
3.2.1 SON-R 2 ½-7
Der SON-R 2 ½-7 (Snijders-Omen Non-verbaler Intelligenztest) ist ein non-verbaler Intelligenztests für Kinder im Alter zwischen 2;6 und 8;0 Jahren. Er besteht aus 6 Untertests, von denen jeweils drei der Handlungsskala (1.Mosaike, 3.Puzzle und 6.Zeichenmuster) und drei der Denkskala (2.Kategorien, 4.Analogien und 5.Situationen) zugeordnet werden können. Dem Test liegt kein spezifisches Intelligenzmodell zugrunde, ordnet man ihn jedoch in das Modell von Cattell ein, so erkennt man, dass der SON-R 2 ½-7 vorwiegend die fluide Intelligenz testet (Tellegen/Laros/Petermann, 2007, S. 13). Fluide Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, sich neuen Situationen anzupassen, sowie neuartige Probleme zu lösen, ohne das hierfür erlerntes Wissen genutzt werden muss (vgl. Holling/Preckel/Vock, 2004, S.34).
Die Reliabilität der Subtests liegt im Durchschnitt bei .70, in der Handlungsskala jedoch bei .84, in der Denkskala bei .83 und für den Gesamt-IQ bei .90 (Tellegen/Laros/Petermann, 2007, S. 38f). Im Vergleich zum Kaufmann Assessment Battery for Children-2 (K-ABC Ⅱ) oder zum Wechsler Preschool and Primary Scale of Intelligence Ⅲ (WPPSI-Ⅲ) sind diese Durchschnittswerte niedriger, vor allem im Bereich der einzelnen Subtests, allerdings erfasst der SON-R nonverbal einen breiter gefächerten Überblick der kognitiven Fähigkeiten, weshalb dieser den Obengenannten gegenüber bevorzugt wurde (ebd., 2007, S. 14). Die prognostische Validität ist in den Subtests eher mittelmäßig (r=.32 - r=.59), jedoch korrelieren die Skalenwerte hoch miteinander, woraus geschlossen werden kann, dass die Leistungen, die die Gesamtskalen wiederspiegeln, stabil bleiben (ebd., S. 43).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Untersuchungsanlass und Fragestellung: Das Kapitel erläutert die Beweggründe für das Gutachten und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur sprachlichen Leistungsfähigkeit von T.
2. Anamnese: Hier werden biographische Daten und der bisherige Entwicklungsverlauf des Schülers dargestellt, um einen Kontext für die aktuelle Diagnose zu schaffen.
3. Diagnostische Vorgehensweise: Es werden die Untersuchungsbereiche und die eingesetzten standardisierten Testverfahren detailliert beschrieben und begründet.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Testergebnisse der durchgeführten Verfahren in quantitativer und qualitativer Form.
5. Interpretation: Die erhobenen Daten werden hier analysiert und im Hinblick auf die Fragestellung interpretiert, wobei die verschiedenen sprachlichen und kognitiven Ebenen verknüpft werden.
6. Förderung: Auf Basis der Interpretation werden konkrete Förderideen und -ziele sowie der Ablauf einer spezifischen Fördereinheit vorgestellt.
7. Reflexion: Den Abschluss bildet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Gutachtenprozess und der durchgeführten Förderung.
Schlüsselwörter
Sprachentwicklungsstörung, Diagnostik, Kognition, Sonderpädagogik, Inklusion, SON-R 2 ½-7, SETK 3-5, Phonetik, Grammatikverständnis, Förderung, auditive Merkfähigkeit, Schulerfolg, Sprachverstehen, Sprachproduktion, Dysgrammatismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Das Gutachten dient der diagnostischen Untersuchung der sprachlichen Fähigkeiten eines Schülers T. und der Ableitung darauf abgestimmter Förderkonzepte im schulischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung umfasst die Bereiche kognitive Entwicklung, Lexikon, Semantik, Grammatik sowie die phonetisch-phonologische Entwicklung unter Berücksichtigung der individuellen Motivation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, über welche sprachlichen Fähigkeiten T. verfügt und wie diese durch gezielte sonderpädagogische Förderung gestärkt werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus standardisierten Testverfahren (wie SON-R, SETK 3-5, TROG-D), informeller Beobachtung (BESK, VEWU) und Akteneinsicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die diagnostische Vorgehensweise, die detaillierte Darstellung der Testergebnisse sowie deren Interpretation im Hinblick auf die Entwicklungsbereiche des Kindes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachentwicklungsstörung, diagnostisches Raster, Förderziele, auditive Merkfähigkeit und Sprachproduktion.
Welche Rolle spielt die auditive Merkfähigkeit bei T.?
Die Ergebnisse zeigen, dass T. erhebliche Schwierigkeiten mit der auditiven Merkfähigkeit hat, was seine Sprachproduktion massiv beeinträchtigt, obwohl sein Sprachverständnis insgesamt gut ist.
Warum wurde eine spezifische Förderstunde zum Laut /k/ entwickelt?
Da T. die Laute /t/ und /k/ zwar diskriminieren, den Laut /k/ aber noch nicht korrekt im Anlaut produzieren kann, wurde eine gezielte Fördereinheit (Minimalpaartherapie) entworfen, um diesen phonologischen Schritt zu unterstützen.
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- Luise Kischel (Author), 2017, Diagnostisches Gutachten für geistige Entwicklung und Sprache eines Sechsjährigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455436