Egal wie gut und strukturiert ein Projekt geplant ist, es kann immer zu unerwarteten Ereignissen kommen, die den Projektverlauf negativ beeinflussen oder verzögern. Dabei gilt: Je komplexer das Projekt, umso vielfältiger die möglichen Risiken für den Projekterfolg.
Welche Krisen können im Projektverlauf auftreten? Wie gehen Projektmanager konstruktiv mit ihnen um? Und kann man sie überhaupt vermeiden? Diese und weitere Fragen beantwortet Doris Willmer in ihrer Publikation.
So kann das Projektmanagement Krisen mithilfe von systematischen Risikoanalysen vermeiden. Außerdem spielt die konstruktive, wertschätzende und transparente Zusammenarbeit innerhalb eines Projektes eine wichtige Rolle. Willmer verdeutlicht ihre Handlungsempfehlungen am Beispiel des EU-Förderprojektes mySmart-Life.
Aus dem Inhalt:
- Projektplanung;
- Project Management;
- Risikomanagement;
- Projektstrukturplan;
- PEST-Analyse;
- SWOT-Analyse
Inhaltsverzeichnis
1 Theoretischer Hintergrund und Rahmen
1.1 EU-Förderungsprogramm Horizon 2020:
1.2 Organisation und Aufgaben des Projektmanagement
1.3 Methoden des Projektmanagements
2 Methoden und Analysen - Empirischer Teil
2.1 Herleitung der Forschungsfragen aus den bisherigen Analysen
2.2 Ziele und Qualitätskriterien qualitativer Forschungsvorhaben
2.3 Problemzentrierte, leitfadengestützte Experteninterviews
2.4 Darstellung des Interviewleitfadens
2.5 Beschreibung der Stichprobe und der Erhebungssituation
2.6 Datenanalyse
3 Ergebnisdarstellung
3.1 Hauptkategorie 1: Allgemein – Aussagen zum Gesamtprojekt
3.2 Hauptkategorie 2: Projektvorbereitung
3.3 Hauptkategorie 3: Moment der Krise
3.4 Hauptkategorie 4: Fortführung des Projektes
3.5 Hauptkategorie 5: Resümee der InterviewpartnerInnen
4 Ergebnisdiskussion und Ableitung von Schlussfolgerungen für zukünftige Projekte
4.1 In der Projektvorbereitung
4.2 Im Projektverlauf
5 Rückblick und Ausblick
5.1 Rückblick
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht am Beispiel des EU-Förderprojektes "mySmartLife", wie Krisen im Projektverlauf entstehen, wie man konstruktiv mit ihnen umgehen kann und welche Strategien aus dem Projektmanagement helfen, solche Situationen präventiv zu vermeiden.
- Analyse der Projektvorbereitung und Risikoidentifikation
- Konstruktiver Umgang mit krisenhaften Projektverläufen
- Qualitative Experteninterviews mit Projektverantwortlichen
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für zukünftige Innovationsprojekte
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Ergebnis der Interviews zum Projekt und zum Team
Das Projekt zum derzeitigen Stand nach 20 von 60 Projektmonaten wurde sehr unterschiedlich beurteilt. Das Thema wurde in den Interviews mit einer dreistufigen Bewertung unter Zuhilfenahme von Emoticons (Abb. 3.2) eröffnet. Zwei der Interviewten urteilten positiv, zwei negativ und einer wählte die neutrale Mitte.
Dabei ist die Tendenz festzustellen, dass die Bewertung umso positiver ausfällt, je größer die Distanz zum Projekt ist. Die operativ im Projekt tätigen Interviewten kämpfen mit der aktuellen Krise und urteilen eher negativ. Sie geben an, dass sich das Projekt momentan in seiner schwersten Phase befindet und für die abgelaufene Zeit zu wenig praktisch umgesetzt wäre. Von einer projektbegleitenden Interviewten kommt die neutrale Bewertung, die sich ebenfalls auf die Arbeit am Projekt bezieht: „Ich glaube, dass wir da sehr konstruktiv rangehen“ (E1-N2, Zeilen 45-46). Die beiden positiven Bewertungen dagegen werden mit der über das Projekt hinausgehende Wirkung begründet z.B.: „Da sind so viele Innovationen und unter normalen Umständen unmögliche Dinge drin…“ (E3-N2, Zeilen 26ff).
Doch auch bei den negativ Urteilenden zeigt sich im Laufe der Interviews eine generelle Begeisterung für das Projekt, aus der sich teilweise sogar Stolz heraushören lässt, an diesem Projekt mitzuarbeiten. Die Ideen und die innovativen Ansätze werden durchweg positiv bewertet. Der aktuelle Stand dagegen wird eher negativ eingeschätzt. Die Fortschritte sind zäh, die Anfangseuphorie ist der Realität, geprägt durch Konfrontation mit unterschiedlichen Hindernissen, gewichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Theoretischer Hintergrund und Rahmen: Dieses Kapitel erläutert den organisatorischen Kontext des EU-Programms Horizon 2020 sowie grundlegende Methoden des Projektmanagements inklusive Risikoanalysen.
2 Methoden und Analysen - Empirischer Teil: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Experteninterviews sowie die Auswahl der Stichprobe und das System der Datenanalyse begründet.
3 Ergebnisdarstellung: Dieses Kapitel präsentiert die aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse, strukturiert nach den Hauptkategorien des Projektverlaufs.
4 Ergebnisdiskussion und Ableitung von Schlussfolgerungen für zukünftige Projekte: Die Ergebnisse werden hier kritisch diskutiert und in konkrete Handlungsempfehlungen für die Projektplanung und Krisenbewältigung übersetzt.
5 Rückblick und Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die Untersuchungsmethodik und gibt Anregungen für weiterführende Forschung und politische Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Krisenprävention, Risikoanalyse, mySmartLife, Horizon 2020, Qualitative Inhaltsanalyse, Experteninterviews, Innovation, Projektplanung, Stakeholder-Analyse, Fehlerkultur, Projekterfolg, EU-Förderung, Klimaschutz, Projektverlauf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie in komplexen, forschungsnahen EU-Projekten Krisen entstehen und welche Strategien des Projektmanagements zu deren Vermeidung oder konstruktiven Bewältigung beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Projektvorbereitung, dem Risikomanagement, der Stakeholder-Analyse sowie der Analyse von Erfolg und Scheitern in Innovationsprojekten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aus dem Scheitern bestimmter Teilziele des Projektes "mySmartLife" allgemeine Rückschlüsse für ein effektives Projektmanagement in Krisensituationen zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews mit fünf in das Projekt involvierten Personen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Darstellung der methodischen Vorgehensweise und die Auswertung der Interviews nach Kategorien wie Projektvorbereitung, Krisenmoment und Fortführung des Projektes.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Risikoanalyse, Projektmanagement, Horizon 2020, "mySmartLife", Fehlerkultur und Stakeholder-Management.
Warum wird das Projekt "mySmartLife" als Beispiel herangezogen?
Es dient als praxisorientiertes Fallbeispiel eines großen, internationalen EU-Projektes, das hohe Innovationsgrade aufweist und somit typische Herausforderungen und Risikofaktoren verdeutlicht.
Was ist die wichtigste Empfehlung der Experten zur Vermeidung von Krisen?
Die Experten betonen die Notwendigkeit einer frühzeitigen und gründlichen Risikoanalyse sowie einer sorgfältigen, realistischen Projektplanung noch vor der finalen Antragstellung.
Welche Rolle spielt das Scheitern laut der Autorin?
Scheitern wird als wertvoller Lernprozess begriffen, weshalb eine offene Fehlerkultur gefordert wird, um in Folgeprojekten dieselben Fehler zu vermeiden.
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- Doris Willmer (Autor), 2019, Krisenprävention und Risikoanalyse für das Projektmanagement. Mit Krisen konstruktiv umgehen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455479