Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Leadership and Human Resources - Management Styles

Kooperative Führung in der Polizei als verbindliche Führungsverhaltensvorschrift

Title: Kooperative Führung in der Polizei als verbindliche Führungsverhaltensvorschrift

Term Paper , 2018 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Simon Landmesser (Author)

Leadership and Human Resources - Management Styles
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Polizei ist eine Organisation mit militärischen Wurzeln, die sich durch Über- und Unterordnungsverhältnisse kennzeichnet, die bereits äußerlich anhand der Dienstgrade auf der Uniform sichtbar sind. Nicht selten wird sie als Idealbild für Max Webers Bürokratiemodell gesehen. In der Außenansicht ist es eine Organisation, die sich „über Befehl und Gehorsam organisiert und durch klare hierarchische Strukturen geprägt ist.“

So drängt sich schnell die Vermutung auf, dass in der Polizei ein autoritärer Führungsstil herrscht. Ein Blick in die Polizeidienstvorschrift (PDV) 100, welche verbindliche Grundlage polizeilicher Arbeit für alle Polizeien in Deutschland darstellt, zeichnet jedoch ein anderes Bild. So findet man dort eine klare Regelung, wie in den deutschen Polizeien geführt werden muss. „Das Kooperative Führungssystem (KFS) […] ist verbindliche Führungskonzeption, in der sich aufgaben- und mitarbeiterbezogenes Führungsverhalten ergänzen.“ Kooperative Führung ist also vorgeschrieben. Die Einführung dieser Führungsverhaltensvorschrift war Teil eines Wandels im Führungsverständnis innerhalb der deutschen Polizeien in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Seit der Einführung hat sich die Forschung im Bereich der Personalführung weiterentwickelt. Außerdem steht die Polizei vor der Herausforderung der Integration der sogenannten Generation Y und Z, welche sich unter anderem durch eine hohe Informationalisierung, Globalität und Flexibilität auszeichnen. Die seit über 30 Jahren geltende Führungsverhaltensvorschrift in den Polizeien wird in den letzten Jahren vermehrt kritisch betrachtet. Vor diesem Hintergrund stellt sich folgende Forschungsfrage: Welche Stärken und Schwächen hat die verbindliche Führungsverhaltensvorschrift zur kooperativen Führung in den Polizeien der Länder und des Bundes?

Zur Beantwortung dieser Frage wird zunächst die kooperative Führung allgemein und das kooperative Führungssystem in der Polizei begrifflich eingeordnet. Anschließend wird die Entstehung und Verbindlichkeit der Führungsverhaltensvorschrift herausgearbeitet und dieses auf Stärken und Schwächen im Kontext mit der Polizei als Organisation analysiert. Alternative Ansätze anhand aktueller Forschungen werden aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffliche Einordnung

2.1 Kooperative Führung als Führungsstil

2.2 Kooperatives Führungssystem in der Polizei

3 Kooperative Führung in der Polizei

3.1 Verbindlichkeit des Führungsstils

3.1.1 Formal

3.1.2 Informell

3.2 Analyse der aktuellen Situation

3.2.1 Stärken

3.2.2 Schwächen

3.3 Problem der Vorschrift eines Führungsstils

4 Forschungsansätze zu alternativen Lösungsmöglichkeiten

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die verbindliche Führungsverhaltensvorschrift der Polizei in Deutschland, das sogenannte Kooperative Führungssystem (KFS), und analysiert dessen Eignung sowie Stärken und Schwächen im polizeilichen Arbeitsalltag. Die zentrale Forschungsfrage lautet dabei: Welche Stärken und Schwächen hat die verbindliche Führungsverhaltensvorschrift zur kooperativen Führung in den Polizeien der Länder und des Bundes?

  • Strukturelle Analyse des Kooperativen Führungssystems (KFS)
  • Untersuchung der formalen und informellen Verbindlichkeit in Polizeibehörden
  • Differenzierung der Stärken und Schwächen anhand der Kernelemente des KFS
  • Kritische Reflexion der situativen Eignung eines einheitlichen Führungsstils
  • Überblick über internationale Forschungsansätze zu alternativen Führungsmodellen

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Schwächen

Da Aufgaben auf die niedrigste Ebene delegiert werden sollen, die gerade noch dazu in der Lage ist, diese zu erfüllen, besteht die Gefahr, dass die Aufgabe zu weit nach unten delegiert wird und die optimale Aufgabenerfüllung nicht mehr gewährleistet ist. Dies kann im polizeilichen Alltag teils schwere Folgen nach sich ziehen, da es hier zu Grundrechtseingriffen kommt. Weiterhin umfasst das Element der Delegation das Problem der Principal-Agent-Theorie. Diese Theorie geht davon aus, dass der sogenannte Agent, also im Fall der Delegation der Ausführende, einen Informationsvorsprung gegenüber dem Principal, im Fall der Delegation des Vorgesetzten, hat (Bea/Göbel 2006: 159f). Da der Agent selbst seine Fähigkeiten und Absichten am besten beurteilen kann und bei vom Principal abweichenden Zielen „seinen Informationsvorsprung zu Lasten des Prinzipals“ (ebd.: 160) ausnutzen wird, müssen entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen werden. Voraussetzung für Delegation ist daher ein entsprechendes Vertrauensverhältnis.

Sowohl das Element der Partizipation, als auch das Element der Transparenz ist im Polizeidienst je nach Aufgabenbereich und Situation unterschiedlich ausgeprägt anwendbar. In der Literatur wird zwischen ‚weichen‘ und ‚harten‘ Aufgabenbereichen in der Polizeiarbeit differenziert - „drinnen vs. draußen, Verwaltung vs. Gefahr“ (Wilz 2012: 123). Sowohl Partizipation als auch Transparenz bedarf einer gewissen zeitlichen Komponente. So müssen die Mitarbeiter über die jeweilige Situation und die für die Entscheidung relevanten Parameter informiert werden. Dies ist insbesondere bei polizeilichen Lagen, die ein sofortiges Handeln erfordern, in der Regel nicht umsetzbar. In diesen Fällen muss durch die Führungskraft schnellstmöglich eine Entscheidung getroffen werden. Diese Entscheidung wird den Mitarbeitern befehlsmäßig mitgeteilt und diese müssen sie umsetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die militärisch geprägte Organisationsstruktur der Polizei ein und stellt die Relevanz der vorgeschriebenen kooperativen Führung innerhalb des polizeilichen Wandels dar.

2 Begriffliche Einordnung: Hier werden die Grundlagen des kooperativen Führungsstils und die spezifische Ausgestaltung des Kooperativen Führungssystems (KFS) in der Polizei erläutert.

3 Kooperative Führung in der Polizei: Dieses Kapitel analysiert die formale und informelle Etablierung des KFS, bewertet dessen Stärken und Schwächen und diskutiert die Problematik einer starren Vorschrift für einen Führungsstil.

4 Forschungsansätze zu alternativen Lösungsmöglichkeiten: Der Abschnitt betrachtet aktuelle, vornehmlich angelsächsische Forschungsstudien zu alternativen Führungsansätzen wie dem transformationalen Führungsstil.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, den Führungsdiskurs innerhalb der Polizei stärker an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse anzupassen.

Schlüsselwörter

Polizei, Kooperative Führung, KFS, Personalführung, Führungskonzeption, Führungsverhaltensvorschrift, Polizeidienstvorschrift, Delegation, Partizipation, Transparenz, situative Führung, Polizeimanagement, Führungsstil, Organisationskultur, Personalführung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der polizeilichen Führungskultur in Deutschland und der Wirksamkeit der offiziell vorgeschriebenen kooperativen Führung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Kooperative Führungssystem (KFS), dessen Kernelemente, die Anwendung in unterschiedlichen Polizeilagen sowie die Herausforderungen durch moderne Führungsansätze.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Stärken und Schwächen der verbindlichen Führungsverhaltensvorschrift zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, ob ein einheitlicher Stil der Komplexität der Polizeiarbeit gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsstand zur Personalführung im polizeilichen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale und informelle Einordnung, die detaillierte Analyse der Stärken und Schwächen der sechs KFS-Elemente sowie die kritische Reflexion des Konzepts der Vorschrift eines Führungsstils.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kooperative Führung, Polizei, Führungsstil, Delegation, Partizipation und moderne Personalführung charakterisiert.

Warum ist das KFS bei polizeilichen Sofortlagen problematisch?

In Sofortlagen, die ein schnelles und oft befehlsmäßiges Handeln erfordern, widersprechen die langsameren Prozesse der Partizipation und Transparenz der Notwendigkeit unmittelbarer Entscheidungen.

Welche Rolle spielen Hierarchien für die Führungslehre der Polizei?

Hierarchien wirken oft als Hemmnis für alternative Führungsstile, da die feste Struktur der Polizei alternative Interaktionsmuster und eine offene theoretische Auseinandersetzung mit Führung erschweren kann.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Kooperative Führung in der Polizei als verbindliche Führungsverhaltensvorschrift
College
University of Kassel
Course
Master of Public Administration (MPA)
Grade
1,3
Author
Simon Landmesser (Author)
Publication Year
2018
Pages
16
Catalog Number
V455657
ISBN (eBook)
9783668884731
ISBN (Book)
9783668884748
Language
German
Tags
Personalführung Personal Kooperative Führung Kooperatives Führungssystem Führungsverhaltensvorschrift Polizei Bundespolizei Führungslehre PDV 100 Polizeidienstvorschrift KFS
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Landmesser (Author), 2018, Kooperative Führung in der Polizei als verbindliche Führungsverhaltensvorschrift, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455657
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint