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Die (De-/Re-)Konstruktion von Welt durch Erde in Kleists Novelle "Das Erdbeben in Chili"

Title: Die (De-/Re-)Konstruktion von Welt durch Erde in Kleists Novelle "Das Erdbeben in Chili"

Essay , 2014 , 8 Pages

Autor:in: Johanna Mandelartz (Author)

Literature - Comparative Literature
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Kleists Novelle "Das Erdbeben in Chili", ursprünglich im Jahre 1807 unter dem Titel Jeronimo und Josephe im Morgenblatt für gebildete Stände erschienen und erst drei Jahre darauf unter dem heute bekannteren Titel in Kleists Erzählungen veröffentlicht, behandelt das unerhörte Ereignis eines Erdbebens in der chilenischen Hauptstadt Santiago und die Auswirkungen, die dieses Beben auf das Leben eines Liebespaares und auf das Verhalten der Bürger der Stadt hat.
Im Folgenden soll untersucht werden, wie in der Erzählung die Erschütterung der Erde zur Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion von Welt führt.
„Erde“ ist ein geographischer Begriff, der hier in erster Linie den Boden unter den Füßen der Menschen bezeichnet und damit auch ihre Form (tektonische Platten) mit einschließt.
Der Begriff „Welt“ ist in diesem Zusammenhang vor allem als soziales Gefüge zu verstehen: die Welt Santiago, bestehend aus den Bewohnern der Stadt, hat bestimmte Verhaltensregeln und Glaubensgrundsätze, sie teilen eine Sprache und eine Religion. Doch gibt es in Santiago nicht nur eine große Stadt-Welt, sondern auch kleinere Welten, die die große in verschiedene Teile spalten, wie etwa die Welt der Edelleute, zu denen die Familie Donna Josephes gehört, die Welt der einfacheren Menschen, der ihr Lehrer und Geliebter Jeronimo angehört, oder die Welt des Karmeliterklosters, das isoliert von den anderen sozialen Welten existieren soll und in dem besondere Verhaltensregeln gelten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die (De-/Re-)Konstruktion von Welt durch Erde

2.1 Definition von Begriffen

2.2 Historischer Kontext

2.3 Soziale Strukturen und Konflikte

2.4 Die Auswirkung des Erdbebens auf die Kontrollinstanzen

2.5 Möglichkeiten einer neuen Weltordnung

2.6 Die Rückkehr in das alte Weltbild

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Heinrich von Kleists Novelle „Das Erdbeben in Chili“, wie eine massive Naturkatastrophe soziale Kontrollstrukturen zerstört und kurzzeitig den Raum für eine neue, klassenlose Gesellschaftsordnung eröffnet, bevor gesellschaftliche Konventionen diese wieder überlagern.

  • Analyse von Welt- und Erdbegriffen im literarischen Kontext
  • Dekonstruktion gesellschaftlicher Machtstrukturen durch Naturereignisse
  • Untersuchung der sozialen Dynamiken zwischen unterschiedlichen Ständen
  • Die Rolle von Religion und Tradition bei der Restauration alter Verhältnisse

Auszug aus dem Buch

Die (De-/Re-)Konstruktion von Welt durch Erde in Kleists Novelle Das Erdbeben in Chili

Kleists Novelle Das Erdbeben in Chili, ursprünglich im Jahre 1807 unter dem Titel Jeronimo und Josephe im Morgenblatt für gebildete Stände erschienen und erst drei Jahre darauf unter dem heute bekannteren Titel in Kleists Erzählungen veröffentlicht, behandelt das unerhörte Ereignis eines Erdbebens in der chilenischen Hauptstadt Santiago und die Auswirkungen, die dieses Beben auf das Leben eines Liebespaares und auf das Verhalten der Bürger der Stadt hat.

Im Folgenden soll untersucht werden, wie in der Erzählung die Erschütterung der Erde zur Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion von Welt führt.

„Erde“ ist ein geographischer Begriff, der hier in erster Linie den Boden unter den Füßen der Menschen bezeichnet und damit auch ihre Form (tektonische Platten) mit einschließt.

Der Begriff „Welt“ ist in diesem Zusammenhang vor allem als soziales Gefüge zu verstehen: die Welt Santiago, bestehend aus den Bewohnern der Stadt, hat bestimmte Verhaltensregeln und Glaubensgrundsätze, sie teilen eine Sprache und eine Religion. Doch gibt es in Santiago nicht nur eine große Stadt-Welt, sondern auch kleinere Welten, die die große in verschiedene Teile spalten, wie etwa die Welt der Edelleute, zu denen die Familie Donna Josephes gehört, die Welt der einfacheren Menschen, der ihr Lehrer und Geliebter Jeronimo angehört, oder die Welt des Karmeliterklosters, das isoliert von den anderen sozialen Welten existieren soll und in dem besondere Verhaltensregeln gelten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung von Kleists Novelle ein und definiert die zentralen Begrifflichkeiten von „Erde“ und „Welt“ als Ausgangspunkt für die Analyse.

2. Die (De-/Re-)Konstruktion von Welt durch Erde: Dieses Hauptkapitel analysiert den Prozess, wie das Erdbeben als Zäsur die starren sozialen Schichtungen in Santiago zunächst auflöst, um dann zu zeigen, wie durch religiöse Deutungsmuster die alten Unterdrückungsmechanismen reaktiviert werden.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Das Erdbeben in Chili, Weltkonstruktion, Dekonstruktion, soziale Schichten, Naturkatastrophe, Santiago, Machtstrukturen, Theodizee, Klassengesellschaft, Literaturwissenschaft, gesellschaftlicher Umbruch, religiöse Deutung, Kontrollinstanzen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie Heinrich von Kleist in seiner Novelle „Das Erdbeben in Chili“ die Zerstörung einer alten sozialen Ordnung durch ein Naturereignis und den anschließenden Versuch einer gesellschaftlichen Neuordnung darstellt.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die soziale Schichtung, die Auswirkungen von Naturkatastrophen auf Machtstrukturen sowie die Bedeutung von religiösen und institutionellen Konventionen für das menschliche Zusammenleben.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Erdbeben als Katalysator für die Dekonstruktion bestehender Standesgrenzen fungiert und warum dieser Prozess der Neukonstruktion letztlich am Festhalten an alten Weltbildern scheitert.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die diskursanalytische Aspekte sowie den historischen Kontext der Entstehungszeit des Werkes berücksichtigt.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der räumlichen und sozialen Trennung der Charaktere, der Zerstörung der städtischen Kontrollinstanzen und der anschließenden, kurzzeitigen Utopie einer klassenlosen Gemeinschaft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Dekonstruktion“, „soziale Kontrolle“, „Klassenlosigkeit“ und „Sittenverderbnis“ geprägt.

Warum spielt das „klösterliche Gesetz“ eine zentrale Rolle?

Das Gesetz dient als Symbol für die strikte soziale Reglementierung; der Verstoß dagegen durch die Protagonisten löst ihre Ausgrenzung aus, welche erst durch die Zerstörung des Klosters im Erdbeben aufgehoben wird.

Wie verändert die Predigt des Chorherren die Situation am Ende?

Die Predigt dient als restauratives Instrument: Sie deutet das Erdbeben als göttliche Strafe um und zwingt die Überlebenden durch die Reaktivierung ihrer inneren Ängste zurück in die alten, starren sozialen Strukturen.

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Details

Title
Die (De-/Re-)Konstruktion von Welt durch Erde in Kleists Novelle "Das Erdbeben in Chili"
College
LMU Munich  (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Course
Vorlesung „Welt oder Erde: Von der Odyssee bis Cloud Atlas“
Author
Johanna Mandelartz (Author)
Publication Year
2014
Pages
8
Catalog Number
V455728
ISBN (eBook)
9783668865525
ISBN (Book)
9783668865532
Language
German
Tags
Kleist Erdbeben in Chili Welt Erde Naturkatastrophe Katastrophe Erschütterung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johanna Mandelartz (Author), 2014, Die (De-/Re-)Konstruktion von Welt durch Erde in Kleists Novelle "Das Erdbeben in Chili", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455728
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