Die Relevanz des Themas liegt in dessen Schnittstellen zu den Feldern des Bildungssektors, der Lebenswelt unserer Gesellschaft und in der Kulturvermittlung sowie Bewahrung. Besonders relevant für das ausgewählte Thema ist jedoch der Bildungsbereich, da es sich konkret auf diesen bezieht. Gezielt wird hierbei die Schule als Bildungsinstitution angesprochen. Zuzüglich dessen ist das ausgewählte Thema in diesem Bereich allgegenwärtig, da es viele aktuelle Gesichtspunkte im Diskussionsfeld dieser Bildungsinstitution beinhaltet. Dazu gehören neben der allgemeinen Kanondebatte auch Bereiche wie die Einbindung von Medien in den Schulunterricht und den generellen Einfluss dieser.
Aus der Relevanz des Themas und dem zugrunde liegenden Erkenntnisinteresses lässt sich die folgende Fragestellung dieser Arbeit ableiten: „Ist der gegenwärtige Literaturkanon als Kulturvermittlung noch sinnvoll oder sollte er sich im Zuge der Intermedialität neuen Medien öffnen?“ Gezielt wird sich hierbei auf die modernen bzw. neuen Medien bezogen. Klares Ziel dieser theoretischen Arbeit ist es, dass ein aufgefächerter Überblick zu dieser Thematik geboten wird, welcher durch den Versuch der Beantwortung der Fragestellung einen Ausblick für kommende Entwicklungen liefert.
Diese Arbeit wurde in einem deskriptiven Modus geschrieben, wobei eine ausgiebige Literaturrecherche durchgeführt wurde. In der Arbeit werden neben inhaltlichen Fakten auch Diskussionsräume offen gelegt. Im Fazit werden zudem mögliche Zukunftsentwicklungen angesprochen und unter dem Gesichtspunkt der eigenen Meinung beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Literaturkanon
2.1 Kanonbegriff
2.2 Literaturbegriff
2.3 Kanonisierungspraxis und dessen Kriterien
2.4 Funktionen des Literaturkanons in Deutschland
2.5 Kanon in der Schule
3 Neue Medien
3.1 Begriffseingrenzung
3.2 Medien in der Gesellschaft
3.3 Medienpädagogik
3.4 Medien in der Schule
4 Auditive und audiovisuelle Medien
4.1 Filmkanon in der Schule
4.2 Unterschiede in der Rezeption und Nutzung in der Schule
4.2.1 Film
4.2.2 Auditive Medien
4.3 Adaption in Film und Hörbuch
5 Internet
5.1 Speichermedium
5.2 Der digitale Autor
5.3 Einfluss der digitalen Vermarktung auf die Kanonisierung
5.4 Literatur im Netz und Netzliteratur
6 Fazit
7 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der traditionellen literarischen Kanonbildung und der zunehmenden Digitalisierung der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob der gegenwärtige Literaturkanon in der Schule angesichts moderner Medienformen noch sinnvoll ist oder ob eine Öffnung hin zur Intermedialität notwendig ist, um die Identitätsstiftung und kulturelle Vermittlung auch für heutige Generationen attraktiv zu gestalten.
- Kanon- und Literaturbegriff sowie die Kanonisierungspraxis
- Einfluss neuer Medien (Film, Internet, auditive Medien) auf die schulische Lehre
- Rolle der Medienpädagogik bei der Vermittlung von Medienkompetenz
- Herausforderungen der Kanonumstellung im Hinblick auf Bildung und Identitätsförderung
- Die Bedeutung der Digitalisierung für die Verbreitung und Rezeption literarischer Werke
Auszug aus dem Buch
2.1 Kanonbegriff
Der Begriff Kanon taucht in den verschiedensten Bereichsfeldern auf. So steht er beispielsweise für eine Kompositionsvariante in der Musik, eine Artikelbeschreibung im Kirchenrecht oder auch für eine festgelegte Zusammenstellung bestimmter literarischer Werke in einem spezifischen Segment. Die allgemeine Historie des Begriffs geht auf die Antike zurück. Er stammt vom griechischen Wort κανών [kanón] und kann ins Deutsche mit Wörtern wie Maßstab, Norm oder festgesetzte Ordnung übersetzt werden. Die letzteren Beispiele kommen der, für diese Arbeit zentralen Begriffsvorstellung, bereits grundlegend näher. Hierbei orientiert sich diese wissenschaftliche Arbeit an einer literaturwissenschaftlichen Auslegung des Kanonbegriffs.
Zunächst lässt sich grundlegend festhalten, dass ein Kanon im Bereich der Literatur prinzipiell eine Auflistung von literarischen Werken ist, welche unter einem ausgewählten Kriterienkatalog gesammelt wurden und die für ein Sachgebiet verbindlichen Werke darstellen. Es gibt eine Vielzahl von Versuchen, eine solche Literaturliste zu erstellen, welche die wichtigsten Werke anhand spezifischer Kriterien auflistet. Beispiele für solche Kanones sind die von Marcel Reich-Ranicki herausgegebenen Bänder Der Kanon - Die deutsche Literatur oder die im Autorenverbund erstellte Leseliste, welche kommentierte Empfehlungen ausgewählter Literatur beinhaltet. Zudem haben sich in verschiedenen Gebietsfeldern auch unterschiedliche Kanones ausdifferenziert. Die wohl gesellschaftlich bekanntesten sind der Kirchenkanon und der Literaturkanon in der Schule. Hierbei wird bereits die Pluralität des Kanonbegriffs deutlich, auf welchen gezielter in Kapitel 2.3 eingegangen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Thematik der Kanondebatte vor und erläutert das Erkenntnisinteresse sowie die Fragestellung der Arbeit im Kontext der modernen Medien.
2 Literaturkanon: Hier werden der Kanon- und Literaturbegriff definiert und die Kanonisierungspraxis sowie die Funktionen des Literaturkanons, insbesondere in der Schule, beleuchtet.
3 Neue Medien: Dieses Kapitel definiert neue Medien, deren Bedeutung in der Gesellschaft sowie die Rolle der Medienpädagogik und Medien in der Schule.
4 Auditive und audiovisuelle Medien: Hier wird der Filmkanon sowie die Nutzung von auditiven Medien im Unterricht untersucht und die Adaption von Literatur in Film und Hörbuch analysiert.
5 Internet: Dieses Kapitel erörtert das Internet als Speichermedium, die Rolle des digitalen Autors und den Einfluss der digitalen Vermarktung sowie Netzliteratur auf die Kanonisierung.
6 Fazit: Das Fazit bewertet die gesammelten Erkenntnisse und diskutiert eine mögliche Öffnung der Kanonstrukturen für neue Medien.
7 Ausblick: Der Ausblick skizziert mögliche zukünftige Entwicklungen und Forschungsperspektiven hinsichtlich einer Vereinheitlichung oder Ausdifferenzierung des Kanonbegriffs.
Schlüsselwörter
Literaturkanon, Kanonisierung, neue Medien, Schule, Medienpädagogik, Medienkompetenz, Intermedialität, Kulturvermittlung, Identitätsstiftung, Netzliteratur, Filmkanon, Digitalisierung, Literaturbegriff, Lektürekanon, kulturelle Tradition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von traditionellem Literaturkanon und neuen Medien in der schulischen Bildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Kanonforschung, Medienpädagogik, die Rolle digitaler Medien im Unterricht sowie die Rezeption von Literatur in verschiedenen medialen Formen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt, ob der Literaturkanon angesichts der heutigen Intermedialität noch sinnvoll ist oder ob er sich für neue Medien öffnen sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Studien wie der JIM-Studie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen des Kanons, die Definition neuer Medien, die Analyse von Filmen und auditiven Medien sowie den Einfluss des Internets auf Kanonisierungsprozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Literaturkanon, Kanonisierung, Medienkompetenz, neue Medien und Intermedialität.
Welche spezifische Rolle spielt der Filmkanon in dieser Arbeit?
Der Filmkanon dient als Beispiel für den Versuch, Medien abseits des klassischen Schriftmediums in den schulischen Bildungssektor zu integrieren.
Wie bewertet der Autor die Bereitschaft der Schüler für eine Kanonumstellung?
Der Autor argumentiert, dass die heutige Schülergeneration bereit für eine Umstrukturierung ist, da moderne Medien ein zentrales Kulturgut für sie darstellen.
- Citar trabajo
- Jan Seehorst (Autor), 2018, Literaturkanon als Träger kultureller Tradition gegenüber den neuen Medien in der Schule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456375