Die vorliegende Hausarbeit geht unter anderem folgenden Fragen nach: Können die Menschenrechte nicht universell durchgesetzt werden? Wie weit ist dieser Anspruch von Universalität von der Wirklichkeit entfernt?
Menschenrechte sind Rechte, die auf dem bloßen Menschsein beruhen. Sie stehen allen Menschen gleichermaßen zu: sie sind also universell – oder sollten es vielmehr sein. Hiervon sind Kritiker jedoch nicht überzeugt: Menschenrechte seien nicht mit allen Kulturen vereinbar, sie können demnach nicht universell gelten. Das Konzept der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sei zu westlich geprägt und könne demnach dem Anspruch von Universalität nicht gerecht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Menschenrechte
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Geschichte und Entstehung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
2.3 Schutz der Menschenrechte
3 Metaperspektiven
3.1 Eurozentrismus
3.2 Zwischen Kulturrelativismus und Universalismus
4 Menschenrechte im kulturellen Kontext
4.1 Menschenrechte in der westlichen Kultur
4.2 Menschenrechte außerhalb der westlichen Kultur
5 Menschenrechte – Ist eine universelle Durchsetzung möglich?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob Menschenrechte ihrem Anspruch auf Universalität gerecht werden können, indem sie das Spannungsfeld zwischen theoretischem Ideal und der praktischen Umsetzung in verschiedenen kulturellen Kontexten analysiert.
- Historische Entwicklung des Menschenrechtsbegriffs
- Gegenüberstellung von Universalismus und Kulturrelativismus
- Analyse der Menschenrechtssituation in der westlichen Kultur
- Kritische Untersuchung islamischer Menschenrechtserklärungen
- Evaluation sogenannter „asiatischer Werte“
Auszug aus dem Buch
3.1 Eurozentrismus
Da die Menschenrechte dem Vorwurf des Eurozentrismus gegenüber stehen, gilt es zunächst zu klären, was unter Eurozentrismus verstanden wird. Hierbei gibt es keine eindeutige Definition, deswegen werden verschiedene Autoren und ihre Ausführungen aufgeführt. Allgemein beschreibt der Begriff Eurozentrismus eine Weltsicht, welche die europäischen Normen und Werte als Maßstab sieht. Andere Kulturen, welche diesen Maßstäben, zum Beispiel Gleichheit und Freiheit eines Individuums, nicht gerecht werden, werden abgewertet (vgl. Shohat & Stam 2013: 1). Unter westlicher bzw. europäischer Kultur wird jedoch nicht nur die Kultur von europäischen Staaten verstanden, sondern auch die der „neoeuropäischen“, also als „westlich“ bezeichnete Staaten wie zum Beispiel Amerika, Australien und weitere (ebd.). Der Eurozentrismus entstand durch den Kolonialismus und hat sich durch diesen stark verbreitet (vgl. ebd.: 2). James Morris Blaut bezeichnet den Eurozentrismus sogar als „the colonizer’s model of the world“ (Blaut 1993: 10), also als Weltbild der Kolonisten. Samir Amin hingegen bezeichnet den Eurozentrismus als ein spezifisches Problem der Moderne (vgl. Amin 2010: 185). Seine Ausführungen zum Eurozentrismus unterscheiden sich von den bisherigen Ausführungen zudem darin, dass er hierbei nicht nur die Abwertung und Vorurteile der europäischen Staaten von anderen Staaten anerkennt. Für Amin sind die Abwertungen von anderen Staaten gegenüber den europäischen Staaten gleichzusetzen mit den Abwertungen ausgehend von den europäischen Staaten (vgl. ebd.: S. 187). Die allgemeine Durchsetzung der eigenen Norm- und Wertvorstellungen, als die einzig richtigen, wird jedoch Ethnozentrismus genannt (vgl. Nieke 2000: 93f). Der Eurozentrismus kann demnach als eine spezifische Form/Ausprägung des Ethnozentrismus verstanden werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema, stellt die Forschungsfrage nach der Universalität der Menschenrechte und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2 Die Menschenrechte: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Menschenrechte, bietet einen historischen Abriss ihrer Entwicklung und analysiert Mechanismen zu ihrem Schutz.
3 Metaperspektiven: Hier werden die theoretischen Konzepte des Eurozentrismus, des Universalismus und des Kulturrelativismus gegenübergestellt.
4 Menschenrechte im kulturellen Kontext: Das Kapitel analysiert die konkrete Umsetzung und Wahrnehmung der Menschenrechte in westlichen Staaten, im islamischen Kontext sowie unter dem Aspekt der „asiatischen Werte“.
5 Menschenrechte – Ist eine universelle Durchsetzung möglich?: Das Fazit bewertet die Machbarkeit einer weltweiten Durchsetzung und diskutiert die Diskrepanz zwischen Ideal und Wirklichkeit.
Schlüsselwörter
Menschenrechte, Universalität, Kulturrelativismus, Eurozentrismus, Scharia, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Menschenrechtsverletzungen, Westen, Islam, Asiatische Werte, Staat, Freiheit, Individuum, Ethnozentrismus, Internationale Ordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Spannungsfelder zwischen dem universellen Anspruch von Menschenrechten und deren faktischer Umsetzung unter Berücksichtigung unterschiedlicher kultureller Bedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören die historische Genese der Menschenrechte, die theoretische Debatte zwischen Universalismus und Kulturrelativismus sowie die Analyse spezifischer regionaler und religiöser Ausprägungen wie im Islam oder bei „asiatischen Werten“.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, ob das Konzept der Menschenrechte dem Anspruch auf Universalität gerecht werden kann oder ob dieses Ziel durch kulturelle und politische Gegebenheiten unerreichbar bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode durch Literaturrecherche, historische Kontextualisierung und vergleichende Analyse verschiedener Menschenrechtserklärungen und Perspektiven.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Verortung (Metaperspektiven) und eine anschließende empirische sowie inhaltliche Analyse der Menschenrechtssituation in verschiedenen Kulturkreisen (Westen, Islam, Asien).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Menschenrechte, Universalität, Kulturrelativismus, Eurozentrismus, Scharia und der Konflikt zwischen Individuum und kollektiven Werten.
Wie steht die Autorin zum Eurozentrismus in Bezug auf Menschenrechte?
Die Arbeit beleuchtet den Eurozentrismus kritisch als Weltsicht, die europäische Werte als Maßstab setzt, und zeigt auf, wie dieser Vorwurf oft von anderen Staaten genutzt wird, um sich gegen den universellen Anspruch zu wehren.
Was bedeutet die „Kairoer Erklärung“ in diesem Kontext?
Die Kairoer Erklärung wird als ein islamisches Gegenstück zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte analysiert, wobei der Fokus stark auf religiösen Normen und der Scharia liegt, was die universelle Anwendbarkeit einschränkt.
Warum gelten „asiatische Werte“ als Herausforderung für Menschenrechte?
Sie werden als ein Mittel zur Kontrolle betrachtet, bei dem das Kollektiv über das Individuum gestellt wird und wirtschaftliche Prioritäten die Einhaltung politischer und bürgerlicher Rechte untergraben.
Ist laut der Arbeit eine universelle Durchsetzung möglich?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die universelle Durchsetzung aus heutiger Sicht noch weit entfernt ist, betont jedoch, dass das Ziel der Universalität ein essenzielles Ideal bleibt, für das es sich einzusetzen lohnt.
- Citation du texte
- Anna Jansen (Auteur), 2017, Können Menschenrechte dem Anspruch der Universalität gerecht werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456393