In diesem Buch werden Konzepte vorgestellt wie zum Beispiel der Ansatz des Griechen Epikur, ein konkreter Entwurf einer Lebensform. „Glückseligkeit“ sei für jedermann unter allen Umständen realisierbar, weil es nur auf die innere Einstellung ankomme. Epikurs Konzept biete die Chance, ein Leben in Luxus zu führen. Luxus bei Epikur bedeutet Ruhe, Stille, Natur, aber auch die Freiheit, gegen den Strom zu schwimmen.
„Epikur lebt!“ So hat es der Philosoph und Epikureer Friedrich Nietzsche formuliert.
Nach eigenem Gusto leben bedeutet nicht unendliche Freiheit. Wir leben nicht alleine und autonom und müssen demzufolge Rücksicht nehmen auf die Mitmenschen und die Umwelt.
Epikurs Ansatz ist aktuell. Er befreit in wichtigen Dingen von der Angst: Vor dem Tod, vor Schmerzen, vor den „Mythen einer abergläubischen Religion“. Das heißt, von den Ängsten, die uns daran hindern, ein von Angst befreites, glückliches Leben zu führen.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist das Leben, was der Mensch?
Das Leben
Vom Sinn des Lebens
Werte, Vorbilder
Das Leben gestalten
Vom glücklichen Leben
2. Lebenskonzepte
Die antike Philosophie als Lebensform
Der christliche Glaube
Jesus war Jude
Nächstenliebe
Die zehn Gebote Gottes
Martin Luther
Die 95 Thesen
Luther und der Ablasshandel
Luthers Glaubensversion
Diogenes von Sinope und das kynische Lebenskonzept
Epikur und das selbstbestimmte Lebenskonzept
Kerngedanken Epikurs
Selbstgenügsamkeit: Aus Epikurs „Brief an Menoikens“:
Eudämonie – die Lehre vom gelingenden Leben
Eudämonie in der Gegenwart – Freude oder Lebenssinn?
Erfüllende soziale Beziehungen
Gelungenes Leben – Soren Kierkegaard
Authentisch sein – was heißt das?
Der authentische Mensch: Eine Chimäre?
Sind Gefühle authentisch?
Authentisch kommunizieren (Beispiel)
Erich Fromm: Authentisch leben
Echtsein, Kongruenz
Beispiel 1: Der Menschenfeind – absolut authentisch (Enzensberger)
Beispiel 2: Ruth Cohn: Die Themenzentrierte Interaktion (TZI)
3. Die Arbeit
Vom Goldenen Zeitalter zur harten Arbeit
Arbeit – das höchste Glück?
Die Büchse der Pandora
Wie es anfing mit dem Schuften
Erziehung zur Arbeit
Erfolg ist das Höchste
Der Antrieb
4. Scheitern
Was sind Verlierer?
Die Angst vor dem Scheitern
Von der Angst, Fehler zu machen
Erfolgreich gescheitert
Es gibt kein Leben ohne Angst
Im Scheitern liegt Größe - Beispiele
Professionelle Verlierer: Schelme, Narren, Clowns
Saul Bellow: Das Geschäft des Lebens, Humboldts Vermächtnis
Arthur Miller: Tod des Handlungsreisenden
Tragödie: Die Kunstform „Scheitern“
E.M. Cioran: Der Philosoph des Scheiterns
Wenn Manager scheitern
5. Das Recht zu leben – das Recht zu sterben
Das Selbstbestimmungsrecht
Patientenverfügung
Was darf ein Arzt?
Der Patientenwunsch
Das Gute und das Böse
Lebensentwurf
Verstand und Gefühl in Einklang bringen (Rousseau)
Sind Gefühle authentisch?
6. So sterben wie wir gelebt haben
Sterbefasten
Sterbebegleitung
Zielsetzung & Themen
Das Werk untersucht verschiedene philosophische und lebensweltliche Konzepte zur Gestaltung eines selbstbestimmten und erfüllten Lebens unter Berücksichtigung von Arbeit, Scheitern und der Endlichkeit des Daseins.
- Lebenskonzepte und Philosophie als Lebensform
- Die Bedeutung von Authentizität und Kongruenz
- Kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Arbeit
- Umgang mit Scheitern und Misserfolg
- Selbstbestimmung und Ethik am Lebensende
Auszug aus dem Buch
Diogenes von Sinope und das kynische Lebenskonzept
Die Leitfigur des autonomen Menschen ist der Grieche Diogenes von Sinope, den sie auch den „Hund“ nannten. Er gehörte zu den „Kynikern“, den „Humoristen des Altertums“ (Nietzsche). Sie strebten nach einem tugendhaften, glücklichen Leben.
Sie glaubten es dadurch zu erreichen, dass sie der Natur gemäß lebten und nicht nach den Erwartungen der anderen Menschen. Sie entsagten jedem Besitz. Die Kyniker strebten Unabhängigkeit im weitesten Sinn an. Selbstgenügsamkeit gehörte zu ihren Tugenden.
Ihre Zeit brachten sie mit Ruhen, Umhergehen, Reden mit allen Menschen, viel Spotten, Lachen und Scherzen zu: .... ihr Charakter war Sorglosigkeit und große Heiterkeit. (Schopenhauer).
Diogenes war in Athen ein stadtbekanntes Original. Er war Aktionskünstler, Selbstdarsteller, Bürgerschreck und ein kompromissloser Moralist. Er sagte, was er dachte und ließ seinen Gefühlen freien Lauf:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist das Leben, was der Mensch?: Eine philosophische Erkundung der Sinnfrage und der menschlichen Existenz unter Einbeziehung klassischer Denker.
2. Lebenskonzepte: Vorstellung verschiedener historischer und philosophischer Lebensentwürfe, von der antiken Philosophie über den christlichen Glauben bis hin zum Konzept der Authentizität.
3. Die Arbeit: Eine kritische Untersuchung des modernen Arbeitsethos und der historischen Entwicklung von Arbeit als Pflicht versus Muße.
4. Scheitern: Analyse des gesellschaftlichen Umgangs mit Versagen und der Bedeutung von Krisen für die individuelle Identitätsfindung.
5. Das Recht zu leben – das Recht zu sterben: Ethische Reflexion über die Selbstbestimmung am Lebensende und die Rolle der Palliativmedizin.
6. So sterben wie wir gelebt haben: Praktische und ethische Perspektiven auf Sterbefasten und Sterbebegleitung als Teil eines selbstbestimmten Abschlusses.
Schlüsselwörter
Selbstbestimmung, Lebenskonzepte, Epikur, Diogenes, Arbeitsethos, Scheitern, Authentizität, Kongruenz, Eudämonie, Sterbebegleitung, Patientenverfügung, Lebenssinn, Philosophie, Muße, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Suche nach einem selbstbestimmten Leben ("Nach eigenem Gusto leben") im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und individueller Freiheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Lebensführungskonzepte (antik/christlich), das moderne Verständnis von Arbeit, der Umgang mit Scheitern sowie ethische Fragen zum Sterben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein angstfreies und glückliches Leben durch die Rückbesinnung auf philosophische Tugenden und eine kritische Einstellung gegenüber fremdbestimmten Leistungsnormen erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die philosophische Texte, historische Quellen, literarische Beispiele und psychologische Ansätze integriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Lebenskonzepten (Epikur, Kyniker), die Kritik am Arbeitszwang, die Reflexion über das Scheitern als notwendigen Teil des Lebens und die Patientenautonomie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Selbstbestimmung, Autonomie, Kongruenz, Scheitern, Arbeitsethos und Lebenskunst geprägt.
Warum spielt die Figur des Diogenes eine besondere Rolle?
Diogenes dient als Leitfigur für Autonomie und Unabhängigkeit, da er konsequent gegen soziale Erwartungen handelte und Individualität über gesellschaftliches Ansehen stellte.
Wie bewertet der Autor den heutigen Leistungsdruck?
Der Autor sieht im modernen Arbeitszwang und der Erfolgsorientierung eine Einengung des Lebens, die den Menschen daran hindert, sich auf wesentliche Werte und die Freiheit der Muße zu besinnen.
- Citar trabajo
- Karl-Heinz List (Autor), 2019, Nach eigenem Gusto leben, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456431