Was ist Triple P? Ziele, Angebote, Prinzipien, Wirksamkeit, Vorteile und Gruppentraining


Hausarbeit, 2017

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Triple P?
1.1 Ziele
1.2 Angebote
1.3 Prinzipien
1.4 Wirksamkeit
1.5 Vorteile

2. Das Triple P- Gruppentraining
2.1 Überblick
2.2. Ablauf

3. Matt Sanders

4. Quellen:

1. Was ist Triple P?

Triple P (Positive Parenting Program) ist ein Elternkurs, der an der Universität von Brisbane, Australien, unter der Leitung von Professor Matt Sanders entwickelt wurde. Er zeichnet sich durch seine Orientierung an Ressourcen, seine Alltagsnähe und Konkretheit aus und kann professions- und säulenübergreifend eingesetzt werden. Triple P entstand als Antwort auf die Frage, wie man psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen senken kann. Triple P stellt die Anforderung alle Familien anzusprechen, unabhängig von Gesellschaft, Kultur und individuellen Faktoren (vgl. Born/Dirschel, 2013, S. 361). Trainer werden eigens darauf geschult, sich auf unterschiedliche Ansichten, Erwartungen und Traditionen einzustellen und sind fähig ihr Programm auf die Familien abzustimmen (z.B. unterschiedliche Ethnien, geringerer Bildungsstand). Die Materialien wurden bereits in 22 verschiedene Sprachen übersetzt. Ein Indikator für die große Akzeptanz von Triple P ist die weltweite Nutzung. In bereits 25 Ländern werden Triple P Kurse angeboten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1

1.1 Ziele

Das Fördern einer positiven Eltern- Kind- Beziehung, das Ersetzen von ungünstigen Erziehungsverhalten und das Vorbeugen von Fehlentwicklungen stellen die Grundziele des Triple P dar. Bei diesem Programm soll den Eltern nach dem Prinzip der minimalen Unterstützung geholfen werden, ihre Kinder auf positive und gewaltfreie Weise zu erziehen. Nach diesem Prinzip erhalten die Eltern nur so viel Anleitung, wie sie für eine richtige Förderung ihres Kindes benötigen (vgl. Jungbauer, 2014). Unabdingbar dabei ist eine liebevolle Beziehung und das konstruktive Reagieren auf das kindliche Verhalten. Die Kinder sollen in der Bewältigung altersspezifischer Anforderungen passend unterstützt werden (vgl Born/Dirschel 2013). Triple P möchte eine positive Erziehungshaltung mit der Anwendung lerntheoretischer Erziehungsmethoden verbinden.

vgl. Jungbauer 2014

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auf der Internetseite des Triple P werden zudem noch folgende angestrebte Ziele aufgeführt:

- wissenschaftliche Erkenntnisse sollen Eltern aus aller Welt zugänglich gemacht werden
- Elternprogramme sollen als selbstverständlich in der Gesellschaft verankert sein, sodass die Inanspruchnahme solcher normal ist
- Eltern sollen mehr Selbstvertrauen erhalten und sich Fertigkeiten aneignen, mit denen sie Problem selbständig lösen können
- Vorbeugung von Kindesmisshandlungen, psychischen Erkrankungen und antisozialem Verhalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2

1.2 Angebote

Die Angebote von Triple P decken daher ein großes Feld an Intensitäten (niedrig bis intensiv) und an Modalitäten ab. Teilnehmer haben die Möglichkeit einzeln, in der Gruppe oder selbstangeleitet zu arbeiten. Am besten kann man die einzelnen Methoden mit dem Mehrebenenmodell veranschaulichen, welches die ver- schiedenen Inteansitätstufen darstellt. (vgl. Born/Dirschel 2013)

- Ebene 1: Universelles Triple P - Allgemeine Informationen über Elternschaft und positive Erziehung, Verteilung von Informationsmaterialien. Eltern werden ermutigt an Programmen zur positiven Erziehung teilzunehmen und ihnen wird aufgezeigt, wie sie selbstsicher und unabhängig von fremder Hilfe agieren können.
- Ebene 2: Für Eltern, die grundsätzlich gut zurechtkommen, allerdings ein oder zwei Schwierigkeiten haben. Zum einen werden Vorträge zu den Themen „Liebend gern erziehen“, „Zufriedene und selbstsichere Kinder erziehen“ und „Ausgeglichenheit bei Kindern fördern“ angeboten, zum anderen kann ein individuelles Elterngespräch gebucht werden.
- Ebene 3: Kurzberatung - Es finden bis zu vier Termine von ca. 30 Minuten statt, bei denen den Eltern Unterstützung bei Erziehungsproblemen angeboten wird.
- Ebene 4: Umfassendes Elterntraining - In Form von Gruppentraining, Einzel- training (10 Einheiten zu jeweils einer Stunde) oder telefonisch angeleitetes Selbsttraining werden die Erziehungskompetenzen der Eltern gefördert.
- Ebene 5: Triple P plus - Für Familien mit komplexen Problemen und Erziehungs- schwierigkeiten. Im Einzelsetting wird intensiv und individuell auf die Probleme eingegangen . Zudem bietet Ebene 5 auch ein eigenes Programm für Eltern, die dazu neigen ihr Kind zu misshandeln. (vgl. Jungbauer 2014)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3

Durch den Reichtum an Angeboten kann auf jede Familie individuell passend und professionelle eingegangen werden. Zudem gibt es die Programmvarianten „Stepping Stones Triple P“ und „Teen Triple P“, welche die Eltern von Kindern mit Behinderung bzw. Eltern von Teenager unterstützen sollen.

1.3 Prinzipien

Triple P zeichnet sich dadurch aus, dass es stets auf aktuellen Forschungsstand basiert. Es nimmt Bezug auf „Modelle zur Eltern-Kind Interaktion, verhaltens- analytische Modelle, operante Lernprinzipien, die sozial-kognitive Lerntheorie und Theorien zum Erwerb von sozialen Kompetenzen und von Problemlösefertigkeiten sowie Erkenntnisse aus der Public-Health- Forschung.“ (Born/Dirschel, 2013, S. 361f.) Für das Menschenbild von Triple P ist das Streben nach Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Selbststeuerung enorm wichtig. Zudem besagt es, dass das menschliche Verhalten durch Konditionierung veränderbar und modifizierbar ist. Das bedeutet, dass alle angeeigneten negativen Verhaltensformen durch entsprechende Konditionierung auch wieder verlernt und durch poistive ersetzt werden können (vgl. Tschöpe- Scheffler 2004). Eine große Rolle spielt das Selbst- regulationsprinzip. Es unterstütz die Förderung der Unabhängigkeit von Familien. Eltern sollen dabei ihr eigenes Verhalten reflektieren und sich eigene Ziele stecken. Später findet dann eine Überprüfung und, wenn nötig, eine Anpassung der Ziele statt, dabei sollen die Eltern ihre eigenen Bemühungen als Grund für Verbesserung und Veränderung begreifen. Begleitend erhalten sie wenn möglich genau so viel Unterstützung, wie sie benötigen. Dies stärkt die Unabhängigkeit, die Motivation und das Selbstvertrauen der Eltern. Sie werden sich bewusst, dass sie verschiedenen Situationen vielseitig beeinflussen können und zudem lernen sie ihre angeeigneten Kompetenzen flexibel auf andere Situation zu übertragen.

1.4 Wirksamkeit

Nach Born/ Dirschel hat Triple P folgende positive Effekte:

- Reduzierung von kindlichen Verhaltensauffälligkeiten
- die Reduktion unzweckmäßiger Erziehungsmethoden wie z.B. Überreagieren
- die Zunahme des elterlichen Kompetenzgefühls und Selbstvertrauens
- die Reduktion von Stress und Depression
- die Reduktion von Kindesmisshandlung auf Bevölkerungsebene

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Was ist Triple P? Ziele, Angebote, Prinzipien, Wirksamkeit, Vorteile und Gruppentraining
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V456617
ISBN (eBook)
9783668890992
ISBN (Buch)
9783668891005
Sprache
Deutsch
Schlagworte
triple, ziele, angebote, prinzipien, wirksamkeit, vorteile, gruppentraining
Arbeit zitieren
Marion Obkircher (Autor), 2017, Was ist Triple P? Ziele, Angebote, Prinzipien, Wirksamkeit, Vorteile und Gruppentraining, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456617

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