The Dark Supply Chain. Der Erfolg der Drogen Supply Chains anhand der Kokain-Wertschöpfungskette


Seminararbeit, 2018
23 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Management Summary

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Die aktuelle Lage der Drogenbekämpfung
1.3 Frage nach den Erfolgsfaktoren von Drogen Supply Chains

2 Supply Chain Management in der Theorie
2.1 Einleitung
2.2 Definition und Abgrenzung von Supply Chain Management und Logistik/ -management
2.3 Urproduktion, die Gewinnung von Naturressourcen
2.4 Die Produktion als substanzielle Wertschöpfung
2.5 Der Großhandel als Bindeglied zwischen Erzeuger und Einzelhändler
2.6 Außenhandel - internationaler Warenfluss
2.7 Der Einzelhandel als direkter Kontakt zum Verbraucher
2.8 Absatzsteigerung durch Handelsvertreter
3 Die Kokain Supply Chain
3.1 Einleitung
3.2 Der Kokaanbau - Grundlage für die Kokainproduktion
3.3 Die Herstellung der Droge Kokain
3.4 Großhandel
3.4.1 Der Handel im Erzeugerraum
3.4.2 Illegale Einfuhr in die USA
3.4.3 Illegale Einfuhr nach Europa
3.5 Einzelhandel
3.5.1 Schnelle Verbreitung der Drogen durch offene Märkte
3.5.2 Entwicklung hin zu geschlossenen Märkten
3.5.3 Erweiterung des Konsumentenkreises durch Mittelsleute
3.5.4 Internethandel - die moderne Art des Drogenhandels

4 Fazit: Die Erfolgsfaktoren der Drogen Supply Chains

5 Literaturverzeichnis 18

Management Summary

Die heutige Antidrogenpolitik setzt vorwiegend auf die Kontrolle des Angebotes an Drogen, um eine Reduzierung der Mengen auf dem Markt zu erzwingen und einen folglich erhofften derartigen Preisanstieg zu erzielen, sodass Konsumenten vom Kauf abgeschreckt werden. Die Rufe vieler Experten, dass diese Maßnahmen zum Scheitern verurteilt sind, werden immer lauter.

In dieser Seminararbeit wird auf den anscheinend verlorenen „Krieg gegen die Drogen“ am Beispiel der Kokainlieferkette eingegangen. Die sich daraus ableitende Frage lautet: Welche Faktoren machen die internationalen Drogen-Supply Chains so widerstandsfähig und effizient, dass sie trotz härtester Bekämpfung fast störungsfrei ihre Produkte an die Endkonsumenten bringen und höchste Gewinne erzielen? Um das zu beantworten werden zuerst die Theorie der Supply Chain (Wertschöpfungskette) und ihre Glieder betrachtet. Im nächsten Schritt werden der internationale Drogenhandel und seine Elemente vom Pflanzenbau und der Produktion über den Export bis hin zum Konsumenten anhand von Literatur und Drogenberichten diverser Behörden und Experten analysiert. Dabei werden erstaunliche Erkenntnisse gewonnen, die die oben gestellte Frage zu beantworten versuchen. Diese werden abschließend im Fazit näher erläutert.

Die Verlagerung von bekämpften Anbaugebieten an andere Orte durch die Bauern und das Käufermonopol der Produzenten sorgen für eine stetige und günstige Versorgung mit dem Hauptrohstoff von Kokain, dem Kokablatt. Arbeitsteilung, Risikodiversifikation, Segmentierung und Modernisierung in den Labors verursachen eine wachsende Produktivität und Reinheit des Kokains. Die Nutzung aller möglichen Transportmittel und Verstecke für den Schmuggel sowie hohe Investitionen in Technik und fähiges Personal zeugen von F&E-Tätigkeiten der Kartelle, die den kleinen autonom handelnden kriminellen Gruppierungen ermöglichen, den Behörden stets einen Schritt voraus zu sein. Zusätzlich dienen fragile Staaten wie Mexiko bzw. westafrikanische Länder, deren Fähigkeiten zur Durchsetzung von Gesetzen aufgrund verschiedener Faktoren limitiert sind, den Kartellen als ideale Transitgebiete mit geringem Risiko. Auf Einzelhandelsebene entstehen exklusive Netzwerke zwischen Dealer und Konsumenten. Es werden Vertriebssysteme gebildet, bei denen Konsumenten als Handelsvertreter der Dealer neue potentielle Kunden im eigenen sozialen Umfeld anwerben. Dass nur im Bekanntenkreis neue Beteiligte in diese Netzwerke integriert werden, erschwert eine Infiltration durch die Polizei. Das sogenannte Darknet bietet potentiellen Konsumenten relativ bequem und risikofrei die Möglichkeit, sich in gewissen „Shops“ zu informieren und erste Kontakte du Drogendealern zu knüpfen.

Ein weiterer gewichtiger Faktor ist die abnehmende Intensität von Drogenbekämpfungsmaßnahmen, je näher die Droge an die Konsumenten gelangt. Das hat zur Folge, dass die meisten und erfolgreichsten Schläge gegen die Drogenkartelle im Erzeugerraum geschehen, wo die Narkotika noch günstig und der Schaden für die kriminellen Banden gering sind.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Vorwort

Aufgrund der hohen Komplexität des internationalen Drogenhandels und der Menge an verschiedenen Produkten, die es auf dem Markt gibt, wird im Rahmen dieser Arbeit nur die Produktion und die Supply Chain der Droge Kokain betrachtet. Die drei Andenländer Bolivien, Kolumbien und Peru monopolisieren weitgehend den globalen Anbau des Kokablatts. (et al Brombacher 2013, S. 4) Daher stehen diese drei Länder im Fokus des Anbaus und der Produktion. Aufgrund der leichteren Lesbarkeit wird stellvertretend für diese drei Länder die Bezeichnung „Anden“ oder auch „Erzeugerraum“ verwendet. Wenn nicht anders erwähnt, sind monetäre Angaben immer in US Dollar zu verstehen.

1.2 Die aktuelle Lage der Drogenbekämpfung

Der globale Handel mit Drogen gilt als der größte Schwarzmarkt weltweit. 2005 schätzte das Büro der vereinten Nationen für Drogen und Verbrechen (UNODC), dass der internationale Handel mit Narkotika jedes Jahr Einnahmen von insgesamt 321,6 Milliarden USD generiere. (Illicit Trade 2016, S. 27) Davon wird der Handel mit Kokain in Europa und Amerika mit insgesamt 72 Milliarden bewertet. (United Nations Office on Drugs and Crime 2010) Die Gesamtanbaufläche von Kokapflanzen im Gebiet der Anden ist in den Jahren 2000 bis 2015 um 35% auf ca. 156.500 ha gesunken. Dieser Abwärtstrend ist bedingt durch die hohen Anstrengungen von Regierungen und Behörden zur Bekämpfung von Anbauflächen in Kombination mit alternativen Entwicklungsprojekten und zum Teil die Duldung und Kontrolle bzw. Begrenzung von Anbaumengen der Kokabauern. Die jährliche Gesamtmenge an 100% reinem produziertem Kokain stieg massiv von knapp 900 t im Jahr 2000 auf 1.125 t im Jahr 2006 an und sank anschließend, unter Schwankungen, bis 2015 auf etwa 950 t. Betrachtet man die Entwicklung von 2000 bis 2015, stieg die Produktion leicht um 5,5%, während der Anbau von Koka um 35% sank.

Die jährlichen Mengen an beschlagnahmtem Kokain stiegen von ca. 350 t im Jahr 2000 ziemlich kontinuierlich auf den Rekordwert von 864 t im Jahr 2015 an, was auf einen Aufwärtstrend der beschlagnahmten Mengen, bzw. auf immer größere Erfolge bei Interventionen durch Behörden hinweist. (World drug report 2017, S. 24–25)

1.3 Frage nach den Erfolgsfaktoren von Drogen Supply Chains

Trotz immensen internationalen Anstrengungen seitens Regierungen und Behörden, die internationalen Kokainkartelle mit allen Mitteln zu bekämpfen und zu zerschlagen, bleiben Produktion (siehe oben) und die relativ fortwährende Zahl von ca. 16 bis 17 Millionen Konsumenten (die Statistiken der Jahre 2007/2008 (United Nations Office on Drugs and Crime 2010, S. 82) und 2015 (World drug report 2017, S. 25) zeigen dies deutlich) beständig.

In einer wissenschaftlichen Studie des BMJ Journals von 2013 kommen die Autoren zu folgendem Schluss: „Mit wenigen Ausnahmen und trotz steigenden Investitionen in die Durchsetzung von Angebotsreduzierung, mit dem Ziel, die internationale Versorgung mit Drogen zu unterbrechen, sind seit 1990 die Preise für illegale Drogen im Allgemeinen gesunken, während deren Reinheit generell gestiegen ist. Diese Tatbestände legen nahe, dass die ausgedehnten Bemühungen, den Weltmarkt an illegalen Drogen durch Gesetzesvollstreckung zu kontrollieren, versagen.“ (Werb et al. 2013, S. 1)

Hiermit stellt sich die Frage, welche Faktoren die internationalen Drogen Supply Chains so widerstandsfähig und effizient machen, dass sie trotz härtester Bekämpfung fast störungsfrei ihre Produkte an die Endkonsumenten bringen und höchste Gewinne erzielen.

Dabei werden im 2. Kapitel das Wesen einer Supply Chain und deren Elemente ergründet und im Kapitel 3 die Supply Chain der Kokainkartelle analysiert. Im Fazit werden die identifizierten Faktoren erläutert, um die oben gestellte Frage zu beantworten.

Um erste wichtige Einsichten zu gewinnen, fanden zunächst Recherchen nach Dokumentationen und journalistischen Publikationen zum Thema statt. Anschließend wurde nach offiziellen Berichten der zuständigen Behörden, nach Studien und sonstigen wissenschaftlichen Publikationen zu den Themen Drogen, organisierte Kriminalität sowie Kokain im speziellen gesucht. Mithilfe der gefundenen Literatur konnte nun die Wertschöpfungskette Kokain analysiert werden, um die relevanten Erfolgsfaktoren, die der Beantwortung der gestellten wissenschaftlichen Frage dienen, zu erkennen, zu definieren und zu erläutern.

2 Supply Chain Management in der Theorie

2.1 Einleitung

Das Supply Chain Management hat den Auftrag, alle relevanten Ressourcen innerhalb und außerhalb des Unternehmens zu gestalten und zu betreiben. Dabei soll die Versorgung an den Endkunden möglichst schnell, fehlerfrei und ohne Störungen geschehen. (Lawrenz et al. 2001, S. 45) Gerade in Zeiten von Krisen und schwacher Wirtschaft sind Unternehmen darauf angewiesen, ihre Produktion und die Disposition aller produktionsrelevanten Ressourcen effizient zu koordinieren, zu steuern und zu optimieren. Diese und noch mehr Herausforderungen haben zu dem Konzept Supply Chain Management, wie wir es heute kennen, geführt. (Werner 2017, S. 36)

Das folgende Kapitel stellt eine Einführung in die wesentlichen Grundlagen des Supply Chain Managements dar und analysiert dabei die typischen Glieder einer Wertschöpfungskette.

2.2 Definition und Abgrenzung von Supply Chain Management und Logistik/ -management

„ Eine Supply Chain ist eine unternehmensübergreifende Wertschöpfungskette, bei der die Güter- und Informationsflüsse zwischen den Partnern der Kette (vom Rohstofflieferanten bis zu den Handelsstufen) abzustimmen sind.“ (Eßig et al. 2013, S. 17)

Folglich beschäftigt sich das Supply Chain Management mit der Koordination, Planung, Steuerung und Überwachung einer Wertschöpfungskette. Geht es um die genaue begriffliche Klärung des Supply Chain Management, gehen die Meinungen vieler bedeutender Autoren auseinander. Fest steht aber, dass in der Wertschöpfungskette der Ursprung oder zumindest die Basis des SCM liegt. Dieses nimmt sich dem Gedanken der Integration von internen sowie unternehmensübergreifenden Unternehmensaktivitäten an. Ziel ist, ein kooperatives Partnergeflecht im Lieferanten-Hersteller-Kunden-Verbund zu schaffen, um z.B. für alle Beteiligten die Kosten zu senken, oder auch die Sicherung und Verbesserung von Warenflüssen. Die Mitglieder (von Rohstofflieferanten über Hersteller bis hin zu Händlern) einer Supply Chain agieren somit nicht isoliert voneinander, sondern beziehen sich auf die komplette Wertschöpfungskette (Integration). (Werner 2017, S. 5)

Die Logistik hingegen stellt abgeleitet aus den Unternehmenszielen strategische und operative Maßnahmen und Instrumente zur Erfüllung und Optimierung eines Material-, Geld- und Informationsflusses im Rahmen des betrieblichen Leistungsprozesses dar. Dabei erstrecken sich diese von der Beschaffung über Produktion und Lagerung bis zur Distribution. Die Logistikprozesse beschränken sich hierbei nicht allein auf das eigene Unternehmen, sondern integrieren auch die Kunden- und Lieferantenbeziehungen, mit dem Ziel der Steuerung und Optimierung aller Geschäftsprozesse. (Ehrmann 2008, S. 25)

In den folgenden Abschnitten werden die klassischen Glieder einer Supply Chain und deren gegenwärtige Herausforderungen betrachtet und analysiert.

2.3 Urproduktion, die Gewinnung von Naturressourcen

Unter Urproduktion ist die volkswirtschaftliche Bezeichnung für den Abbau von Bodensubstanzen, wie Bergbau und Erdölförderung und zum anderen die Nutzung der Erdoberfläche zur Erzeugung natürlicher Rohstoffe (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau, Fischerei etc.) zu verstehen. Die Urproduktion steht am Anfang jeder Lieferkette und ist als Grundlage der Wirtschaft bzw. als Anfang einer Wertschöpfungskette zu verstehen. Sie zählt in der sektoralen Strukturpolitik als der primäre Sektor. Unterschieden wird außerdem noch zwischen dem sekundären Sektor der Industrie, des Handwerks und des Baugewerbes und dem tertiären Sektor der Dienstleistungen und des Staates. (Springer Gabler Verlag, Urproduktion) Im Rahmen dieser Arbeit wird ausschließlich der Pflanzenbau - als Teil der Landwirtschaft - betrachtet. Die gewissermaßen leistungsfähige Nutzung von Boden, Wasser und Licht zur Zucht und Anbau von Pflanzen, vorwiegend für die Nahrungsproduktion, ist Aufgabe des Pflanzenbaus. Der Pflanzen-, oder auch Ackerbau, sieht sich mit einer immer höheren Nachfrage nach Rohstoffen durch Industrie und Konsumenten, dem Klimawandel, hoher Umweltbelastung sowie der Verknappung von Anbauflächen und Wasser konfrontiert. Von den Landwirten ist somit gefordert, die Produktion durch Etragsstabilität, Ertragssicherheit und einer Optimierung der Prozesse zu sichern und zu erhöhen. Dies geschieht zum größten Teil durch ökonomische Optimierung, technische Entwicklung und Mechanisierung, der Weiterentwicklung des Einsatzes von Betriebsmitteln sowie auch den Einsatz von Gentechnik. (Dr. Karlheinz Knickel 2002)

2.4 Die Produktion als substanzielle Wertschöpfung

Produktion ist die Kombination und Verbindung verschiedener Ressourcen wie Kapital, Energie, Rohstoffe und Arbeitskräfte, um diese in Waren und Dienstleistungen umzuwandeln. Sie wirkt somit der Knappheit der Güter in einer Volkswirtschaft entgegen und führt zur Arbeitsteilung. (Springer Gabler Verlag, Produktion) Vorrangiges Ziel der Produktion ist die Durchführung von wertschöpfenden Prozessen innerhalb der Unternehmung. Nicht zu vernachlässigen sind aber auch strategische Entscheidungen, wie die Einrichtung und Erweiterung von Betriebsstätten und sonstiger Anlagen sowie die langfristige Planung von Ressourcen und Kapital. (Specht 2008, V) Zur Gewährleistung der bestmöglichen Produktionsplanung einer Periode ist eine maximal genaue Prognose der voraussichtlich benötigten Primärbedarfe (Endprodukte) nötig. Die grundlegenden Informationen für solche Prognosen bezieht die Produktion aus Kundenaufträgen, dem Vertrieb und der Berechnung von Trends aus zuverlässigen Vergangenheitswerten. (Wannenwetsch 2008, S. 79) Weiterhin zu erwähnen sind zahlreiche andere Funktionen und Abteilungen, wie Personalwirtschaft, Finanz- und Investitionswirtschaft, Forschung und Entwicklung und Logistik. Diese gewährleisten die Versorgung der Produktion mit allen benötigen Faktoren, um einen reibungslosen Ablauf der Prozesse und damit der Wertschöpfung zu garantieren. (Bloech 2014, S. 3) Als größte Herausforderung betrachtet die Produktion die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0). Diese bringt einen stark wachsenden internationalen Wettbewerb durch die Globalisierung, eine immer individualisiertere Fertigung, die Digitalisierung, den Einsatz von IT sowie die Anforderungen, Material- und Prozesskosten kontinuierlich zu senken, mit sich. (Bauernhansl 2014)

2.5 Der Großhandel als Bindeglied zwischen Erzeuger und Einzelhändler

Der Großhandel sieht sich als Absatzmittler bzw. Wiederverkäufer an Einzelhändler, Großverbraucher oder sonstige gewerbliche Vertreter, was bedeutet, dass private Haushalte eher wenig bis gar nicht als Kunden oder Zielgruppe gesehen werden. Der Großhandel ist hauptsächlich im B2B-Bereich tätig. (Springer Gabler Verlag, Großhandel) Die primäre Funktion des Großhandels bildet somit die Versorgung von Einzelhandel und Wiederverkäufern mit Waren, demnach das reine Handelsgeschäft. Weitere Dienstleistungen, wie Logistik (Transport, Lager, Umschlag, Vormontagen), Weiterbildungen, IT-Dienstleistungen und Vorfinanzierungsleistungen spielen, zumindest in der Wahrnehmung der Wirtschaft, eine mittlere bis geringe Rolle. Allerdings hat gerade die Vorfinanzierung durch Lagerung der Güter oder Mengenrabatte durch Großeinkauf für den Kunden des Großhandels einen hohen Nutzen. (Wrobel 2016, S. 52)

Die größten Herausforderungen sieht der Großhandel vor allem in der (digitalen) Wettbewerbsintensität, der Erweiterung des Vertriebsgebietes (auch Internationalisierung), der Finanzierung und Investitionen sowie Gewinnung, Bindung und Qualifizierung von Mitarbeitern. Die hohe Bedeutung der Digitalisierung steht außer Frage, wobei der Nutzungsgrad von Technologie und IT-Lösungen als relativ gering anzusehen ist und in dieser Richtung noch Handlungsbedarf besteht. (Wrobel 2016, S. 55–58) Allerdings wird der Großhandel, zumindest in Deutschland, in seiner Bedeutung für die Wirtschaft unverhältnismäßig herabgestuft. Niedrige Forschungstätigkeiten, geringe Innovationsintensität, mangelnde öffentliche Wahrnehmung und wenig Interesse an den Entwicklungen des Großhandels zeigen dies deutlich. (Wrobel 2016, S. 14) Politik und Wirtschaft stehen aber - oder sollten es zumindest - in der Verantwortung, die erforderlichen Voraussetzungen für den Großhandel zu schaffen, um vor allem im digitalen Wettbewerb bestehen zu können. (Wrobel 2016, S. 72)

2.6 Außenhandel - internationaler Warenfluss

Unter Außenhandel versteht man den Export, Import und Transithandel von Waren zwischen Volkswirtschaften. Demnach ist Export die grenzüberschreitende Ausfuhr der Güter eines Unternehmens im Inland zum Kunden im Ausland (meistens B2B), während der Import entsprechend als die Einfuhr von Erzeugnissen durch Lieferanten aus dem Ausland ins Inland definiert wird. Der Transithandel kann als Kombination aus Import und Export betrachtet werden, wobei noch ein drittes Land ins Spiel gebracht wird, das Transitland. Ein Transithändler, dessen Betriebsstätte im Transitland liegt, importiert Waren aus einem anderen Land und exportiert diese weiter an einen Kunden im Bestimmungsland. (Büter 2013, S. 2)

Der Außenhandel bringt Risiken mit sich, vor allem, wenn das Geschäft in Übersee betrieben wird. Wenn ein Unternehmen vorhat, zu exportieren oder zu importieren, müssen bei der Risikoanalyse einige klassische Risiken betrachtet werden. Politische Risiken, wie die Gesetzgebung der Regierung, Krieg oder Korruption aber auch wirtschaftliche Risiken, die zu Zahlungsausfällen oder geringen Erträgen führen, sind nicht zu unterschätzen. Soziale und kulturelle Risiken können die Ablehnung eines Produktes oder einer Dienstleistung bedeuten. Schwierige Normen oder geringe Arbeitsmoral erschweren eine vernünftige und effiziente Produktion. Technische Risiken entstehen durch intransparente oder zu hohe Anforderungen an das Produkt. Fehlende Infrastruktur oder ein geringer Bildungsstand sind ebenfalls wesentliche Risiken des Außenhandels. Hinzu kommen sonstige Länderrisiken, wie die Wahl des Handelspartners, die Industrie im Land oder die speziellen Merkmale der Volkswirtschaft. (Werner 2023, S. 45–49)

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
The Dark Supply Chain. Der Erfolg der Drogen Supply Chains anhand der Kokain-Wertschöpfungskette
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V456941
ISBN (eBook)
9783668871595
ISBN (Buch)
9783668871601
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Drogenlogistik, Drogenwertschöpfungskette, Drogen, Drogen Supply Chain
Arbeit zitieren
Alexander Poclitariu (Autor), 2018, The Dark Supply Chain. Der Erfolg der Drogen Supply Chains anhand der Kokain-Wertschöpfungskette, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456941

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