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Liebesvorstellungen in Goethes ,,Stella"

Eine Analyse in Hinblick auf die patriarchalische Perspektive

Titre: Liebesvorstellungen in Goethes ,,Stella"

Texte Universitaire , 2017 , 25 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Marieke Ozimek (Auteur)

Lettres - Généralités
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In dieser Hausarbeit wird untersucht, inwiefern die unterschiedlichen Liebesvorstellungen in ,,Stella'' den patriarchalischen Charakter des Stücks begünstigen. Dazu werden unterschiedliche Aspekte von ,,Stella'' näher beleuchtet, um zu ermitteln, ob und wenn ja wie die von Goethe vorgenommene Gestaltung dieser Aspekte bzw. Kategorien den männlichen Blickwinkel begünstigt.

Zwei Frauen lieben einen Mann. Dieser verlässt zunächst die eigene Ehefrau für die Geliebte, findet bei ihr allerdings auch keinen Halt. Nach Jahren der Trennung treffen alle drei Akteure zufällig wieder aufeinander und nun könnte ein Jeder, der den weiteren Verlauf der Geschichte nicht kennt, davon ausgehen, dass sich dieses Wiedersehen zumindest durch ein Schamgefühl des Mannes, als auch Vorwürfen der beiden Frauen auszeichnet. Eine so tiefe Kränkung, dass die weiblichen Akteure Cezilie und Stella nichts mehr von dem Ehemann und Geliebten Fernando wissen wollen, wäre somit durchaus nachvollziehbar. Goethes ,,Schauspiel für Liebende'' jedoch präferiert einen dazu völlig divergenten Verlauf der Geschichte, sodass vor allem das Ende der ersten Fassung, das eine Zukunft zu dritt unterbreitet, die Frage aufwirft, ob diese ''Lösung'' so funktionieren kann bzw. ob eine Liebesutopie zugrunde liegt.

In dieser Arbeit wird zunächst wird das Liebesverhältnis zwischen Mann und Frau im 18. Jahrhundert untersucht, um aufzuzeigen, dass die von der Empfindsamkeit propagierte Liebe einen deutlichen Gegensatz zu der Alltagsrealität dargestellt hat. Anschließend soll die bereits zuvor thematisierte Exklusion des Individuums, dessen Theorie auf Niklas Luhmann zurückzuführen ist, kurz dargestellt und auf dieser Grundlage aufgezeigt werden, wie dieser Konflikt Fernandos Verhalten stützt.

Das darauf folgende Kapitel ,,Empfindungen bei Cezilie und Stella'' geht insbesondere auf den divergenten Umgang mit Emotionen und Gefühlen ein, um so herauszuarbeiten, dass trotz der bestehenden Unterschiede zwischen beiden weiblichen Akteuren auch hier wiedereine Bekräftigung der männlichen Verhaltensweise stattfindet. Anschließend werden zusätzlich Lucie und die Postmeisterin analysiert, um zu untersuchen, ob diese beiden Charaktere aufgrund ihres Daseins ohne Mann einen entscheidenden emanzipatorischen Gegensatz zu Stella und Cezilie darstellen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Stella“ und die Vorstellung von der Liebe

2.1. Liebe zwischen Mann und Frau im 18. Jahrhundert

2.2. „Inneres Leben“ vs. „Äußeres Leben“

2.3. Empfindungen bei Cezilie und Stella

2.4. Lucie und die Postmeisterin als Gegenpole?

2.5. Liebe als Religion

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Liebesvorstellungen in Goethes „Stella“ unter besonderer Berücksichtigung der patriarchalen Perspektive. Ziel ist es, zu analysieren, wie die weiblichen Charaktere mit ihren Emotionen und den gesellschaftlichen Erwartungen umgehen und inwiefern das Stück ein männliches Wunschdenken widerspiegelt.

  • Darstellung von Liebe und Zärtlichkeit im 18. Jahrhundert
  • Konfliktdynamik zwischen „innerem Leben“ und gesellschaftlichem Kontext
  • Psychologische Analyse der weiblichen Protagonistinnen Cezilie und Stella
  • Die Rolle religiöser Elemente und Idealisierung in den Liebeskonzepten
  • Reflexion über die patriarchalen Strukturen im Werk

Auszug aus dem Buch

2.1. Liebe zwischen Mann und Frau im 18. Jahrhundert

Um das generelle Verständnis von Liebe zwischen Mann und Frau zu verdeutlichen, ist von wesentlicher Bedeutung, dass der öffentliche Diskurs und die wirkliche Realität vermutlich weit auseinander gingen. Denn wie es im Sinne der Empfindsamkeit stand, so beabsichtigte man der Institution Ehe ein neues Verständnis zugrunde zu legen, was sich vor allem dadurch auszeichnen sollte, dass ökonomische und ständische Bedeutsamkeiten in den Hintergrund rücken und die Liebe zwischen den beiden Geschlechtern eine Aufwertung erfährt. Nicht allein die Fortpflanzung und der Gedanke des gegenseitigen Nutzens sollten weiterhin entscheidend sein für eine Partnerschaft, sondern die Liebe zwischen Mann und Frau wurde als das dominierende Gefühl, das der Mensch zu spüren fähig ist, angesehen.

Das Gefühl allein, das lediglich zwischen zwei Personen, somit also einer Zweierbeziehung bestehen sollte, wurde zum Mittelpunkt der neuen Liebeskonzeption der empfindsamen Gefühlskultur. Die Begriffe, die nun der soeben genannten Zweierbeziehung zugrunde lagen, waren vor allem die Treue, als auch die Exklusivität, die die Ehe von einem „bloße[m] Ordnungselement“ zu einer Institution modellierte, in der das Gefühl der Liebe „[...] zum alles bestimmenden Maßstab [...] [wurde]“. Der sogenannte „Liebesidealismus“ wurde somit angepriesen und zum wesentlichen Bestandteil des Liebesverhältnisses von Mann und Frau.

Allerdings darf diese empfindsame Idealvorstellung nicht darüber hinwegtäuschen, dass finanzielle Belange und Prestige nach wie vor eine wichtige Rolle spielten und sich daher sagen lässt, dass das idealisierte Geschlechterverhältnis eher von diskursiver Natur war, jedoch nicht realitätsgetreu. Insbesondere die Frau hatte sich in ihrem Verhalten, das sich im 18. Jahrhundert überwiegend an den „[...] Wertvorstellungen [...] der katholischen bzw. protestantischen Glaubenslehre orientiert[e] [...]“ auf das Wohlergehen der gesamten Familie auszurichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der widersprüchlichen Liebesvorstellungen in „Stella“ ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss patriarchaler Perspektiven auf die Figurengestaltung.

2. „Stella“ und die Vorstellung von der Liebe: Dieses Kapitel analysiert das theoretische Verständnis von Liebe und wie dieses im Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen und privatem Gefühlsempfinden im 18. Jahrhundert steht.

2.1. Liebe zwischen Mann und Frau im 18. Jahrhundert: Hier wird der historische Kontext der empfindsamen Liebeskultur erläutert, die zwar Exklusivität betonte, aber dennoch stark in patriarchalen Normen verhaftet blieb.

2.2. „Inneres Leben“ vs. „Äußeres Leben“: Der Abschnitt diskutiert anhand von Niklas Luhmanns Theorie die Ausgrenzung des Individuums und wie sich dieser Konflikt in den Lebenswelten der Protagonistinnen widerspiegelt.

2.3. Empfindungen bei Cezilie und Stella: Diese Analyse arbeitet heraus, dass beide Frauen trotz ihrer Unterschiede in der Bewältigung ihres Schicksals eine starke Abhängigkeit zu Fernando verkörpern.

2.4. Lucie und die Postmeisterin als Gegenpole?: Dieses Kapitel untersucht die Figuren Lucie und die Postmeisterin als alternative, weibliche Rollenmodelle, die sich teilweise von der emotionalen Abhängigkeit der anderen Charaktere abgrenzen.

2.5. Liebe als Religion: Der Autor zeigt auf, wie Liebe in „Stella“ sakralisiert wird und religiöse Konzepte dazu dienen, das Handeln der Figuren zu legitimieren und den patriarchalen Charakter des Stücks zu stützen.

3. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die These, dass die Liebesvorstellungen im Werk die patriarchalen Strukturen und die Abhängigkeit der Frauen von männlicher Anerkennung festigen.

Schlüsselwörter

Stella, Johann Wolfgang von Goethe, Liebesvorstellungen, Empfindsamkeit, Patriarchat, Ehe, Frauenbild, 18. Jahrhundert, Cezilie, Fernando, Liebesidealismus, Abhängigkeit, Rollenverständnis, Individuum, Gesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Liebesvorstellungen in Goethes „Stella“ und analysiert kritisch, inwieweit diese die patriarchale Perspektive der Zeit widerspiegeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die empfindsame Liebeskultur des 18. Jahrhunderts, die Trennung von innerem und äußerem Leben sowie die psychologische Abhängigkeit der weiblichen Figuren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es herauszuarbeiten, ob die Gestaltung der Liebesverhältnisse in „Stella“ den patriarchalen Charakter des Stücks begünstigt und welche Rolle dabei die weibliche Selbstdefinition spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze zur Gesellschaftsstruktur (u.a. Niklas Luhmann) mit einer textnahen Untersuchung der Charaktere und Rezeptionsgeschichte verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Liebe, eine soziologische Betrachtung der Lebenswelten der Charaktere sowie eine detaillierte Analyse der Figuren Cezilie, Stella, Lucie und der Postmeisterin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Empfindsamkeit, Liebesidealismus, patriarchale Strukturen, Geschlechterrollen und die spezifische Auslegung von Liebe als Ersatzreligion.

Welche besondere Rolle spielt die Figur der Postmeisterin im Vergleich zu Cezilie und Stella?

Die Postmeisterin fungiert als pragmatischer Gegenpol, da ihr Leben stärker durch ökonomische und gesellschaftliche Verpflichtungen bestimmt ist als durch das idealisierte, leidvolle Liebesempfinden der anderen Frauen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Religion in „Stella“?

Die Arbeit zeigt auf, dass Liebe in „Stella“ oft religiös überhöht wird, um komplexe menschliche Konflikte und das Handeln der männlichen Hauptfigur zu rechtfertigen und moralisch zu sanktionieren.

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Résumé des informations

Titre
Liebesvorstellungen in Goethes ,,Stella"
Sous-titre
Eine Analyse in Hinblick auf die patriarchalische Perspektive
Université
University of Göttingen
Note
1,7
Auteur
Marieke Ozimek (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
25
N° de catalogue
V457342
ISBN (ebook)
9783668887909
ISBN (Livre)
9783668887916
Langue
allemand
mots-clé
Goethe Stella Liebesvorstellungen Patriarchat Liebeskonzeption
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marieke Ozimek (Auteur), 2017, Liebesvorstellungen in Goethes ,,Stella", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457342
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Extrait de  25  pages
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