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Herstellung und Reproduktion von Männlichkeit im gymnasialen Alltag

Schule und "Doing Masculinity"

Title: Herstellung und Reproduktion von Männlichkeit im gymnasialen Alltag

Term Paper , 2018 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Im Rahmen dieser Hausarbeit wird sich mit den Fragen "Wie wird Männlichkeit hergestellt und wie produzieren und reproduzieren Jungen im gymnasialen Alltag Formen von Männlichkeit?" auseinandergesetzt. Wenn von Jungenverhalten gesprochen wird, hört man häufig Aussagen wie "Jungen sind rebellisch und laut." "Jungen werden immer gewalttätiger in der Schule." "Jungen sind eben so." Oft wird das Verhalten der Jungen im Schulalltag von Lehrkräften und Pädagogen stereotypisch betrachtet. Daraus ergibt sich die Frage, wie das scheinbar natürliche, laute und unangepasste Verhalten der Jungen entsteht und wieso man sich mit dem Thema Jungen und Männlichkeit im Schulalltag überhaupt auseinandersetzen sollte.

Zu Beginn werden die Begriffe "Geschlecht und Doing Gender/ Doing Masculinity" definiert, um eine Basis für die darauffolgenden theoretischen Überlegungen zu legen. Pierre Bourdieus Theorie zur männlichen Herrschaft und Robin W. Connells Theorie der hegemonialen Männlichkeit werden zur Definition und Konstruktion von Männlichkeit herangezogen. Die Beispiele aus der Praxis werden auf die zuvor erläuterten theoretischen Überlegungen von Bourdieu und Connell bezogen und zeigen, auf welche Weise sich die Konstruktionsprozesse von Männlichkeit bei Jungen vollziehen.

Die Geschlechterordnung in der Gesellschaft ist keineswegs neutral, sondern basiert auf männlicher Dominanz und Machtverhältnissen, die Männern trotz formeller Gleichberechtigung von Frauen Vorteile in jeglichen gesellschaftlichen Bereichen wie Arbeitsmarkt, Einkommen, Führungspositionen, Politik und so weiter bietet. Die Schule als pädagogische Institution reproduziert die symbolische Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit und die damit zusammenhängenden Machtverhältnisse entsprechend ihrer Sozialisations- und Enkulturationsfunktion. Der schulische Alltag ist somit kein geschlechtsneutraler Raum, in dem Jungen und Mädchen untereinander frei von Erwartungen und Vorannahmen bezüglich ihres Geschlechts agieren können. Das Thema Männlichkeit ist in der Schule relevant, um zu beleuchten, wie Jungen untereinander Männlichkeit herstellen, da es sich in diesem Prozess um gesellschaftliche Konstruktionen handelt. Jungen, die das Abitur absolvieren, befinden sich in der Regel im Alter von 6 bis 19 Jahren in der Institution Schule.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen zur zweiteiligen Geschlechterordnung

2.1 Geschlecht als soziale Konstruktion

2.2 Herstellungsprozesse von Geschlecht

2.2.1 Definition Geschlechtsidentität

2.2.2. Definition Doing Gender

2.2.3.Definition Doing Masculinity

3. Theoretische Überlegungen zur Konstruktion männlicher Vorherrschaft

3.1. Pieurre Bourdieus Theorie der Männlichen Herrschaft

3.1.1. Bourdieus Forschungen in der kabylischen Gesellschaft

3.1.2. Einteilung der Geschlechter in der kabylischen Gesellschaft

3.1.3 Die männliche Herrschaft

3.1.4.Habitus und Herstellung von Männlichkeit

3.2 Robin Connells Theorie der hegemonialen Männlichkeit

3.2.1. Männlichkeit bei Connell

3.2.2 Hegemonie und hegemoniale Männlichkeit

3.2.3. Untergeordnete Männlichkeiten

3.2.4. Komplizenhafte und marginalisierte Männlichkeiten

4.Praxisbeispiele zur Herstellung von Männlichkeit unter Jungen im gymnasialen Alltag

4.1. Studie am Edith Benderoth- Gymnasium

4.2. Doing Masculinity in Schülerinteraktionen - Statusaushandlungen als Konstruktion von Männlichkeit in der Schule

4.2.1. Symbolische Verweiblichung und Entwertungen

4.2.2. Homosexualitätszuschreibungen

4.2.3. Zusammenfassung Praxisbeispiele

5. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie männliche Identität im gymnasialen Schulalltag durch soziale Interaktionen konstruiert, produziert und reproduziert wird, wobei der Fokus auf den Mechanismen von Inklusion und Exklusion sowie der Abgrenzung gegenüber als "nicht-männlich" wahrgenommenen Verhaltensweisen liegt.

  • Soziale Konstruktion von Geschlecht (Doing Gender/Doing Masculinity)
  • Theoretische Konzepte männlicher Herrschaft nach Bourdieu und Connell
  • Analyse schulischer Schülerinteraktionen und Statusaushandlungen
  • Mechanismen symbolischer Verweiblichung und Homosexualitätszuschreibungen
  • Einfluss hegemonialer Männlichkeitsnormen auf das Schulklima

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Symbolische Verweiblichung und Entwertungen

Die symbolische Verweiblichung von als abweichend der Norm gekennzeichneten Männlichkeiten fungiert als wichtiger Mechanismus zur Herstellung einer Wir- die Anderen- Konfiguration. An ihr lassen sich die Verhältnisse von hegemonialer Männlichkeit, untergeordneter Männlichkeit und komplizenhafter Männlichkeit in der Praxis erkennen.

Innerhalb der Beobachtungen zeigt sich eine Situation, in der Joachim, einer der Klassenaußenseiter, aufgrund seiner scheinbar hohen Stimme von Siegfried, einem Mitschüler, kritisiert wird: „Hey Möcki, was ist denn mit deiner Stimme los? Die ist so hell! So weibliche Formen, ein weiblicher Körper. Möcki, wann ist deine Operation?“ . Ein anderer Mitschüler ruft: „ Er lässt sich operieren, dass er ein Mann wird!“, während die anderen lachen.

Die helle Stimme von Joachim wird von den Mitschülern als abweichend und nicht zum männlichen Habitus passend gekennzeichnet. Joachim inszeniert sich nicht eindeutig als männlich und wird von den anderen nicht als eindeutig männlich angesehen. Durch seine Stimmlage und seinen Körperbau wird er von Siegfried entwertet. Um eine binäre Geschlechterordnung aufrechtzuerhalten, wird er mit Forderungen konfrontiert sich entweder weiblich oder männlich mittels einer Geschlechtsoperation angleichen zu lassen. Sicherlich sind diese Forderungen keineswegs wörtlich gemeint, sie zeigen allerdings sehr deutlich auf, dass eine gewisse Irritation bei den Jungen entsteht, sobald ein Mitschüler von den Männlichkeitsnormen abweicht und nicht deutlich als männlich identifiziert werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz von Männlichkeitskonstruktionen im Schulalltag dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Herstellung und Reproduktion von Männlichkeit durch Jungen.

2. Theoretische Grundlagen zur zweiteiligen Geschlechterordnung: Dieses Kapitel definiert Geschlecht als soziale, historisch veränderbare Konstruktion und erläutert die Begriffe Doing Gender und Doing Masculinity.

3. Theoretische Überlegungen zur Konstruktion männlicher Vorherrschaft: Es werden die zentralen Theorien von Pierre Bourdieu zur männlichen Herrschaft und Robin Connell zur hegemonialen Männlichkeit sowie deren Binnenrelationen detailliert dargelegt.

4. Praxisbeispiele zur Herstellung von Männlichkeit unter Jungen im gymnasialen Alltag: Auf Basis einer Längsschnittstudie werden konkrete Interaktionsmuster, wie symbolische Verweiblichung und Homosexualitätszuschreibungen, als Mittel der Distinktion und Männlichkeitskonstruktion analysiert.

5. Abschließende Betrachtung: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die pädagogische Relevanz des Anpassungszwangs an hegemoniale Männlichkeitsnormen für Jungen in der Schule.

Schlüsselwörter

Doing Masculinity, Doing Gender, hegemoniale Männlichkeit, männliche Herrschaft, soziale Konstruktion, Geschlechterordnung, Schülerinteraktionen, symbolische Gewalt, Habitus, patriarchale Dividende, Männlichkeitsforschung, Schule, Unterordnung, Komplizenschaft, Identitätsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Frage, wie Männlichkeit im gymnasialen Schulalltag nicht als biologische Gegebenheit, sondern als aktiver Prozess der sozialen Konstruktion hergestellt und reproduziert wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Konzepte von Geschlecht als soziale Konstruktion, die Theorien zur männlichen Vorherrschaft nach Bourdieu und Connell sowie die empirische Analyse von Schülerinteraktionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu beleuchten, wie Jungen im gymnasialen Alltag Männlichkeit untereinander herstellen und welche sozialen Mechanismen dabei zur Abgrenzung gegenüber als "nicht-männlich" geltenden Mitschülern eingesetzt werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse theoretischer Männlichkeitskonzepte sowie der Auswertung ethnographischer Daten aus einer Längsschnittstudie von Jürgen Budde und Hannelore Faulstich-Wieland.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur männlichen Herrschaft und hegemonialen Männlichkeit sowie die Analyse von Praxisbeispielen, in denen Interaktionen wie symbolische Verweiblichung und Homosexualitätszuschreibungen untersucht werden.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Doing Masculinity, hegemoniale Männlichkeit, soziale Konstruktion, männliche Herrschaft und Geschlechterordnung charakterisieren.

Warum spielt die Unterscheidung in "Wir-Gruppe" und "die Anderen" eine so wichtige Rolle für die Jungen?

Diese Unterscheidung ist ein zentraler Mechanismus der Identitätsstiftung; durch die Ausgrenzung der "Anderen" definieren sich die Jungen der Wir-Gruppe als Inhaber einer "normalen" und legitimen Männlichkeit.

Welche Bedeutung hat das Lachen der Mitschüler bei den analysierten Beispielen?

Das solidarische Lachen bei der Entwertung eines Mitschülers dient der Herstellung und Bestätigung komplizenhafter Männlichkeit und verdeutlicht die geteilte Deutungsfolie innerhalb der Jungengruppe.

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Details

Title
Herstellung und Reproduktion von Männlichkeit im gymnasialen Alltag
Subtitle
Schule und "Doing Masculinity"
College
University of Paderborn  (Kulturwissenschaften)
Course
Männlichkeit, Migration und Bildung
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2018
Pages
21
Catalog Number
V457438
ISBN (eBook)
9783668893856
ISBN (Book)
9783668893863
Language
German
Tags
Männlichkeit Bourdieu Connell Doing Gender Doing Masculinity Jungenpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2018, Herstellung und Reproduktion von Männlichkeit im gymnasialen Alltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457438
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