Die vorliegende Arbeit beginnt mit einem Kapitel über die Begriffsbestimmung zur Neuen Musik. Sie stellt in einem weiteren Kapitel zwei Vermittlungsstrategien für den Musikunterricht dar, die sich geschichtlich aufgrund verschiedener Reformen ergeben haben. In Kapitel 4 werden drei Publikationen vorgestellt und jeweils im Anschluss daran vom Verfasser dieser Arbeit hinsichtlich ihrer Vermittlungsstrategien und damit verbundenen Unterrichtsmethoden und -inhalten kommentiert.
„In der musikpädagogischen Diskussion […] ist die Frage der Eignung zeitgenössischer Musik als Unterrichtsgegenstand ein immer noch ungelöstes Problem: emphatische Ablehnung auf der einen, euphorische Befürwortung auf der anderen Seite […] Ergebnisse einer Studie von P. BRÖMSE (1977, 108) über „Einstellungen von Lehrern zum Musikunterricht" zeigen, daß bei nur 15 % der befragten Musiklehrer Neue Musik als Unterrichtsgegenstand „erwünscht" ist und nur von 5 % im Unterricht „realisiert" wurde.“
Neue Musik stellt Musiklehrer vor vermeintliche Herausforderungen: Aufgrund ihrer Unkonventionalität und Vielfältigkeit sehen sich nicht wenige Lehrpersonen vor eine Herausforderung gestellt, wenn der Lehrplan die Vermittlung Neuer Musik im Unterricht vorsieht. In den vergangenen Jahrzenten sind vielfältige Publikationen zur didaktischen und methodischen Umsetzung Neuer Musik im Fach Musik erschienen. Die vorliegende Hausarbeit beinhaltet deshalb die Vorstellung zweier zunächst gegensätzlich erscheinender Vermittlungsstrategien für den Musikunterricht und setzt deren Kernaussagen mit den Aspekten dreier ausgewählter Publikationen in einen Zusammenhang. Anhand der Kommentation von drei Ansätzen zur Vermittlung Neuer Musik im Unterricht soll diskutiert werden, welche Vermittlungsstrategie sich bei der Umsetzung Neuer Musik im Unterricht am besten eignet.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 NEUE MUSIK
3 WISSENSVERMITTLUNG IM MUSIKUNTERRICHT
3.1 ENTWICKLUNG DES MUSIKUNTERRICHTS
3.2 OBJEKTZENTRIERTE MUSIKDIDAKTIK
3.3 SUBJEKTZENTRIERTE MUSIKDIDAKTIK
4 KONZEPTE ZUR VERMITTLUNG NEUER MUSIK IM UNTERRICHT
4.1 PERSPEKTIVEN NEUER MUSIK - MATERIAL UND DIDAKTISCHE INFORMATION VON DIETER ZIMMERSCHIED
4.2 NEUES HÖREN UND SEHEN …UND VERMITTELN. PÄDAGOGISCHE MODELLE UND REFLEXIONEN ZUR NEUEN MUSIK
4.3 ZIEHT EUCH WARM AN! EIN UNTERRICHTSPROJEKT ZUM THEMA KÄLTE IN ANLEHNUNG AN HELMUT LACHENMANNS FRIER-ARIE VON JESSICA DÖRR
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht didaktische Strategien zur Vermittlung Neuer Musik im Musikunterricht, um zu analysieren, welche Ansätze sich am besten eignen, um Schülern den Zugang zu dieser oft als herausfordernd empfundenen Musikrichtung zu ermöglichen.
- Gegenüberstellung von objektzentrierter und subjektzentrierter Musikdidaktik.
- Kommentierung ausgewählter musikpädagogischer Publikationen.
- Analyse der didaktischen Konzeptionen von Dieter Zimmerschied und aktuellen Projektansätzen.
- Untersuchung von Motivationsfaktoren für den Musikunterricht.
- Diskussion über die Verbindung von Wissensvermittlung und eigener künstlerischer Erfahrung.
Auszug aus dem Buch
4.2 NEUES HÖREN UND SEHEN …UND VERMITTELN. PÄDAGOGISCHE MODELLE UND REFLEXIONEN ZUR NEUEN MUSIK
Das Netzwerk Musik Saar beteiligte sich von 2008 bis Dezember 2011 mit dem Projekt strukturwandel – neues hören und sehen an Netzwerk Neue Musik, wiederum einem Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes. Ziel des Projekts war es, „die Stärkung der Präsenz der Neuen Musik im Kulturleben und die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu erhöhen und neues Publikum zu gewinnen.“ Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern und der HfM Saar (pädagogische Abteilung) entstanden Vermittlungsprojekte sowohl für Schüler- und Jugendensembles, aber auch junge Menschen ohne spezielle musikalische Vorkenntnisse. Neben Konzerten und Vorträgen gelang es dem Projekt auch neuartigen Präsentationsformen, wie etwa Musiktheater oder Straßenmusik, Raum zu geben.
Im Zusammenhang mit diesem Projekt stand die Tagung „Vermittlungskunst. Tagung zur Qualität und Evaluation von pädagogischen Initiativen in Neuer Musik“ im Jahre 2011 an der HfM Saar. Dieser Kongress stand im Zeichen des Austauschs und der Reflexion über Vermittlung Neuer Musik. Die Schwerpunkte der Workshops und Vorträge behandelten schwerpunktartig „pädagogische Umgangsweisen mit bzw. Zugänge zu Neuer Musik“ und die „Qualität und [die] Erfolgskriterien der musikpädagogischen Arbeit.“ Die Tagungsbeiträge selbst wie auch reflektierende Essays über Teile des Projekts des Netzwerks Musik Saar fanden Einzug in das, für diese Hausarbeit, ausgewählte Gesamtwerk.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Vermittlung Neuer Musik und definiert das Ziel der Arbeit, verschiedene Vermittlungsstrategien zu vergleichen.
2 NEUE MUSIK: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Neuen Musik als Kategorie für Werke des 20. Jahrhunderts und erläutert deren wesentliche musikalische Charakteristika.
3 WISSENSVERMITTLUNG IM MUSIKUNTERRICHT: Es erfolgt ein Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Musikunterrichts sowie eine theoretische Einordnung in objekt- und subjektzentrierte Musikdidaktik.
4 KONZEPTE ZUR VERMITTLUNG NEUER MUSIK IM UNTERRICHT: Dieses Kapitel analysiert drei konkrete Publikationen und deren Ansätze, wie Neue Musik didaktisch methodisch umgesetzt werden kann.
5 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Kombination aus objekt- und subjektzentrierten Ansätzen für einen erfolgreichen Musikunterricht am sinnvollsten erscheint.
Schlüsselwörter
Neue Musik, Musikunterricht, Musikdidaktik, Objektzentrierte Didaktik, Subjektzentrierte Didaktik, Vermittlungsstrategien, Dieter Zimmerschied, Musikvermittlung, Klanggestaltung, Schüleraktivierung, Pädagogische Modelle, Musikpädagogische Forschung, Zeitgenössische Musik, Kompetenzerwerb, Ästhetische Erfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der musikpädagogischen Herausforderung, Neue Musik im schulischen Kontext zu vermitteln, und vergleicht dazu zwei gegensätzliche didaktische Ansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Musikunterrichts, die Unterscheidung zwischen objekt- und subjektzentrierter Didaktik sowie die Analyse konkreter Unterrichtskonzepte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch die Kommentierung ausgewählter Publikationen zu diskutieren, welche Vermittlungsstrategie sich für die Umsetzung Neuer Musik im heutigen Unterricht am besten eignet.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich unterschiedlicher didaktischer Modelle, um eine kritische Bewertung der Vermittlungsstrategien vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Entwicklung, Didaktikmodelle) dargelegt und anschließend drei spezifische Publikationen sowie deren didaktische Konzeptionen analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neue Musik, Musikdidaktik, Vermittlungsstrategien, subjektzentrierter Unterricht und aktive Klanggestaltung geprägt.
Welches Verständnis von Musikdidaktik vertritt der Autor für die objektzentrierte Lehre?
Der Autor verortet die objektzentrierte Didaktik als werkorientierten Ansatz, bei dem die Lehrperson durch Analyse und Wissensvermittlung den Lernprozess steuert.
Was zeichnet den subjektzentrierten Ansatz im Beispiel der "kunst der stunde" aus?
Dieser Ansatz zeichnet sich durch die Auflösung klassischer Klassenstrukturen, die Schaffung von Erfahrungsräumen und die Freiheit der Lernenden bei der Auseinandersetzung mit Musik aus.
Wie bewertet der Autor die Verbindung der beiden Didaktikformen?
Der Autor bewertet eine Kombination der Ansätze als ideal, da sie sowohl kognitive Lerninhalte als auch affektive und psychomotorische Ebenen integriert und somit motivierender wirkt.
- Citation du texte
- Fabian Feichtinger (Auteur), 2018, Vermittlung Neuer Musik. Ein Vergleich didaktischer Überlegungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457559