Zwischen Identitätsbildung und Selbstdarstellung. Soziale Netzwerke und ihre Beeinflussung der kindlichen Psyche


Hausarbeit, 2017

14 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Gliederung der Hausarbeit:

1. Einleitung

2. Online Social Networks
2.1. Definition
2.2. Das soziale Netzwerk Facebook

3. Die Social Network Nutzer
3.1. Die Gruppe der Jugendlichen- Eine Begriffserläuterung
3.2. Nutzung der sozialen Netzwerke durch Jugendliche

4. Selbstdarstellung
4.1. Wie erfolgt Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken?
4.2. Depressionen - Eine Definition
4.3. Auswirkungen sozialer Netzwerke auf die psychische Gesundheit
4.4. Hilfestellung bei psychischen Erkrankungen

5. Fazit

Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Medien besitzen heutzutage ein „beträchtliches Beeinflussungspotential für die Entstehung von Entwicklungsstörungen und Verhaltensabweichungen“ (Nevermann & Reicher, 2009, S. 156 f.) Einen Alltag ohne soziale Netzwerke kann man sich kaum noch vorstellen. Ein großer Anteil der Bevölkerung ist Mitglied bei mindestens einem sozialen Netzwerk (vgl. JIM, 2015). Dabei handelt es sich bei Facebook um das größte soziale Netzwerk. Facebook verfügt über 65 Milliarden Nutzer weltweit (vgl. statista.com). In dieser Ausarbeitung wird ein besonderes Augenmerk auf die Selbstdarstellung Jugendlicher in dem sozialen Netzwerk Facebook gelegt. Zunächst sollen dabei der Begriff „Social Networks“ und die Gruppe der Jugendlichen als Nutzer definiert und eingeschränkt werden, bevor der Begriff der „Selbstdarstellung“ mit seinen möglichen Risiken und Folgen genauer dargelegt wird. Was ist eigentlich eine Depression? Nach einer kurzen Definition soll dann die Frage geklärt werden, inwieweit die Selbstdarstellung Jugendlicher in sozialen Netzwerken eine psychische Belastung mit sich bringt oder inwiefern die Nutzung als solche empfunden wird. Dabei sollen nicht nur die negativen Aspekte sozialer Netzwerke aufgegriffen werden, sondern auch positive Punkte sollen eine Rolle spielen. Bringen soziale Netzwerke und die Selbstdarstellung Jugendlicher wirklich nur negative Auswirkungen auf die menschliche Psyche mit sich oder können Social Network Sites sogar zur Bewältigung einer Depression beitragen? Anschließend wird noch geklärt, wie der Entstehung von depressiven Erkrankungen durch die Nutzung sozialer Netzwerke entgegengewirkt werden kann. Die vorangestellten Punkte sollen in einem anschließenden Fazit noch einmal festgehalten und zusammengefasst werden.

2. Online Social Networks

Im Folgenden sollen Social Network Sites zunächst definiert und der Unterschied zwischen sozialen Netzwerken im engen und weiten Sinne dargelegt werden. Des Weiteren wird Facebook als eines der bedeutendsten sozialen Netzwerke zur genaueren Betrachtung herangezogen.

2.1. Definition

Social Network Sites werden auch als „Anwendungsplattformen“ bezeichnet, die „Informationen über Beziehungen zwischen Personen“ liefern. Franz Josef Röll unterscheidet zwischen sozialen Netzwerken im engen und im weiten Sinne. Dabei verwenden Mitglieder in sozialen Netzwerken im engeren Sinne Pseudonyme während in sozialen Netzwerken im weiten Sinne Mitgliederprofile erstellt werden und die Nutzer in ihrer „realen Identität“ auftreten (vgl. Röll, 2010, S. 265). Als drei Hauptmotive der Nutzung sozialer Netzwerke werden „Selbstdarstellung, Vernetzen“ und das themenbezogene Informieren angeführt. Denn das „Prinzip“ der „Netzwerkplattformen“ ist es, „das man sich als Nutzer auf einer Plattform registriert und Angaben zur eigenen Person hinterlegt“ (Schmidt, 2013, S. 11). Soziale Netzwerke erleichtern die Kontaktpflege, die Veröffentlichung und Bearbeitung von Informationen. (vgl. ebd., S. 10f.).

2.2. Das soziale Netzwerk Facebook

Facebook gilt mit 20 Millionen Nutzern, allein in Deutschland, nicht nur als bekannteste, sondern auch als am meisten genutzte Netzwerkplattform (vgl ebd., S.12). „Instagram“, wobei es sich ebenfalls um eine zu Facebook gehörende Social Media Plattform handelt, verfügte im Juni 2016 über circa 400 Millionen Nutzer, während Facebook selbst in diesem Monat 1.65 Milliarden aktive Nutzer verbuchen konnte. Somit handelt es sich bei Facebook um das weltweit größte soziale Netzwerk (Christakis & Fowler, 2012, S.33ff.).

3. Die Social Network Nutzer

Jährlich ist ein prozentualer Anstieg der Social Network Nutzer zu verzeichnen. Während 2008 „nur 21 Prozent der Onliner mit einem eigenen Profil in einem sozialen Netzwerk angemeldet“ waren, so waren es 2012 bereits 43 Prozent mit einem Profil (Röll, 2010, S. 271). Im Durchschnitt verbringen Nutzer täglich 54 Minuten in einem sozialen Netzwerk, wobei die Dauer des Aufenthaltes in sozialen Netzwerken bei Jugendlichen höher ist. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Kommunikation, welche das Schreiben und Kommentieren von Beiträgen ebenso wie das Verschicken von Nachrichten und das Chatten beinhaltet.

Ebenfalls wichtig ist das Preisgeben von Informationen bezüglich der eigenen Persönlichkeit. Fotos, Videos und Erlebnisse werden durch Nutzer veröffentlicht. Auch zum Informieren bezüglich Hobbies oder Politik und Nachrichten werden Soziale Netzwerke vielfach genutzt (vgl. ebd., S. 272).

3.1. Die Gruppe der Jugendlichen- Eine Begriffserläuterung

Da in der vorliegenden Ausarbeitung die Gruppe der Jugendlichen betrachtet werden soll, soll diese Gruppe nun zunächst definiert werden. Dem Gabler Wirtschaftlexikon zufolge handelt es sich bei Jugendlichen nach gesetzlicher Einordnung um „Personen von 14 bis noch nicht 18 Jahren“ (Gabler Wirtschaftslexikon). Allgemein wird das Jugendalter als Zeit zwischen Kindheit und reifem oder mittlerem Lebensalter bezeichnet (vgl. Hurrelmann, 2000). Das Jugendalter als eigenständige Phase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter erfährt meist eine Eingrenzung von 13 bis 18 Jahren (vgl. Süss & Hipeli, 2010, S. 146).

3.2. Nutzung der sozialen Netzwerke durch Jugendliche

Social Network Sites bringen das „Bedürfnis des Einzelnen nach Beziehungen zum Ausdruck“ (Röll, 2010, S. 280).

Es geht um die Erweiterung der bisherigen sozialen Kontakte zur virtuellen und realen Alltagskultur. […] Die Eingebundenheit in eine soziale Gemeinschaft wird als Notwenigkeit angesehen, um sich in der aktuellen Gesellschaft behaupten zu können. (ebd., S. 280).

Online Communities werden mittlerweile durch fast drei Viertel der Jugendlichen genutzt. […] Viele Jugendliche sind sogar mehrmals am Tag dort anzutreffen. Dies gilt insbesondere für 14 bis 15- Jährige. Um in den Netzwerken gefunden werden zu können und Kontakt zu möglichst vielen Freunden aufbauen und pflegen zu können, ist es notwendig, persönliche Daten preiszugeben. Somit ist „das Risiko einer potentiellen Verletzung der eigenen Persönlichkeitsrechte“ gegeben, „da über intime Daten, Fotos oder Videoclips zumeist problemlos verfügt werden kann“ (Mühlberger, 2010, S. 212). Ein Missbrauch von persönlichen Daten und Inhalten ohne das Wissen der Nutzer sei damit nicht ausgeschlossen (vgl. ebd., S. 212). Soziale Netzwerke sind nicht nur zum Erhalt und zur Aufnahme von Kontakten von Nutzen, sondern dienen auch zur Informationsbeschaffung oder zum Vertreib von Langeweile. Außerdem erfüllen sie identitätsbildende Funktionen und können zur Bearbeitung von gesellschaftlichen und kulturellen Handlungsaufgaben eingesetzt werden (vgl. Tillmann, 2010, S. 22). Die Tatsache, dass 75 Prozent der Jugendlichen in Deutschland ein Facebook Profil besitzen (vgl. JIM, 2014), verdeutlicht, dass sozialen Netzwerken heutzutage eine immer größere Bedeutung im alltäglichen Leben der Jugendlichen zukommt (vgl. Katzer, 2014, S. 22). In den Phasen der Identitätsbildung, sowohl der persönlichen als auch der sexuellen Identität, werden soziale Netzwerke und mit ihnen eine virtuelle Welt, in der die Jugendlichen auf Online-Freunde treffen, immer wichtiger (vgl. ebd.). Eine virtuelle Welt ermöglicht den Jugendlichen ganz andere Möglichkeiten als die Realität (vgl. Süss & Hipeli, 2010, S. 148). Bei sozialen Netzwerken handelt es sich um Orte, in denen Jugendliche verschiedene Identitäten annehmen und Rollen erproben können (vgl. ebd.). Katzer vergleicht soziale Netzwerke auch mit einer sozialen Probebühne (vgl. Katzer, 2014, S. 12).

4. Selbstdarstellung

Der Drang sich so gut wie möglich darstellen zu wollen und die Tatsache, dass auch eine möglichst positive, aber oftmals auch verfälschte Darstellung der Facebook-Kontakte erfolgt, führt oftmals dazu, dass Jugendliche die Nutzung des sozialen Netzwerkes als psychische Belastung empfinden (Süddeutsche Zeitung, 2012). Inwieweit eine Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken erfolgt, was unter einer Depression verstanden wird und inwiefern Facebook wirklich unglücklich macht, wird in den nachfolgenden Kapiteln dargelegt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Zwischen Identitätsbildung und Selbstdarstellung. Soziale Netzwerke und ihre Beeinflussung der kindlichen Psyche
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Bildungswissenschaften)
Note
1.0
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V457629
ISBN (eBook)
9783668888180
ISBN (Buch)
9783668888197
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogik, Psychologie, Selbstdarstellung, Identität, Kindheit, Schule, soziale Netzwerke, Facebook, Bildungswissenschaften, Lehramt
Arbeit zitieren
Katharina Ontrup (Autor), 2017, Zwischen Identitätsbildung und Selbstdarstellung. Soziale Netzwerke und ihre Beeinflussung der kindlichen Psyche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457629

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