Die Migrationswellen der vergangenen Jahre haben die Frage nach einer funktionierenden Integration neu aufgeworfen. In der Erwachsenenbildung stehen sozial- und innenpolitische Herausforderungen inzwischen im Mittelpunkt.
Wie entwickeln sich die Kompetenzen von Migrantinnen und Migranten in einem Integrationskurs? Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Anja Forster setzt sich in ihrer Publikation mit der Kompetenzförderung in Weiterbildungskursen auseinander.
Kompetenz beschreibt die Handlungsfähigkeit einer Person in verschiedenen Situationen. Forster untersucht im Einzelnen die Sozialkompetenz, Fachkompetenz sowie Selbstkompetenz von Migrantinnen und Migranten. Sie zeigt, wie Weiterbildungskurse diese Kompetenzen verbessern können.
Aus dem Inhalt:
- Integration;
- Geflüchtete;
- Asylbewerber;
- Gesellschaft;
-
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ziel und Fragestellung
3 Relevanz der Fragestellung
4 Ausgangslage und aktueller Stand der Forschung
5 Theoretischer Rahmen - Notwendigkeit zur Entwicklung von Kompetenzen.
6 Methodische Vorgehensweise
7 Untersuchungsinstrument
8 Auswertung Interview
8.1 Sozialkompetenz
8.2 Fachkompetenz
8.3 Selbstkompetenz
9 Fazit Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich die individuellen Kompetenzen von Migrantinnen und Migranten durch die Teilnahme an spezifischen Weiterbildungsmaßnahmen verbessern lassen und welche Rolle diese Entwicklung für die gesellschaftliche sowie berufliche Integration spielt.
- Analyse der Kompetenzentwicklung (Sozial-, Fach- und Selbstkompetenz) bei Teilnehmern von Weiterbildungskursen
- Untersuchung der Bedeutung von Sprachkenntnissen als Grundlage für berufliche Integration
- Evaluierung des iIfMuF-Programms als Instrument der individuellen Integrationsförderung
- Einsatz des episodischen Interviews zur qualitativen Erfassung von subjektiven Lernerfahrungen
Auszug aus dem Buch
8.1 Sozialkompetenz
Im ersten Aspekt untersuchte die Autorin welche Aussagen die Interviewpartner zum Thema Sozialkompetenz getroffen haben. Wie im Kapitel fünf theoretisch dargelegt, handelt es sich bei dieser Kompetenz um die zwischenmenschlichen Beziehungen. Wie bereits im Kapitel Kompetenzen dargestellt handelt es sich bei dieser Kompetenz um eine Handlungsfähigkeit wie mit anderen Personen umgangen werden sollte. Vor allem wir d dabei von LEHMANN/NIEKE darauf eingegangen, dass es sich um die Bereitschaft handelt, unter anderem mit Konflikten angemessen umgehen zu können, tolerant und solidarisch zu handeln, emphatisch anderen gegenüber zu sein und im Allgemeinen am gesellschaftlichen Miteinander teilzu haben. (vgl. Lehmann/Nieke, 2000)
Die erste Interviewpartnerin war Anna. Durch Ihre sprachliche Kompetenz war es für sie gut möglich die gestellten Fragen zu beantworten. Sie erzählte, dass sie Lehrerin von Beruf ist (vgl. Interview Anna, Z.2) Im weiteren Verlauf schilderte sie, dass sie durch Empfehlungen ihren Beruf gewechselt hatte.
„Dann habe ich gewechselt, eine ganz andere Arbeit gemacht oder gefunden mehr mit meinen Talenten kann man sagen oder Fähigkeiten. Ich organisierte und moderierte viel Veranstaltungen, Konzerte und Show und arbeitete mit bekannten Menschen und es war meins.
(Interview Anna, Z. 4-7)“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Migrationsbewegung und die damit verbundenen Herausforderungen für die Erwachsenenbildung ein, wobei der Fokus auf der Bedeutung von Kompetenzförderung liegt.
2 Ziel und Fragestellung: Das Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, die Kompetenzentwicklung von Migranten durch Weiterbildungskurse zu untersuchen, und grenzt die betrachteten Kompetenzbereiche ein.
3 Relevanz der Fragestellung: Hier wird die bildungspolitische Bedeutung der Integration von Flüchtlingen und Migranten in den Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels erörtert.
4 Ausgangslage und aktueller Stand der Forschung: Es wird ein Überblick über relevante Studien des BAMF gegeben, die den Forschungsstand zur Integration und zum Zweitspracherwerb beleuchten.
5 Theoretischer Rahmen - Notwendigkeit zur Entwicklung von Kompetenzen.: Dieses Kapitel widmet sich der theoretischen Fundierung des Kompetenzbegriffs, der Abgrenzung zu Qualifikationen und der Definition spezifischer Kompetenzarten.
6 Methodische Vorgehensweise: Die methodische Basis der Arbeit wird erläutert, wobei das episodische Interview und der Prozess der induktiven Kategorienbildung im Zentrum stehen.
7 Untersuchungsinstrument: Hier wird das episodische Interview als forschungspraktisches Instrument detailliert beschrieben und begründet.
8 Auswertung Interview: Die empirischen Ergebnisse werden für die drei Hauptbereiche Sozialkompetenz, Fachkompetenz und Selbstkompetenz anhand der geführten Experteninterviews analysiert.
9 Fazit Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst, kritisch reflektiert und die Bedeutung der individuellen Förderung für die Integration hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Kompetenzförderung, Weiterbildung, Migration, Integration, Erwachsenenbildung, episodisches Interview, Sozialkompetenz, Fachkompetenz, Selbstkompetenz, Sprachbarrieren, Qualifizierung, Integrationskurs, Arbeitsmarkt, Migrationshintergrund, Bildungsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie Weiterbildungskurse zur Kompetenzförderung von Migrantinnen und Migranten beitragen und deren Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Analyse konzentriert sich auf Sozialkompetenz, Fachkompetenz und Selbstkompetenz von Personen mit Migrationshintergrund in spezifischen Integrationsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie sich die Kompetenzen der Teilnehmenden durch die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen verbessern und wie dies ihre berufliche Perspektive beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datenerhebung verwendet?
Die Verfasserin nutzt das qualitative „episodische Interview“, um subjektive Erfahrungen und Lernprozesse der Teilnehmenden detailliert zu erfassen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Definition der Kompetenzarten, die Erläuterung der Forschungsmethodik sowie die detaillierte Auswertung der Interviews unterteilt in Sozial-, Fach- und Selbstkompetenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Kompetenzförderung, Integration, Erwachsenenbildung, Migrationshintergrund und die methodische Auswertung qualitativer Interviews.
Wie bewerten die Teilnehmer den Kurs in Bezug auf ihre Fachkompetenz?
Die Teilnehmer berichten von einer Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse und fachlicher Grundlagen, wobei der Abbau von Sprachbarrieren als essenzieller Schritt für das berufliche Fortkommen hervorgehoben wird.
Welchen Einfluss hat das Alter auf die Selbstkompetenz der Interviewten?
Die Analyse zeigt, dass ältere Teilnehmer wie Anna aufgrund ihrer größeren Lebenserfahrung bereits über gefestigtere Selbstkompetenzen verfügen, während jüngere Teilnehmer wie Pham noch in einer stärkeren Abhängigkeit von externer Anleitung stehen.
Warum ist laut der Autorin der soziale Kontakt während des Kurses so wichtig?
Der Austausch untereinander wird als essenziell für die gegenseitige Unterstützung und den Abbau von Hemmungen bei der Anwendung der Fremdsprache beschrieben.
Gibt es Grenzen bei der Anwendung des gewählten Untersuchungsinstruments?
Die Autorin stellt fest, dass die Durchführung episodischer Interviews bei Teilnehmern mit noch geringen Sprachkenntnissen herausfordernd ist und die Qualität der Ergebnisse durch die notwendige Hilfestellung während des Gesprächs beeinflusst werden kann.
- Citar trabajo
- Anja Forster (Autor), 2019, Kompetenzförderung in Weiterbildungskursen für Migrantinnen und Migranten. Integration in der Erwachsenenbildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457643