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Das faschistische Italien als Erbe des Imperium Romanums. Zelebrierung des Römertums als ideologisches Legitimationswerkzeug

Title: Das faschistische Italien als Erbe des Imperium Romanums. Zelebrierung des Römertums als ideologisches Legitimationswerkzeug

Term Paper , 2014 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lucius Müller (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt auf der Leitfrage, mit welchen Mitteln versucht wurde, das faschistische Italien als rechtmäßigen Erben des Imperium Romanums zu legitimieren.

Am 9. Mai 1936 um 21:45 Uhr verkündete Benito Mussolini auf dem Balkon des Palazzo Venezia: „L'Italia ha finalmente il suo impero“. Italien als „Imperium“ auszurufen war für Mussolini nicht nur die einfache Verwendung eines Terminus, sondern sollte den Grundstein darstellen für die groß angelegte Adaption des Imperium Romanums. Abgesehen von der Ausrufung des Imperiums: „Il popolo italiano ha creato col suo sangue l‟impero“, rühmt er sich mit der Stärke der Antike: „della potenza del littorio romano“. Mussolini sah sein Werk: „la riapparizione dell‟impero sui colli fatali di Roma“, als vollbracht.

Zur Legitimation der Wiederherstellung stellte er den Anwesenden an diesem Tag folgende Frage: „ne sarete voi degni?“ Diese antworteten ihm entschieden mit „Sì“. Mit dieser Verkündung sollte für Italien ein neues Zeitalter anbrechen, „che il secondo secolo sia ancora più ricco di gloria del primo!“ Das besagte Jahr wurde von Mussolini damals auch bedeutungsschwer als „Anno primo dell'impero“ angepriesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Integrationsideologie vor dem Faschismus

2.1 Das Leitbild Roms im Risorgimento

2.2 „Vittoria mutilata“ nach dem Ersten Weltkrieg

2.3 Aufkommen des imperialistischen Drangs

3. Identifikation mit dem Fascis

3.1 Verwendung des Fascis in Parteinamen

3.2 Das Fascis als Emblem des Faschismus

4. Inszenierung des Römertums

4. 1 Organisation des Marsches auf Rom

4.2 Selbstdarstellung Mussolinis als zweiter Augustus

4.3 Die Paradestraße Via dell'Impero

5. Berufung auf Polybios Verfassungstheorie

6. Mussolinis Werk “Roma Antica Sul Mare”

7. Intervention in Abessinien

7.1 Strategische Vorbereitungen

7.2 Legitimation des Abessinienkrieges

7.3 Gleichsetzung mit Scipio Africanus

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, mit welchen Mitteln der italienische Faschismus das antike Römische Reich als ideologisches Fundament nutzte, um das eigene Herrschaftssystem zu legitimieren und das Ziel einer imperialen Wiederherstellung des "Imperium Romanum" zu verfolgen.

  • Die historische Vorbildfunktion des antiken Roms im italienischen Risorgimento.
  • Die Instrumentalisierung des Fascis-Symbols zur Identitätsstiftung.
  • Mussolinis Selbstinszenierung als "zweiter Augustus" und die architektonische Umgestaltung Roms.
  • Die theoretische Rückbindung an Polybios zur Rechtfertigung der faschistischen Verfassung.
  • Die imperiale Legitimation durch den Abessinienkrieg und die Gleichsetzung mit Scipio Africanus.

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Fascis als Emblem des Faschismus

Das Symbol des Fascis begleitet den Faschismus in seiner Laufbahn wie ein beständiger Schatten. Die Partito Nazionale Fascista trug in ihrem Wappen das Symbol eines Fascis, sowie auch im Emblem der Partei (Abb. 1). Zudem verwendete Mussolini das Liktorenbündel bewusst auch als Symbol seiner persönlichen Standarte (Abb. 2), um eine Identifikation seiner eigenen Person mit dem Fascis zu erwirken. Um die Mitglieder der Partei auf die neue Ära des Faschismus einzustimmen, verwendete man bei den Parteikarten ebenfalls das Symbol des Fascis, und zwar in Kombination mit einem Adler im Flug (Abb. 3).

Im Zuge der kolonialen Expansion des faschistischen Italiens wurde bei eroberten Ländern, ein Fascis in die Nationalflaggen eingefügt. So befindet sich das Fascis gesäumt von einem Lorbeerkranz auf der Flagge, der von 1934 bis 1943 bestehenden Kolonie Italienisch-Libyen. (Abb.4) Nach der Annektierung Abessiniens im Jahre 1936 zierte das Fascis zudem auch die neue Flagge von Italienisch-Ostafrika (Abb. 5). Nach der Besatzung Albaniens, wurden der albanischen Flagge 1939 ebenfalls zwei schwarze Fasces hinzugefügt. (Abb. 6).

Während des Ausgangs des Zweiten Weltkrieges tauchte das Fascis noch einmal in der Kriegsflagge des 1943 gegründeten Staat Repubblica Sociale Italiana (RSI) auf (Abb. 7), im deutschsprachigen Raum „Italienische Sozialrepublik“ genannt. Auffällig ist hierbei jedoch, dass die besagte Flagge eine sehr große Ähnlichkeit aufweist, zu die aus der Zeit des Risorgimentos stammt und als „Flagge der Römische Republik 1849“ (Abb. 8) betitelt wurde.

Seinen Beweggrund für die kontinuierliche Verwendung des Fascis, formulierte Benito Mussolini selbst wie folgt: „Roma è il nostro punto di partenza e di riferimento; è il nostro simbolo o, se si voule, il nostro mito“. In einer Ausgabe von „Il Popolo d’italia“ betonte er: „Romano è il Littorio, romana è die nostra organizzione di combattimento, romano è il nostro orgoglio è il nostro coraggio“ Zudem führte er als ideologischen Aspekt an, der Faschismus fordere „Disziplin und eine Autorität, die in die Geister eindringt und darin unumstritten herrscht. Sein Wahrzeichen ist daher das Liktorenbündel, das Symbol der Einheit, der Kraft und der Gerechtigkeit. Mit dieser Erhebung des römischen Fascis, zum allgegenwärtigen Wahrzeichen, erreichte Mussolini, dass sobald vom Faschismus die Rede ist, man bis heute stets dieses Symbol damit assoziiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das faschistische Ziel der Wiederherstellung des römischen Imperiums ein und erläutert die Leitfrage zur Legitimierung dieses Anspruchs.

2. Integrationsideologie vor dem Faschismus: Dieses Kapitel analysiert, wie Rom bereits während des Risorgimentos und nach dem Ersten Weltkrieg als identitätsstiftendes Leitbild für Italien diente.

3. Identifikation mit dem Fascis: Es wird untersucht, wie das Symbol des Liktorenbündels etymologisch und ideologisch in die faschistische Parteienstruktur und Symbolik eingebettet wurde.

4. Inszenierung des Römertums: Das Kapitel befasst sich mit der bewussten Inszenierung durch den Marsch auf Rom, Mussolinis Augustus-Kult und bauliche Großprojekte wie die Via dell'Impero.

5. Berufung auf Polybios Verfassungstheorie: Die Arbeit zeigt auf, wie der Faschismus philosophische Staatstheorien der Antike nutzte, um die eigene Regierungsform zu rechtfertigen.

6. Mussolinis Werk “Roma Antica Sul Mare”: Eine Analyse von Mussolinis Schrift über die römische Seemacht und deren Bedeutung für seine eigene imperialistische Außenpolitik.

7. Intervention in Abessinien: Dieses Kapitel beleuchtet die militärische und ideologische Vorbereitung, Legitimation und historische Überhöhung des Abessinienkrieges durch den Vergleich mit Scipio Africanus.

8. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das faschistische Imperium primär eine ideologische Wunschvorstellung blieb, deren Wirksamkeit mit dem Zweiten Weltkrieg rasant abnahm.

Schlüsselwörter

Faschismus, Benito Mussolini, Imperium Romanum, Römertum, Ideologie, Fascis, Liktorenbündel, Abessinienkrieg, Scipio Africanus, Augustus, Via dell'Impero, Risorgimento, Vittoria mutilata, Machtlegitimation, Politische Inszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert die ideologische Bezugnahme des italienischen Faschismus unter Benito Mussolini auf das antike Römische Reich als zentrales Legitimationsinstrument.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Kontinuität des römischen Mythos von der Einigung Italiens bis zur faschistischen Ära, die symbolische Verwendung des Fascis, die propagandistische Inszenierung und die militärisch-politische Expansion in Afrika.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen Mitteln Mussolini versuchte, das faschistische Italien als rechtmäßigen Erben des "Imperium Romanum" zu stilisieren und zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die Primärquellen (Reden, Schriften Mussolinis) und fachwissenschaftliche Sekundärliteratur zur faschistischen Geschichte und Ideologie verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Ideengeschichte des römischen Leitbildes, die symbolische Identifikation mit dem Liktorenbündel, konkrete Inszenierungsformen und die praktische Anwendung dieser Ideologie im Abessinienkrieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Faschismus, Imperium Romanum, Instrumentalisierung, Identitätsstiftung und propagandistische Geschichtsbilder definieren.

Warum spielt der "Marsch auf Rom" eine so bedeutende Rolle für die Argumentation?

Der Marsch auf Rom wird vom Autor als ein Wendepunkt interpretiert, an dem Mussolini die Machtübernahme gezielt durch römische Adaptionen (z. B. "manipoli") als historisch legitimierten Akt der "Wiedergeburt" Roms inszenierte.

Welche Funktion hatte der Film "Scipione l'Africano" im Kontext der faschistischen Propaganda?

Der Film diente als zentrales Instrument, um durch die Gleichsetzung Mussolinis mit dem siegreichen Feldherrn Scipio Africanus den imperialen Anspruch des "neuen Roms" visuell und emotional zu untermauern.

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Details

Title
Das faschistische Italien als Erbe des Imperium Romanums. Zelebrierung des Römertums als ideologisches Legitimationswerkzeug
College
University of Constance
Grade
1,0
Author
Lucius Müller (Author)
Publication Year
2014
Pages
34
Catalog Number
V458085
ISBN (eBook)
9783668875623
ISBN (Book)
9783668875630
Language
German
Tags
italien erbe imperium romanums zelebrierung römertums legitimationswerkzeug
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lucius Müller (Author), 2014, Das faschistische Italien als Erbe des Imperium Romanums. Zelebrierung des Römertums als ideologisches Legitimationswerkzeug, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458085
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