Diese Arbeit beleuchtet Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung, insbesondere das Asperger-Syndrom. Dazu werden mögliche Ursachen und der sonderpädagogische Förderbedarf näher betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung
2. Beschreibung und Beginn der typischen autistischen Störung
3. Das Asperger-Syndrom
3.1 Abgrenzung vom ursprünglichen Autismus
3.2 mögliche Ursachen des Asperger-Syndroms
3.3 sonderpädagogischer Förderbedarf im Hinblick auf Aspekte schulischer Förderung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Asperger-Syndrom als tiefgreifende Entwicklungsstörung innerhalb des Autismusspektrums wissenschaftlich einzuordnen und insbesondere die sonderpädagogischen Herausforderungen in der schulischen Förderung zu beleuchten.
- Historische Betrachtung und Einordnung von Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung.
- Differenzierung zwischen frühkindlichem Autismus, Asperger-Syndrom und atypischem Autismus.
- Analyse der spezifischen Symptomatik und Ursachen des Asperger-Syndroms.
- Diskussion sonderpädagogischer Erklärungs- und Handlungsmodelle für den schulischen Kontext.
- Darstellung von Strukturierungshilfen und Fördermöglichkeiten für betroffene Kinder und Jugendliche.
Auszug aus dem Buch
3.1 Abgrenzung vom ursprünglichen Autismus
1994 veröffentlichte der österreichische Kinderarzt Hans Asperger die Beschreibung einer Gruppe von Kindern, die seiner Meinung nach von einer normalen Persönlichkeitsentwicklung abwichen. Er fasste eine ausführliche Darstellung dieser vier Jungen mit einer psychischen Eigenart zusammen, die er bis dahin noch nirgends beschrieben fand. Asperger publizierte seine Beobachtungen und bezeichnete den beobachteten Zustand als "autistische Psychopathie" und die vier Jungen damit als "autistische Psychopathen". Das war der Anfang des Asperger-Syndroms. Die äußeren Anzeichen der vier Jungen sprachen eindeutig für Autismus. Charakteristisch hierbei waren die Störungen im Blickkontakt sowie der fehlende Bezug von Gestik und Körperhaltung auf die Situation. Im Gegensatz zum ursprünglichen Autismus verfügten die Jungen aber über eine gut entwickelte sprachliche Kompetenz und führten keine typisch altersgemäße Kommunikation. Asperger beschreibt die Ausdrucksweise als eher erwachsen anstatt, wie erwartet, kindlich. Darüber hinaus hatten zwei der Jungen eine unreife Motorik, was sich in unbeholfenen Bewegungen ausdrückte. Im Hinblick auf den Kontakt zu anderen und die Reaktion auf Mitmenschen stellte Asperger hier eine ausgeprägte Kontaktstörung fest, die sich durch aggressives Verhalten und heftige Affektausbrüche äußerte. Die anderen zwei Jungen hatten weniger Kontaktstörungen mit Anderen, dafür aber weitaus größere Lernschwierigkeiten.
Diese ursprünglichen Beschreibungen Aspergers entsprechen nicht ganz der heutigen Asperger-Diagnose, jedoch stimmen die Grundzüge seiner Sicht in großem Umfang mit den heutigen Erkenntnissen überein. Seit 1992 ist das Asperger-Syndrom ein "offiziell anerkannter Diagnosebegriff" und gehört zur Gruppe der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Anlehnend an eine offizielle Definition der WHO lässt sich das Asperger-Syndrom durch drei Störungsaspekte charakterisieren, die vorab grob als Schwierigkeiten in Kontakt, Sprache und Gewohnheiten unterteilt werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Definition von Autismus und beschreibt die wesentlichen qualitativen Veränderungen in der sozialen Kommunikation und Interaktion.
2. Beschreibung und Beginn der typischen autistischen Störung: Hier werden die Kernsymptome der sozialen Dysfunktion sowie die Schwierigkeiten bei der Bestimmung des Krankheitsbeginns und die diagnostische Einordnung im DSM-IV thematisiert.
3. Das Asperger-Syndrom: Dieses Kapitel bildet den Schwerpunkt der Arbeit und analysiert die Entstehung der Diagnose, die Abgrenzung zum frühkindlichen Autismus sowie die spezifischen Ursachen.
3.1 Abgrenzung vom ursprünglichen Autismus: Dieser Abschnitt vergleicht die ursprüngliche Fallbeschreibung durch Hans Asperger mit dem heutigen Krankheitsverständnis und den klinischen Hauptmerkmalen.
3.2 mögliche Ursachen des Asperger-Syndroms: Der Fokus liegt hier auf biologischen und genetischen Erklärungsansätzen, wobei die wissenschaftliche Beweislage kritisch betrachtet wird.
3.3 sonderpädagogischer Förderbedarf im Hinblick auf Aspekte schulischer Förderung: Dieses Kapitel erläutert konkrete pädagogische Maßnahmen, wie die Strukturierung der Lernumgebung und die Förderung der sozialen Teilhabe bei autistischen Schülern.
Schlüsselwörter
Autismus, Asperger-Syndrom, tiefgreifende Entwicklungsstörung, soziale Dysfunktion, Sonderpädagogik, schulische Förderung, Kommunikation, Interaktion, Wahrnehmungsförderung, Spezialinteressen, Strukturierungshilfen, Verhaltensspektrum, Diagnose, Hans Asperger, Förderbedarf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Asperger-Syndrom als eine Form der tiefgreifenden Entwicklungsstörung innerhalb des Autismusspektrums und untersucht dessen historische Entwicklung, Symptomatik und sonderpädagogische Relevanz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die klinische Differenzierung autistischer Störungen, die Ursachenforschung sowie die praktische Gestaltung schulischer Förderangebote für betroffene Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit Asperger-Syndrom zu schaffen, um daraus fundierte Ansätze für eine gelingende sonderpädagogische Unterstützung im Schulalltag abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Modelle und Empfehlungen (unter anderem der Kultusministerkonferenz) zur Förderung von Kindern mit autistischem Verhalten zusammenfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die allgemeine Einordnung von Autismus, eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Asperger-Syndrom (inklusive Ursachen) sowie eine Analyse von Fördermöglichkeiten wie der Strukturierung der Lernumgebung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Autismus, Asperger-Syndrom, sonderpädagogischer Förderbedarf, soziale Interaktion und Strukturierungshilfen charakterisiert.
Wie grenzt sich das Asperger-Syndrom vom frühkindlichen Autismus ab?
Im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus weisen Menschen mit Asperger-Syndrom meist keine Intelligenzminderung auf und verfügen über eine vergleichsweise gut entwickelte Sprache, zeigen jedoch spezifische Probleme in der motorischen Koordination und der sozialen Interaktion.
Warum ist die Strukturierung der Lernumgebung so entscheidend?
Strukturierungshilfen vermitteln betroffenen Kindern Sicherheit und Routine, was Ängste reduziert, das Erkennen von Zusammenhängen erleichtert und somit die Grundlage für erfolgreiches Lernen schafft.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei der Förderung?
Die Lehrkraft ist die zentrale Bezugsperson, deren Akzeptanz gegenüber der Beeinträchtigung des Schülers sowie die methodische Kompetenz bei der Gestaltung der Lernumgebung maßgeblich über den schulischen Erfolg entscheiden.
- Arbeit zitieren
- Sandra Schulz (Autor:in), 2016, Das Asperger-Syndrom als tiefgreifende Entwicklungsstörung innerhalb des Autismusspektrums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458193