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Kants Konzept der "unsichtbaren Kirche" - dargestellt im Kontext der ethischen und religionsphilosophischen Schriften

Title: Kants Konzept der "unsichtbaren Kirche" - dargestellt im Kontext der ethischen und religionsphilosophischen Schriften

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 19 Pages , Grade: gut

Autor:in: Dr. med. Ernst Seiffert (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Die Vorrede zu seiner Religionsschrift beginnt Kant programmatisch und im klaren Einklang mit den Prinzipien seiner kritischen Philosophie, wenn er sagt: »Die Moral […] bedarf weder der Idee eines anderen Wesens über ihm [sc. dem Menschen], um seine Pflicht zu erkennen, noch einer anderen Triebfeder als des Gesetzes selbst, um sie zu beobachten« . Weiter führt er aus, daß Moral daher nicht auf Religion angewiesen ist, ja daß sie nicht einmal einen Zweck für moralisches Handeln angeben muß, da sie sich allein auf das durch die reine praktische Vernunft erkannte Sittengesetz (in der Gestalt des kategorischen Imperativs) stützen kann.
In der vorlilegenden Arbeit wird analysiert, warum Kant trotz dieser Feststellung eine philosophische Rechtfertigung von Religion und Kirche für notwendig hält. Dabei kommt es insbesondere auf den Begriff der "unsichtbaren Kirche" an, welcher den sozialen Aspekt der Moral herausstellt, d.h. ihre Anwendung auf den Menschen als gesellschaftliches Wesen. Nicht obwohl, sondern gerade weil sie in ihrem Bemühen um moralische Handlungen immer wieder scheitern, müssen sich alle Menschen, die guten Willens sind, zur unsichtbaren, aber gleichwohl wirklichen Kirche vereinigen mit dem Ziel, letztlich die ganze Welt zu moralisieren.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Biographische Grundlagen – Immanuel Kant

3. Allgemeine Bemerkungen zu den drei kantischen »Kritiken« und zum kategorischen Imperativ

4. Darstellung der wesentlichen Argumente und Begriffe in Kants Religionsschrift

5. Analyse und Bewertung des Begriffs der »unsichtbaren Kirche«

6. Schlußfolgerungen für Religions- und Kirchenkritik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Kants religionsphilosophische Konzepte, insbesondere den Begriff der »unsichtbaren Kirche«, innerhalb seines kritischen Systems und stellt diesen in den Kontext seiner Religions- und Kirchenkritik.

  • Biographische Eckpunkte Immanuel Kants mit Fokus auf sein Verhältnis zu Religion und Institutionen.
  • Darlegung der fundamentalen kantischen Begriffe aus den drei Kritiken und dem kategorischen Imperativ.
  • Analyse der Argumentationsstruktur in »Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft«.
  • Bewertung der »unsichtbaren Kirche« als Idealzustand einer ethischen Gemeinschaft.
  • Einordnung von Kants Religions- und Kirchenkritik in philosophische Verhältnisbestimmungen.

Auszug aus dem Buch

5. Analyse und Bewertung des Begriffs der »unsichtbaren Kirche«

Nachdem wir nun die Gedankengänge der kantischen Religionsschrift in den wesentlichen Punkten nachvollzogen haben, können wir eine sinngemäße Definition der unsichtbaren Kirche wagen und beispielhaft folgendermaßen formulieren: Die unsichtbare Kirche ist der Idealzustand einer organisierten ethischen Gemeinschaft aller Menschen, die sich freiwillig unter dem universalen, durch Vernunft erkennbaren und erkannten Sittengesetz zusammengeschlossen haben und dieses Gesetz als reine Religion, mithin als Gebot Gottes, des moralischen Weltherrschers, achten.

Diese universale Gemeinschaft der Menschen wird freilich durch keinerlei reale Strukturen gestützt, sie ist kein Gegenstand möglicher Erfahrung, sondern existiert nur in der Vorstellung der Vernunft; wohingegen in der Wirklichkeit die sichtbaren Kirchen entstanden sind, welche sich aufgrund ihrer moralischen Lehren dennoch als »wahre Kirche« erweisen können, wenn sie bereit sind, all ihre moralisch indifferenten Inhalte dem Sittengesetz unterzuordnen.

Insofern ist im Begriff der unsichtbaren Kirche, wenn er als Ideal gesetzt wird, automatisch Kritik an jeder anderen Form von Kirche enthalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Es erfolgt eine etymologische Herleitung der Begriffe Kirche und Religion, gefolgt von einer Einführung in die Fragestellung und den inhaltlichen Rahmen der Arbeit.

2. Biographische Grundlagen – Immanuel Kant: Das Kapitel skizziert die Lebensstationen Kants unter besonderer Berücksichtigung seiner frühen pietistischen Prägung und seiner späteren philosophischen Laufbahn.

3. Allgemeine Bemerkungen zu den drei kantischen »Kritiken« und zum kategorischen Imperativ: Hier werden die zentralen Begriffe und Erkenntnisse der drei Kritiken sowie der kategorische Imperativ als Fundament der kantischen Ethik dargelegt.

4. Darstellung der wesentlichen Argumente und Begriffe in Kants Religionsschrift: Dieses Kapitel behandelt die Kernaussagen von Kants Religionsschrift, insbesondere das Verhältnis von Moral, Religion, dem radikalen Bösen und dem Postulat der Existenz Gottes.

5. Analyse und Bewertung des Begriffs der »unsichtbaren Kirche«: Die unsichtbare Kirche wird als Ideal einer ethischen Gemeinschaft definiert und von den real existierenden, sichtbaren Kirchen abgegrenzt.

6. Schlußfolgerungen für Religions- und Kirchenkritik: Abschließend wird Kants Verständnis der Religionskritik eingeordnet und als eine Form der moralischen Ausrichtung von Religion und Kirche zusammengefasst.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Religionsschrift, unsichtbare Kirche, Moral, kategorischer Imperativ, Religionskritik, Kirchenkritik, radikales Böses, Vernunftreligion, Sittengesetz, Ethik, Gottesbegriff, Offenbarungsglaube, Pietismus, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Kants religionsphilosophische Schrift und konzentriert sich dabei auf sein Konzept der »unsichtbaren Kirche« als moralisches Ideal.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Kants Religionsphilosophie, die Abgrenzung von Moral und Religion sowie die Kritik an institutionalisierten Kirchen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die systematische Darstellung und Bewertung der »unsichtbaren Kirche« im Rahmen von Kants religionskritischem Denken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse der kantischen Hauptwerke und deren religionsphilosophischer Einordnung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Kantianismus, die Argumente der Religionsschrift und die spezifische Bedeutung der »unsichtbaren Kirche«.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kants Ethik, Religionsschrift, Moralität, Vernunft und das Ideal der ethischen Gemeinschaft sind prägend.

Inwiefern grenzt Kant die »unsichtbare« von der »sichtbaren« Kirche ab?

Die unsichtbare Kirche ist ein rein moralisches Ideal der Vernunft, während die sichtbare Kirche eine historisch gewachsene Institution mit statutarischen Riten darstellt.

Wie bewertet die Arbeit Kants Verhältnis zum Christentum?

Kant würdigt das moralische Potenzial christlicher Lehren, lehrt aber eine kritische Distanz zu Riten, die den moralischen Kern der Religion verdecken.

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Details

Title
Kants Konzept der "unsichtbaren Kirche" - dargestellt im Kontext der ethischen und religionsphilosophischen Schriften
College
University of Hagen  (Institut für Philosophie)
Course
Präsenzseminar: Religion und Moralität
Grade
gut
Author
Dr. med. Ernst Seiffert (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V45826
ISBN (eBook)
9783638431620
ISBN (Book)
9783638843409
Language
German
Tags
Kants Konzept Kirche Kontext Schriften Präsenzseminar Religion Moralität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. med. Ernst Seiffert (Author), 2003, Kants Konzept der "unsichtbaren Kirche" - dargestellt im Kontext der ethischen und religionsphilosophischen Schriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45826
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