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Zur Aktualität der aristotelischen Metaphysik anhand einer philosophischen Kritik am Kreationismus und 'Intelligent Design'

Title: Zur Aktualität der aristotelischen Metaphysik anhand einer philosophischen Kritik am Kreationismus und 'Intelligent Design'

Seminar Paper , 2005 , 26 Pages , Grade: Lob

Autor:in: Anton Distler (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Es mag nicht nahe liegen, heute anstehende Glaubensfragen, die vor allem einer rigiden Dogmatik das Wort reden und nichts desto trotz darin eng verschlungen mit modernen wissenschaftlichen Ansprüchen einhergehen, mit Aristoteles` Metaphysik kritisch beantworten zu wollen. Doch bei näherer Betrachtung gewisser Teile der Metaphysik fällt auf, dass auch heutige Dogmen, seien sie nun in erster Linie religiös oder aber (pseudo-)wissenschaftlich geleitet, nicht im Stande sind, über das, was Aristoteles schon vor mehr als zweitausend Jahren suchte – und fand – hinaus zu gehen. Im Blick steht vor allem der Begründungszusammenhang, wie also von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der antiken und der heutigen Zeit auf etwas geschlossen wurde, das man mit Namen häufig als Gott benennen oder, Nietzsche im Ohr, durch das Wirken okkulter Kräfte oder ominöser Mächte ebenso diffus umschreiben wollte - und es auch heutzutage noch will, zieht man die Konzeptionen der Kreationisten und der Verfechter des sog. „Intelligent Design“ heran.

In folgender Arbeit soll zum einen behauptet und begründet werden, dass Aristoteles, und speziell die umfangreiche Schrift Metaphysik, die bekanntermassen ein bis heute zu vielen Forschungen anregendes, oftmals Herausgeber und den Verfasser betreffendes Werk geblieben ist, aktuell genug sind, auf die heute gestellten gesellschaftspolitischen und wissenschaftlichen Belange kompetent eingehen zu können. Zum anderen soll danach gefragt werden, ob das Programm der Metaphysik dazu geeignet ist, als quasi undogmatische Alternative für die heute vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika affirmativ, selbst in Regierungskreisen dozierten Dogmen bzw. weltanschaulichen Positionen des „Kreationismus“ oder der anderen, neueren Variante, das „Intelligent Design“, zu dienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Aristoteles` Programm der „gesuchten Wissenschaft“ oder der „Ersten Philosophie“

1.1 Aristoteles` Ursachenlehre

1.1.1 „Wesen und Sosein“ – Formursache (causa formalis)

1.1.2 „Stoff und Substrat“ – Stoff- /Materialursache (causa materialis)

1.1.3 „Anfang der Bewegung“ – Bewegungs-/Wirkursache (causa efficiens)

1.1.4 „Weswegen und Gute“ – Zweck-/Finalursache (causa finalis)

1.2 Metaphysik als Wissenschaft vom „Seienden als solchem“

II. Neue Bewegung

2.1 Kreationismus

2.2 Intelligent Design

III. Kritik an der „neuen Bewegung“ auf Grundlage der aristotelischen Metaphysik

3.1 Logisch-formale Kritik

3.2 Kritik an der Vermischung von Glaube und „Wissenschaft“

3.3 Kritik an der Vermischung von Staat und Religion bzw. Glauben

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Aktualität der aristotelischen Metaphysik als philosophisches Instrumentarium, um moderne pseudowissenschaftliche Strömungen wie den Kreationismus und „Intelligent Design“ kritisch zu hinterfragen und die wissenschaftliche Methodik gegen eine unzulässige Vermischung von Glaubensinhalten und Wissenschaft zu verteidigen.

  • Aktualität der aristotelischen Metaphysik im modernen wissenschaftlichen Diskurs
  • Kritische Analyse pseudowissenschaftlicher Argumentationsmuster
  • Differenzierung zwischen Naturwissenschaft und metaphysischer/religiöser Weltanschauung
  • Diskussion über die Trennung von Staat, Religion und Wissenschaft
  • Bedeutung von Teleologie in der modernen Evolutionstheorie

Auszug aus dem Buch

1.1.1 „Wesen und Sosein“ – Formursache (causa formalis)

Aristoteles nennt als die eine Ursache „das Wesen (Wesenheit) und das Sosein [...] (denn das Warum wird zuletzt auf Begriff der Sache zurückgeführt, Ursache aber und Prinzip ist das erste Warum) [...].“ Was sich hier begrifflich schwer fassen lässt, kann auch als Formursache (causa formalis) bezeichnet werden, welche mitsamt den anderen drei Ursachen als Antworten auf die drei anderen Fragen nach dem je spezifischen „Warum“ bereits in seinem Werk Physik angeführt wurde. Formursache wird in der aristotelischen Physik als das „Muster“ bestimmt. Dieser Begriff des Musters bestimmt laut Aristoteles „das Was [...], und die Gattungen von diesem [...].“ Man kann das Muster analog dazu als einen Entwurf verstehen, der zur Hervorbringung eines Kunstwerkes, respektive zur Gestaltung des vorhandenen Materials durch einen Künstler, vonnöten ist. Wie Hafemann ausführt, lässt sich „die substantielle Form bzw. Seele bei Aristoteles“ nicht „auf die Strukturiertheit und das Funktionieren des Körpers […] reduzieren […]. Statt dessen muß die substantielle Form als immaterielle, individuelle Substanz begriffen werden, sofern sie den Seinscharakter des Phänomens begründen soll.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung etabliert die Relevanz der aristotelischen Metaphysik für die heutige Debatte zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und dogmatischen Glaubenspositionen wie dem Kreationismus.

I. Aristoteles` Programm der „gesuchten Wissenschaft“ oder der „Ersten Philosophie“: Dieses Kapitel erläutert die aristotelische Ursachenlehre und definiert Metaphysik als eine zweckfreie, auf Vernunft basierende Wissenschaft, die Wissen als Selbstzweck anstrebt.

II. Neue Bewegung: Das Kapitel charakterisiert den Kreationismus und „Intelligent Design“ als heterogene, pseudowissenschaftliche Strömungen, die durch eine rhetorische Umkehr der Beweislast und die Vermischung von Glaube und Wissenschaft gekennzeichnet sind.

III. Kritik an der „neuen Bewegung“ auf Grundlage der aristotelischen Metaphysik: Hier erfolgt die logisch-formale sowie wissenschaftstheoretische Kritik an der „neuen Bewegung“, indem die Trennung von Naturwissenschaft und religiösem Spekulieren eingefordert wird.

Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines „Schulterschlusses“ mit der Wissenschaft zusammen und betont, dass die aristotelische Metaphysik ein Werkzeug zur Wahrung der wissenschaftlichen Freiheit im säkularen Staat darstellt.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Metaphysik, Kreationismus, Intelligent Design, Wissenschaftstheorie, Evolutionstheorie, Ursachenlehre, Vernunft, Teleologie, Säkularisierung, Pseudowissenschaft, Erkenntnistheorie, Gottesbegriff, Naturphilosophie, Religionskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die aristotelische Metaphysik ein aktuelles philosophisches Werkzeug bietet, um die wissenschaftliche Methodik gegen kreationistische und „Intelligent Design“-Positionen zu verteidigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die antike Ursachenlehre, die moderne Debatte über Evolution versus Schöpfung sowie die erkenntnistheoretische Abgrenzung von Wissenschaft und Religion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die aristotelische Metaphysik als eine undogmatische, auf das Streben nach Wissen ausgerichtete Wissenschaft zu rehabilitieren, um die „neue Bewegung“ der Kreationisten stichhaltig zu kritisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine philosophische Textanalyse der aristotelischen Metaphysik und wendet diese methodisch auf aktuelle gesellschaftspolitische und wissenschaftstheoretische Kontroversen an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des aristotelischen Programms, eine Analyse der kreationistischen Bewegung und eine direkte Kritik an deren logischen und methodischen Fehlannahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Aristoteles, Metaphysik, Teleologie, Evolutionstheorie und die wissenschaftstheoretische Differenzierung zwischen Wissen und Glauben.

Wie bewertet der Autor den Gottesbegriff bei Aristoteles im Vergleich zum „Intelligent Designer“?

Der Autor argumentiert, dass der aristotelische „unbewegte Beweger“ ein kosmologisches Prinzip ist und nicht mit einem persönlichen, schöpfenden Gott oder einem „Planer“ gleichgesetzt werden kann, wie es Vertreter von „Intelligent Design“ versuchen.

Warum ist laut Autor die Vermischung von Staat und Religion problematisch?

Der Autor sieht die Gefahr, dass eine solche Vermischung die säkularisierten Ebenen des öffentlichen Lebens untergräbt und den Verfassungsstaat gefährdet, wenn wissenschaftlich fundierte Bildung durch glaubensbasierte Lehrmeinungen ersetzt wird.

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Details

Title
Zur Aktualität der aristotelischen Metaphysik anhand einer philosophischen Kritik am Kreationismus und 'Intelligent Design'
College
University of Zurich  (Philosophisches Seminar)
Course
Seminar: Aristoteles` Metaphysik
Grade
Lob
Author
Anton Distler (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V45854
ISBN (eBook)
9783638431859
ISBN (Book)
9783638658270
Language
German
Tags
Aktualität Metaphysik Kritik Kreationismus Intelligent Design Seminar Aristoteles` Metaphysik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anton Distler (Author), 2005, Zur Aktualität der aristotelischen Metaphysik anhand einer philosophischen Kritik am Kreationismus und 'Intelligent Design', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45854
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