Um zu überprüfen, ob sich ein Zusammenhang der Arbeitszufriedenheit und den fünf grundlegenden Persönlichkeitseigenschaften herstellen lässt, wurde eine Erhebung mit allen Fallmanagern eines kommunalen Jobcenters durchgeführt. Als Erhebungsinstrumente wurden der Arbeitsbeschreibungsbogen und der Big-Five-Persönlichkeitstest nach Satow gewählt.
Der Autor möchte anmerken, dass sich ausschließlich auf die Variablen Arbeitszufriedenheit und Persönlichkeitseigenschaften beschränkt wird, weil sonst eine Beantwortung der aufgeworfenen Forschungsfrage kaum möglich ist. Auch besteht bei den getroffenen Aussagen keine Allgemeingültigkeit, da sich ausschließlich auf den Beratungskontext des SGB II bezogen wird.
Um die Forschungsfrage beantworten zu können, wird der Autor in einem ersten Schritt einen theoretischen Rahmen vermitteln. Dabei wird sich auf die wichtigsten Aspekte der Persönlichkeitseigenschaften, Arbeitszufriedenheit und Theorien beschränkt. In dem darauf folgenden Abschnitt werden die Erhebungsinstrumente und Erhebungsergebnisse vorgestellt. In dem letzten Abschnitt wird die Forschungsfrage beantwortet, Kritik geübt und ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die fünf grundlegenden Persönlichkeitsdimensionen nach dem Big - Five - Modell
2.1. Definition der Persönlichkeit / Persönlichkeitspsychologie
2.2. Entwicklung der Persönlichkeitspsychologie
2.3. Die fünf Persönlichkeitsdimensionen
2.3.1. Neurotrizismus
2.3.2. Extraversion
2.3.3. Gewissenhaftigkeit
2.3.4. Verträglichkeit
2.3.5. Offenheit für Neues / Aufgeschlossenheit
3. Die Arbeitszufriedenheit
3.1. Definition der Arbeitszufriedenheit
3.2. Begriff der Arbeitszufriedenheit
3.3. Kategorien der Arbeitszufriedenheit
3.3.1. Die bedürfnisorientierte Konzeption
3.3.2. Die anreiztheoretische Konzeption
3.3.3. Die kognitive Konzeption der Arbeitszufriedenheit
3.3.4. Die humanistische Konzeption der Arbeitszufriedenheit
3.4. Modelle der Arbeitszufriedenheit
3.4.1. Die Bedürfnistheorie nach Maslow
3.4.2. Die Zwei – Faktoren – Theorie nach Herzberg
3.4.3. Die Existance-Relatedness-Growth-Theorie nach Alderfer
3.4.3 Zusammenfassung der vorgestellten Theorien
4. Der Arbeitsbeschreibungsbogen (ABB)
4.1. Entwicklung des Arbeitsbeschreibungsbogens
4.2. Allg. Aufbau und Theorie des Arbeitsbeschreibungsbogens
4.3. Bereiche und Inhalte des Arbeitsbeschreibungsbogens
4.3.1. Die 7 Facetten des Arbeitsbeschreibungsbogens
4.3.1.1 Facette ,,Meine Kollegen‘‘
4.3.1.2. Facette ,,direkte Vorgesetzte‘‘
4.3.1.3. Facette ,,Tätigkeit‘‘
4.3.1.4. Facette ,,Arbeitsbedingungen‘‘
4.3.1.5. Facette ,,Organisation und Leitung‘‘
4.3.1.6. Facette ,,Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten‘‘
4.3.1.7. Facette ,,Bezahlung‘‘
4.3.2. Auswertungsmethode des Arbeitsbeschreibungsbogens
4.4. Zusammenfassung des Arbeitsbeschreibungsbogens (ABB)
5. Das Big - Five - Modell
5.1. Geschichtlicher Hintergrund
5.2. Aufbau des Fragebogens
5.3. Die fünf grundlegenden Persönlichkeitsdimensionen
5.4. Grundmotive als Antrieb der Persönlichkeit
5.4.1. Das Bedürfnis nach Anerkennung und Leistung (Leistungsmotiv)
5.4.2. Das Bedürfnis nach Macht und Einfluss (Machtmotiv)
5.4.3. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Ruhe (Sicherheitsbedürfnis)
5.5. Testverfälschung durch positive Selbstdarstellung
5.6. Auswertungsmethode des Big - Five - Persönlichkeitstestes
6. Auswertung der Befragungsergebnisse in dem Fachbereich Arbeitsförderung des kommunalen Jobcenters Hochtaunuskreis
6.1.) Auswertung des Arbeitsbeschreibungsbogen (ABB)
6.1.1.) Kategorie Kollegen
6.1.2.) Kategorie Direkte Vorgesetzte (Teamleiter)
6.1.3.) Kategorie Tätigkeit
6.1.4.) Kategorie Arbeitsbedingungen
6.1.5) Kategorie Organisation und Leitung
6.1.6) Kategorie Entwicklung
6.1.7) Kategorie Bezahlung
6.1.7.1. Zusammenfassung der Ergebnisse des Arbeitsbeschreibungsbogens (ABB)
6.2.) Auswertung des Big-Five Persönlichkeitstestes
6.2.1. Zusammenfassung der Ergebnisse des Big - Five - Persönlichkeitstestes
6.2.1.1.) Ausprägung der Fallmanager bei der Dimension Neurotizismus
6.2.1.2.) Ausprägung der Fallmanager bei der Dimension Extraversion
6.2.1.3.) Ausprägung der Fallmanager bei der Dimension Gewissenhaftigkeit
6.2.1.4.) Ausprägung der Fallmanager bei der Dimension Verträglichkeit
6.2.1.5.) Ausprägung der Fallmanager bei der Dimension Offenheit
7.) Zusammenhang zwischen der Arbeitszufriedenheit und den grundlegenden Dimensionen der Persönlichkeit nach Big - Five
7.1.) Berechnung der Zusammenhänge
7.2. Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse
8. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen der individuellen Arbeitszufriedenheit von Fallmanagern im kommunalen Jobcenter Hochtaunuskreis und deren Ausprägung in den fünf grundlegenden Persönlichkeitsdimensionen nach dem Big-Five-Modell besteht, um daraus mögliche Empfehlungen für Personalauswahlprozesse abzuleiten.
- Analyse theoretischer Grundlagen zu Arbeitszufriedenheit und Persönlichkeitspsychologie.
- Einsatz und Validierung des Arbeitsbeschreibungsbogens (ABB) zur Messung der Arbeitszufriedenheit.
- Anwendung des Big-Five-Persönlichkeitstests zur Identifikation persönlichkeitsspezifischer Profile.
- Statistische Korrelationsanalyse zwischen Arbeitszufriedenheit und Persönlichkeitsmerkmalen der Fallmanager.
Auszug aus dem Buch
2.1. Definition der Persönlichkeit / Persönlichkeitspsychologie
Die Persönlichkeitspsychologie beschäftigt sich mit den individuellen Merkmalen, Besonderheiten und Verhaltensmustern des Menschen. Dabei besteht die Grundansicht, dass Menschen in Anbetracht ihrer körperlichen und psychischen Merkmale gleich, aber auch verschieden sind. Typische Beispiele für Gemeinsamkeiten sind die Anzahl der Knochen, Zähne (körperliche Gemeinsamkeiten) wie auch die Fähigkeit neues zu erlernen (kognitive Gemeinsamkeiten). Unterschiede bestehen z. B. in der Körpergröße, dem Körpergewicht (körperliche Unterschiede), der Intelligenz, Motivation und den Einstellungen (kognitive Unterschiede). Clyde Kluckhohn hat diesbezüglich folgende Aussage getätigt: Jeder Mensch ist in gewisser Hinsicht gleich, wie einige andere Menschen, aber auch einzigartig.
Aufgrund der gegebenen Komplexität gibt es innerhalb der Persönlichkeitspsychologie keine einheitliche Theorie, welche das menschliche Verhalten beschreiben und erklären kann. Aufgrund dessen wurde im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Paradigmen entwickelt, die darauf abzielen, das menschliche Erleben und Verhalten zu erklären. Sämtliche Paradigmen betrachten die Persönlichkeit aus anderen Perspektiven. Dementsprechend variieren auch die Annahmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der Arbeit, die Bedeutung der Arbeitszufriedenheit und führt in die Fragestellung zur Korrelation von Persönlichkeit und Zufriedenheit bei Fallmanagern ein.
2. Die fünf grundlegenden Persönlichkeitsdimensionen nach dem Big - Five - Modell: Dieses Kapitel definiert Persönlichkeit sowie die Big-Five-Dimensionen (Neurotizismus, Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit, Offenheit) als theoretisches Fundament.
3. Die Arbeitszufriedenheit: Es werden grundlegende Definitionen, Kategorien und klassische Motivationstheorien von Maslow, Herzberg und Alderfer zur Erklärung der Arbeitszufriedenheit dargestellt.
4. Der Arbeitsbeschreibungsbogen (ABB): Hier wird der Aufbau, die Entwicklung und die Auswertungsmethode des eingesetzten Fragebogens zur Messung der Arbeitszufriedenheit detailliert erläutert.
5. Das Big - Five - Modell: Dieses Kapitel befasst sich mit der Historie, dem Aufbau, den Grundmotiven und der wissenschaftlichen Auswertungsmethode des Big-Five-Persönlichkeitstests.
6. Auswertung der Befragungsergebnisse in dem Fachbereich Arbeitsförderung des kommunalen Jobcenters Hochtaunuskreis: Hier erfolgt die deskriptive Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten aus dem ABB und dem Persönlichkeitstest der Fallmanager.
7.) Zusammenhang zwischen der Arbeitszufriedenheit und den grundlegenden Dimensionen der Persönlichkeit nach Big - Five: Das Kapitel präsentiert die statistische Korrelationsberechnung zwischen Arbeitszufriedenheit und den Persönlichkeitsdimensionen der Probanden.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Gesamtzusammenfassung der Ergebnisse, einer kritischen Reflektion der Methodik sowie einem Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Arbeitszufriedenheit, Fallmanager, Big-Five-Modell, Persönlichkeit, Arbeitsbeschreibungsbogen, Motivation, Arbeitsförderung, Jobcenter, Korrelation, Neurotizismus, Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit, Offenheit, Personalauswahl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Arbeitszufriedenheit von Fallmanagern in einem kommunalen Jobcenter und deren individuellen Persönlichkeitsstrukturen, basierend auf dem Big-Five-Modell.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit umfasst theoretische Aspekte der Persönlichkeitspsychologie, verschiedene Theorien der Arbeitszufriedenheit (Maslow, Herzberg, Alderfer) sowie die methodische Umsetzung durch Fragebögen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist herauszufinden, ob Persönlichkeitsmerkmale als Indikatoren für die Arbeitszufriedenheit dienen können, um langfristig Optimierungen im Personalauswahlprozess des Jobcenters zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine empirische Mitarbeiterbefragung durchgeführt, bei der standardisierte Instrumente (Arbeitsbeschreibungsbogen und Big-Five-Persönlichkeitstest) genutzt und statistische Korrelationsanalysen angewendet werden.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Konzepte, die detaillierte Vorstellung der Erhebungsinstrumente und die anschließende Auswertung der Befragungsergebnisse im Fachbereich Arbeitsförderung.
Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern charakterisieren?
Die Arbeit charakterisiert sich durch Begriffe wie Arbeitszufriedenheit, Fallmanagement, Big-Five-Modell, Persönlichkeitspsychologie, Korrelationsanalyse und Personalauswahl.
Welche Rolle spielen die Neurotizismus-Werte bei den Ergebnissen?
Die Ergebnisse zeigen den stärksten signifikanten Zusammenhang zwischen dem Neurotizismus-Wert und der Arbeitszufriedenheit, wobei geringere Werte bei Neurotizismus mit höherer Arbeitszufriedenheit einhergehen.
Welche praktische Anwendung schlägt der Autor für die Ergebnisse vor?
Der Autor schlägt vor, die Ausprägung bestimmter Persönlichkeitsdimensionen wie Neurotizismus und Verträglichkeit bereits im Einstellungsverfahren als Auswahlkriterium zu berücksichtigen, um die Wahrscheinlichkeit für eine hohe Arbeitszufriedenheit zu erhöhen.
- Citation du texte
- Enrico Strauß (Auteur), 2019, Arbeitszufriedenheit und die 5 Persönlichkeitseigenschaften nach dem Big-Five-Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458760