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Von Assurbanipal zu Elagabal. Ein diachron-körpergeschichtlicher Vergleich

Título: Von Assurbanipal zu Elagabal. Ein diachron-körpergeschichtlicher Vergleich

Trabajo de Seminario , 2015 , 16 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Kevin Grossart (Autor)

Arqueología
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Die vorliegende Arbeit will den Versuch unternehmen, einen zeitlichen Bogen von rund einem Millennium, nämlich von dem neuassyrischen Reich bis zu den Severern der römischen Kaiserzeit, zu spannen und Kontinuitäten und Zäsuren zwischen zwei Herrscherpersönlichkeiten der jeweiligen Epochen im Besonderen zu untersuchen. Der methodische Ansatz ist hierbei körpergeschichtlich.

Es soll nämlich der Habitus des römischen Kaisers Varius Avitus, der schon zu Lebzeiten den noch heute gebräuchlichen
Spitznamen Elagabal erhielt, mit dem des neuassyrischen Königs Assurbanipal diachron, d.h. durch die Zeit hinweg, verglichen werden. Dabei soll gezeigt werden, in welchem Traditionsrahmen die Körper des römischen Kaisers, respektive des assyrischen Königs, standen und rezipiert wurden und wie sich diese zueinander verhalten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.1 Einleitung

1.2 Quellenlage

1.3 Forschungsstand

2.1 Elagabal. Ein römischer Kaiser im Körper eines Assyrers?

2.2 Die Sardanapal-Narration

3.1 Der Körper Assurbanipals

3.2 Der Körper Assurbanipals in der Tradition assyrischer Herrscher

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht in einem diachronen, körpergeschichtlichen Vergleich die Kontinuitäten und Zäsuren zwischen den Herrscherpersönlichkeiten des römischen Kaisers Elagabal und des neuassyrischen Königs Assurbanipal, insbesondere unter dem Aspekt ihrer physischen Repräsentation und Kleidung.

  • Körpergeschichte als methodischer Ansatz in der Geschichtswissenschaft
  • Die literarische Konstruktion der Sardanapal-Narration in der Antike
  • Der Einfluss der orientalischen Provenienz auf die Wahrnehmung römischer Kaiser
  • Die Darstellung von Männlichkeit und militärischer Stärke im neuassyrischen Reich
  • Traditionslinien und Symbolik herrscherlicher Kleidung und Schmuck

Auszug aus dem Buch

2.1 Elagabal. Ein römischer Kaiser im Körper eines Assyrers?

Die Severer haben zweifellos eine gewisse provinzielle Fremdartigkeit nach Rom gebracht. Septimius Severus, der Begründer dieser Dynastie, stammte selbst aus dem nordafrikanischem Leptis Magna und seine Frau Iulia Domna aus Syrien, doch kein anderer Severer war den Römern fremder als Elagabal. Es sind dabei nicht nur die politischen Maßnahmen dieses Kaisers gewesen, die für die stadtrömischen Eliten befremdlich wirkten, vielmehr war es der Körper des Kaisers der schockierte. Übereinstimmend attestieren die antiken Autoren dem Elagabal eine barbarische Erscheinung, welche bei den Römern, insbesondere wegen ihrer orientalischen Provenienz, auf Unverständnis trifft. Der Körper des Kaisers war demnach mit luxuriöser Kleidung ausgestattet, die einerseits den herrschaftlichen Status Elagabals betonen konnte und andererseits auch eine stetige Erinnerung an dessen syrische Herkunft war.

Obschon es keinen archäologischen Nachweis von Kleidung und Schmuck dieses Kaisers gibt, der den Schilderungen in den literarischen Quellen entspräche, gibt es tatsächlich Elemente in der Selbstdarstellung Elagabals durch seine offiziellen Portraits, die auf orientalisierende Art von dem traditionellen Bild eines römischen Kaisers abweichen. Lange Zeit wurde in physiognomischen Merkmalen, insbesondere der Lippen, der plastischen Elagabal Portraits des sog. 2. Typs (Taf. 2.1 und 2.2) eine syrische „Stammeszugehörigkeit“ erkannt. Die neuere Deutung geht dagegen von einer Portraitkonzeption aus, die den jugendlichen Charakter Elagabals und dessen Ästhetik betonen soll. Sicher ist jedenfalls, daß die Münzportraits dieses Kaisers eigentümliche Elemente des Orients aufgenommen haben. So trägt Elagabal nicht nur den typischen Lorbeerkranz, sondern auch ein seltsames Objekt (Taf. 19 und 20), das entweder als Horn oder aber als getrockneter Stierpenis gedeutet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1.1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die körpergeschichtliche Fragestellung ein und verortet das Ziel der Arbeit, den zeitlichen Bogen zwischen dem neuassyrischen Reich und der römischen Kaiserzeit zu spannen.

1.2 Quellenlage: Es werden die antiken historiographischen Hauptquellen sowie die archäologischen Zeugnisse, wie Portraits und Orthostaten-Reliefs, kurz vorgestellt und deren Aussagekraft bewertet.

1.3 Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bisherige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Elagabals orientalischem Erscheinungsbild und der Körperlichkeit Assurbanipals.

2.1 Elagabal. Ein römischer Kaiser im Körper eines Assyrers?: Hier wird die Diskrepanz zwischen der römischen Erwartungshaltung an einen Kaiser und der tatsächlichen, als fremd wahrgenommenen Selbstdarstellung Elagabals analysiert.

2.2 Die Sardanapal-Narration: Dieser Abschnitt erläutert die Bedeutung der fiktiven Gestalt des Sardanapal als literarischer Topos für Dekadenz und Effeminatio, der zur Stigmatisierung Elagabals genutzt wurde.

3.1 Der Körper Assurbanipals: Das Kapitel untersucht die Darstellung des assyrischen Königs in der Kunst, insbesondere die Betonung von militärischer Macht und physischer Stärke gegenüber dem Bild einer reinen Philosophenherrschaft.

3.2 Der Körper Assurbanipals in der Tradition assyrischer Herrscher: Hier wird aufgezeigt, dass die körperliche Darstellung Assurbanipals fest in einer jahrhundertelangen assyrischen Tradition verankert war.

4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Elagabals Fremdheit eine Konstruktion war, während bei beiden Herrschern der Körper primär als ein Politikum verstanden wurde, das den Interessen des Staates dienen musste.

Schlüsselwörter

Elagabal, Assurbanipal, Körpergeschichte, Sardanapal, Neuassyrisches Reich, Severer, Effeminatio, Antike Historiographie, Herrscherrepräsentation, Kultbild, Orientalisierung, Damnatio Memoriae, Kleidung, Machtsymbolik, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einem diachronen Vergleich der Körperlichkeit zweier antiker Herrscher: des römischen Kaisers Elagabal und des assyrischen Königs Assurbanipal.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung adressiert?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Körperwahrnehmung, die symbolische Bedeutung von Kleidung und Schmuck sowie die politische Instrumentalisierung von Herrscherbildern in der Antike.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die antiken Vorwürfe gegen Elagabal, ein „orientalischer Assyrer“ im übertragenen Sinne zu sein, durch die tatsächliche historische und körpergeschichtliche Überlieferung gedeckt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor verwendet einen körpergeschichtlichen Ansatz, der sowohl literarische Quellen als auch archäologische Hinterlassenschaften wie Münzen und Reliefs kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Sardanapal-Narration als literarische Konstruktion, vergleicht die bildliche Darstellung von Elagabal mit der Assurbanipals und setzt diese in den Kontext der jeweiligen politischen Kulturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Körpergeschichte, Sardanapal-Narration, Effeminatio, Herrscherrepräsentation und die Differenz zwischen historischer Realität und antiker Geschichtsschreibung.

Wie wurde das Bild des Kaisers Elagabal durch antike Historiker konstruiert?

Die antiken Historiker nutzten das Bild des „orientalischen Weichlings“, indem sie Elagabal in die Tradition der Sardanapal-Figur rückten, um ihn als fremdartig und moralisch dekadent darzustellen.

Welche Rolle spielt die „Sardanapal-Narration“ für die Bewertung Elagabals?

Sie diente als vorgefertigtes Erzählmuster, das Verhaltensweisen wie Luxus, sexuelle Zügellosigkeit und das Tragen orientalischer Kleidung als „unmännlich“ und schädlich für den römischen Staat brandmarkte.

Unterschieden sich die Anforderungen an den Körper eines Herrschers in Rom und Assyrien?

Ja, während in Rom ein würdevoller, vergeistigter Körper erwartet wurde, stand in Assyrien die Stärke und Fähigkeit zur physischen Gewalt – etwa bei der Jagd oder im Krieg – als Beweis für die Herrschaftsfähigkeit im Vordergrund.

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Detalles

Título
Von Assurbanipal zu Elagabal. Ein diachron-körpergeschichtlicher Vergleich
Universidad
University of Münster
Calificación
1,0
Autor
Kevin Grossart (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
16
No. de catálogo
V458989
ISBN (Ebook)
9783668897199
ISBN (Libro)
9783668897205
Idioma
Alemán
Etiqueta
assurbanipal elagabal vergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Kevin Grossart (Autor), 2015, Von Assurbanipal zu Elagabal. Ein diachron-körpergeschichtlicher Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458989
Leer eBook
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