Elektromobilität ist die Zukunft. Im Jahr 2020 sollen eine Million Fahrzeuge auf deutschen Straßen rollen - so die ambitionierte Zielsetzung der Bundesregierung. Allerdings ist dies nicht nur eine politische Aufgabe, es ist vor allem eine besondere Herausforderung für die Automobilindustrie. Der Druck auf die Automobilhersteller steigt. Fachkompetenzen aufbauen, Ressourcen einsparen, Emissionswerte senken, alternative Antriebskonzepte entwickeln - wie sind diese Ziele umzusetzen? Wie werden Potenziale genutzt und zukünftige Risiken minimiert?
Erste Schritte sind getan. Dennoch ist es der Automobilbranche noch nicht gelungen, funktionierende Geschäftsmodelle zu entwickeln, die bis in den Massenmarkt durchdringen. Ziel dieser Arbeit ist, mit Hilfe einer Szenarioanalyse den Einsatz und die Verbreitung der Elektromobilität für einen Automobilhersteller in einem Zeithorizont von 10 Jahren zu untersuchen. Hierbei beschränkt sich der Untersuchungsgegenstand auf das Produkt des Personenkraftwagens mit Elektromotor eines Automobilherstellers für den Massenmarkt.
Im Ergebnis wird ein zukunftsrobustes Leitbild abgeleitet, das die Rahmenbedingungen der Entwicklungsmöglichkeiten des Produktes skizziert. Ferner sollen Maßnahmen herausgearbeitet werden, die zur Erreichung der Marktdurchdringung im 10-jährigen Zeithorizont angesetzt werden können. Hierfür wird zunächst eine Themeneinordnung vorgenommen und Begriffsdefinitionen vorangestellt. Anschließend wird die Szenarioanalyse dargelegt und durchgeführt. Das Fazit bildet den Abschluss der Arbeit und stellt Ergebnisse der Szenarioanalyse zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Themeneinordnung und Definitionen
2.1 Begriffsklärung Szenario und Szenariomethode
2.2 Definition Elektromobilität
3 Die Vorgehensweise der Szenarioanalyse nach Gausemeier
3.1 Phase 1: Szenariovorbereitung
3.1.1 Aufgabenschreibung
3.1.2 Szenariofeld
3.1.3 Gestaltungsfeldanalyse
3.2 Phase 2: Szenariofeldanalyse
3.2.1 Bildung von Einflussbereichen
3.2.2 Benennung von Schlüsselfaktoren
3.3 Phase 3: Szenarioprognostik
3.3.1 Aufbereitung von Schlüsselfaktoren
3.3.2 Bildung der Zukunftsprojektion und Eintrittswahrscheinlichkeiten
3.4 Phase 4: Szenariobildung
3.4.1 Induktive Projektionsbündelung
3.4.2 Rohszenariobildung
3.4.3 Szenariobeschreibung
3.5 Phase 5: Szenariotransfer
3.5.1 Auswirkungsanalyse
3.5.2 Eventualplanung
3.5.3 Ableitung eines zukunftsrobusten Leitbildes
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht mithilfe der Szenarioanalyse nach Gausemeier die Einsatzmöglichkeiten und die Marktausbreitung von Personenkraftwagen mit Elektroantrieb für einen Automobilhersteller innerhalb eines Zeithorizonts von 10 Jahren, um ein zukunftsrobustes Leitbild sowie entsprechende Handlungsmaßnahmen abzuleiten.
- Methodische Anwendung der Szenarioanalyse nach Gausemeier
- Analyse des Gestaltungsfeldes für Elektrofahrzeuge
- Identifikation von Schlüsselfaktoren und Zukunftsprojektionen
- Szenarioentwicklung und Auswirkungsanalyse
- Ableitung von zukunftsrobusten Leitbildern und Strategien
Auszug aus dem Buch
3.4.3 Szenariobeschreibung
In der Szenariobeschreibung werden die Kombinationen ausformuliert festgehalten. Dabei werden die Zusammenhänge konstruiert und erläutert. Es ist durchaus angebracht, hierbei kreativ vorzugehen oder eine Vision zu skizzieren. Der Vorteil ist, dass Außenstehende die Möglichkeit bekommen, schnell den Weg von der Gegenwart in die Zukunft zu erfassen.
Szenario 1: Der langsame Weg zur Elektromobilität
Durch kostspielige Innovationsentwicklungen der Automobilhersteller und Forschungsförderung der Bundesregierung kann ein Fortschritt bzgl. der Batterietechnologie und damit einhergehend eine Leistungssteigerung der Akkumulatoren erzielt werden. Demnach ist zu erwarten, dass Elektrofahrzeuge in der Lage sein werden, größere Distanzen von bis zu 300 km zurückzulegen - wohingegen momentan gerade einmal 100 km Reichweite die Regel ist. Auch ein Ausbau des Ladestationsnetzes in den Ballungsgebieten stellt eine stetige und positive Entwicklung dar. So können die Zulassungszahlen der PKWs mit Elektroantrieb leicht gesteigert werden. Um das Elektrofahrzeug für den Endverbraucher attraktiver zu gestalten, setzt die Politik auf Subventionen beim Kauf oder kostenlose Parkmöglichkeiten für Elektrofahrzeugbesitzer in den Großstädten. Eine merkliche Verkaufszahlensteigerung wird die Automobilherstellerbranche jedoch nicht verzeichnen können, sodass von einer Trendwende in den nächsten 10 Jahren nicht auszugehen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Elektromobilität für einen Automobilhersteller mittels Szenarioanalyse über einen Zeitraum von 10 Jahren zu untersuchen und Maßnahmen für den Massenmarkt abzuleiten.
2 Themeneinordnung und Definitionen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Szenariomethode sowie die fachliche Definition der Elektromobilität als Basis für die weitere Untersuchung.
3 Die Vorgehensweise der Szenarioanalyse nach Gausemeier: Das Hauptkapitel beschreibt detailliert die fünf Phasen der Szenarioanalyse von der Vorbereitung über die Feldanalyse und Prognostik bis hin zur Szenariobildung und dem Transfer in eine zukunftsrobuste Strategie.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Anwendung der gewählten Methode sowie die Limitationen der durchgeführten Analyse.
Schlüsselwörter
Szenarioanalyse, Elektromobilität, Gausemeier, Automobilindustrie, Massenmarkt, Elektroantrieb, Zukunftsprojektion, Batterietechnologie, Ladestationsnetz, Gestaltungsfeldanalyse, Strategieentwicklung, Marktdurchdringung, Zukunftsbild, Leitbild, Innovationsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die zukünftige Entwicklung und Verbreitung von Personenkraftwagen mit Elektroantrieb für Automobilhersteller über einen Zeitraum von zehn Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Szenariomethode nach Gausemeier, technologische Entwicklungen bei Batterien, den Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie strategische Unternehmensentscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Erstellung eines zukunftsrobusten Leitbildes und die Ableitung von Maßnahmen zur erfolgreichen Platzierung eines Elektro-PKWs im Massenmarkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Szenarioanalyse nach Jürgen Gausemeier, die eine systematische Vorausschau in fünf Phasen ermöglicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen Szenariovorbereitung, Feldanalyse, Prognostik, Szenariobildung und Szenariotransfer, wobei spezifische Schlüsselfaktoren wie Batterieleistung und Netzdichte modelliert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Szenarioanalyse, Elektromobilität, Gestaltungsfeldanalyse, Zukunftsprojektion, zukunftsrobustes Leitbild und Automobilindustrie.
Warum wurde gerade der Ansatz nach Gausemeier gewählt?
Der Ansatz von Jürgen Gausemeier wird aufgrund seines systematischen, in Phasen unterteilten und für die Praxis gut nachvollziehbaren Vorgehens bevorzugt.
Wie werden die beiden Szenarien im Dokument differenziert?
Sie unterscheiden sich primär durch die Eintrittswahrscheinlichkeiten und die Annahmen über den technologischen Fortschritt bei Batterien sowie den Ausbau des Ladestationsnetzes.
Welche Bedeutung hat das zukunftsrobuste Leitbild?
Es dient als strategischer Kompass für das Unternehmen, um Mobilitätsanforderungen von Kunden unter verschiedenen Zukunftsvarianten zu erfüllen.
Welche Rolle spielt der Kunde in dieser Analyse?
Der Kunde wird als zentraler Stakeholder betrachtet, dessen Anforderung an ein kostengünstiges Fahrzeug mit hohem Nutzenwert maßgeblich über den Erfolg des Produkts entscheidet.
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- Julia Reuter (Autor), 2016, Szenarioanalyse zur Entwicklung der Elektromobilität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459009