Die Anfänge der Körpergrabsitte bei den Germanen und ihre Verbreitung im Ostseeraum während der älteren römischen Kaiserzeit


Akademische Arbeit, 2004
94 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

René Bräunig

Die Anfänge der Körpergrabsitte bei den Germanen und ihre Verbreitung im Ostseeraum während der älteren römischen Kaiserzeit

Einleitung und Forschungsstand

Die Körpergräber der Spätlatenezeit

Die keltischen Körpergräber der Spätlatenezeit

Die Körpergräber der vorrömischen Eisenzeit in Skandinavien

Körpergräber der vorrömischen Eisenzeit im Havelgebiet

Die Körpergräber der vorrömischen Eisenzeit im Elb-Saale-Gegiet

Die "rätische" Körpergrabgruppe

Der Raum Mitteleuropa, Südpolen

Böhmen 13

Mitteldeutschland

Süd- und Mittelpolen
Mittelschlesien
Niederschlesien
Kujawien und das Palukigebiet
Großpolen

Die Fürstengräber vom Lübsowtyp

Das Rheinland

Skandinavien, Nordostdeutschland, Nordwestpolen und Großpolen

Nordostdeutschland und Nordwestpolen
Pommersche Küstengruppe
Rügensche Küstengruppe
Südpommersche Gruppe

Brandenburg und der mittlere Oderraum
Brandenburg
Der mittlere Oderraum

Mecklenburg

Hinterpommern
Pommerellen und Westpreußen

Dänemark
Nordjütland (Himmerland, Vendsyssell, Thy)
Mittel- und Ostjütland
Westjütland
Südjütland und Nordschleswig
Fünen und Langeland
Seeland, Lolland und Falster
Bornholm

Schweden
Gotland und Öland
Das schwedische Festland
Västergötland
Östergotland

Norwegen

Finnland und Ostpreußen
Finnland
Ostpreußen

Das Baltikum

Vergleich der verschiedenen Entwicklungen

Literatur

Katalog

Jüngere Vorrömische Eisenzeit
Brandenburg
Schweden

Ältere Kaiserzeit
Dänemark
Norwegen

Einleitung und Forschungsstand

Der Zeitraum der Untersuchung des Aufkommens der Körpergrabsitte und ihrer Verbreitung beginnt in der Zeitstufe A nach Eggers und endet mit der Stufe Eggers B2 mit wenigen Ausnahmen, die in den Grenzbereich des Übergangs zwischen Eggers B2 und C1 gehören. Um der Frage der Entstehung der Körpergrabsitte nachzugehen, sind Untersuchungen zur vorrömischen Eisenzeit in den, später durch römische Schriftquellen, als sicher germanisch besiedelt anzusehenden Gebiete notwendig.

Der Zeitabschnitt der frühen Kaiserzeit bringt einige Besonderheiten im Grabritus hervor, die vorher im germanischen Raum mehr oder weniger unbekannt waren.

Dazu gehören getrennte Männer- und Frauenfriedhöfe, die Waffenbeigabe und das zahlreicher werdende Phänomen der Körpergräber. Dahinter wurde oft eine stärkere soziale Differenzierung der germanischen Gesellschaft gesehen. Hachmann vermutete hinter den verschieden ausgestatteten Waffengräbern verschiedene Kriegerränge mit politisch und sozial differenziertem Einfluß. Dagegen wäre die vorrömische Eisenzeit homogener strukturiert gewesen, weil eine Führungsschicht archäologisch nicht nachweisbar ist.1

Neuere Untersuchungen zu Gräberfeldern der vorrömischen Eisenzeit im skandinavischen Raum zeigen hier ein viel differenzierteres Bild.2

In den reich ausgestatteten frühkaiserzeitlichen Körpergräbern vom Lübsowtyp sah man die archäologische Hinterlassenschaft einer überregionalen Führungsschicht. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, daß alle diese Erscheinungen im Grabritus stärker zu differenzieren sind (Gebühr 1974, Gebühr/Kunow 1976, Kunst 1978, Steuer 1982).

So existieren z. B. zwischen dem Elb-Havel-Raum und dem nordthüringischen Raum große Unterschiede in der Waffenbeigabe, die im Elb-Havel-Raum nur in 5 % aller Gräber vorkommt, auf dem Gräberfeld von Großromstedt jedoch in 27 % aller Gräber.3 Auch die Ausstattung der Körpergräber variiert ebenso stark4, wie es innerhalb der Körpergräber vom Lübsowtyp große Variationsbreiten gibt.

Bislang wird der Übergang von einer ausschließlich brandbestattenden zu einer vereinzelten körperbestattenden Grabsitte bei der als germanisch anzusprechenden Bevölkerung Nord - und Nordmitteleuropas am Ende der Latenezeit als unter keltischem Einfluß stehend gesehen.5 Dabei wurde ein Zusammenhang zum zeitgleichen Aufkommen von Körpergräbern, Waffengräbern und Opferfunden konstruiert.

Besonders für die ältesten dieser Körpergräber in Schlesien und Mitteldeutschland, aber auch für die frühen Körpergräber Böhmens wurden Untersuchungen angestellt, die nach keltischen Parallelen und Vorbildern suchten. Die zeitgleichen Körpergräber auf Seeland, Dänemark wurden dabei trotz Ähnlichkeiten ausgeklammert, obwohl sie ebenfalls auf eine sicher germanische Bevölkerung zurückgehen, die allerdings geographisch weit entfernt von der keltischen Siedlungszone Mittel- und Westeuropas siedelten. Dort kam es regional sogar zu einem vollständigen Wechsel von der Brand- zur Körperbestattung.6

Im Verlaufe der Bronzezeit endete auch in Norddeutschland die Körpergrabsitte.

Schon in der späten vorrömischen Eisenzeit treten wieder erste Körpergräber in verschiedenen germanischen Gebieten auf, deren religiöser Hintergrund und Herkunft unbekannt sind. Besonders früh treten diese Körpergräber im ostmitteleuropäischen Raum, in Schlesien, in der Masowischen Gruppe der Przeworskkultur, im Unterweichselraum und in Pommern auf. Gleiches gilt für Südschweden, Nordostdeutschland und das Alpengebiet.

Sicher muß man also differenzieren zwischen der Körpergrabsitte an sich und der Ausstattung der Gräber. Für die Körpergrabsitte ist nach einem Komplex von Wurzeln zu suchen und es ist kein monokausaler Schluß auf einen, wie auch immer gearteten Einfluß aus einem keltischen Siedlungsraum möglich. Dabei ist der kultische Charakter der Grabsitten der bestimmende und nicht der sozialgeschichtliche Charakter.7

Schon bei der Waffenbeigabe zeigt sich, daß nur ein Teil der waffenführenden Männer in den Gräbern faßbar wird (siehe Zahlenangaben oben).

Ebenso ist das Problem der Körpergräber zu sehen. Vergleiche der Sterbedaten und der Ausstattung zeigen, daß nur der jung versterbende Teil der Oberschicht archäologisch erfaßt wird, während sich bei den Waffengräbern eine positive Korrelation zwischen Sterbealter und der Zunahme einer vollständigen Waffenausrüstung zeigt. Neuere Untersuchungen lassen vermuten, daß Schwerter auf jedem Hof vorhanden waren.8 Die erbliche Zugehörigkeit zu einer Oberschicht ist archäologisch für die frühe Kaiserzeit nicht nachweisbar.9 Ebenso fehlt der archäologische Nachweis der schriftlich bezeugten Unfreien.10

Die Körpergräber der Spätlatenezeit

Die keltischen Körpergräber der Spätlatenezeit

Vereinzelt treten Körpergräber in der letzten Phase der Latenezeit im keltischen Kulturraum auf, wobei die archäologisch schwer nachweisbaren Bestattungsformen (Brandschüttung ohne Überhügelung innerhalb der Siedlung) während der Spätlatenezeit absolut überwiegen. Dazu gehören Mitteldeutschland, Schlesien und Böhmen. Zu diesen wenigen Körpergräbern gehört das NW-SO-orientierte Frauengrab von Mellingen mit 2 Fibeln Beltz Variante J und 2 Fibeln ähnlich Almgren 65 mit Anschluß in den Alpenraum und besonders in das Mittelrheingebiet. Das Grab war durch Muschelkalkplatten geschützt. Zeitlich gehört das Grab in die Stufe Latene D1 in Mitteldeutschland vor dem Aufkommen des Horizonts der geschweiften Fibeln. Die beigegebenen Imitationen keltischer Drehscheibenware stellen das ganze Grab in einen lokalen Kontext.11 Ähnliche Befunde erbrachten Gräber von Weimar Tiefurt und Gotha-Siebleben, die allerdings durch ihre Funde noch in die Mittellatenezeit (Latene C) zu stellen sind. Die Parallelen zu diesen Gräbern liegen wohl eher im Rheinland, als innerhalb der schweizerischen Körpergrabgruppe oder der Gruppe von Körpergräbern, die von Wansleben und Zörbig bekannt sind.

Auch in Böhmen treten im Siedlungsgebiet der keltischen Boier, allerdings in der Mittellatenezeit, Körpergräber auf. Die Gräberfelder der Mittellatenezeit brechen allerdings jäh ab und aus der Spätlatenezeit sind aus Böhmen nur wenige Gräber, aber keine Körpergräber, überhaupt bekannt geworden.12

Seit ca. Christi Geburt treten in Böhmen neben den weiter dominanten Brandgräbern Körpergräber auf, die waffenlos sind und bis Mitte des 2. Jh. n. Chr. zu finden sind.13

Die keltischen Latenegräber Schlesiens weisen einen einheitlichen Charakter auf. Der Tote liegt meist in Strecklage auf dem Rücken und ist nord-süd-orientiert. Waffenbeigaben kommen vor, selten dagegen Keramik. Auch Doppelbestattungen und Speisebeigaben sind nachgewiesen.

Allerdings gibt es auch wenige Ausnahmen. Diese Gräber wiesen Hockerstellung mit nach Osten gerichteten Kopf auf und waren beigabenlos.14

Die Körpergräber der vorrömischen Eisenzeit in Skandinavien

Alle aus der vorrömischen Eisenzeit in Dänemark bekannten Körpergräber wurden unter zweifelhaften Umständen geborgen. Keiner der Toten wurde in einem direkten Grab entdeckt. Deshalb wurde vermutet, daß die entdeckten Toten unter besonderen Umständen starben. Nur 12 Skelette aus 8 Fundkomplexen sind aus der gesamten vorrömischen Kaiserzeit in Dänemark bekannt und nur eine Bestattung aus dieser Zeit ist mit herkömmlichen archäologischen Methoden zu datieren. Die restlichen Funde wurden über C-14-Datierungen bestimmt und verteilen sich über die gesamte Periode.

Von den Skelettfunden stammen 7 aus Seeland-Lolland und 5 aus dem nordöstlichen und zentralöstlichen Jütland. Es war keine Konzentration in einer Region erkennbar.

Dagegen finden sich die Skelettgräber der älteren Kaiserzeit in Dänemark gleichmäßig verteilt über Seeland, konzentrieren sich aber in Nordjütland, NO-Jütland und im Süden Langelands.15

Bei den Skeletten, die sich nach Alter und Geschlecht bestimmen lassen, überwiegen Frauen mit 6:4 gegenüber Männern. Alle Toten waren in erwachsenem Alter. Weder Kinder noch Greise sind unter den Toten.16 Aus den zu Schweden gehörenden Inseln Gotland und Öland sind aus der Periode der älteren vorrömischen Eisenzeit einige wenige Körpergräber bekannt. Von zwei Gräbern, die auf Öland gemacht wurden, weiß man, daß die Toten in nord-süd-orientierten Steinkisten in Strecklage lagen. Eines der Gräber, ausgestattet mit einem Spiralgürtelhaken, datiert in den Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit. Das andere Grab wird durch eine dreieckige Fibel in den älteren Abschnitt des jüngeren Teils der vorrömischen Eisenzeit gestellt. Aus diesen und anderen Funden wird darauf geschlossen, daß die Körpergrabsitte, wenn auch selten geübt, während der gesamten vorrömischen Eisenzeit bei einem bestimmten Teil einer sonst die Brandbestattung übenden Bevölkerung in Gebrauch blieb. Die Anregungen für das Ausüben der Körpergrabbestattung werden im Hallstattkreis gesucht.17 Die 20 Skelettgräber finden so ihre Vorbilder im östlichen Hallstattkreis. Darauf geht auch das Körpergrab von Vaksala bei Uppsala zurück, wo der Tote in einem Holzsarg unter Beigabe einer Nadel vom Adamowitztyp ruhte. Auch aus Schonen sind Körpergräber der vorrömischen Zeit bekannt, ebenso aus Bohuslän.18

Am Übergang von der älteren zur jüngeren vorrömischen Eisenzeit sind auch von Gotland Körperbestattungen nachweisbar.19

Körpergräber der vorrömischen Eisenzeit im Havelgebiet

Aus dem Havelgebiet in Brandenburg liegen aus der vorrömischen Eisenzeit einige wenige Körpergräber und Schädelbestattungen vor. Aus Bochow bei Potsdam ist innerhalb eines Urnengräberfeldes ein ost-west-orientiertes Skelett in Strecklage bekannt, welches in einer 1,40 m tiefen Grabgrube entdeckt wurde. Die ca. 30jährige Tote wurde zusammen mit 2 an einer Schnur befestigten Segelohrringen mit doppelter T-Verzierung und je einer weißen und blauen Glasperle, sowie 2 weiteren Segelohrringen bestattet. Am Ende des einen Segelohrrings befanden sich 2 Bronzekettenglieder. Nach der Größe der Grabgrube wurde ein vollständiger Leichnam beigesetzt. Der Befund zeigt Parallelen zu Grab 31 von Jeserig bei Brandenburg, wo allerdings eine Körperteilbestattung vorlag. Dort waren die Reste eines Schädels zusammen mit 6 Bandohrringen und den Resten einer eisernen Nadel in einer Steinkiste in 0,30 m Tiefe aufgedeckt worden. Eine beigabenlose Schädelbestattung ist aus Brandenburg-Neuendorf bekannt. Eine Grube, deren Form Parallelen zu der Grabgrube von Bochow aufweist, ist aus Wachow bei Nauen bekannt.20 Dazu kommen noch 3 Skelettgräber von Wustermark, Kr. Nauen, die allerdings bereits an den Übergang von der jüngeren Bronzezeit zur älteren Eisenzeit gehören.21

Die Körpergräber der vorrömischen Eisenzeit im Elb-Saale-Gegiet

Im Elb-Saale-Gebiet sind in den letzten Jahrzehnten einige Körpergräber bekannt geworden. Dabei handelt es sich um 10 Körpergräber von Randau bei Magdeburg (ehemals Kr. Schönebeck). Von diesen waren 4 O-W- und W-O- orientiert, bei den übrigen wurde eine N-S- bzw S-N-Orientierung dokumentiert . Zwei der O-W-orientierten Gräber wiesen einen Steinschutz in Form einer Steinpackung auf. Ein Grab ohne Steinschutz wies an Beigaben eine Eisen-, eine Bronzenadel, Segelohrringe, eine Tasse und ein bronzenes Gürtelblech auf. Die übrigen erwiesen sich als beigabenlos. 2 bereits 1953 entdeckte Steinpackungsgräber waren von Brandbestattungen überlagert.22 Von den 6 N-S-orientierten Gräbern wiesen 3 Gräber eine Steinpackung auf, 2 dieser Gräber waren von Urnenbestattungen überlagert. 3 dieser 6 Bestattungen führten Beigaben in Form von Segelohrringen und Eisenresten. Davon enthielt das Körpergrab Nummer 8, überlagert von einer Urnenbestattung, einen Eisenring und einen eisernen Zungengürtelhaken. Das Grab war von einer kompakten Steinpackung überlagert , innerhalb des Grabes wurden Reste einer Holzkonstruktion nachgewiesen. Innerhalb des Grabes lagen übereinander zwei Skelette in Strecklage. Eines war N-S-orientiert, das andere

S-N.23 Aus dem Bereich der Hausurnenkultur sind während der Frühlatenezeit einige Körpergräber bekannt geworden.24

Die "rätische" Körpergrabgruppe

Die unmittelbaren Impulse für das Aufkommen von Körpergräbern im germanischen Raum wird oft im norisch-pannonischen Raum gesucht und speziell eine kleine Gruppe von Körpergräbern, die sich im südostbayrischen Gebiet befindet, wird als Impulsgeber in Anspruch genommen (z. B. Stange 1976, Lichardus 1984, Klindt-Jensen 1949, dagegen Pieper 1992, Ekholm 1957, differenziert Stjernquist 1955).

Dies hält einer kritischen Betrachtung nicht stand. Zuerst sollte hier die Befundlage im Mittelpunkt stehen. Die Orientierung der Gräber ist uneinheitlich. Es existieren Gräber sowohl mit NW-SO-, NNW-SSO-, WNW-OSO- und O-W-Orientierung. Ein Teil der Gräber war überhügelt, teilweise wurde in vorgeschichtlichen Hügeln nachbestattet.25

Chronologisch bieten die Gräber ein einheitliches Bild und gehören nach ihren Beigaben in die Zeit zwischen 30 und 60 n. Chr.26

Hier ist ein Blick auf die archäologische und historische Entwicklung dieses Raums notwendig. Das Gebiet wurde im Zuge der römischen Expansion im Alpenraum um 15 v. Chr. in das Römische Reich einbezogen. Zu dieser Zeit ist keine Besiedlung im östlichen Alpenvorland festzustellen. Die blühende keltische Oppidakultur rund um das große Oppidum von Manching war seit mehreren Jahrzehnten untergegangen27 und auch die ethnisch zu den Germanen gerechnete Traunstein-Uttenhofer- Kronwinklergruppe war seit längerer Zeit verschwunden.28 Diese orientierte sich am alten Wegenetz der Region und nicht an den Böden des Altsiedllandes. Scheinbar gelangte sie durch Handel mit den keltischen Zentren im Süden zu relativen Wohlstand und verband so Mitteldeutschland und den Ostalpenraum. Die jüngsten Funde dieser Gruppe nach Räumung des südostbayrischen Raumes stammen aus dem Innviertel auf norischen Stammesgebiet.29 Westlich des Inn war seit der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. Ödland.30 Aus der ganzen Stufe Latene D2b sind auch im benachbarten Baden-Württemberg keine keltischen Funde nachweisbar31 und zwischen dem Oberrheintal und dem Nördlinger Ries besteht keine Siedlungskontinuität. Nur in Böhmen und Südhessen ist eine längere Koexistenz von Germanen und Kelten nachweisbar.32

Im Zuge der Erschließung dieser Zone nach der Verlegung der römischen Reichsgrenze an die Donau wurde das Gebiet neu aufgesiedelt. Vorher ist nur eine schwache militärische Präsenz an der Donau und am Oberrhein nachweisbar, weil das vorgelagerte Gebiet unbesiedelt war. Später ist in spätaugustäischer und tiberischer Zeit ein befriedeter bzw. friedlicher Zustand zu erwarten.33 Dabei wird interessanterweise der rätische34 Stamm der Vindeliker in diesem Raum, der römischen Provinz Rätien, genannt und auch die Provinzhauptstadt erhält den Stammesnamen. Von diesen in den römischen Quellen genannten Stamm sind archäologisch kaum Spuren nachweisbar.35 Vor der römischen Okkupation sind im Voralpenland keine Vindeliker nachweisbar, sondern nur in den Alpen.36

Bei den Trägern der südostbayrischen Körpergräber vom Typ Heimstetten handelt es sich jedoch nicht um Räter, wie man nach den historischen Nachrichten vermuten sollte. Vielmehr verweisen die bei den Toten gefundenen Trachtbestandteile auf eine kleine Gruppe von keltischen Stämmen, die im mittleren Alpenraum im Gebiet des heutigen schweizerischen Kantons Graubünden zwischen rätischen Stämmen siedelten. Dazu gehörten die breuni, genaues und die focunates im Vorderrheintal.37

Im schweizerisch-italienischen Grenzgebiet im Bereich der östlichen Zentralalpen sind aus frührömischer Zeit Körpergräber bekannt, die auch in der Orientierung und der Benutzung der Drei- und Fünffibeltracht Ähnlichkeit mit der südostbayrischen Gruppe aufweisen. Allerdings fehlen alle für die südostbayrische Gruppe charakteristischen Trachtbestandteile völlig. Diese stammen wahrscheinlich aus dem nördlichen Teil der westlichen Zentralalpen.

Die Zuwanderung der Gruppe aus dem Alpenraum erfolgt wahrscheinlich im 2. Jahrzehnt n. Chr., auch wenn der Beginn der Niederlegung von Körpergräbern erst im 3. bzw. am Beginn des 4. Jahrzehnts n. Chr. erfolgt. Dafür sprechen die anderen der Gruppe zugewiesenen archäologischen Befunde (Brandopferplätze). Diese werden in ihrem Hauptverbreitungsgebiet im inneren Alpenraum mit einer rätischen Kernbevölkerung verbunden.

Die Zuwanderung in den Voralpenraum erfolgte erst nach und nach, nicht in einem Zug.38 Gleichzeitig siedelten auch germanische, italische, rätische und gallische Siedler diesen Raum auf.39

Zwischen den Skelettgräbern und den Brandopferplätzen scheint sich eine recht enge Beziehung abzuzeichnen, was den alpenländischen Eindruck noch verstärkt und über das Fehlen von charakteristischen Funden aus dem Tiroler Raum ( Schüssel- und Palmettenfibeln) auch eine weitere Ausgrenzung des norischen Raumes ermöglicht.40

Im Gebrauch der Körpergrabsitte ist vielleicht ein sozialer Prozeß zu sehen, der den sozialen Status der Einwanderer veränderte und zu einem neuen Selbstbewußtsein geführt hat.41 Unter den Beigaben der Gräber befanden sich keine Güter des gehobenen Bedarfs, aber durchaus Objekte, die auf eine gewisse Wirtschaftskraft dieser Bevölkerung verweisen.42 Die Inventare der weiblichen Bestattungen wirken wie genormt, während die Inventare der männliche Bestattungen sehr bescheiden wirken.

Insgesamt scheint es sich um eine homogene, sozial nicht weiter gegliederte Gesellschaftsschicht zu handeln, die sich durch Handelsbeziehungen zur römischen Provinz gallia cisalpina auszeichnete.43 Hier liegt möglicherweise der Schlüssel dafür, diese Gruppe doch noch als einen Impulsgeber für einen Teil der germanischen Körpergräber in Anspruch zu nehmen, verweisen doch die dänischen Körpergräber, in denen Tierfibel mit "beißendem Tierkopf" nachweisbar sind, ebenfalls in das nördliche Italien, speziell in die Region um Aquileia, dem Ausgangs- und Endpunkt der "Bernsteinstraße", woher die Vergleichsstücke zu den dänischen Funden stammen.

Die Gruppe spielte eine nicht näher faßbare Rolle im Rahmen der römischen Territorialorganisation und orientierte sich bei der Anlage der Gräber und Siedlungen am römischen Straßennetz.44 Hier ist ein Vergleich zur Traunstein-Uttenhoffen-Gruppe möglich. Damit könnte sie eine Rolle im Rahmen der jüngeren Importwelle für italisches Geschirr in der frühen Kaiserzeit gespielt haben. Diese folgte auf ein frühere Welle in der Stufe Latene D1.45

Allgemeiner spielt auch der Begiff norisch-pannonischer Raum eine Rolle bei der Suche nach dem Ursprung der Körpergrabsitte eine Rolle. Dabei meint man neben den südostbayrischen Funden speziell eine Gruppe, die im westlichen Norikum nachweisbar ist. Pannonien hingegen fällt für unsere Betrachtung ganz aus, denn im Gegensatz zum Norikum, bei dem ein friedliches Hineinwachsen aus dem Klientelverhältnis zu Rom hin zur römischen Provinz feststellbar ist, erschütterten dakische Angriffe und römische Eroberungen hier das Stammesgefüge dramatisch und der Raum war so noch kaum in der Lage, kulturell nach außen zu wirken.46

Der Raum Mitteleuropa, Südpolen

Böhmen

Die frühe römische Kaiserzeit in Böhmen gliedert sich in 5 Phasen. Dabei setzt die Sitte, den Toten nicht mehr zu verbrennen, sondern den Leichnam in eine mehr oder weniger ausgebaute Grabkammer zu legen, in der Stufe 2 ein. Diese Phase 2 ist parallel zur späten Phase Eggers A und dem Beginn der Stufe Eggers B1.47 Die Mehrheit der Toten wird wie auch schon in der vörrömischen Eisenzeit und der frühen Phase der römischen Kaiserzeit verbrannt. Dabei ist diese Phase durch die Abwesenheit von Trichterurnen charakterisiert. Die in diesen Gräbern ebenfalls auftretenden geschweiften Bronzefibeln mit unterer Sehne (Almgren 2) parallelisieren die böhmische Phase 2 mit dem Horizont C von Großromstedt.48

Die beigegebenen Trachtbestandteile dieser Stufe sind charakterisiert durch schmale , geschweifte spätlatenezeitliche Bronzefibeln mit durchbrochenem Nadelhalter (Almgren 2 oder Kostrzewski O), geschweifte Bronzefibeln mit unterer Sehne, in der Regel mit vollem Nadelhalter, die relativ klein und massiv wirken und eingliedrige Fibeln mit einfacher Armbrustkonstruktion. Dazu kommen noch Bronzefibeln mit Sehnenhaken vom Typ Almgren 18, die frühesten Augenfibeln , die frühesten kräftig profilierten Fibeln (Almgren 67a, 19/1, 22) und lange spätlatenezeitliche Fibeln "alpiner Form" mit langen durchbrochenem Nadelhalter, Stützplatte und einem Bügel mit "beißendem Tierkopf".

Es treten erstmals norisch-pannonische Gürtelgarnituren auf.

Die Keramik ist gekennzeichnet durch niedrige, bauchige Terrinen mit kurzen, abgesetzten Hals, der durch plastische Leisten oder durch Ritzlinien hervorgehoben wird, ansonsten sind sie meist unverziert, doch tritt manchmal Rädchenverzierung auf.49

Mit der Stufe 2 nimmt die Zahl der Trachtbestandteile deutlich zu. Die Vorbilder dieser Trachtbestandteile stammen aus dem keltischen Raum, bei einigen Gegenständen ist aber schon römischer Einfluß spürbar.

Innerhalb der böhmischen Stufe 2 treten erstmals waffenlose Körpergräber abseits der Urnenfriedhöfe auf. Es sind sowohl Einzelgräber, als auch kleine Gruppen von Gräbern nachweisbar. Der Tote liegt meist auf dem Rücken und nur sehr wenige Gräber liegen in Doppelgräbern beisammen. Die Ausrichtung der Toten ist völlig uneinheitlich, sie sind O-W, W-O, N-S und S-N orientiert. Das gilt auch innerhalb von Grabgruppen. Für die Grabkonstruktion wurden sowohl Stein-, als auch Holzkonstruktionen verwendet. Die Tiefe der Grabgruben schwankt zwischen 30cm und 280 cm.

Hügelgräber sind in Böhmen nicht nachweisbar. Die waffenlosen Körpergräber dieser Phase enthalten eine unterschiedliche Anzahl von Fibeln, Gürtelgarnituren und Nadeln, Messer und Scheren, nur einmal enthielten sie einen Sporen. Tongefäße und Trinkhörner ergänzen die Totenausstattung.50

Die anschließende Phase 3 ist charakterisiert durch Augenfibeln, Rollenkappenfibeln mit langem durchbrochenem Nadelhalter und kräftig profilierte Fibeln Almgren 67b. Daraus entwickelt sich die böhmische Phase 4 mit massiven Augenfibeln mit offenen oder geschlossenen Augen , die massiven Rollenkappenfibeln, die Rollenkappenfibeln, die kräftig profilierten Fibeln (Almgren 19/2 und 68a), die Nertomarus- und Distelfibeln.

Die Phase 5 , die durch Spätformen der kräftig profilierten Fibeln des Typs Almgren 68b, frühe kräftig profilierte Trompetenfibeln und späteste Augenfibelformen gekennzeichnet ist, schließt daran an.51 Die kaiserzeitlichen Forscher, die in keltischen Vorbildern die Ursprünge der Körpergrabsitten sehen, folgern aus dem Auftreten von Körpergräbern nördlich des Erzgebirges ,daß sich ab dieser Phase die Körpergrabsitte von Böhmen über die umliegenden germanischen Gebiete massiv nach Norden ausbreitet, nachdem bereits vorher in Phase 4 im Norden die ersten Körpergräber auftraten52. Dabei treten waffenlose Körperbestattungen, die außerhalb von Gemeinschaftsfriedhöfen liegen, erstmals seit der Stufe B2 nach Eggers auf.53

Mitteldeutschland

Aus Mitteldeutschland sind eine Reihe sehr früher Körpergräber bekannt geworden. Darunter befindet sich das birituelle Gräberfeld von Flötz, Kr. Zerbst, von dem ein Körpergrab bekannt wurde. Grab 10 war NW-SO-orientiert und lag in ca. 1,50 m Tiefe. Unter dem Toten konnten Reste eines Leichenbretts oder eines Sarges festgestellt werden. Die aus dem Grab bekannte Bronzefibel, Almgren Fig. 15, lag im Kopfbereich. Die Bestattung gehört an die Wende vom 1. zum 2 Jh. n. Chr. , in die Stufe B2 nach Eggers.

Die Anfänge der Körpergrabsitte im mitteldeutschen Raum sind offen, sind doch entsprechende Körpergräber in der Hausurnenkultur der älteren Eisenzeit selten, häufig jedoch in der Thüringischen Kultur und der Halleschen Kultur der vorrömischen Eisenzeit.54

Aus der Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert sind vereinzelt einige Körpergräber mit Rollenkappenfibeln bekannt geworden. Das betrifft die Fundorte Westeregeln, Kr. Wanzleben, Halberstadt und Wahlitz, Kr. Burg.55 Das Steinkistengrab von Döllnitz, ausgestattet mit 4 Fibeln, gehört an den Übergang von der vorrömischen Eisenzeit zur frühen Kaiserzeit.56

Süd- und Mittelpolen

Innerhalb der in Polen angesiedelten Przeworskkultur sind Körpergräber in der späten Latenezeit und in der frühen Kaiserzeit selten. Insgesamt gibt es aus einem Zeitraum von 400 Jahren (2. Jh. v. Chr. - 2. Jh. n. Chr.) nur 110 Bestattungen von 42 Fundplätzen.57 Diese Fundstellen verteilen sich auf den niederschlesischen Raum zwischen Bystrycza und Olawa mit 51 Gräbern von 16 Fundstellen, Kujawien mit über 40 Gräbern von 13 Fundstellen sowie auf einzelne Fundstellen weit verteilt im Gebiet der Przeworskkultur.

Die Körpergräber treten meist dort auf, wo zuvor eine keltische Bevölkerung ansässig war. Trotzdem existieren zwischen den keltischen und den Gräbern der Przeworskkultur Unterschiede. Darunter ist zum Beispiel die Sitte einer verstärkten Beigabe von Keramikgefäßen zu sehen, die ihre älteren Parallelen in der Pommerellischen und der Lausitzer Kultur hat, ohne daß sich Kontinuitäten abzeichnen.

Die frühen Körpergräber Schlesien zeigen ähnliche Merkmale wie die frühen Körpergräber in Mitteldeutschland und Kujawien.Die Orientierung variiert im Gegensatz zu den keltischen Körpergräbern der Spätlatenezeit Schlesiens stark.58

Die Gräber sind meist rechteckig und nord-süd-orientiert, wobei der Kopf nach Süden zeigt. Die durchschnittliche Grabtiefe beträgt 90-100 cm. Nur aus 4 Gräbern sind Särge bekannt geworden. Die meisten der Toten wurden als Hocker bestattet.

Eine Abhängigkeit der Bestattungssitte von Alter der Toten war nicht erkennbar. Die Skelettgräber waren im Durchschnitt wesentlich ärmer ausgestattet als zeitgleiche Brandbestattungen.

Unter den Metallbeigaben überwiegen die Fibeln mit einem Drittel aller Metallfunde, meist liegen nur 1-2 in einem Grab. Zahlreiche Fibeln lagen in Kopfnähe, was auf eine andersartige Verwendung hindeuten könnte.59 Die anderen Metallbeigaben sind im wesentlichen Ahlen, Messer, Nähnadeln, Beschläge und nur in vereinzelten Fällen Waffen.

Häufig waren dem Toten 2-3 Keramikgefäße beigegeben, die meist in Kopf- oder Rumpfnähe standen.

In der Forschung wird ein Zusammenhang zwischen der Lage der Körpergräber und dem Verlauf der Bernsteinstraße vermutet und daraus gewisse Rückschlüsse auf den sozialen Stand der solcherart Bestatteten gezogen (Händler, Handwerker).60

Unter den Gräbern der im Norden Polens angesiedelten Wielbark-Kultur erscheinen zahlreiche Sondergrabformen unter den Körpergräbern. Bekannt sind bis heute folgende Formen: mit fehlenden oder dislozierten Schädel und Unterkiefer,mit stark angezogenen Beinen, in Bauchlage, in zu kurzen Grabgruben und separate Schädelbestattungen. Darüberhinaus existieren Grabgruben von Skelettgräbern mit darüber liegendem Leichenbrand in der Grabverfüllung. Aus einem Gräberfeld stammen kreisrunde Grabgruben, die nur Kinderunterkiefer und Schmucksachen enthielten. Auch Kenotaphe sind nachgewiesen. Diese Sonderbestattungen werden als Grabstätten von in der dörflichen Gemeinschaft nicht akzeptierten Personen interpretiert.61

Mittelschlesien

In Mittelschlesien kommen im 1. Jh. v. Chr. in mindestens 10 Fällen Körpergräber auf 5 Fundplätzen vor. Diese liegen sowohl einzeln, in kleinen Gruppen oder auf birituellen Gräberfeldern. Zeitlich verschieden kommen auf dem Fundplatz von Gr. Sürding keltische und germanische Körpergräber gemeinsam vor. Eine Doppelkinderbestattung fand sich innerhalb einer Siedlungsgrube in Herdhausen. Ähnliche Bestattungsformen scheinen bei den Gräbern von Wangern vorzuliegen (4 Bestattungen), wo die Toten innerhalb von Grubenhäusern bestattet wurden.

Zeitgleiche Parallelen fanden sich auf dem Bestattungsplatz von Kraghede in Nordjütland. Die Zahl der Beigaben in den Körpergräbern ist im Vergleich zu den Brandgräbern gering. Meist finden sich nur ein Gefäß, ein Anzahl Fibeln oder auch ein Gürtelhaken im Grab.62 Grundsätzlich gilt, daß die Körpergräber nur im mittelschlesischen Schwarzerdegebiet vorkommen.

Von dem Körpergrab von Gaulau sind kleinere Pfostenverfärbungen bekannt, die wohl die Grabstelle markierten. Um die Zeitenwende herum brechen, nach den Funden zu urteilen, die mittelschlesischen Friedhöfe ab und es werden neue angelegt, ohne daß ein Bevölkerungswechsel stattzufinden scheint.63

Im 1. Jh. n. Chr. sind in Mittelschlesien 17 Körperbestattungen nachgewiesen, die wiederum fast ausschließlich auf das Schwarzerdegebiet beschränkt sind. Die Beigaben zeigen Parallelen zu Böhmen, die Anlage der Gräber folgt Beispielen aus Skandinavien. Aus Breslau-Cosel ist eine Doppelbestattung von Mann im Körpergrab und Frau in Brandgrube bekannt. Aus Zottwitz ist eine Bestattung in einem Baumsarg bekannt. Das Grab war SO-NW-orientiert, der Tote war in leichter Hockerstellung bestattet und mit zwei Granitplatten bedeckt. Ähnliche Abdeckungen sind von dem Grab von Hannsfeld bekannt.64

Die Mehrzahl der mittelschlesischen Friedhöfe war klein. Ausnahmen bilden die Friedhöfe von Zottwitz und Neudorf. Auch auf kleinen Friedhöfen wie z. B. Breslau-Cosel wurde birituell bestattet. Daneben existieren reine Körpergräberfelder, wobei die Ausrichtung der Toten uneinheitlich ist und selbst innerhalb der Gräberfelder variiert. Aus dem 2. Jh. n. Chr. sind nur 7 Körpergräber bekannt.

Über den gesamten Zeitraum verteilen sich außerdem einige Körpergräber ohne Beigaben oder mit zeitlich nicht eingrenzbaren Beigaben (ca. 10).65

Die Przeworskkultur scheint sich in Schlesien bei einer Bevölkerung ausgebreitet zu haben, die sich hinsichtlich des Bestattungsbrauchs und wahrscheinlich der Abstammung von der Przeworskbevölkerung unterschied. Die ältesten der Skelettgräber weisen grundsätzlich keine Waffen auf. Erst in der Stufe A2b treten Waffengräber dann in Kujawien auf. Ein Teil dieser Waffen sind einschneidige Schwerter, die ihre Vorbilder im Norden finden.66

Niederschlesien

In Niederschlesien wurde seit dem Aufkommen der Körpergrabsitte auch auf birituellen Gräberfeldern bestattet, daneben existierten auch kleine Skelettgrabgruppen. Diese wurden auf trockenem, leicht angehobenem Gelände angelegt. Zwischen den Bestattungen wurde ein großer Abstand gewahrt. Vom Gräberfeld von Kietrz, Kreis Glubczyce ist bekannt, daß die Toten gruppenweise bestattet wurden. Die größten aus Niederschlesien bekannten Gräberfelder umfaßten zwischen 9-11 Tote.

Die Sitte der Körperbestattung ist in Niederschlesien nachweisbar seit der Wende von der älteren zur mittleren Stufe der Spätlatenezeit und hält sich bis in das 2. Jh. n. Chr.67

In Niederschlesien konzentrieren sich die Körpergräber links der Oder südöstlich von Wroclaw, wobei aus 4 Fundstellen 10 Gräber bekannt sind. Diese Gräber treten spätestens seit der Stufe A2 auf, zeitgleich mit der niederschlesischen Brandgrubengräber, von denen sie sich durch die Grabgrubentiefe, die geringe Beigabe von Keramik und durch ganze Gefäße unterscheiden. Manche der Skelettgräber treten auch in Siedlungen auf. Die Skelettgräber weisen im Gegensatz zu der Brandgrubengruppe einen sehr einheitlichen Charakter auf. In typologischer Hinsicht bestehen keine Unterschiede zu den Brandgräbern, allerdings sind die Körpergräber bedeutend ärmer ausgestattet. Auch die Beigabe von Speisen charakterisiert die Körpergräber Niederschlesiens.68 Aus Gulowo ist der wahrscheinliche Nachweis eines Totenhauses über einem Skelettgrab bekannt, was Parallelen in Gallien findet.69

Kujawien und das Palukigebiet

Traten die Körpergräber in Kujawien anfangs einzeln oder in kleinen Körpergrabgruppen auf, so kennt man vom Ende der Spätlatenezeit und aus der römischen Kaiserzeit birituelle Bestattungsplätze. Daher wurde vermutet,daß die Träger der Körpergrabsitte in Kujawien wahrscheinlich aus Niederschlesien zugewandert sind und erst in der Phase, die durch die Anlage der birituellen Gräberfelder charakterisiert ist , durch die ortsansässigen Stämmen assimiliert wurde. Dafür spräche das gleichzeitige Auftreten vom Brandgrubengräbern des niederschlesischen Typs in Kujawien.70 Zu den Gemeinsamkeiten gehört das Vorkommen von Tierknochen sowie vermutlich auch das Abdecken der Toten mit großen Steinplatten. Im Unterschied zu Niederschlesien liegen die Toten, oft unter Beigabe von Waffen, in Strecklage in Gräbern, die nicht so stark eingetieft sind wie in Niederschlesien. Die Gräber liegen ausschließlich außerhalb von Siedlungen. Obwohl in Kujawien keine keltischen Körpergräber vorkommen, gleichen die Körpergräber hier stärker als in Schlesien keltischen Latenegräbern.

Die Ausrichtung der Gräber ist ebenso uneinheitlich wie bei den keltischen Gräbern Schlesiens.71

Unter den Skelettfunden dieses Raumes finden sich auch Hinweise auf Menschenopfer.

Aus der Gemeinde Dabrowka, Woj. Wloclawek stammt der Fund eines Menschenskeletts in einem Opfermoor. Dieses führte eine Bronzefibel Almgren Gruppe IV und 2 Bernsteinperlen mit sich. Aus der Siedlung von Inowroclaw, Woj. Bydgoszcz stammt der Fund zweier Kinderskelette, die innerhalb der Kulturschicht entdeckt wurden. Eines der Skelette, bei dem sich nur wenige Knochen und Schädelteile erhalten haben, war wahrscheinlich schon in der Vorgeschichte zerstreut worden.72 Aus der Nähe dieser Siedlung stammen vom Fundplatz 3 von Krusza Zamkowa insgesamt 3 Skelettfunde (1 Mann, 30-40jährig, 2 Kinder 3-7 Jahre), die in der Nähe eines Sakralbaus zusammen mit zahlreichen Tierknochen entdeckt wurden. Alle Skelette waren unvollständig. Aus der gleichen Siedlung stammt der Fund mehrerer unvollständiger Skelette , insgesamt 7 (3 Frauen, 3 Männer, 1 Kind), deren Knochen wahllos verstreut in der weiteren Umgebung eines Gebäudes mit ornamentierten Fußboden.73

Großpolen

Aus Großpolen ist von dem zwischen 1949-1951 ergrabenen Gräberfeld von Mlodzikowo, Kr. Sroda ein Körpergrab (Grab 208) bekannt, daß durch seine Funde in die frühe Kaiserzeit gehört. Es ist waffenlos und enthielt typische Fibelformen der frühen Kaiserzeit, Gürtelbeschläge und Anhänger. Die Funde stellen das Körpergrab zusammen mit einigen anderen Brandgräbern in den Bereich der Oksywiegruppe.74 Im südlichen Teil Großpolens treten ab dem Ende der Stufe B1 Gräber der Lubowidzphase der Wielbarkkultur auf, mit denen typischerweise birituelle Gräberfelder verbunden sind.75 Aus der Nähe von Warschau wurde in der Siedlung von Biskupice das Grab eines ca. 7jährigen Kindes entdeckt. Bei Tadow Gorny, Woj. Sieradz wurde innerhalb einer Siedlung in einer kreisrunden Grube das Skelett eines ca. 1jährigen Säuglings entdeckt. Aus der gleichen Siedlung stammt der Befund eines Zusammenfundes eines Hundegrabes und zweier Säuglingsknochen.76

Die Fürstengräber vom Lübsowtyp

Die sogenannten Fürstengräber vom Lübsowtyp zeichnen sich durch das Vorhandensein von römischen Import, allgemeinen Beigabenreichtum, Waffenlosigkeit, Körperbestattung, aufwendige Grabanlage und die Lage der Gräber abseits der sonstigen Friedhöfe aus. Zu den typischen Beigaben in diesen Gräbern gehören Bronzeeimer, -becken, -kannen und -kasserollen, Silberbecher, Glasgefäße, Fibeln, Nadeln, Goldberlocks, Goldfingerringe, Schnallen, Riemenzungen, Spielsteine, Würfel, Trinkhörner und Tongefäße. Viele der beigegebenen Gefäße kommen paarig oder mehrfach vor.

Unter den Bestattungen überwiegen die Frauen.77

Diese Gräber kommen in der Stufe B1 auf und sind bis zum Ende der Stufe B2 nach Eggers nachweisbar. Zahlreich finden sich in diesen Gräbern römische Metallgefäße und solche aus Glas, darunter auch viele von den nur 100 Silbergefäßen, die bisher in der Germania magna entdeckt wurden.

Bei den solcherart Bestatteten könnte es sich um eine ökonomisch und sozial herausgehobene Schicht der germanische Gesellschaft bei den Ost-, Nord- und Elbgermanen handeln. Ob dahinter germanische princeps standen, erscheint angesichts der oft eng beieinanderliegenden Bestattungen zweifelhaft, wäre doch dann das beherrschte Gebiet des einzelnen princeps sehr klein gewesen. Außerdem blieben die Körpergräber sind von Anfang an nicht auf reiche Gräber begrenzt, sondern arme und reiche Körpergräber kommen ebenso vor wie reiche Brand- und Körpergräber.78 Auf die soziale Stellung, die sich archäologisch nur schwer erschließt, wird bei der Zusammenfassung aller Befundbetrachtungen zurückzukommen sein.

Die jüngsten Körpergräber vom Lübsowtyp erscheinen um 170/180 n. Chr.79 Eine absolute Sonderstellung nimmt das jüngste bisher entdeckte Körpergrab vom Lübsowtyp ein, das Königsgrab von Musov. Es steht durch seinen Reichtum über allen vergleichbaren Gräbern des Lübsowtyps und durch seine Ausstattung mit römischen Tafelgeschirr bildet es eine Brücke zu den reichen Gräbern vom Typ Leuna-Haßleben.80

In den Gräbern kommen die Silbergefäße meist paarig vor, was auf die Nachahmung römischer Trinksitten durch diese soziale Schicht hinweist. Unter den Beigaben finden sich auch germanische Nachahmungen römischer Silberbecher mit einheimischen Motiven und in germanischer Silberbearbeitungstechnik ausgeführt. Daneben wurden auch noch immer Trinkhörner den Bestattungen beigegeben. Bei den Verzierungen überwiegen streng ornamentale Verzierungen. Nur von den Hobybechern sind jene Verzierungen mythologischen Inhalts bekannt geworden, die sich oft auf augustäischen Bechern finden.81. Es zeigt sich, daß zwischen der Sitte der Beigabe von Importgegenständen und dem Auftreten von Lübsowgräbern ein Zusammenhang besteht.

Abbildung1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die von Eggers definierten Kriterien für Füstengräber vom Lübsowtyp sind von der weiteren Forschung überprüft worden und wurden in Frage gestellt. Bei den meisten von Eggers aufgeführten Beigaben zeigte sich, daß diese auch in einfacheren Gräbern vorkommen bzw., daß manche der Beigaben wie Spielsteine und Würfel selbst innerhalb der Lübsowgräber so selten sind, daß sie zu einer Definition dieser Gräber nicht tauglich sind. Auch das Kriterium der Waffenlosigkeit unterlag einer Korrektur.

[...]


1 Steuer, H. Frühgeschichtliche Sozialsrukturen in Mitteleuropa, Göttingen 1982,

S. 184

2 Nylen, E. Gräberfelder auf Gotland und die älteste Eisenzeit im Ostseegebiet. Gräber und Siedlungen - Siedlungen und Gräber , Uppsala 1994, S. 61ff.

3 Steuer1982, S. 185

4 Steuer 1982, S. 201

5 Bronsted , J. Nordische Vorzeit, 3. Teil Eisenzeit in Dänemark, Kopenhagen 1963, S. 139ff.

6 Schultze, E. Zu den Grab- und Bestattungssitten in Mitteleuropa während der ersten Jahrhunderte n. Chr. In: Prähistorische Zeitschrift 67,1992, S. 204

7 Steuer 1982, S. 203

8 Steuer 1982, S. 243

9 Steuer 1982, S. 206-208, S. 256 keine Dynastienbildung

10 Steuer 1982, S. 257, siehe auch Leube, A. Die Gesellschaft, Entwicklung und Strukturen In: Die Germanen. Ein Handbuch, Berlin 1983, S. 537

11 Peschel, K. Ein Körpergrab der Spätlatenezeit von Mellingen, Lkr. Weimar In: Ausgrabungen und Funde 20, 1975, S. 235-243

12 Preidel, H. Germanen in Böhmen im Spiegel der Bodenfunde, Reichenberg 1934, S. 16

13 Preidel 1934, S. 20

14 Nieweglowski , A. Zur Forschung des Bestattungsbrauchtums der Bevölkerung der Przeworsk-Kultur in der jüngeren vorrömischen Eisenzeit In: Archeologia Polona XX, Wroclaw u. a. 1981, S. 106

15 Sellevold, Hansen, Jorgensen Prehistoric Man in Denmark, Vol. III, darin Iron Age Man in Denmark, Kopenhagen 1984, Fig 31,32

16 Sellevold u.a. 1984, S. 148

17 Nylen, E. Till fragan om gravskicket under Nordens forrömerska järnalder In: TOR Jg. III, Uppsala 1957, S. 77

18 Ekholm, G. Skelettgravarna i nordens äldre järnalder In: Fornvännen, Jg. 52, Stockholm 1957, S. 292/93

19 Nylen, E. Die jüngere vorrömische Eisenzeit Gotlands, Uppsala 1955, S. 528

20 Buck, D. Körperbestattungen der vorrömischen Eisenzeit im Havelgebiet In: Ausgrabungen und Funde 1967, S. 150-153

21 König, P. Körpergräber aus der frühen Eisenzeit In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 1993/94, Stuttgart 1995, S. 84-85

22 Lies, Hans Ein eisenzeitliches Gräberfeld bei Randau, Kreis Schönebeck in Jahresschrift Halle 38, 1954, S. 160-163

23 Böttcher, G und Gosch, G. Das Gräberfeld der vorrömischen Eisenzeit von Randau, Kreis Schönebeck in Ausgrabungen und Funde 34, 1989, S. 175-180

24 Hoffmann, W. Grabbeigaben der jüngeren Bronze- und Frühlaténezeit aus Osterwieck, Kr. Wernigerode in Jahresschrift Halle 34, 1950, S. 137-141

25 Keller, E. Die frühkaiserzeitlichen Körpergräber von Heimstetten und die verwandten Funde aus Südbayern, München 1984, S. 19

26 Keller 1984, S. 27

27 Rieckhoff, S. Frühe Germanen in Südbayern In: Dannheimer, H. (Hrsg.) Das keltische Jahrtausend, Mainz 1993, S. 237-242

28 Rieckhoff 1993, S. 238

29 Rieckhoff 1993, S. 238

30 Rieckhoff 1993, S. 241

31 Rieckhoff, S. Süddeutschland im Spannungsfeld von Kelten, Germanen und Römern, Trier 1995, S. 197

32 Rieckhoff 1995, S. 198

33 Rieckhoff 1995, S. 199

34 Uslar, R. v. Zu Rätern und Kelten in den mittleren Alpen In: Berichte der Römisch-Germanischen Kommission 77, 1996, S. 155-214

35 Rieckhoff 1993, S. 237-242

36 Rieckhoff 1995, S. 199/200

37 Keller 1984, S. 53, 57

38 Keller 1984, S. 52

39 Keller 1984, S. 57, Rieckhoff 1995, S. 201

40 Gleirscher, P. Tiroler Schüssel- und Palmettenfibeln In: Germania 65, 1. Halbband, 1987, S. 80ff

41 Rieckhoff 1995, S. 200

42 Keller 1984, S. 53

43 Keller 1984, S. 54

44 Keller 1984, S. 55

45 Rieckhoff 1995, S. 156

46 Rieckhoff 1993, S. 237-242

47 Lichardus, J. Körpergräber der frühen Kaiserzeit im Gebiet der südlichen Elbgermanen, Saarbrücken 1984, S. 30

48 Lichardus 1984, S. 35

49 Lichardus 1984, S. 28/29

50 Lichardus 1984, S. 48-50

51 Lichardus 1984, S. 29

52 Lichardus 1984, S. 89

53 Lichardus 1984, S. 79

54 Koppe, A. Kaiserzeitliche Gräber bei Flötz, Kr. Zerbst In: Prähistorische Zeitschrift 40, 1962, S. 213

55 Otto;K.-H. Wandalische Skelettgräber des letzten Jahrhunderts v. Chr. Von Wansleben, Mansfelder Seekreis In: Jahresschrift Halle 33, 1949, S. 120ff. und Otto, K._H. Noch ein wandalisches Skelettgrab des letzten Jahrhunderts v. u. Ztr. Aus Mitteldeutschland In: Jahresschrift Halle 34, 1950, S. 142ff.

56 Stjernquist, B. Simris. On cultural connections of Scania in the roman iron age, Lund 1955, S.60-61

57 Bykowski, K. Zum Brauch der Körperbestattunginnerhalb der Przeworsk-Kultur in der späten Latene- und frühen Kaiserzeit In Acta Universitatis Wratislaviensis 253, Stud. Arch. 7,1976, S. 161

58 Stjernquist 1955, S. 62-63

59 Bykowski, K. 1976, S. 162

60 Bykowski 1976, S. 163

61 Tempelmann-Maczynska, M. Die Sonderbestattungen der Wielbark-Kultur In: Folia Archeologica, Lodz 1992, S.198-199

62 Pescheck, C. Die frühwandalische Kultur in Mittelschlesien, Leipzig 1939, S. 5-6

63 Pescheck 1939, S. 8-9

64 Pescheck 1939, S. 10

65 Pescheck 1939, S. 11

66 Nieweglowski 1981, S. 109

67 Bykowski 1976, S. 163

68 Nieweglowski 1981, S. 105

69 Nieweglowski 1981, S. 119

70 Nieweglowski 1981, S. 113

71 Nieweglowski 1981, S. 106

72 Makiewicz, T. Zur Frage der Menschenopfer in der vorrömischen und römischen Eisenzeit In: Folia Praehistorica Posnaniensia, T. III, Poznan 1987, S. 183

73 Makiewicz, 1987, S. 184-185

74 Dymaczewski, A. Aus den neueren Entdeckungen auf den Gräberfeldern der römischen Kaiserzeit in Großpolen In: Archeologia Polona 4-5, Wroclaw 1962, S. 266

75 Machajewski, Sikorski Gräberfeld der Bevölkerung der Wielbark-Kultur in Lutom, Wojew. Poznan In: Fontes Archeologici Posnaniensis XXXII, Poznan 1981 (1983), S. 24

76 Makiewicz, 1987, S. 185

77 Eggers, H.-J. Lübsow, ein germanischer Fürstensitz der älteren Kaiserzeit In: Prähistorische Zeitschrift 34/35, 1949/50 (1953), S. 104

78 Peschel, K. Anfänge der germanischen Besiedlung im Mittelgebirgsraum. Sueben-Hermunduren-Markomannen In: Arbeits- und Forschungsberichte Sachsen, Beiheft 12, Berlin 1978, S. 156

79 Steuer 1982, S. 201

80 Böhme, H. W. Ausgewählte Funde aus dem germanischen Körpergrab von Musov ( Südmähren CSFR) anläßlich der Restaurierung In: Archäologisches Korrespondenzblatt 21, 1991, S. 291-304

81 Künzl, Romanisierung am Rhein – Germanische Fürstengräber als Dokument des römischen Einflusses nach der gescheiterten Expansionspolitik In: Augustus und die verlorene Republik, Ausstellungskatalog, Berlin 1988, S. 546-551

Ende der Leseprobe aus 94 Seiten

Details

Titel
Die Anfänge der Körpergrabsitte bei den Germanen und ihre Verbreitung im Ostseeraum während der älteren römischen Kaiserzeit
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Ur- und Frühgeschichte)
Veranstaltung
Archäologie im Ostseeraum
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
94
Katalognummer
V459099
ISBN (eBook)
9783668894396
ISBN (Buch)
9783668894402
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Körpergrab, Bestattungssitten
Arbeit zitieren
René Bräunig (Autor), 2004, Die Anfänge der Körpergrabsitte bei den Germanen und ihre Verbreitung im Ostseeraum während der älteren römischen Kaiserzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459099

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