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Frauen in der Popmusikpresse. Der Umgang mit Musikerinnen und die Situation von Journalistinnen

Title: Frauen in der Popmusikpresse. Der Umgang mit Musikerinnen und die Situation von Journalistinnen

Term Paper , 2016 , 35 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Franziska Deutschmann (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Sowohl weibliche Journalisten als auch weibliche Musiker sind in der Musikpresse unterrepräsentiert. Gründe dafür sind unter anderen die geschlechtsspezifische Sozialisation. Jedem Geschlecht werden bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen zugeschrieben und über die Gesellschaft und die Erziehung weitergegeben. So lernen Kinder, sich den Erwartungen an ihr Geschlecht entsprechend zu verhalten. Dieser Vorgang betrifft alle Bereiche des Lebens, so auch die Berufswahl. Dabei werden von Männern ausgeübte Berufe meist höher angesehen als von Frauen ausgeübte. Dieses Ereignis findet auch im Umgang mit Musik statt. Mädchen lernen andere Instrumente zu spielen als Jungen und interessieren sich weniger für Technik. Jungen gründen Bands und bilden ihren Wissenskanon aus, Mädchen werden auf ihr Fansein reduziert. Ein weiterer Grund für die Unterrepräsentation von Frauen neben der Sozialisation ist der Kanon von relevanter Musik. Die wichtigsten Bands und Musiker, die immer als Referenz dienen, sind männlich. Auch erfolgreiche Künstlerinnen schaffen es selten in den Musikkanon und werden somit schnell wieder vergessen. Frauen werden aus der populären Musikgeschichte hinausgeschrieben und Versuche, sie nachträglich hineinzuschreiben, sind erfolglos.
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, welche Rollen Frauen in der Popmusikpresse spielen. Dabei werden bisherige Ergebnisse überprüft, indem Beispiele aus der aktuellen Musikpresse herangezogen werden. Im ersten Teil der Arbeit geht es um den Umgang mit Musikerinnen, im zweiten Teil um die Situation von Journalistinnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Umgang mit Musikerinnen in der Popmusikpresse

2.1 Kritikersprache

2.2 Die Kategorie „Frauenmusik“

2.3 Glaubwürdigkeit und Authentizität

2.4 Erscheinungsbild

2.5 Thematisierung von Feminismus

3. Die Situation von Journalistinnen in der Popmusikpresse

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rollen von Frauen in der Popmusikpresse, wobei der Schwerpunkt auf dem Umgang mit Musikerinnen sowie der spezifischen Situation von Journalistinnen liegt. Es wird analysiert, wie Sprache, Kategorisierungen und Authentizitätszuschreibungen dazu beitragen, weibliche Akteurinnen in der männlich dominierten Musikwelt strukturell zu benachteiligen oder zu marginalisieren.

  • Analyse der geschlechtsspezifischen Kritikersprache in Musikmagazinen
  • Kritische Hinterfragung der Kategorie „Frauenmusik“ und daraus resultierender Vergleiche
  • Untersuchung von Authentizitäts- und Glaubwürdigkeitskonstruktionen bei Künstlerinnen
  • Reflektion über die Thematisierung von Feminismus im Musikjournalismus
  • Bewertung der Arbeitsbedingungen und Rollenbilder für Journalistinnen in der Popmusikpresse

Auszug aus dem Buch

2.1 Kritikersprache

Frauen erhalten bestimmte Beschreibungen, die ihre Weiblichkeit unterstreichen. Der Musikexpress nennt Sia Furler „Volldiva“, Sharon Jones und Sängerin Skin von Skunk Anansie „Power-Frauen“, Rihanna „Furie“ und Nicki Minaj „Hip-Hop-Luder“. Die Intro verwendet den Begriff „Powerfrau“ für Little Boots und spricht von „noch mehr holde(r) Weiblichkeit“ bei der Aufzählung von Musikerinnen auf einem Festival. Im Jahr 2006 schreibt die Intro noch: „Ach ja, und wer heute immer noch ernsthaft die Begriffe Frontfrau, Rockröhre oder gar Powerfrau benutzt, ist ein dümmlicher alter Sack“.

Der Begriff „(Pop-)Sternchen“ wird nahezu ausschließlich für weibliche Musiker verwendet. Der Musikexpress verwendet diesen Beinamen für Taylor Swift und Rihanna gleich in zwei verschiedenen Erwähnungen, aber auch Ariana Grande und Joss Stone werden so genannt. Der Rolling Stone bezeichnet Kelly Clarkson und Charlie XCX als „Sternchen“ und selbst Frauen, die seit Jahrzehnten erfolgreich in der Musikbranche tätig sind, wie Madonna oder Sia Furler, erhalten diese Benennung vom Rolling Stone oder Musikexpress.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentation von Frauen in der Musikpresse und definiert das Ziel der Arbeit, die darin wirkenden Mechanismen der Rollenzuweisung zu untersuchen.

2. Der Umgang mit Musikerinnen in der Popmusikpresse: Dieses Kapitel analysiert detailliert, wie Musikerinnen durch Kritikersprache, Kategorisierungen, Authentizitätszuschreibungen, den Fokus auf Äußerlichkeiten und die Thematisierung von Feminismus als „anders“ oder „unnormal“ markiert werden.

2.1 Kritikersprache: Es wird untersucht, wie durch spezifische Begriffe eine geschlechtsspezifische Einordnung vorgenommen wird, die oft verniedlichend oder abwertend wirkt.

2.2 Die Kategorie „Frauenmusik“: Dieses Unterkapitel hinterfragt, wie durch die Einordnung in die Kategorie „Frauenmusik“ weibliche Musikerinnen vom allgemeinen Musikkanon abgegrenzt und auf ihr Geschlecht reduziert werden.

2.3 Glaubwürdigkeit und Authentizität: Es wird erforscht, warum es für Frauen schwieriger ist, als authentisch wahrgenommen zu werden, und welche Rolle Anpassungsprozesse an männliche Normen dabei spielen.

2.4 Erscheinungsbild: Die Analyse zeigt auf, wie der Fokus auf das äußere Erscheinungsbild bei Musikerinnen gegenüber der künstlerischen Leistung priorisiert und abwertend eingesetzt wird.

2.5 Thematisierung von Feminismus: Dieser Abschnitt beleuchtet, wie die Frage nach der feministischen Haltung in Interviews oft dazu führt, dass sich die Berichterstattung von der Kunst weg auf persönliche Ansichten verlagert.

3. Die Situation von Journalistinnen in der Popmusikpresse: Das Kapitel widmet sich der männlichen Dominanz im Musikjournalismus und der Tendenz von Journalistinnen, sich den Arbeitsweisen der männlichen Kollegen anzupassen, um professionelle Anerkennung zu finden.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Forderungen nach einem gendersensiblen Musikjournalismus, der Rollenzuschreibungen vermeidet und sachlich über Musik berichtet.

Schlüsselwörter

Popmusikpresse, Musikjournalismus, Geschlechterrollen, Feminismus, Postfeminismus, Kritikersprache, Authentizität, Frauenmusik, Sozialisation, Sexismus, Musikkanon, Gendergap, Musikzeitschriften, Rollenzuschreibung, Repräsentation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die strukturellen Benachteiligungen und Rollenzuweisungen für Frauen in der deutschen Popmusikpresse, sowohl auf der Seite der Musikerinnen als auch der Journalistinnen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Kritikersprache, die Konstruktion von Authentizität, der Umgang mit dem Begriff „Frauenmusik“, die Bedeutung von Äußerlichkeiten und der Diskurs über Feminismus im Musikjournalismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die Frauen in der Musikpresse primär über ihr Geschlecht und nicht über ihre künstlerische Arbeit definiert werden, und zu untersuchen, ob ein gendersensibler Musikjournalismus möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse von Beiträgen aus relevanten deutschen Musikpublikationen sowie den Rückgriff auf einschlägige Forschungsliteratur zum Thema Gender in der Popkultur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Teile: Zuerst wird der Umgang der Medien mit Musikerinnen anhand verschiedener Kategorien (Sprache, Authentizität, Äußeres, Feminismus) untersucht, danach die Situation und die Arbeitsweise von weiblichen Journalisten in diesem Feld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Popmusikpresse, Musikjournalismus, Sexismus, Feminismus, Postfeminismus, Kritikersprache und Rollenzuschreibungen.

Warum ist der Begriff „Frauenmusik“ laut der Arbeit problematisch?

Er grenzt die Musik von Frauen künstlich vom allgemeinen Musikkanon ab, reduziert die Musikerinnen auf ihr Geschlecht und suggeriert, dass ihre Musik eine separate, weniger ernst zu nehmende Kategorie sei.

Inwiefern spielt der „Postfeminismus“ eine Rolle?

Die Arbeit zeigt, dass der Postfeminismus zwar von einigen Musikerinnen als Ausdruck von Selbstbestimmung genutzt wird, von vielen Kritikern aber als Marketingtool gesehen wird, das tatsächliche gesellschaftliche Veränderungen eher verhindert als fördert.

Was bedeutet es für Journalistinnen, „one of the boys“ zu sein?

Es beschreibt die Anpassung von Frauen in der männlich dominierten Journalismus-Branche an die bestehenden, männlich geprägten Arbeitsweisen, um Erfolg und Anerkennung innerhalb dieser Strukturen zu erlangen.

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Details

Title
Frauen in der Popmusikpresse. Der Umgang mit Musikerinnen und die Situation von Journalistinnen
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Musikwissenschaft)
Course
Seminar. Sounds und Sex, Feuilleton und Netz. Gegenstand, Sprache und Medien der Popmusikkritik.
Grade
1,3
Author
Franziska Deutschmann (Author)
Publication Year
2016
Pages
35
Catalog Number
V459423
ISBN (eBook)
9783668885707
ISBN (Book)
9783668885714
Language
German
Tags
Popmusik Musikkritik Musikpresse Frauen im Musikbusiness
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Deutschmann (Author), 2016, Frauen in der Popmusikpresse. Der Umgang mit Musikerinnen und die Situation von Journalistinnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459423
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