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Subjektivierung von Arbeitskraft

Ergeben sich Chancen für erwerbstätige Frauen in einer Arbeitswelt, die sich zunehmend am Typus des Arbeitskraftunternehmers orientiert?

Title: Subjektivierung von Arbeitskraft

Term Paper , 2018 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Larissa Mehl (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Die Soziologen Günter Voß und Hans J. Pongratz beschreiben mit ihrer These des Arbeitskraftunternehmers einen neuen Typus von Arbeitskraft, der sich an die veränderten Arbeitsbedingungen angepasst hat und diese Fähigkeiten in sich vereint. Da gerade Frauen dieselben Fähigkeiten zugeschrieben werden, möchte ich in dieser Arbeit hinterfragen, ob und inwieweit sich in einer Arbeitswelt, die sich zunehmend am Typus des Arbeitskraftunternehmers orientiert, Chancen für erwerbstätige Frauen eröffnen.

Dazu werden zunächst die Entwicklungen skizziert, die zu einem Wandel der Arbeitswelt beigetragen haben, um das Thema in den Gesamtkontext einordnen zu können. Aufbauend darauf wird die These des Arbeitskraftunternehmers nach Pongratz und Voß vorgestellt und die idealtypischen Merkmale dieses Typus von Arbeitskraft angeführt.

Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden im Anschluss zwei Punkte näher betrachtet: Zum einen, inwieweit Frauen grundsätzlich über Ressourcen und Fähigkeiten verfügen, die eher dem Typus des Arbeitskraftunternehmers zuzuordnen sind. Und zum anderen, ob sich damit Chancen für erwerbstätige Frauen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen.

Obwohl sich der Anteil an erwerbstätigen Frauen kontinuierlich erhöht und an die Erwerbstätigenquote der Männer annähert, scheint eine Gleichbehandlung beider Geschlechter noch immer nicht selbstverständlich zu sein. Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern, beachtlich weniger Frauen in Führungspositionen als Männer, Frauen mit mehr unbezahlter Arbeit als Männer - diese Themen dominieren die Diskussion um weibliche Erwerbstätigkeit. Mit Blick auf sich in den letzten Jahrzehnten verändernde Bedingungen in der Arbeitswelt könnten sich jedoch Chancen für erwerbstätige Frauen auftun: Es hat sich ein Wandel der Arbeitswelt vollzogen, der verstärkt traditionell weiblich konnotierte Eigenschaften und Fähigkeiten von Erwerbstätigen fordert.

Mit der zunehmenden Entgrenzung von Arbeit, auf die in dieser Arbeit noch genauer eingegangen wird, verblassen vormals klare Grenzen zwischen Privatleben und Arbeit. Fähigkeit zur eigenständigen Organisation anstehender Aufgaben, gutes Zeitmanagement und das „Balancieren von Anforderungen“ des Alltags sind Fähigkeiten, die in dieser sich verändernden Arbeitswelt gefragt sind – und die vor allem Frauen zugeschrieben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wandel der Arbeitswelt

3. Der Arbeitskraftunternehmer und seine Merkmale

1) Erweiterte Selbst-Kontrolle von Arbeitskraft

2) Selbst-Ökonomisierung von Arbeitskraft

3) Selbst-Rationalisierung oder Vertrieblichung von Arbeitskraft

4. Geschlechterrollenbilder

5. Die erwerbstätige Frau und der Arbeitskraftunternehmer

1) Merkmale des Arbeitskraftunternehmers und weibliche Ressourcen

2) Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob sich für erwerbstätige Frauen in einer zunehmend am Typus des "Arbeitskraftunternehmers" orientierten Arbeitswelt neue Chancen ergeben. Dabei wird analysiert, inwieweit die weibliche Lebensrealität zur Ausbildung von Fähigkeiten führt, die mit den Anforderungen dieses neuen Arbeitstyps korrespondieren.

  • Der soziologische Wandel der Arbeitswelt hin zum Arbeitskraftunternehmer.
  • Idealtypische Merkmale der Selbststeuerung, Selbstökonomisierung und Selbst-Rationalisierung.
  • Die Verknüpfung von weiblichen Sozialisationserfahrungen mit beruflichen Anforderungen.
  • Die Ambivalenz von Flexibilisierung und Entgrenzung der Arbeit für Frauen mit Sorgeverpflichtungen.
  • Die strukturelle Benachteiligung durch die Doppelbelastung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit.

Auszug aus dem Buch

3. Der Arbeitskraftunternehmer und seine Merkmale

Die Soziologen Hans J. Pongratz und Gerd-Günter Voß prognostizieren, dass sich mit den beschriebenen Veränderungen eine generelle „Änderung der […] Verfassung von Arbeitsvermögen“ (Pongratz/Voß 2003, S. 23) vollziehen wird und sich ein neuer Typus von Arbeitskraft durchsetzen wird. Herrschte zur Zeit der Frühindustrialisierung noch der Arbeitskrafttypus des proletarisierten Lohnarbeiters vor, der einer strengen, fast schon herrschaftsartigen Kontrolle seiner Arbeit unterstand und dessen rohes Arbeitsvermögen auf ausbeuterische Art und Weise von Betrieben genutzt wurde, entwickelte sich mit dem Übergang in den Fordismus ein neuer Typus von Arbeitskraft: der verberuflichte Arbeitnehmer. Er verfügt über standardisierte Qualifikationen (die sich zusammengefasst als Beruf bezeichnen lassen) in einem rationalisierten und standardisierten Arbeitsumfeld. Diese Form der Arbeitskraft ist durch sozialstaatliche Regularien abgesichert und baut auf einer „Arbeitsteilung der Geschlechter“ auf, bei der den Frauen eindeutig die Rolle der Reproduktionsarbeiterin zugewiesen wird (vgl. Pongratz/Voß 2003, S. 27).

Aus dem bisherigen „Arbeitnehmer“ wird nun zunehmend der „Arbeitskraftunternehmer“, der auf die veränderten Anforderungen seitens der Betriebe reagiert und als ein Unternehmer seiner eigenen Arbeitskraft diese aktiv auf dem Markt, als auch im Betrieb stetig selbst anbieten und vermarkten muss, als auch seine Arbeitsprozesse selbst organisieren muss (vgl. Pongratz/Voß 2003, S. 25).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Lohnungleichheit und die Entgrenzung der Arbeit ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Chancen für Frauen im Kontext des Arbeitskraftunternehmers.

2. Wandel der Arbeitswelt: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Treiber und Reorganisationsprozesse, die zu einer Verlagerung des Transformationsproblems auf die Arbeitenden führen.

3. Der Arbeitskraftunternehmer und seine Merkmale: Es werden der Wandel vom Lohnarbeiter zum "Arbeitskraftunternehmer" sowie die drei zentralen Dimensionen Selbst-Kontrolle, Selbst-Ökonomisierung und Selbst-Rationalisierung definiert.

4. Geschlechterrollenbilder: Hier werden theoretische Ansätze zur Verteilung von Fähigkeiten zwischen den Geschlechtern und die Sozialisationshypothese diskutiert.

5. Die erwerbstätige Frau und der Arbeitskraftunternehmer: Das Kapitel verknüpft die empirische Realität weiblicher Reproduktionsarbeit mit den Anforderungen an den Arbeitskraftunternehmer und prüft die daraus resultierenden Marktchancen.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass zwar Potenziale für Frauen vorhanden sind, diese jedoch durch die Doppelbelastung und die am männlichen Lebensmodell orientierten Strukturen der Arbeitswelt stark limitiert werden.

Schlüsselwörter

Arbeitskraftunternehmer, Erwerbstätige Frauen, Selbststeuerung, Selbst-Ökonomisierung, Selbst-Rationalisierung, Geschlechterrollen, Reproduktionsarbeit, Doppelbelastung, Entgrenzung von Arbeit, Soft Skills, Karrierebrüche, Arbeitswelt, Organisationstalent, Flexibilisierung, Leistungsdruck.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische These des "Arbeitskraftunternehmers" und fragt, ob die damit einhergehenden veränderten Anforderungen an Erwerbstätige neue Chancen für Frauen eröffnen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Transformation der Arbeitswelt, die soziologische Rollentheorie, die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit sowie die Anforderungen an die moderne Arbeitskraft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu hinterfragen, ob die oft als "weiblich" konnotierten Fähigkeiten (wie Organisationstalent und Soft Skills) Frauen im Modell des Arbeitskraftunternehmers einen Vorteil verschaffen oder ob strukturelle Hindernisse überwiegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf soziologischen Konzepten (insb. Pongratz & Voß) basiert und durch die Auswertung empirischer Studien und statistischer Daten gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Arbeitskraftunternehmers, die Analyse von Geschlechterrollenbildern und die direkte Gegenüberstellung von weiblicher Lebensrealität und den Anforderungen des Arbeitsmarktes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Arbeitskraftunternehmer, Reproduktionsarbeit, Selbst-Ökonomisierung, Doppelbelastung und Entgrenzung von Arbeit.

Wie unterscheidet sich der Arbeitskraftunternehmer vom klassischen Arbeitnehmer?

Während der klassische Arbeitnehmer im Fordismus über standardisierte Qualifikationen verfügte und durch den Betrieb gesteuert wurde, agiert der Arbeitskraftunternehmer als Unternehmer seiner selbst, der Arbeitsprozesse autonom steuert und sich stetig vermarkten muss.

Welchen Einfluss hat die "Verbetrieblichung des Alltags" auf Frauen?

Die Übertragung betrieblicher Logik auf den privaten Lebensbereich führt für Frauen oft zu einer Doppelbelastung, da sie neben der Erwerbsarbeit weiterhin den Großteil der Sorge- und Reproduktionsarbeit leisten.

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Details

Title
Subjektivierung von Arbeitskraft
Subtitle
Ergeben sich Chancen für erwerbstätige Frauen in einer Arbeitswelt, die sich zunehmend am Typus des Arbeitskraftunternehmers orientiert?
College
Technical University of Berlin  (Institut für Soziologie)
Grade
1,7
Author
Larissa Mehl (Author)
Publication Year
2018
Pages
15
Catalog Number
V459502
ISBN (eBook)
9783668901025
ISBN (Book)
9783668901032
Language
German
Tags
Subjektivierung Arbeitskraft Erwerbsarbeit Organisation Soziologie Frauen Präkarisierung Entgrenzung Wandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Larissa Mehl (Author), 2018, Subjektivierung von Arbeitskraft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459502
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