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Braucht Deutschland einen Bundespräsidenten? Historische Entwicklung und Funktion des Amts

Title: Braucht Deutschland einen Bundespräsidenten? Historische Entwicklung und Funktion des Amts

Term Paper , 2016 , 47 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Law - Public Law / Constitutional Law / Basic Rights
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Braucht Deutschland einen Bundespräsidenten? Diese Frage stellte man sich in der Geschichte der BRD von Anfang an. Ganz besonders dann, wenn ein amtierender Bundespräsident eine schwache Persönlichkeit war oder gar das von ihm vertretene Land durch seine Handlungen öffentlich blamierte. Nicht umsonst nannte das kriegsgeschundene Volk den ersten Präsidenten, Theodor Heuss, der mit seiner bewusst bürgerlichen Haltung einen willkommenen Gegenpol zum Krieg und dem Terrorregime der Nazis darstellte, liebevoll „Papa Heuss“.

Kein anderer Präsident erfreute sich größerer Beliebtheit als Walter Scheel, keiner setzte mehr politische Akzente als Richard von Weizsäcker. Während aber die Existenz des Kanzleramtes bei einem wenig charismatischen Kanzler nie in Frage gestellt wird, wird bei einer schwachen Präsidentenpersönlichkeit sofort die Abschaffung des Amtes gefordert.

Deshalb stellt diese Arbeit zunächst die geschichtlichen Hintergründe des Amtes, gefolgt von einer Zusammenfassung der wichtigsten Aufgaben des Staatsoberhauptes, dar. Danach soll der Frage nachgegangen werden, welche Möglichkeiten der Präsidenten hat, um gestalterisch auf die Politik einzuwirken. In der Folge geht es darum, welchem Spannungsverhältnis der Bundespräsident bei politischen Äußerungen unterliegt. Anschließend soll die Notwendigkeit von Reformen des Amtes diskutiert werden, um schließlich die anfangs aufgeworfene Frage zu beantworten, ob das Amt des Bundespräsidenten entbehrlich ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Historische Entwicklung

1. Der Weimarer Reichspräsident

2. Die Nationalsozialistische Diktatur

3. Abkehr von Weimar

III. Die Stellung des Bundespräsidenten im Staatsgefüge

1. Repräsentations-, Integrations- und Reservefunktion

2. Aufgaben

3. Gegenzeichnungspflicht

IV. Der politische Einfluss des Bundespräsidenten

1. Gesetzesprüfungsrecht

a) Formelles Prüfungsrecht

b) Materielles Prüfungsrecht

c) Einschränkungen

d) Gesetzesausfertigung in der Staatspraxis

2. Der Einfluss des Präsidenten bei der Auflösung des Bundestages

3. Die These von der Machtlosigkeit des Präsidenten

4. Ergebnis

V. Politische Äußerungen des Bundespräsidenten

1. Organklage der NPD gegen Bundespräsident Joachim Gauck

a) Sachverhalt

b) Problem

c) Entscheidung des BVerfG

2. Spannungsverhältnis und Grenzen der Äußerungsbefugnis

3. Auswirkung auf die Praxis

VI. Reform des Bundespräsidentenamtes

1. Volkswahl des Bundespräsidenten

a) Wahlverfahren

b) Amtszeit

c) Verfassungsrechtliche Zulässigkeit einer Direktwahl

d) Verfassungspolitische Zweckmäßigkeit einer Direktwahl

e) Ergebnis

2. Verzicht auf das Amt

VII. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit des Amtes des Bundespräsidenten in der Bundesrepublik Deutschland, indem sie dessen historische Entwicklung, verfassungsrechtliche Stellung sowie politische Einflussmöglichkeiten analysiert, um zu klären, ob das Amt heute entbehrlich ist oder eine essenzielle Funktion für das Staatsgefüge erfüllt.

  • Historische Herleitung des Präsidentenamtes nach den Erfahrungen der Weimarer Republik
  • Analyse der Aufgaben und des politischen Einflusses (insb. Gesetzesprüfungsrecht und Auflösung des Bundestages)
  • Untersuchung der Grenzen politischer Äußerungen des Bundespräsidenten anhand des BVerfG-Urteils zur NPD
  • Diskussion über Reformansätze wie die Einführung einer Volkswahl des Staatsoberhauptes

Auszug aus dem Buch

3. Die These von der Machtlosigkeit des Bundespräsidenten

Die These von der Machtlosigkeit des Bundespräsidenten stützt sich im Wesentlichen auf drei Elemente. Erstens fehlt es ihm an aktiven Gestaltungsbefugnissen, die ihm erlauben selbständig im Regierungsprozess mitzuwirken. Einen Oberbefehl über das Militär oder Notverordnungsrechte - wie der Weimarer Reichspräsident - besitzt er nicht, und abgesehen vom Prüfungsrecht verfügt er über keine weitreichenderen Möglichkeiten, um im Gesetzgebungsprozess mitwirken zu können. Zweitens ist in der Geschichte der BRD bisher keine Krisensituation eingetreten, die ein Eingreifen des Staatsoberhauptes erfordert hätte. Er musste weder den Gesetzgebungsnotstand ausrufen noch sein Vorschlagsrecht gem. Art. 63 I GG ausüben oder einen Minderheitskanzler gem. Art. 63 IV 3 GG ernennen. Und drittens darf er dort, wo ihm ein gewisser Handlungsspielraum zukommt, diesen nicht überdehnen.

Entsprechend selten haben sich die bisherigen Präsidenten geweigert, einen Minister zu ernennen oder ein Gesetz auszufertigen. Auch was den Anstoß vorzeitiger Neuwahlen betrifft, beugten sich die bisherigen Amtsinhaber immer dem Willen der jeweiligen Bundesregierung. Von einer Machtlosigkeit kann deswegen aber nicht ausgegangen werden. Die Reservebefugnisse müssen nicht unbedingt zum Einsatz kommen. Dadurch, dass sie von den anderen Staatsorgangen bei ihren Handlungen miteinkalkuliert werden, entfalten sie ihre Wirkung bereits durch ihre bloße Existenz. So lassen sich mögliche Konflikte schon im Vorfeld verhindern. Bezieht man diese „Vorbeugefunktion“ mit ein, kommen dem Präsidenten sehr wohl gewisse politische Einflussmöglichkeiten zu, auch wenn diese eher im Verborgenen wirken.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Debatte über die Notwendigkeit des Bundespräsidentenamtes und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

II. Historische Entwicklung: Dieses Kapitel arbeitet die traumatischen Erfahrungen der Weimarer Republik sowie die Ära der Nationalsozialisten auf, die maßgeblich zur bewussten Machtreduzierung des Bundespräsidenten im Grundgesetz führten.

III. Die Stellung des Bundespräsidenten im Staatsgefüge: Es werden die Funktionen des Präsidenten als Repräsentant, Integrationsfigur und Reserveorgan sowie die Pflicht zur Gegenzeichnung durch die Regierung erläutert.

IV. Der politische Einfluss des Bundespräsidenten: Der Hauptteil analysiert die Kompetenzen des Präsidenten, insbesondere das umstrittene Gesetzesprüfungsrecht und die Rolle bei der Bundestagsauflösung, um die These von der „Machtlosigkeit“ kritisch zu hinterfragen.

V. Politische Äußerungen des Bundespräsidenten: Anhand der Organklage der NPD gegen Joachim Gauck werden die Grenzen und der Spielraum des „redenden Amtes“ bei politisch sensiblen Äußerungen aufgezeigt.

VI. Reform des Bundespräsidentenamtes: Dieses Kapitel diskutiert die Vor- und Nachteile einer möglichen Direktwahl durch das Volk sowie grundsätzliche Überlegungen zum Verzicht auf das Amt.

VII. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Amt aufgrund seiner symbolischen und integrativen Kraft unverzichtbar bleibt.

Schlüsselwörter

Bundespräsident, Grundgesetz, Staatsgefüge, Gesetzesprüfungsrecht, Politische Äußerungen, Integrationsfunktion, Volkswahl, Direktwahl, Machtlosigkeit, Reservefunktion, Verfassungsrecht, Demokratische Legitimation, Staatsoberhaupt, Parteipolitische Neutralität, Repräsentation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der verfassungsrechtlichen und politischen Relevanz des Bundespräsidentenamtes in Deutschland und prüft, ob das Amt angesichts seiner begrenzten Kompetenzen noch zeitgemäß ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die historische Genese des Amtes nach Weimar, das materielle und formelle Prüfungsrecht bei Gesetzen, die Rolle des Präsidenten als moralische Instanz sowie die Debatte um eine direkte Volkswahl.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch eine juristische und historische Analyse der Befugnisse die berechtigte Existenz des Amtes trotz wiederkehrender Kritik an einzelnen Amtsinhabern zu belegen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Literatur, Verfassungsrecht, Kommentaren, Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sowie Statistiken zur Arbeit der Verfassungsorgane.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der politischen Wirksamkeit des Präsidenten, insbesondere dem Ausfertigungs- und Prüfungsrecht von Gesetzen sowie der verfassungsrechtlichen Abgrenzung seiner Äußerungsbefugnisse bei politischer Kritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gesetzesprüfungsrecht, Integrationsfunktion, Staatsnotar, Machtlosigkeit und verfassungsrechtliche Ordnung geprägt.

Wie bewertet das Bundesverfassungsgericht die Rolle des Präsidenten im "Spinner"-Urteil?

Das Gericht stufte die Bezeichnung der NPD-Anhänger als "Spinner" als verfassungskonform ein, da der Bundespräsident im Rahmen seiner Integrationsfunktion auch kritische gesellschaftliche Positionen beziehen darf, solange er die demokratische Grundordnung achtet.

Warum wird im Dokument eine Volkswahl des Präsidenten kritisch gesehen?

Die Arbeit argumentiert, dass eine Direktwahl ohne eine gleichzeitige drastische Kompetenzerweiterung die Statik des parlamentarischen Systems gefährden würde, da der Präsident zwar hohe demokratische Legitimation, aber nur begrenzte Machtmittel hätte.

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Details

Title
Braucht Deutschland einen Bundespräsidenten? Historische Entwicklung und Funktion des Amts
College
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern Fachbereich Finanzwesen
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
47
Catalog Number
V459809
ISBN (eBook)
9783668901070
ISBN (Book)
9783668901087
Language
German
Tags
braucht deutschland bundespräsidenten historische entwicklung funktion amts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Braucht Deutschland einen Bundespräsidenten? Historische Entwicklung und Funktion des Amts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459809
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