Der Seminararbeit liegt folgende Fragestellung zugrunde: Wie wirkt sich der Einsatz von NC im US-amerikanischen Wahlkampf (WK) auf unterschiedlichen Ebenen aus?
Zur Beantwortung der vorliegenden Forschungsfrage wurde ein deskriptives Verfahren gewählt, um einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben. Diese Arbeit konzentriert sich zunächst auf das Negative Campaigning als Wahlkampfstrategie: In diesem Zuge werden sowohl das Konzept der Negativkampagne sowie deren relevante Akteure und Zielgruppen vorgestellt. Anschließend wird der Einsatz von negativer Wahlwerbung in US-amerikanischen Wahlkämpfen thematisiert. Der wissenschaftliche Diskurs bezüglich potentieller Auswirkungen des Negative Campaigning schließt die theoretische Annäherung an die Forschungsfrage ab.
Das darauffolgende Kapitel beinhaltet sowohl theoretische Argumente als auch empirische Belege für unterschiedliche Auswirkungen des Negative Campaigning. Hierbei werden die Konsequenzen, die dem Einsatz von Negativkampagnen im Wahlkampf entspringen, differenziert auf vier Ebenen dargestellt: auf Ebene des Angreifers, auf Ebene des Angegriffenen, auf Ebene des politischen Publikums sowie auf Ebene des politischen Systems. Ein Fazit fasst abschließend die wichtigsten Erkenntnisse der vorliegenden Arbeit zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1 Negative Campaigning in der Kommunikationswissenschaft
2 Wie wirkt sich der Einsatz von Negative Campaigning im US-amerikanischen Wahlkampf auf unterschiedlichen Ebenen aus?
3 Negative Campaigning als Wahlkampfstrategie
3.1 Das Konzept des Negative Campaignings: Begriffsbestimmung und Charakteristika
3.2 Akteure und Zielgruppen des Negative Campaignings
3.3 Negative Campaigning im US-amerikanischen Wahlkampf
3.4 Negative Campaigning im wissenschaftlichen Diskurs
4 Auswirkungen von Negative Campaigning
4.1 Wirkung auf Ebene des Angreifers
4.2 Wirkung auf Ebene des Angegriffenen
4.3 Wirkung auf Ebene des politischen Publikums
4..4 Wirkung auf Ebene des politischen Systems
5 Heterogene Wirkungspotentiale des Negative Campaignings
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Einsatzes von Negative Campaigning im US-amerikanischen Wahlkampf auf verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Ebenen, um dessen Effektivität und Konsequenzen zu analysieren.
- Begriffsbestimmung und Merkmale von Negative Campaigning
- Akteure und Zielgruppen in der Wahlkampfkommunikation
- Wirkungsanalyse auf Ebene von Angreifern und Angegriffenen
- Einfluss auf das politische Publikum und die Wählerschaft
- Auswirkungen auf das politische System und die Wahlbeteiligung
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Konzept des Negative Campaignings: Begriffsbestimmung und Charakteristika
In der Fachliteratur beschreiben verschiedenste Termini die WS des NC – Synonyme sind etwa Negative Advertisement, Angriffswahlkampf (vgl. Leichsenring 2013: S. 30) oder Attack Politics (vgl. Schmücking 2015: S. 26). Demgegenüber herrschen in der Alltagssprache Bezeichnungen wie Schmutzkampagne (vgl. Ebd.) oder Mudslinging (entspricht im Deutschen der „Schlammschlacht“) vor (vgl. Daschütz 2014: S. 46) – also Termini, die bereits normativ aufgeladen sind (vgl. Leichsenring 2013: S. 30). Weitere am NC beteiligte Akteure wie Wahlkampfmanager, Politiker oder Journalisten verwenden ebenfalls häufig wertende Konnotationen. Demgegenüber verzichten aktuelle wissenschaftliche Definitionen auf sämtliche Evaluationen (vgl. Nai/ Walter 2015a: S. 12).
Um den Begriff des NC exakt bestimmen zu können, ist zunächst die Definition der politischen Kampagne – die Begriffskomponente, die das Fundament des NC bildet – erforderlich. Diese kann als „organized efforts to inform, persuade and mobilize“ (Norris 2002: S. 128) verstanden werden. Die von politischen Organisationen publizierten Mitteilungen und die hierfür verwendeten Kommunikationswege, die daraus resultierenden Wirkungen auf die Rezipienten sowie deren reaktive Resonanz an die politische Organisation stellen Kernelemente einer jeden politischen Kampagne dar (vgl. Ebd.). Die zweite Begriffskomponente des NC, die Negativität innerhalb politischer Kampagnen, definiert Geer wie folgt: „[N]egativity is any criticism leveled by one candidate against another during a campaign” (Geer 2006: S. 23).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Negative Campaigning in der Kommunikationswissenschaft: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, begründet die Relevanz der Forschungsfrage durch die Aktualität des Negative Campaigning im US-Wahlkampf und gibt einen Überblick über den Stand der Forschung.
2 Wie wirkt sich der Einsatz von Negative Campaigning im US-amerikanischen Wahlkampf auf unterschiedlichen Ebenen aus?: Hier wird die zentrale Forschungsfrage der Arbeit formuliert, die den Einfluss von Negative Campaigning auf verschiedene Akteurs- und Systemebenen fokussiert.
3 Negative Campaigning als Wahlkampfstrategie: Das Kapitel definiert den Begriff, erläutert die relevanten Akteure und Zielgruppen und beleuchtet den Stellenwert sowie den wissenschaftlichen Diskurs im US-amerikanischen Kontext.
4 Auswirkungen von Negative Campaigning: Dies stellt den Hauptteil dar, in dem die Konsequenzen auf Ebene des Angreifers, des Angegriffenen, des Publikums und des politischen Systems empirisch differenziert betrachtet werden.
5 Heterogene Wirkungspotentiale des Negative Campaignings: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, diskutiert die teils widersprüchlichen empirischen Befunde und formuliert Implikationen für zukünftige Studien.
Schlüsselwörter
Negative Campaigning, Wahlkampfstrategie, US-Wahlkampf, politische Kommunikation, Negativität, Bumerangeffekt, Victim Syndrome, Double Impairment, Wahlbeteiligung, politische Effizienz, politische Mobilisierung, Wirkungsforschung, Politische Akteure, Zielgruppen, empirische Studien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Phänomen des Negative Campaigning als Wahlkampfstrategie, insbesondere innerhalb des US-amerikanischen politischen Systems.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Definition, den Akteuren und Zielgruppen sowie einer detaillierten Analyse der Wirkungen auf verschiedene politische Ebenen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die wissenschaftliche Fragestellung zu beantworten, wie sich der Einsatz von negativen Wahlkampfmethoden auf unterschiedliche Beteiligte und das politische Gesamtsystem auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet ein deskriptives Verfahren, um den aktuellen Forschungsstand systematisch aufzuarbeiten und die Ergebnisse verschiedener empirischer Studien kritisch zusammenzuführen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Strategie sowie die Untersuchung der Auswirkungen auf den Angreifer, den Angegriffenen, das Publikum und das politische System.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Negative Campaigning, Wahlkampfstrategie, Wirkungsforschung, Demobilisierungsthese sowie spezifische Effekte wie der Bumerang-Effekt.
Was besagt das sogenannte Victim Syndrome?
Das Victim Syndrome beschreibt die Theorie, dass sich das Publikum mit dem Angegriffenen solidarisiert, wenn es den Angriff des Gegners als unfair empfindet.
Was genau versteht man unter dem Double Impairment?
Dieser Effekt bezeichnet das Auftreten negativer Gefühle bei den Wählern gegenüber sowohl dem Angreifer als auch dem Angegriffenen, ausgelöst durch die Rezeption negativer Wahlwerbung.
- Citation du texte
- Sandra Heimrich (Auteur), 2016, Die Wirkung von Negative Campaigning im US-amerikanischen Wahlkampf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459839