Die Hausarbeit zeigt auf, ob und wenn ja wie das Tragen von Säuglingen Einfluß auf die Bindung oder die
Hüftentwicklung hat.
Hierzu wird in einem ersten Schritt das Tragen von Säuglingen und Tragemöglichkeiten im Alltag analysiert, bevor dann detailliert auf dessen Einfluss auf die Bindung zwischen Mutter und Kind eingegangen wird.
Daran anschließend werden dann der Einfluss auf die körperliche Entwicklung des Kindes und weitere Faktoren, wie Kosten oder der Aspekt der Sauerstoffversorgung, untersucht, bevor ein abschließendes Fazit gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Tragen im Alltag
2.1 Mensch als Tragling
2.2 Korrektes Tragen
2.3 Tragemöglichkeiten
3 Einfluss auf Eltern Kind Bindung
3.1 Bindungsaufbau
3.2 Sichere Bindung – Stärkung für das ganze Leben
4 Einfluss auf körperliche Entwicklung
4.1 Hüftdysplasie-Prophylaxe
4.2 Rückengesundheit
4.3 Förderung der Entwicklung von Motorik und Sinnesorganen
5 Weitere Fakten
5.1 Kosten
5.2 Sauerstoffversorgung
5.3 Verwöhnen
5.4 Umsetzen des Erlernten
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des Tragens von Säuglingen auf deren emotionale und körperliche Entwicklung, um Eltern sowie Hebammen fundierte Informationen als Entscheidungshilfe bereitzustellen.
- Historische und entwicklungsbiologische Aspekte des Traglings
- Physiologische Voraussetzungen für korrektes Tragen
- Einfluss von Körperkontakt auf Bindungsaufbau und Stressreduktion
- Orthopädische Aspekte wie Hüftdysplasie-Prophylaxe und Rückengesundheit
- Förderung der sensomotorischen Entwicklung durch Tragehilfen
Auszug aus dem Buch
2.1 Mensch als Tragling
Die Begriffe Nestflüchter und Nesthocker sind seit langem bekannt, jedoch lässt sich der menschliche Säugling keinem dieser Begriffe zuordnen. 1970 wurde durch den Verhaltensforscher B. Hassenstein der Begriff des Traglings geprägt (Hartz et al. 2012: 11). Zu unterscheiden sind passive Traglinge bei den Beuteltieren und aktive Traglinge z.B. bei den Primaten. Der menschliche Säugling bildet eine Sonderform. Nach einer langen intrauterinen Tragzeit besitzt er recht leistungsfähige Sinnesorgane (Augen, Nase, Ohr, Haut, das propriorezeptive System), kann sich aber nicht bzw. nur eingeschränkt fortbewegen (Hartz et al. 2012: 8). Es gibt nur noch einen rudimentären Greif/Klammerreflex, was aber der (fast) nicht mehr vorhandenen Körperbehaarung beim Menschen entspricht. Dazu kommt, dass der menschliche Fuß als Lauffuß angelegt und nicht mehr zum Greifen bestimmt ist (Kirkilionis 2013: 24f). Die Entwicklung des Säuglings zum Tragling entspricht den Lebensbedingungen unserer Vorfahren als Jäger und Sammler, deren genetische Ausstattung auch dem heutigen Menschen entspricht (Kirkilionis 2008: 38ff).
Der Säugling zeigt aktiv seine Tragebereitschaft durch das Zusammenlegen der Fußsohlen in Rückenlage und die aktive Einnahme der Anhock-Spreiz-Haltung (ASH; Beine werden im Hüft und Kniegelenk gebeugt und etwas gespreizt) beim Aufheben (Kirkilionis 2013 :31). Der menschliche Tragling klammert sich altersentsprechend mit seinem gesamten Bein aktiv fest, was vor allem beim Tragen auf der Hüfte gut zu beobachten ist (Kirkilionis 2013: 33f), besonders wenn eine unvorhergesehene Bewegung des Tragenden stattfindet (Kirkilionis 2008: 44). Die Einnahme der ASH kann man bei Babys in den ersten Wochen regelmäßig beobachten, bei älteren Kindern verschwindet die automatische Einnahme der Stellung allerdings, wenn sie nicht regelmäßig getragen werden (Kirkilionis 2013: 32f).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt das Tragen von Säuglingen in einen historischen und kulturellen Kontext und definiert die Forschungsfrage der Arbeit.
2 Tragen im Alltag: Definiert das Baby als Tragling und erläutert anatomische Anforderungen sowie verschiedene Tragemöglichkeiten wie Tücher und Tragen.
3 Einfluss auf Eltern Kind Bindung: Analysiert die hormonelle Wirkung von Hautkontakt und dessen positive Auswirkungen auf die Bindungsqualität und Stressregulation.
4 Einfluss auf körperliche Entwicklung: Beleuchtet medizinische Aspekte wie Hüftdysplasie-Prophylaxe, Wirbelsäulenentwicklung und die Förderung der Motorik.
5 Weitere Fakten: Vergleicht Kosten, untersucht die Sauerstoffversorgung beim Tragen und entkräftet Mythen über das "Verwöhnen".
6 Fazit: Fasst zusammen, dass Tragen unter Berücksichtigung korrekter physiologischer Aspekte eine rundum positive Entwicklungsmaßnahme darstellt.
Schlüsselwörter
Tragen, Säugling, Bindung, Tragehilfe, Hüftdysplasie, Entwicklung, Oxytocin, Körperkontakt, Motorik, Tragling, Eltern-Kind-Bindung, Rückengesundheit, Tragetuch, Stressreduktion, Hebammenkunde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Tragen von Säuglingen in Tragehilfen deren körperliche und emotionale Entwicklung beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören der Bindungsaufbau zwischen Eltern und Kind sowie die orthopädischen und motorischen Entwicklungseffekte durch physiologisches Tragen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Hebammen und Eltern fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse an die Hand zu geben, um Ängste abzubauen und eine informierte Entscheidung für das Tragen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturrecherche, die Datenbanken wie MEDLINE und Fachbibliotheken nutzte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert biologische Grundlagen des Traglings, Bindungshormone, orthopädische Auswirkungen auf Hüfte und Rücken sowie praktische Fakten zu Kosten und Handhabung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Tragen, Bindung, Hüftdysplasie-Prophylaxe und Tragling.
Ist Tragen laut der Arbeit immer gut für die Hüfte?
Tragen wirkt dann präventiv und unterstützend bei der Hüftreifung, wenn es physiologisch korrekt, insbesondere in der Anhock-Spreiz-Haltung, durchgeführt wird.
Was sagt die Literatur zum Thema "Verwöhnen" durch Tragen?
Die Literatur stuft häufiges Tragen nicht als Verwöhnen ein, sondern als Erfüllung eines biologischen Grundbedürfnisses, das die Selbstständigkeit und soziale Kompetenz des Kindes langfristig stärken kann.
- Citation du texte
- Damaris Lahmann (Auteur), Karin Teschke (Co-auteur), 2018, Wie beeinflusst das Tragen von Säuglingen mit Tragehilfe deren Entwicklung? Eine Untersuchung möglicher Folgen für Eltern und Kind, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459847