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Die Christlich-Soziale Union (CSU) und ihre Sonderstellung in der Bundespolitik: Ursachen und Erscheinungsformen

Title: Die Christlich-Soziale Union (CSU) und ihre Sonderstellung in der Bundespolitik: Ursachen und Erscheinungsformen

Seminar Paper , 2000 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Werner Martin (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Einer zwar nicht allzu ernst gemeinten, jedoch im Grunde wahren Definition zufolge ist der Bayer „(...) ein Mensch, der innere Befriedigung dabei empfindet, wenn er Fremden den falschen Weg zum Hofbräuhaus zeigt.“ (Richard McCormack)
Doch diese eigentümlich-witzige Gastfreundlichkeit vieler Bewohner Bayerns, die Fremde oft schlicht als „Zuagroaste“ betiteln, ist natürlich bei weitem nicht die einzige wesentliche Charaktereigenschaft des süddeutschen Volkes. Hinzu kommt ein ausgeprägtes National- bzw. Heimatgefühl, das nicht zuletzt aus der erwähnten bajuwarischen Xenophobie heraus resultiert. Dieses Volksempfinden, diese „Mir san mir-Mentalität“ führt oft dazu, dass der Bayer unverhohlen und deutlich seine ureigene Meinung äußert und dass es ihm „Wurscht“ ist, was der Rest der Nation dabei über ihn denkt oder sagt.
Da man dem bayerischen Volk also getrost einen starken Drang zur Unabhängigkeit und einen ausgeprägten Hang zum Eigensinn attestieren kann, ist es kaum verwunderlich, dass sich im Freistaat Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg eine Mitte-Rechts-Partei gebildet hat, die sich als bayerisches Pendant zu den christ-demokratischen Unionsparteien (CDU) versteht, die in den Ländern Restdeutschlands entstanden sind. Diese Partei, die Christlich-Soziale Union (CSU) hat sich seit ihrer Gründung 1946 in kürzester Zeit von einer autonomen, bayerischen Regionalpartei zu einer Partei entwickelt, deren zunehmender politischer Einfluss in ganz Deutschland und zuletzt auch immer mehr in Europa unverkennbar geworden war und ist.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zum einen, die CSU in ihrer Gesamtheit zu skizzieren. Hierbei wird auf die Entstehungsgeschichte, Programmatik und Organisationsstruktur der Partei eingegangen.
Zum anderen wird die besondere Rolle der CSU auf bundespolitischer Ebene im Allgemeinen und ihr - oft etwas gespaltenes - Verhältnis zur Schwesterpartei CDU im Besonderen behandelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

1. Porträt der Christlich-Sozialen Union

1.1 Die Entstehungsgeschichte

1.2 Die programmatischen Grundsätze

1.3 Die Organisationsstruktur

1.3.1 Mitgliederstruktur und Mitgliederentwicklung

1.3.2 Organisatorische Gliederung

1.3.3 Die Organe des Landesverbandes

2. Der Sonderstatus der CSU in der Bundespolitik

2.1 Ideologische, traditionelle und verfassungspolitische Grundlagen

2.1.1 Beharren auf einen streng föderalistischen Staatsaufbau

2.1.2 Das „Ja“ zu Deutschland

2.2 Das Verhältnis zur Schwesterpartei CDU – Eine konkurrierende Kooperation

2.2.1 Ursachen und Auswirkungen der starken Position der CSU gegenüber der CDU und die bilaterale Abhängigkeit zwischen beiden Parteien

2.2.2 Diskrepanzen und Krisen zwischen beiden Parteien

2.2.3 Sonderrechte der CSU innerhalb der Bundestagsfraktion und die Funktion im Bund

3. Ist ein Ende der CSU-Hegemonie in Bayern in Sicht?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Sonderstellung der Christlich-Sozialen Union (CSU) innerhalb der Bundesrepublik Deutschland, analysiert deren historische Ursachen sowie die spezifischen Erscheinungsformen ihres Einflusses auf die Bundespolitik und das Verhältnis zur Schwesterpartei CDU.

  • Historische Entstehungsgeschichte und programmatische Ausrichtung der CSU
  • Strukturanalyse der bayerischen Staatspartei (Organisation und Mitgliederstruktur)
  • Verhältnisbestimmung zwischen CSU und CDU im Spannungsfeld von Kooperation und Konkurrenz
  • Analyse der Sonderrechte der CSU-Landesgruppe im Bundestag
  • Zukunftsperspektiven der politischen Hegemonie der CSU in Bayern

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Sonderrechte der CSU innerhalb der Bundestagsfraktion und ihre Funktion im Bund

Vertreter der CSU im Bundestag ist die CSU-Landesgruppe, die sich als „bundespolitische Speerspitze“ der Partei versteht. Diese Gruppe versucht die von den Christsozialen in den letzten Jahrzehnten erarbeiteten Sonderrechte auszunutzen und zu wahren. Diese Rechte erläutert Oberreuter folgendermaßen:

In ihrem Sonderstatus spiegelt sich die Autonomie der Partei: Er gewährleistet der CSU unter dem Dach der Fraktionsgemeinschaft quasi eine besondere, öffentlich sichtbare, im Bundestag partiell eigenständig operierende parlamentarische Repräsentanz. Die Landesgruppe ist wie eine Fraktion organisiert. Sie tritt auch wie eine Fraktion in der Gesamtfraktion auf. Sie genießt finanzielle Autonomie, besitzt eine eigene Öffentlichkeitsarbeit und verfügt – wie die Fraktionen – über eine arbeitsteilig organisierte Willensbildungsstruktur, in deren Rahmen sie sich koordiniert, bevor die Entscheidungsfindung der Gesamtfraktion anhebt. In der Fraktion stellt sie den ersten stellvertretenden Vorsitzenden. Sie besetzt anteilig interfraktionelle und innerparlamentarische Führungsämter mit eigenem Vorschlagsrecht. Da innerhalb dieser Strukturen die Linie der Fraktion für den parlamentarischen Entscheidungsprozeß (sic!) festgelegt wird, ist dieser Sonderstatus ein politischer Machtfaktor, der durch die Geschlossenheit der Landesgruppe und die Tatsache, daß (sic!) sie zum „Dreh- und Angelpunkt des rechten Flügels in der Union“ geworden ist, zusätzlich gesärkt wird.

Außerdem hat sich die CSU mit der Verankerung der unter 2.1.1 erwähnten Föderalismusklausel im Fraktionsvertrag eine Art Vetorecht geschaffen. Denn ohne Zustimmung der Union kann keine Änderung im GG vorgenommen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Porträt der Christlich-Sozialen Union: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung, die ideologischen Grundsätze sowie die organisatorische Binnengliederung der CSU nach.

2. Der Sonderstatus der CSU in der Bundespolitik: Der Abschnitt beleuchtet die verfassungspolitischen Grundlagen und das komplexe, oft spannungsgeladene Verhältnis der CSU zur CDU auf Bundesebene.

3. Ist ein Ende der CSU-Hegemonie in Bayern in Sicht?: Eine kritische Bewertung des aktuellen Wählerpotenzials und des Führungsstils der Partei, die zu dem Schluss kommt, dass eine Ablösung in absehbarer Zeit unwahrscheinlich ist.

Schlüsselwörter

CSU, Christlich-Soziale Union, Bayern, CDU, Bundespolitik, Föderalismus, Landesgruppe, Politische Sonderstellung, Parteistruktur, Wahlerfolge, Deutschlandpolitik, Parteigeschichte, Politische Hegemonie, Kooperation, Konkurrenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Sonderrolle der CSU als bayerische Regionalpartei und ihren Einfluss auf die gesamtdeutsche Politik.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Parteigeschichte, die Organisationsstruktur, das Verhältnis zur CDU sowie die Machtinstrumente der CSU im Bundestag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Ursachen für den besonderen Status der CSU und die Mechanismen ihrer bundespolitischen Mitwirkung offenzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung parteiinterner Satzungen und programmatischer Grundsatzdokumente basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in ein Porträt der CSU, eine Analyse ihrer bundespolitischen Sonderrolle und eine Prognose ihrer zukünftigen politischen Stabilität in Bayern.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie bayerische Staatspartei, Unionsfraktion, Föderalismus und politische Hegemonie beschreiben.

Was besagt das „Wildbad Kreuther Protokoll“ in Bezug auf die CSU?

Es wird als ein entscheidender, wenn auch nicht realisierter Moment der Parteiengeschichte betrachtet, in dem die CSU mit einer Aufkündigung des Bündnisses mit der CDU drohte.

Wie erklärt der Autor die „Mir san mir“-Politik?

Sie wird als selbstbewusste Grundhaltung gewertet, die den Nerv der bayerischen Wählerschaft trifft und als zentrales Erfolgsrezept für die politische Dominanz der CSU gilt.

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Details

Title
Die Christlich-Soziale Union (CSU) und ihre Sonderstellung in der Bundespolitik: Ursachen und Erscheinungsformen
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Das politische System der Bundesrepublik Deutschland
Grade
1,0
Author
Werner Martin (Author)
Publication Year
2000
Pages
18
Catalog Number
V46026
ISBN (eBook)
9783638433099
ISBN (Book)
9783638902465
Language
German
Tags
Christlich-Soziale Union Sonderstellung Bundespolitik Ursachen Erscheinungsformen System Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Werner Martin (Author), 2000, Die Christlich-Soziale Union (CSU) und ihre Sonderstellung in der Bundespolitik: Ursachen und Erscheinungsformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46026
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