Der inflationäre und undifferenzierte Gebrauch des Begriffs Rassismus und der verschiedenen Phobien (z. B. Islamophobie), um jegliche kritische Äußerung im Bereich der interethnischen Beziehungen zu diffamieren, hat mich dazu veranlasst, einen Zugang zu diesem Thema zu ermöglichen, indem ich die Ergebnisse meiner anfangs der achtziger Jahre gehaltener Seminare zu diesem Thema, ergänzt durch neuere Literatur, interdisziplinär und thesenartig darstellen möchte.
Weiterhin war es die einseitige Betrachtung des Verhältnisses zwischen Minderheiten und Mehrheiten und des Vorurteils in der neueren Fachliteratur, die meine Intention nur verstärkte.
Aus einer anthropologisch-historischen Sicht in einer reduzierten Form die relevanten Forschungsergebnisse zusammengefasst, wobei die Abgrenzung als konstitutives Phänomen des Daseins der Leitgedanke ist.
Die Abhandlung befasst sich mit der Problematik der Unterscheidung, der Abgrenzung, der Identität, das Verhältnis zwischen den Gruppen allgemein und speziell, der Stereotypie und des Vorurteils, der Ethnien und der Ethnizität, der Kultur, des Staates, das gegenseitige Verhältnis zwischen Mehrheiten und Minderheiten, des Zusammenlebens und des Konflikt und seine möglichen Lösungen, des Kulturwandels und der Migrationen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung - Zur Methode
2. Variabilität des menschlichen Verhalten - Dichotomie
3. Abgrenzung als konstitutives Phänomen des Daseins
4. Abgrenzung individuell, gruppenbezogen, kulturell
4.1. Ich und der Andere
4.1.1. Der Andere
4.1.2. Die Bildung einer Identität (persönliche oder soziale) resultiert aus der Auseinandersetzung mit dem (den) Anderen und aus der Abgrenzung von den Anderen.
4.2. Eigene Gruppe – Fremde Gruppe
4.2.1. Unter einer Gruppe wird allgemein verstanden:
4.2.2. Unter Sozialen Kategorien versteht man Gruppierungen bestehend aus Personen,
4.2.3. Eigene Gruppe (Ingroup) – sind Gruppen, in welchen die Personen in einem Beziehungsgeflecht stehen und dem sie sich auch als zugehörig empfinden.
4.2.4. Fremden Gruppe (Outgroup) ab.
4.2.4.1. Als Mitglied der „Eigengruppen“ werden die Fremdgruppen eher mit Misstrauen, Unbehagen betrachtet.
4.2.4.2. Fremde Ethnien und Kulturen können auch Neugier und Sympathie entwickeln.
4.2.4.3. Individuell gibt es das Gastrecht und Freundschaft.
4.2.4.4. Man kann mehreren Gruppen angehören.
4.2.5. Gruppen- Konflikt, Gruppen- Identität
4.2.5.1 . Gruppen-Sozialpsychologie: Zwei wegweisende sozialpsychologische Experimente (unter anderen) weisen auf die intergruppen Beziehungen hin:
4.2.5.2. Aus dem ersten Versuch entstand die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts.
4.2.5.3. Das zweite Experiment wurde von der Gruppe um den polnisch-englischen Sozialpsychologen H. Tajfel (1919-1978) in England ab 1971 durchgeführt.
4.3. Ethnie/ethnische Gruppe/Ethnizität
4.3.1. Ethnische Gruppen sind die Träger der Kultur(en).
4.3.2. Merkmale einer ethnischen Gruppe (objektive und subjektive)
4.3.2.1. Anthropologie: Phänotypus
4.3.2.2. Diachron: Abstammung, Genealogie, Geschichte, Ethnogenese
4.3.2.3 Kommunikativ: Sprache, Ausdruck
4.3.2.4. Kultur (siehe 4.5.)
4.3.2.5. die Mitglieder der ethnischen Gruppe tragen den Namen der Gruppe und sie werden auch von den anderen so benannt (Eigen- und Fremdbezeichnung).
4.3.2.6. Die Mitglieder der ethnischen Gruppen haben ein Wir-Gefühl der Zugehörigkeit – die Ethnizität.
4.3.2.7. Die Gruppe besitzt bzw. bewohnt ein Territorium
4.3.2.8. Die erwähnten Merkmale müssen nicht immer alle vorhanden und gleich ausgeprägt sein
4.3.2.9. Ethnische Gruppen sind durchaus nicht starre Gebilde.
4.3.3. Formen der Gruppen (Identitätsstiftend)
4.3.3.1. Ethnische Gruppen werden hier nach Organisationsart verstanden:
4.3.3.1.1. Verwandtschaftliche: Familie, Lineages, lokale Gruppen, Clans
4.3.3.1.2. Kulturelle teils auch politische: Stämme
4.3.3.1.3. Politische: Staaten, Nationen
4.3.3.1.4. Religiöse Gemeinschaften
4.3.4. Ethnozentrismus ist die Einstellung einer Ethnie:
4.4. Bewertung
4.4.1. Bewertung dient dazu, seine eigene Wertstellung innerhalb des sozialen Gefüges zu erfahren.
4.4.2. Viele Untersuchungen unter den Jugendlichen Europas zeigen, dass es eine Rangordnung/Hierarchie auf der Beliebtheitsskala der Nationen gibt.
4.5. Kultur
4.5.1. Unter Kultur wird hier eine, aus der Auseinandersetzung mit der Umwelt zur Befriedigung der Bedürfnisse der jeweiligen Gruppe, geschichtlich geschaffene, also dem Wandel unterworfene, Lebensweise einer ethnischen Gruppe verstanden.
4.5.1.1. Individuell: In die Kultur wird man hineingeboren und sozialisiert.
4.5.1.2. Es besteht die Möglichkeit des Kultur-Wechsels (z. B die Konversion im Bereich der Religion).
4.5.2. Die tripartite classification of culture unterscheidet drei Bereiche der Kultur:
4.5.3. Einige Aspekte der Kultur, welche die Abgrenzung sichtbar machen:
4.5.3.1. Sprache: sie dient zwar der Verständigung, beim Nichtverstehen ist sie für die Anderen ein Geheimnis.
4.5.3.2. Religion, Ideologie: Die Komponenten der Weltanschauungen liefern den Orientierungs- und Handlungsrahmen einer Kultur.
4.5.3.3. Wertesysteme sind subjektive und objektive, teils tradierte, teils festgeschriebene Verpflichtungen,
4.5.3.3. Symbole wie Tätowierungsarten, Fahne, Wappen, und religiöse Attribute wie Kreuz, Kopftuch
4.5.3.4. Bekleidung, Tracht, Haartracht
4.5.3.5. Ausdruck: Mimik und Gestik (außer den allgemein verbreiteten 6 Grund- Ausdrucksformen)
4.5.3.6. verschiedene Reaktionen in gleichen Situationen.
4.5.3.7. Musik-Empfinden, Verständnis von Humor.
4.5.3.8. Empfinden von Ekel (z.B. Essen von Schweinefleisch, Insekten)
4.6. Jedes Land ist stolz auf die Einzigartigkeit seiner Kultur, die es für den Tourismus präsentieren möchte.
4.6.1. Verschiedene Kulturen
4.7. Größere kulturelle Einheiten
4.7.1. Trotz der verschiedenen schichtungsspezifischen und regionalen Unterschiede in der Lebensweise innerhalb eines Staates, kann man auch von der übergreifenden Kultur einer höheren Einheit - des Staates und seiner Nation sprechen.
4.7.2. Noch größere kulturelle Einheiten nennt und nannte man Kulturkreise.
4.7.3. In diesem Zusammenhang kann als eine übergreifende kulturelle Einheit, trotz der verschiedenen Ethnien, Staaten und Schismas, der religiöse Bezug betrachtet werden,
5. Staat
6. Ethnische Minderheiten allgemein
6.1. Minderheiten und Mehrheiten sind Teile einer Gesamtheit.
6.2 . Individuell gelten für alle Staatsbürger die Menschenrechtskonvention und die Gesetzgebung des Staates.
6.3. Minderheiten entstanden im Zuge der Staatenbildung.
6.3.1. Es sind ethnische Gruppen, welche auf dem Gebiet des neugebildeten Staates bereits seit früheren Zeit ansässig sind oder durch eine neue Grenzziehung einem Staat zugeschlagen bzw. zwischen zwei Staaten verteilt wurden
6.3.2. Durch die Kolonisierung vor allem Afrikas entstanden polyethnische Staaten,
6.3.2.1. Unter „Nation Building“ versteht man ein Prozess der sozio-politischer Entwicklung,
6.3.3. Durch Einwanderungen/Migrationsbewegungen entstanden weitere s.g. Migrationsminderheiten
6.3.3.1. Die Migrationsminderheiten bewohnen kein angestammtes Terrain,
6.3.3.2. Kulturbebegnung/Kulturschock
7. Gegenseitige Verhältnisse und Handlungsvarianten Mehrheit –Minderheit
7.1. Mehrheiten und Minderheiten streben die Erhaltung ihrer Kultur an.
7.2. Die weit verbreitete Einstellung gegenüber einer Minderheit bzw. Mehrheit ist das Vorurteil.
7.2.1. Vorurteil
7.2.2. Stereotyp und Vorurteil
7.2.2.1. Der Zusammenhang zwischen Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln (Diskriminieren) ist different und nicht eindeutig.
7.2.2.2. Dabei kann es sich auch um latente oder manifeste Formen der einzelnen Bereiche handeln.
7.2.2.3. Das Denken und die Emotionen finden ihre Äußerung in der Sprache, Schrift oder im Gesichts-Ausdruck.
7.2.2.4. Nur in Form vom Beeinflussung/Norm/Anordnung/Befehl geht es um eine direkte Handlungsanweisung,
7.2.3. Abbau von Stereotypen und Vorurteilen
7.2.3.1. Unter bestimmten Bedingungen (z.B. signifikante kulturelle Differenz) kann interethnischer Kontakt auch das Gegenteil bewirken.
7.2.3.2. Eine mögliche Strategie zur Abschwächung der Kategorisierung ist das Modell der wechselseitigen Distinktheit (Unterscheidung):
7.2.4. Diskriminierung
7.2.4.1. Formen der Benachteiligung
7.2.4.1.1. Gegenseitige
7.2.4.1.2. Spezifische/Einseitige
7.2.4.2. Weltgesellschaft ohne Vorurteil und Diskriminierung
7.2.5. Gegenseitige Beeinflussung
7.1.5.1. Mehrheiten und Minderheiten streben danach, ihre Kultur zu erhalten.
7.1.5.2. Es gibt Hinweise darauf, dass Mehrheiten und Minderheiten unter bestimmten Umständen eine detaillierte Verarbeitung ihrer Botschaft bewirken
7.2.6. Einfluß der Minderheiten auf Mehrheiten
7.2.6.1. Mehrheiten in Auflösung
7.2.6.2. Bedrohung
7.2.6.2.1. Das Gefühl, durch die Minderheiten bedroht zu werden, kann hingegen die Wirkung ihres Einflusses auf die Mehrheit abblocken
7.2.6.2.2. Wenn in einem sozialen Segment (z.B. Schulklasse) die Mitglieder der Minderheiten in der Mehrheit sind, diskriminieren sie die Mitglieder der Mehrheit,
7.2.6.3. Natalität
7.2.6.4. Bevölkerungswachstum und politische Teilnahme
7.2.7. Toleranz
7.2.8. Integration
7.2.8.1. Darunter versteht das BMI:
7.2.8.2. Für Lebensunterhalt sorgen
7.2.8.3. Die Aufnahme-Gesellschaft auch in ihrem Alltag zu respektieren.
7.2.8.4. Geringere kulturelle Distanz begünstigt das Zusammenleben der ethnischen Gruppen und dadurch auch die Integration.
7.2.9. Assimilation
7.2.10. Konflikt : (Beispiel Ruanda, Jugoslawien)
7.2.11. Ethnische Säuberung
7.2.12.. Ethnozid
7.2.13. Genozid
7.3. Autochthone Minderheiten
7.3.1. In der Geschichte wurden autochthone Minderheiten diskriminiert bzw. man versuchte sie zu assimilieren.
7.3.2. Es wurde auch versucht, die Minderheiten auf ihrem Gebiet, wo sie Mehrheiten waren, zu minimieren, indem man
7.3.2.1. die Verwaltungseinheiten, Kreise so änderte, dass sie in diesen tatsächlich Minderheiten wurden
7.3.2.2. durch Einwanderung der Mehrheitsbevölkerung (z.B. Italiener nach Südtirol, Franzosen ins Elsaß) die Verhältnisse zahlenmäßig geändert wurden.
7.3.3. Seit etwa 1960 verbesserten sich die Verhältnisse der Minderheiten in Westeuropa.
7.3.3.1. Minderheiten, welche ein geschlossenes Territorium bewohnen bzw. regional konzentriert sind, wird eine Unterstützung zur Erhaltung ihrer Kultur gewährt,
7.3.4. Mitgliedsstarke ethnische Gruppen, welche auf einem Territorium die Mehrheit stellen, doch in einem Staatsgefüge eine Minderheit sind, streben nach Unabhängigkeit/ Segregation
7.3.5. Polyethnische Staaten (auch Vielvölkerstaaten)
7.3.4.1. Tribalismus
7.4. Migrationsminderheiten
7.4. Minderheiten können auch Mehrheiten werden und sie können auch Herrschaft ausüben und Mehrheiten unterdrücken.
7.4.1. Es waren vor allem die religiöse Minderheiten der Christen und des Islams, welche teils durch Überzeugung (eher Christen) und teils durch Gewalt/Schwert (eher Islam) zu Mehrheitsreligionen wurden.
7.4.2. Dies gilt auch für Ideologien wie z.B. Kommunismus, Nationalismus
7.4.3. Durch eine technische bzw. militärische Überlegenheit hat sich auf der politischen Ebene die Kolonisierung und ihre Etablierung als Minderheitenherrschaft über die Mehrheiten durchgesetzt.
7.4.4. Auch Migrationsminderheiten können politisch über die Mehrheiten herrschen.
7.5. Gegenwärtige Migrationsminderheiten sind überwiegend Arbeitsmigrationen
7.6. Persönliche Misserfolge
8. Bedrohung, Konflikt, Gewalt
8.1. Beeinträchtigung, Bedrohung
8.1.1.1. Bei ethnischen Gruppen/Staaten auf einem eigenen Territorium: Kampf um die Grenze, Grenzberichtigung, um ökologische Ressourcen
8.1.1.2. Austragung im Bereich der politischen und religiösen Machtgefüge.
8.1.1.3. Unvereinbarkeit der verschiedenen Lebensstile (Kulturen, Religionen), Überfremdung - bei größeren kulturellen Unterschieden/Differenzen
8.1.1.4. Finanzielle Belastung der Steuerzahler, Abhängigkeit von Sozialleistungen
8.1.1.5. Konkurrenz am Arbeits- und Wohnungsmarkt
8.1.1.6. Bedrohung durch demographisches Potenzial
8.1.1.7. Prozentuale Über-Präsentation der Minderheiten im öffentlichen Leben
8.1.1.8. Kriminalität, Extremismus
8.1.2. Erkennen der Bedrohung (wie und wann)
8.1.2.1. Ein Schwellenwert im Bereich der sozialen Beziehungen ist bisher nicht nachgewiesen
8.1.2.2. Durch statistische Erhebungen, Befragungen, Beobachtung
8.1.2.3. Durch Wahrnehmung, Selbsterfahrung
8.1.2.4. Durch Persönlichkeiten, Parteien und andere Interessen-Gruppen, Vereinigungen, Medien
8.1.3. Formen der Bedrohung
8.1.3.1. Psychisch: Angst, Furcht, Misstrauen, Verlust des Vertrauen
8.1.3.2. Sozial: negative Veränderung des Status, Fremdheit, Veränderung der Bevölkerungsstruktur
8.1.3.3. Politisch: Durchsetzen von unvereinbaren Forderungen/Ansprüchen
8.1.3.4. Wirtschaftlich: Belastung des Systems
8.1.3.5. Militärisch: Aufrüstung, verbale und fixierte Drohung
8.1.4. Halten die Bedrohungen an, kann dies zu Krisen führen, die einen Handlungsbedarf erforderlich machen
8.2. Konflikt/Krisensituation:
8.2.1. Konflikte sind Forderungen von Zielen bzw. Interessen unter Beteiligten, welche ihnen unvereinbar bzw. widersprüchlich erscheinen,
8.2.1.1. Ethnischer- versus Klassenkonflikt
8.2.1.2. Ethnischer oder sozialer Konflikt
8.2.2. Als Hauptursache von interkulturellen Konflikten werden gemeinhin kulturelle Unterschiede gesehen.
8.2.2.1. einseitige Konzessionen bzw. Nachgeben, Unterordnung und Flucht, oder durch
8.2.2.2. Verhandlungen, Kompromiss, Konsens
8.2.2.3. Drohung bzw. Kampfhandlungen gelöst werden.
8.2.3. Gewalt ist eine Handlungsoption, die zur Erhaltung, Demonstration und Festigung der Machtverhältnissen dient, um Ziele zu erreichen und Menschen zu verletzen bzw. töten.
8.2.3.1. Der Gewalt-Täter braucht ein Gegenüber: ein Opfer, einen Gegner oder einen Feind.
8.2.3.2. Man unterscheidet legitime Gewalt des Staates und Gewalt als abweichendes Verhalten,
8.3.3.3. Zwar kommt Gewalt in allen Gesellschaftsschichten vor:
9. Kulturwandel - Interethnische Beziehungen sind Teil des Kulturwandels
9.1. Unter Kulturwandel versteht man Prozesse, welche zur Lösung von Problemen bzw. Krisensituationen,
9.1.1. Die Lösung der Probleme geschieht durch endogene oder exogene Innovationen (bzw. Veränderungen)
9.1.2. Die Annahme von Innovationen von Außen (Diffusion), welche einen Kulturwandel nach sich zieht, wird Akkulturation genannt.
9.1.3. Die Lösung eines Problems kann erfolgreich verlaufen, wenn die Innovation der Kognition und den Bedürfnissen einer Population entspricht.
9.1.4. Die Innovationen können durch bedeutende Persönlichkeiten, Minderheiten und durch Multiplikatoren verbreitet werden.
9.1.5. Falls ein Problem bzw. eine Krisensituation nicht bewältigt werden kann, wird oft auf die ursprüngliche vertraute Verhaltensweise zurückgegriffen (Primordialität: ursprüngliche Bindung).
9.1.6. Individuell bedeutet dies, dass man in der Fremde das Vertraute unter Seinesgleichen sucht.
9.2. Dritte Kultur
9.2.1. Kultur
9.2.2. Religion
9.2.3. Sprache
9.3. Bereicherung durch IEB
9.3.1.1. Eine Bereicherung in Bereich der IEB ist entwicklungshistorisch gesehen nur im Kontakt mit einer technisch und organisatorisch entwickelteren Kultur möglich
9.3.1.2. Es geht vor allem durch die Übernahme neuer Innovationen (Kulturgüter, Moral),
9.3.1.3. Dies kann auch durch Zuwanderung von qualifizierten bzw. innovativen Arbeitskräften
9.3.1.4. Allgemeine Migration kann zwar den Arbeitsmarkt entlasten, doch scheint sie eher eine Belastung der sozialen Systeme zu werden.
10. Theoretische Betrachtung über die IEB nach R.A. Schermerhorn. Modell Entwurf
11. Historische Formen der Interethnischen Beziehungen
11.1. Erfahrung mit Fremden und Migrationen in deutschsprachigem Raum
11.2. Islam
11.3. USA
11.4. Kolonialismus
11.5. Ethnische Schichtung
11.5.1. Das Kastenwesen in Indien
11.5.2. Die Sklaverei
11.6. Nomaden und Seßhafte
11.7. Stummer Handel (silent trade)
11.8. Blutrache
12. Verschiedene Formen der Migrationen und ihre Folgen
12.1. Migration von Einzelnen oder kleinen Berufsgruppen
12.2. Migration allgemein
12.2.3. Verschiedene Formen der Migrationen und ihre Folgen
12.2.3.1.Bio-Migration- die Neophyten
12.2.3.1.1. Neobiota – können durchaus nützliche Pflanzen sein
12.2.3.1.2. Die Neobiota werden meist durch menschlichen Einfluß eingeführt.
12.2.3.2. Frühere menschliche Migrationen
12.2.3.2.1. Homo Sapiens verdrängte und wie Genuntersuchung beweisen, vermischte er sich auch mit dem untergangenen Neanderthaler.
12.2.3.2.2. Die Besiedlung unbewohnter Räume:
12.2.3.3. Besiedlung und Völkerwanderungen im Mitteleuropa
12.2.3.3.1. Die Kelten.
12.2.3.3.2. Wanderung der germanischen Völker nach Mittel- und Westeuropa
12.2.3.3.3. Besiedlung durch slawische Völker.
12.2.3.3.4. Ursache der Wanderungen.
12.2.3.3.5. Ungarn
12.2.3.4. Wanderung und Kolonisierung
12.2.3.4.1. Kolonisierung des Mittelmeers und Schwarzmeerraums durch Griechen
12.2.3.4.2. Wanderung der Sinti und Roma nach Europa.
12.2.3.5. Militärische Expansionen
12.2.3.5.1. Das Römische Reich
12.2.3.5.2. Religiös-militärische Expansion
12.2.3.5.3. Die Goldene Horde
12.2.3.5.4. Annexion
12.2.3.5.4.1. Südtirol
12.2.3.5.4.2. Tibet
12.2.3.6. Kolonisierung bzw. Arbeitsmigration
12.2.3.6.1. Überwiegend durch Europäer
12.2.3.6.1.1. Folge 1: USA; Kanada, Australien, Südamerika:
12.2.3.6.1.2. Folge 2: Afrika; Indien, Indonesien, Indochina, Teile von China:
12.2.3.6.1.3. Folge 3: Rückwanderung der Kolonisten
12.2.3.7. Arbeitsmigration
12.2.3.7.1.Gezwungene Arbeitsmigration:
12.2.3.7.1.1. Sklavenhandel
12.2.3.7.1.2. Zwangsarbeit während des II. Weltkrieges.
12.2.3.7.2. Freiwillige Arbeitsmigration:
12.2.3.7.2.1. Nach dem 30-jährigen Krieg
12.2.3.7.2.2. Die Anwerbung von Deutschen durch die östlichen Herrschaften
12.2.3.7.2.3. Polnische Bergarbeiter.
12.2.3.7.2.4.Militärdienst
12.2.3.7.2.4.1.Entführung von Kindern zum Zwecke der Militärausbildung
12.2.3.7.2.5. Anwerbung der Gastarbeiter
12.2.3.8. Vertreibung, ethnische Säuberung
12.2.3.8.1. Die Vertreibung der Hugenotten ab 1589
12.2.3.8.2. Vertreibung der Armenier aus der Türkei 1915/1916.
12.2.3.8.3. Vernichtung der Juden im Dritten Reich
12.2.3.8.4. Vertreibung nach dem II. Weltkrieg der deutschen Bevölkerung
12.2.3.8.5. Bevölkerungsaustausch zwischen der Türkei und Griechenland im Jahre 1923.
12.2.3.8.6. Die neueste Vertreibung/ethnische Säuberung geschah während des Jugoslawien-Krieges in den Jahre 1991 bis 1995.
12.2.3.9. Flucht und Migration in der Gegenwart
12.2.3.9.1. Flüchtlinge.
12.2.3.9.2. Flüchtlinge aus Kriegsgebieten,
12.2.3.9.3. Arbeitsmigration aus vielen Ländern.
12.2.3.10. Binnenwanderung
12.2.3.10.1. Land Stadt Wanderung.
12.2.3.11. Tourismus
12.2.3.12. Historische Formen der Auswirkung auf die Aufnahmegesellschaften:
12.2.3.12.1. Der Prozess der Eingliederung
12.2.3.12.2. Oft anzutreffen scheint die Pluralisierung der Gesellschaft (des Staates) durch Migrationen.
12.2.3.12.3. Unter Akkulturation wird
12.2.3.12.3.1. Unterdrücken der Aufnahmegesellschaften
12.2.3.12.4. Die Aufnahmegesellschaft vertreibt die Migranten
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme interethnischer Beziehungen. Sie untersucht die Mechanismen von Abgrenzung, Vorurteilen, Identitätsbildung und Konflikten zwischen Mehrheitsgesellschaften und Minderheiten unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen, anthropologischer Aspekte und soziologischer Modelle, um ein besseres Verständnis für das Phänomen der Xenophobie und die Folgen von Migration zu ermöglichen.
- Grundlagen interethnischer Beziehungen: Unterscheidung, Abgrenzung und Identitätsbildung.
- Sozialpsychologische Dynamiken: Vorurteile, Stereotype, Diskriminierung und Gruppenkonflikte.
- Strukturen des Staates und der Umgang mit Minderheiten (autochthone vs. Migrationsminderheiten).
- Historische und gegenwärtige Migrationsformen und deren Folgen für Aufnahmegesellschaften.
- Theoretische Modelle zur Integration, Akkulturation und Konfliktlösung.
Auszug aus dem Buch
3. Abgrenzung als konstitutives Phänomen des Daseins
Wahrnehmen heißt Differenzieren.
Differenzieren bedeutet Abgrenzen.
Um Verständigung zu ermöglichen, werden Begriffe positiv durch Festlegung einzelner Merkmale bestimmt und, zusätzlich auch negativ – was es eben nicht ist – von anderen Begriffen abgegrenzt.
In der Begriffshierarchie werden Begriffe mit einem höheren Allgemeinheitsgrad die Klassen, Kategorien, Typen bezeichnet.
Kategorisierung, Typologie
Kategorie: Allgemeines Ordnungssystem, welches durch genaue Festlegung der Merkmale bestimmt wird und daher in den Naturwissenschaften seine Verwendung findet
Typologie: Ist auch ein Ordnungssystem, welches durch Merkmale definiert werden, welche in realen Ausprägung nicht immer vorhanden sein müssen, bzw. welche nur teils ausgebildet sind. Man spricht vom Idealtypus.
Die erste wissenschaftlich - anthropologische Typologie wurde von dem berühmten schwedischen Naturforscher Carl von Linné (1707 – 1778) in seiner Klassifikation in dem Werk Systema Naturae unternommen (10. Ausgabe aus dem Jahre 1758): Die Charakterisierung seiner vier geografischen Varietäten des Menschen erweiterte Linné
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung - Zur Methode: Dieses Kapitel erläutert den eklektischen Ansatz der Arbeit, die Bedeutung der historischen Einordnung sowie die Berücksichtigung sozialpsychologischer Erkenntnisse für das Verständnis interethnischer Phänomene.
2. Variabilität des menschlichen Verhalten - Dichotomie: Hier werden grundlegende Gegensätze menschlichen Verhaltens in verschiedenen Lebensbereichen – von sozial bis rechtlich – in einer dichotomischen Übersicht dargestellt.
3. Abgrenzung als konstitutives Phänomen des Daseins: Das Kapitel führt den zentralen Leitgedanken ein, dass Wahrnehmung und Differenzierung grundlegende Mechanismen des Daseins sind, die durch Kategorisierung und Typologie strukturiert werden.
4. Abgrenzung individuell, gruppenbezogen, kulturell: Dieser Abschnitt analysiert das Spannungsfeld zwischen Identität, Gruppenbildungen (Ingroup/Outgroup), Ethnozentrismus und den kulturellen Faktoren, die Abgrenzungen sichtbar machen.
5. Staat: Das Kapitel definiert den Staat als politische Solidargemeinschaft, die Souveränität beansprucht und deren Funktionsweise durch Verfassung, Sprache und eine angestrebte Staats-Identität geprägt ist.
6. Ethnische Minderheiten allgemein: Hier werden die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Entstehungsgeschichte von Minderheiten – sowohl als autochthone Gruppen als auch durch Migrationsbewegungen – beleuchtet.
7. Gegenseitige Verhältnisse und Handlungsvarianten Mehrheit –Minderheit: Diese Sektion diskutiert Vorurteile, Diskriminierung, Strategien des Abbaus von Stereotypen, Integration, Konflikte sowie die Dynamiken zwischen Mehrheiten und Minderheiten.
8. Bedrohung, Konflikt, Gewalt: Es werden die Ursachen, Formen und Erkennungsmerkmale von Bedrohungsszenarien sowie Konflikten und die Rolle von Gewalt als Handlungsoption in Gesellschaften untersucht.
9. Kulturwandel - Interethnische Beziehungen sind Teil des Kulturwandels: Dieses Kapitel zeigt, wie interethnische Kontakte und Migration durch Innovation und Akkulturation zu soziokulturellem Wandel beitragen oder zur Bildung einer „dritten Kultur“ führen können.
10. Theoretische Betrachtung über die IEB nach R.A. Schermerhorn. Modell Entwurf: Eine Vorstellung der theoretischen Typologie von Schermerhorn, die Verhaltensweisen zwischen ethnischen Gruppen anhand der Trends von „centripetal“ (integrativ) und „centrifugal“ (distanzierend) klassifiziert.
11. Historische Formen der Interethnischen Beziehungen: Eine historische Analyse von Migrationen im deutschsprachigen Raum, der Rolle des Islam in Europa, der US-amerikanischen Einwanderungsgeschichte und verschiedenen Formen kolonialer Herrschaft.
12. Verschiedene Formen der Migrationen und ihre Folgen: Abschließend werden die Auswirkungen unterschiedlicher Migrationsformen – von der Arbeitsmigration bis zu ethnischen Säuberungen – auf die Aufnahmegesellschaften und deren jeweilige Reaktionen systematisch zusammengefasst.
Schlüsselwörter
Interethnische Beziehungen, Xenophobie, Abgrenzung, Identität, Vorurteil, Diskriminierung, Minderheiten, Migration, Kulturwandel, Akkulturation, Ethnizität, Integration, Gruppenkonflikt, Sozialpsychologie, Nation Building
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme der Dynamiken zwischen ethnischen Gruppen und analysiert das Phänomen der Xenophobie aus der Perspektive interethnischer Beziehungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen Identitätsbildung, die Rolle von Abgrenzung und Stereotypen, Konfliktursachen, Migrationsphänomene sowie die Interaktion zwischen Mehrheits- und Minderheitsgruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Phänomen der Xenophobie und die komplexen Prozesse in interethnischen Beziehungen zu schaffen, indem historische, soziologische und psychologische Erkenntnisse zusammengeführt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet einen eklektischen Ansatz, der interdisziplinär historische Abläufe, sozialpsychologische Experimente und soziologische Theorien, wie das Modell von R.A. Schermerhorn, miteinander verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Mechanismen der Identitätsbildung, die Entstehung von Vorurteilen, Konfliktdynamiken, verschiedene Migrationsformen sowie historische Beispiele der Interaktion zwischen Ethnien und Kulturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Interethnische Beziehungen, Xenophobie, Identität, Diskriminierung, Migration, Kulturwandel und soziale Distinktheit.
Wie bewertet der Autor die Rolle von Stereotypen?
Stereotype werden als notwendige Alltags-Typologien betrachtet, die der Orientierung in einer komplexen Umwelt dienen, aber gleichzeitig die Gefahr bergen, Fehler in der Beurteilung Einzelner zu provozieren und Diskriminierung zu begünstigen.
Welches Fazit lässt sich zur "Holocaust Education" in der Arbeit ziehen?
Der Autor weist auf Forschungsergebnisse hin, nach denen eine einseitige Vermittlung bei Schülern mit Migrationshintergrund zu Ablehnung gegenüber der nationalen Identität der Aufnahmegesellschaft führen kann, und fordert einen erhöhten Forschungsbedarf.
Was versteht man unter dem "Schermerhorn-Modell"?
Es handelt sich um eine soziologische Typologie, die Verhaltensweisen zwischen ethnischen Gruppen als "centripetal" (integrationsfördernd) oder "centrifugal" (distanzierend) klassifiziert, abhängig von kultureller Differenz und Machtverhältnissen.
- Citar trabajo
- Dr. Karl Heinz Ciz (Autor), 2019, Interethnische Beziehungen (IEB). Eine thesenartige anthropologisch–historische Zusammenfassung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460641