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Das Kapitel "Atemzüge eines Sommertags" im Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil

Eine literaturwissenschaftliche Analyse zur Poesie des Atems

Title: Das Kapitel "Atemzüge eines Sommertags" im Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil

Academic Paper , 2017 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Katharina Stabrey (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Diese literaturwissenschaftliche Arbeit untersucht die Poesie des Atems im Kapitel "Atemzüge eines Sommers" in Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften". Atem und Atemzüge in Literatur zu erkennen, erweist sich als schwer. Aber selbst Musil, der zwischenzeitlich außer Mode gekommen ist, hat bereits Atem in der Poesie erscheinen lassen. Was es mit der Poesie des Atems auf sich hat, darauf versucht diese Arbeit Antworten zu geben.

Die Begriffe Atemzug wie auch Atem sind in ihrer wörtlichen wie auch sinngemäßen Anwendung emotional stark aufgeladen. Sprachliche Wendungen aus dem Alltag wie "bis zum letzten Atemzug", "das verschlägt einem den Atem", "da stockt mir der Atem" und zahlreiche weitere belegen das. Kein Wunder, dass diese Begriffe in der Poesie einen noch weit höheren Stellenwert haben.

Musil legt dem Leser, wenn auch vermutlich unfreiwillig, eine völlig verworrene Gedankenwelt auseinander, die sich zum großen Teil nur aus seiner eigenen katholisch-religiösen Abhängigkeit und Akzeptanz der katholischen Dogmatik ergeben kann. Aus dieser folgen wohl auch Phantasien über eine sogenannte Mystik, die aber nirgends weder nach Inhalt noch nach Mystiker konkretisiert wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Atem und Atemzüge

3. Überlegungen zu Inhalt und Poesie des Textes

4. Tausendjähriges Reich, die zwei Arten leidenschaftlichen Seins, Religion und Mystik

5. Das Verhältnis zwischen Agathe und Ulrich

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Kapitel „Atemzüge eines Sommertags“ aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ im Kontext des Seminarthemas „Poetik des Atems“. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die titelgebende Poesie des Atems innerhalb des Kapitels tatsächlich inhaltlich und poetologisch verankert ist oder ob es sich um eine bloße Verwendung bedeutungsschwerer Wortphrasen handelt.

  • Analyse des Motivs „Atem“ und „Atemzüge“ bei Musil
  • Kritische Untersuchung der poetischen Qualität und Bildsprache
  • Diskussion des Tausendjährigen Reichs und religiöser Mystik
  • Beleuchtung der komplexen Geschwisterbeziehung zwischen Agathe und Ulrich
  • Psychologische Einordnung der Protagonisten und ihrer Ausdrucksweise

Auszug aus dem Buch

3. Überlegungen zu Inhalt und Poesie des Textes

Die ersten beiden Absätze des Kapitels machen, gerade wenn man von Atemzügen absieht, auf den ersten Blick einen sehr poetischen Eindruck. Wendungen wie ein Strom glanzlosen Blütenschnees schwebte [...], [...] der Atem, der ihn trug war so sanft, dieses schien sich von innen zu verdunkeln wie ein Auge [...], [...] die zärtlich und verschwenderisch vom jungen Sommer belaubten Bäume und Sträucher [...], [...] Begräbniszug und Naturfest [...], [...] Lebens- und Naturzauber wirken auf den ersten Blick überwältigend poetisch. Die nähere Betrachtung ergibt jedoch, dass die Bilder und Vergleiche nahezu allesamt derart unstimmig, teilweise geradezu absurd sind, dass ich sie auch nicht mehr als Poesie sondern als ganz inhaltsleer und nur noch als Wortgeklingel empfinde. Damit gemeint ist der bewusste Einsatz von gefühlsträchtigen Worten um einen poetischen Eindruck hervorzurufen, ohne entsprechenden Zusammenhang und Hintergrund.

Aus den vorgenannten Gründen ist für mich schon das Bild von einem jedenfalls äußerlich schönen Sommertag am Anfang des Kapitels keine Poesie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Bedeutung des Motivs „Atem“ in Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ und definiert den methodischen Ansatz.

2. Atem und Atemzüge: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Nennungen der Begriffe „Atem“ und „atmen“ im Text und hinterfragt deren logische Kohärenz.

3. Überlegungen zu Inhalt und Poesie des Textes: Die Analyse kritisiert die poetische Bildsprache des Kapitels als inhaltsleer und psychologisch widersprüchlich.

4. Tausendjähriges Reich, die zwei Arten leidenschaftlichen Seins, Religion und Mystik: Hier werden die philosophischen und religiösen Motive untersucht, die Musil dem Kapitel zugrunde legt.

5. Das Verhältnis zwischen Agathe und Ulrich: Der Abschnitt beleuchtet die Dynamik der Geschwisterbeziehung und die einseitige Dominanz Ulrichs.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass Musils Text kein überzeugendes Beispiel für eine „Poetik des Atems“ darstellt.

Schlüsselwörter

Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, Atem, Poetik, Literaturwissenschaft, Agathe, Ulrich, Tausendjähriges Reich, Mystik, Bildsprache, Geschwisterbeziehung, Motivgeschichte, Literaturkritik, Ausdrucksweise, Metaphorik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Kapitel „Atemzüge eines Sommertags“ aus Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ hinsichtlich seiner literarischen Qualität und der poetologischen Umsetzung des Themas Atem.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Bedeutung des Atems, die mystischen Anklänge im Text, die philosophischen Konzepte des Tausendjährigen Reichs sowie die psychologische Interaktion zwischen Agathe und Ulrich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Motiv des Atems eine tatsächliche poetische Bedeutung im Text einnimmt oder lediglich als rhetorisches Mittel zur Erzeugung eines Anscheins von Tiefe dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine textanalytische und literaturkritische Methode, die auf den Primärtext und ergänzende Sekundärliteratur gestützt ist, um die Kohärenz der Bilder und Begriffe zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Sprachverwendung, der religiös-mystischen Motive, der Charakterdarstellung und der Geschwisterbeziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören vor allem der Titel von Musils Werk, das Atem-Motiv, die Kategorisierung als „Poetik“, sowie Begriffe wie Mystik und Geschwisterbeziehung.

Warum wird die Sprache des Autors Musil als „unklar“ bezeichnet?

Die Autorin kritisiert, dass Musil Begriffe wie „Atem“ oder „Tausendjähriges Reich“ ohne nachvollziehbare Systematik oder logischen Bezug verwendet, was zu einem „Wortgeklingel“ führe.

Wie bewertet die Autorin die Beziehung zwischen Agathe und Ulrich?

Die Autorin sieht keine echte Kommunikation oder Liebe, sondern eine einseitige Unterordnung Agathes unter die phantastischen und dominierenden Gedankengänge ihres Bruders.

Welche Rolle spielt die katholische Religion in der Analyse?

Die Autorin führt viele der im Text auftauchenden Motive wie Sünde, Beichte oder die Leugnung körperlicher Bedürfnisse auf eine vermutlich neurotische Fixierung des Autors auf seine katholische Erziehung zurück.

Warum kommt die Autorin zu einem negativen Fazit?

Das Fazit ist negativ, da die Autorin die Bilder und Vergleiche Musils bei genauerer Betrachtung für unstimmig, inhaltlich leer und als „Lückenfüller“ zur Beeindruckung des Lesers hält.

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Details

Title
Das Kapitel "Atemzüge eines Sommertags" im Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil
Subtitle
Eine literaturwissenschaftliche Analyse zur Poesie des Atems
College
Free University of Berlin  (Peter-Szondi-Institut)
Course
Poetik des Atems
Grade
2,3
Author
Katharina Stabrey (Author)
Publication Year
2017
Pages
18
Catalog Number
V461608
ISBN (eBook)
9783668912335
ISBN (Book)
9783668912342
Language
German
Tags
Musil Peotik Atem Poesie Der Mann ohne Eigenschaften Atemzüge Religion Mystik Agathe und Ulrich Inzest
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Stabrey (Author), 2017, Das Kapitel "Atemzüge eines Sommertags" im Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461608
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