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Der DEFA-Märchenfilm "Das singende, klingende Bäumchen" als Beispiel einer filmischen Komposition auf Grundlage verschiedener Erzähltypen und Literaturvorlagen

Titel: Der DEFA-Märchenfilm "Das singende, klingende Bäumchen" als Beispiel einer filmischen Komposition auf Grundlage verschiedener Erzähltypen und Literaturvorlagen

Bachelorarbeit , 2018 , 53 Seiten

Autor:in: Kristin Zabel (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Märchenfilme wurden in der bisherigen filmwissenschaftlichen Forschung eher missachtet. Vor allem die Märchenfilme der DEFA erhielten bisher wenig Aufmerksamkeit.

Auf den Erkenntnissen dieser und anderer Autoren aufbauend soll in dieser Arbeit durch die Mittel der Literatur- und Filmwissenschaft der Frage nach der literarischen Vorlage des Märchenfilmes vom singenden, klingenden Bäumchen auf den Grund gegangen werden. Zusätzlich zu der Analyse der narrativen Strukturen soll auch auf die bisher eher vernachlässigte Analyse der formalästhetischen und filmkünstlerischen Aspekte eingegangen werden.

Hierzu gliedert sich die Arbeit in drei Abschnitte. Gliederungspunkt 2 ist der erste Abschnitt und liefert eine theoretische Grundlage, indem er die Bedingungen des Medienwechsels von dem literarischen Märchen zu dem Märchenfilm untersucht und die Vergleichsbasis von Transform und Transformation herausstellt. Daran schließt sich Gliederungspunkt 3 an, welcher sich der detaillierten Filmanalyse widmet. Neben allgemeiner filmographischer Daten des Filmes und Beschreibungen der Story, der Fabel und des Themas enthält er auch die Betrachtung des entstehungsgeschichtlichen Hintergrundes und der Rezeption. Dieser Abschnitt befasst sich auch unter der Beachtung der bisherigen Forschung mit der zentralen Frage dieser Arbeit und eröffnet dabei einen neuartigen und eigenen Ansatz, diese zu beantworten. Zusätzlich wird anhand konkreter Beispiele auf die Analyse der visuellen, auditiven und darstellerischen Filmmittel und deren Bezug zu den stilistischen Merkmalen des Märchens eingegangen. Der letzte Abschnitt und damit Gliederungspunkt 4 stellt die Thematik des Filmes in die lange Tradition der Tierbräutigam-Erzählungen und eröffnet damit vorsichtig einen Deutungshorizont aus entwicklungspsychologischer Perspektive.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Märchenfilm als Transformation eines literarischen Märchens

3. Filmanalyse

3.1 Filmographische Daten

3.2 Story – Fabel – Thema

3.3 Produktionsbedingungen und entstehungspolitischer Kontext

3.4 Das singende, klingende Bäumchen als Beispiel eines filmischen Konglomerats verschiedener Erzähltypen und Motive

3.5 Ein Feen-Mährchen aus der Braunschweiger Sammlung als konkrete Vorlage?

3.6 Die Stilmerkmale des Märchens im Transformationsprozess

3.6.1 Lüthis Stilmerkmale

3.6.2 Märchenwunder und Filmtricks

3.7 Weitere filmästhetische Analyseaspekte

3.8 Rezeption des Märchenfilmes

3.8.1 Rezeption in den 50er Jahren

3.8.2 Rezeption in Großbritannien

4. Das singende, klingende Bäumchen in der Tradition der Tierbräutigam-Märchen

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den DEFA-Märchenfilm "Das singende, klingende Bäumchen" aus dem Jahr 1957. Das primäre Ziel ist es, unter wissenschaftlicher Anwendung literatur- und filmwissenschaftlicher Methoden die Frage nach der literarischen Vorlage zu klären, welche bisher nicht eindeutig identifiziert werden konnte, und dabei narratologische sowie formalästhetische Aspekte der Transformation vom literarischen Text zum Film zu beleuchten.

  • Analyse des "singenden, klingenden Bäumchens" als filmisches Konglomerat aus verschiedenen Märchen-Erzähltypen (u.a. AaTh 425A, 425C, 900).
  • Untersuchung des Entstehungs- und Rezeptionskontexts unter besonderer Berücksichtigung der DEFA-Produktionsbedingungen und sozialistischer Ideologie.
  • Erforschung der formalästhetischen Gestaltung, insbesondere der Umsetzung märchenhafter Stilmerkmale und Spezialeffekte (Schüfftan-Verfahren).
  • Einordnung des Werks in die Tradition der Tierbräutigam-Märchen unter entwicklungspsychologischer Perspektive.

Auszug aus dem Buch

3.4 Das singende, klingende Bäumchen als Beispiel eines filmischen Konglomerats verschiedener Erzähltypen und Motive

Nicht nur den Prinzen hat die Suche nach dem singenden, klingenden Bäumchen beschäftigt, sondern im Zusammenhang mit der literarischen Vorlage auch die Forscher. Zwar ist auf der Rückseite der DVD-Ausgabe aus dem Jahr 2000 des gleichnamigen Filmes zu lesen: „Ein Farbfilm frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm“ – durchforstet man allerdings die grimmschen Kinder- und Hausmärchen, darunter auch die ausgeschiedenen Texte, so trifft man keineswegs auf eine solche Erzählung mit dem Titel Das singende, klingende Bäumchen. Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme sowie auch der Vorspann des Filmes selbst geben den Hinweis, dass es sich bei der Literaturvorlage um ein Fragment der Gebrüder Grimm handelt. Schmitt ignoriert scheinbar das Wort „Fragment“ und bestimmt das nicht fragmentarisch vorliegende Märchen Das singende, springende Löweneckerchen (KHM 88) als Grundgerüst für die Handlung des Filmes. Nicht nur die ähnlich lautenden Titel lassen einen Bezug durchaus vermuten, auch einige Motive des diesem Märchen zugrundeliegenden Erzähltyps AaTh 425A (Amor und Psyche) weisen Übereinstimmungen mit den Motiven des Märchenfilmes auf, jedoch gibt es auch gravierende Unterschiede. KHM 88 berichtet von einem Mann, der sich auf Reisen begibt und seine drei Töchter fragt, was er ihnen mitbringen solle. Die jüngste und ihm liebste Tochter wünscht sich ein singendes, springendes Löweneckerchen. Der Mann findet dies in einem Wald, jedoch gehört es einem Löwen, dem er aus Angst nun das versprechen muss, was ihm Zuhause als erstes begegnet. Das ist schließlich seine jüngste Tochter, welche sich freiwillig dem Löwen übergibt. Dieser stellt sich als ein verzauberter Königssohn heraus, der bei Tag ein Löwe ist, bei Nacht jedoch seine menschliche Gestalt annimmt. Beide heiraten und leben einige Zeit vergnügt, bis die Frau ein Verbot übertritt, wodurch der Prinz sich in eine Taube verwandelt. Sieben Jahre lang begibt sich die Frau auf eine quälende Suchwanderung nach ihrem verlorenen Ehemann, muss zahlreiche Prüfungen überstehen und verliert ihn beinahe an eine andere Frau, bis sie am Ende jedoch wieder mit ihm und ihrem gemeinsamen Kind vereint ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung erläutert das persönliche und wissenschaftliche Interesse an dem DEFA-Märchenfilm und stellt das Vorhaben dar, die literarische Vorlage zu erforschen.

2. Der Märchenfilm als Transformation eines literarischen Märchens: Dieses Kapitel theoretisiert den Medienwechsel vom literarischen Text zum Film als Transformation und identifiziert die erzählerische Struktur als Vergleichsbasis.

3. Filmanalyse: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Untersuchung des Films, angefangen bei filmographischen Daten bis hin zu einer tiefgehenden Analyse der filmästhetischen Mittel und Rezeptionsgeschichte.

4. Das singende, klingende Bäumchen in der Tradition der Tierbräutigam-Märchen: Hier wird der Film in den Kontext der Tierbräutigam-Märchen gestellt und die erlösende Kraft der Liebe unter psychologischen Aspekten gedeutet.

5. Schluss: Das Fazit fasst die Forschungsergebnisse zusammen und bestätigt die These der Montage-Technik sowie die Bedeutung als eigenständige, freie Transformation.

Schlüsselwörter

DEFA-Märchenfilm, Das singende, klingende Bäumchen, Literaturverfilmung, Transformation, Erzähltypen, Motivforschung, Tierbräutigam-Märchen, Sozialistische Ideologie, Schüfftan-Verfahren, Filmanalyse, Märchenwunder, Filmästhetik, Rezeptionsgeschichte, Christel Bodenstein, Grimm-Märchen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den DEFA-Märchenfilm „Das singende, klingende Bäumchen“ aus dem Jahr 1957, um seine literarischen Ursprünge zu ergründen und die filmischen Adaptionsstrategien zu verstehen.

Welche zentralen Themenfelder werden untersucht?

Die Schwerpunkte liegen auf der narrativen Struktur, der Transformation von literarischen Märchen in den Film, den Produktions- und Rezeptionsbedingungen in der DDR und Großbritannien sowie den filmkünstlerischen Gestaltungsmitteln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist die Klärung der literarischen Vorlage des Films, da offizielle Angaben oft nur vage von einem "Fragment der Gebrüder Grimm" sprechen. Zudem soll untersucht werden, wie der Film das Genre des Märchenfilms durch spezifische Transformationen und filmische Mittel prägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?

Es wird eine literatur- und filmwissenschaftliche Herangehensweise genutzt, wobei insbesondere Erzähltypen und Motive nach dem Motif-Index von Stith Thompson verglichen sowie filmästhetische Analysetechniken angewandt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Filmanalyse, die von filmographischen Fakten über die Untersuchung von Story, Fabel und Thema bis hin zur detaillierten Betrachtung von Spezialeffekten, Rezeption und der stilistischen Einordnung reicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie DEFA-Märchenfilm, Transformation, Erzähltypen, Tierbräutigam-Märchen und Filmanalyse.

Inwiefern spielt der "böse Zwerg" eine Rolle für die Handlung?

Der Zwerg fungiert als zentraler Antagonist, dessen Handeln die Verzauberung des Prinzen motiviert und als Katalysator für den Entwicklungsprozess der Prinzessin im magischen Reich dient.

Warum wird der Film in der Arbeit als "filmisches Konglomerat" bezeichnet?

Da der Film nicht auf einer einzelnen, durchgehenden literarischen Quelle basiert, sondern Handlungselemente und Motive aus verschiedenen Erzähltypen (z.B. Amor und Psyche, König Drosselbart) kombiniert, wird er als Montage-Werk (Bricolage) verstanden.

Wie unterscheidet sich die Rezeption des Films in der DDR und in Großbritannien?

Während der Film in der DDR aufgrund einer fehlenden expliziten sozialistischen Gesinnung von Kritikern teils scharf abgelehnt wurde, erreichte er in Großbritannien Kultstatus, wo er aufgrund seiner fremdartigen Farbdramaturgie und Optik als faszinierend, grotesk und mitunter unheimlich wahrgenommen wurde.

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Details

Titel
Der DEFA-Märchenfilm "Das singende, klingende Bäumchen" als Beispiel einer filmischen Komposition auf Grundlage verschiedener Erzähltypen und Literaturvorlagen
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Autor
Kristin Zabel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
53
Katalognummer
V461705
ISBN (eBook)
9783668896154
ISBN (Buch)
9783668896161
Sprache
Deutsch
Schlagworte
defa-märchenfilm bäumchen beispiel komposition grundlage erzähltypen literaturvorlagen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kristin Zabel (Autor:in), 2018, Der DEFA-Märchenfilm "Das singende, klingende Bäumchen" als Beispiel einer filmischen Komposition auf Grundlage verschiedener Erzähltypen und Literaturvorlagen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461705
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