Welcher Wandel lässt sich bezüglich der Vorstellung von Krankheit in der geschichtlichen Entwicklung erkennen?
Dies soll in der Arbeit dargestellt werden. Es wird aufgezeigt, welche Ansichten von Kranksein und Gesundsein es gab und gibt und wie die jeweiligen Zustände erklärt wurden und werden.
Auf der Grundlage der geschichtlichen Entwicklung folgt eine Eingliederung der verschiedenen Krankheitstheorien in Gruppen beziehungsweise Konzeptkategorien. Abschließend folgt ein kurzer Versuch einer Darstellung des heute vorherrschenden Krankheitskonzepts.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
3. Historische Entwicklung
3.1 Heilkunde und Krankheitskonzepte der Naturvölker
3.2 Heilkunde und Krankheitskonzepte der Hochkulturen
3.3 Die Heilkunde und Krankheitsvorstellung der griechischen Welt
3.3.1 Die hippokratische Medizin
3.3.2 Die Heilkunde in der Epoche des Hellenismus
3.4 Heilkunde und Theorie der Krankheit im römischen Reich
3.4.1 Gegenbewegungen zur Säftelehre
3.4.2 Galen
3.5 Heilkunde des Mittelalters - Iatrotheologie
3.6 Die Medizin der Renaissance - Umbruchstimmung
3.7 Die Medizin des 17.Jahrhunderts - Iatrochemie und Iatrophysik
3.8 Die Medizin des 18.Jahrhunderts
3.9 Die Medizin des 19.Jahrhunderts
4. Krankheitskonzepte im Überblick
4.1 Naturalistische Konzepte der Medizin
4.1.1 Humoralpathologie oder Säftelehre
4.1.2 Iatrophysik, Iatrochemie, Iatromorphologie
4.1.3 Iatrotechnisches Konzept der Medizin
4.2 Supranaturalistische Konzepte der Medizin
4.2.1 Iatrodaemonologie
4.2.2 Iatrotheologie
4.2.3 Iatroastrologie / Astromedizin
4.2.4 Iatromagie
4.3 „Konzeptloses Konzept“
5. Krankheitskonzept(e)? - Heute
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den historischen Wandel von Krankheitsvorstellungen und die daraus resultierenden Erklärungsmodelle vom Altertum bis zur Gegenwart, wobei der Fokus auf der Kategorisierung dieser Theorien in naturalistische und supranaturalistische Konzepte liegt.
- Historische Entwicklung von Heilkunde und Krankheitsverständnis
- Klassifizierung von Krankheitskonzepten nach Eduard Rothschuh
- Gegenüberstellung naturalistischer und supranaturalistischer Krankheitslehren
- Die Rolle der Humoralpathologie und ihrer Entwicklung
- Moderne subjektive Krankheitstheorien im Kontext der heutigen Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
3.4.2 Galen
Bei Galen, vermutlich dem größten Arzt der Antike seit Hippokrates, wurde die Humoralpathologie weiterentwickelt und ausgebaut. Da eine Vielzahl von Sekten und Theorien vorherrschte, war das Verlangen nach einer Synthese groß. Vor Galen war die Medizin vor allem eine Kunst beziehungsweise ein Handwerk – mit Galen wurde sie zur Wissenschaft. Da er ein hervorragender Sezierer war, erlangte er Fortschritte in der Kenntnis von Muskeln und Knochen. Er galt einerseits als großer Physiologe, da er ein System der Physiologie implementierte und die Funktion der Nerven feststellte, des Weiteren entwarf er eine Theorie der Blutbewegung. Andererseits war Galen auch ein Pathologe: Seine Krankheitstheorie entsprach in den Grundzügen der Humoralpathologie und der aristotelischen Teleologie, also der Lehre von der Zweckbestimmung alles irdischen Geschehens. Eine große Rolle in der Pathologie Galens nahmen die „kritischen Tage“ ein, die Therapie war schematisch und methodisch gegliedert und ebenfalls an der Säftelehre orientiert, Aderlass und Abführen wurde angewandt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Themen Kranksein und Gesundsein dar und skizziert das Ziel der Arbeit, den Wandel von Krankheitsvorstellungen in der Geschichte aufzuzeigen.
2. Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Pathologie, Ätiologie und Iatrologie präzise definiert, um eine terminologische Basis für die Arbeit zu schaffen.
3. Historische Entwicklung: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden chronologischen Überblick über die Entwicklung medizinischer Konzepte von den Naturvölkern über die Antike und das Mittelalter bis hin zum 19. Jahrhundert.
4. Krankheitskonzepte im Überblick: Basierend auf Eduard Rothschuh werden hier verschiedene Konzepte in naturalistische und supranaturalistische Kategorien unterteilt und erläutert.
5. Krankheitskonzept(e)? - Heute: Es wird die heutige Situation betrachtet, in der ein wissenschaftliches Modell neben individuellen, subjektiven Krankheitsverständnissen der Menschen existiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass sich Krankheitsvorstellungen kontinuierlich gewandelt haben und dass heutige Erklärungsmodelle durch eine Pluralität aus wissenschaftlichen und subjektiven Ansätzen geprägt sind.
Schlüsselwörter
Krankheitskonzept, Medizingeschichte, Humoralpathologie, Ätiologie, Pathologie, Iatrophysik, Supranaturalismus, Naturvölker, Antike, Wissenschaftsgeschichte, Iatrotheologie, subjektive Krankheitstheorie, Gesundheit, Medizintheorie, Geschichte der Medizin
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung von Krankheitskonzepten und wie sich die Vorstellung davon, warum Menschen krank werden, im Laufe der Zeit gewandelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet die Geschichte der Heilkunde, von religiösen und magischen Vorstellungen bis hin zu den naturwissenschaftlichen Errungenschaften der Neuzeit, sowie die Kategorisierung dieser Theorien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Ansichten von Krankheit und Gesundheit über die Jahrhunderte verändert haben und wie diese in einem geschichtlichen Überblick systematisch eingeordnet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt einen geschichtlichen Überblick und eine strukturierte Kategorisierung nach dem Modell von Eduard Rothschuh, um die verschiedenen Krankheitstheorien wissenschaftlich zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Teil, der die Epochen von der Antike bis zum 19. Jahrhundert behandelt, und einen systematischen Teil, der Krankheitskonzepte in Gruppen wie Naturalismus und Supranaturalismus einteilt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Krankheitskonzept, Humoralpathologie, Medizingeschichte, Iatrophysik sowie der Gegensatz von naturalistischen und supranaturalistischen Ansätzen.
Warum ist das "konzeptlose Konzept" nach Rothschuh für die Arbeit relevant?
Es dient dazu, empirische Ansätze einzuordnen, die sich explizit gegen festgelegte theoretische Konzepte stellen und sich primär auf reine Beobachtung berufen.
Welche Bedeutung haben "subjektive Krankheitstheorien" für das moderne Verständnis?
Sie erklären, warum Menschen neben der wissenschaftlichen Medizin eigene, durch Erfahrungen geprägte Vorstellungen entwickeln, was für das Verständnis der heutigen Individualgesellschaft essenziell ist.
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- Anonym (Author), 2014, Historische Medizinlehre. Krankheitskonzepte im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461857