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Welche Handlungsmöglichkeiten haben Lehrende bei Unterrichtsstörungen?

Titel: Welche Handlungsmöglichkeiten haben Lehrende bei Unterrichtsstörungen?

Examensarbeit , 2015 , 58 Seiten , Note: 1,00

Autor:in: Verena Bär (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Oft sind es nicht die großen Probleme, die den Unterricht belasten, sondern vielmehr die Summe der vielen kleinen Störungen. Problematisch ist es vor allem dann, wenn eine Lehrkraft nicht ausreichendes Handlungswissen besitzt, um mit Störungen effizient umzugehen. Es wird spontan gehandelt, nach Mustern von denen man glaubt sie seien zielführend. In dieser Arbeit werden zu den verschiedenen Formen von Störungen im Unterricht jeweils passende Handlungsmöglichkeiten vorgestellt.

Die Wunschbilder von Lehrkräften hinsichtlich ihrer Schüler mögen nicht immer gleich sein, aber in einem Punkt sind sie sich einig: sie wünschen sich eine Klasse mit möglichst wenig Störungen. Doch wirft man einen Blick auf den Alltag in den Klassenzimmern, so zeichnet sich ein anderes Bild ab. Es gibt die Schülerin, die gerne dazwischen ruft, den Schüler, der lieber aus dem Fenster schaut, als seinem Arbeitsauftrag nachzugehen, die Lautsprecherdurchsage aus dem Sekretariat und den Lehrer, der die Schüler bei ihrer Stillarbeit durch Zwischenbemerkungen stört. Häufig wird Unterricht sowohl für Lehrkräfte als auch für Schüler durch Störungen zur Belastungsprobe.

Vor allem Berufseinsteiger müssen sich bei dem Sprung von ihrer hauptsächlich theoretischen Ausbildung in die Unterrichtspraxis mit der Realität von Unterrichtsstörungen auseinandersetzen. Aber auch erfahrene Lehrpersonen sehen sich nicht selten mit Situationen konfrontiert, bei denen ihr Erfahrungsschatz nicht ausreicht. Oft werden Störungen des Unterrichts sogar als der am meisten belastende Faktor für Lehrkräfte aufgeführt. Daher ist ein besseres Verständnis zielführender Methoden im Lehrerberuf unabdingbar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Thematik der Unterrichtsstörungen

2.1 Definition Unterrichtsstörung

2.2 Erscheinungsformen von Unterrichtsstörungen

2.3 Ursachen von Unterrichtsstörungen

2.4 Absichten von Unterrichtsstörungen

2.5 Wahrnehmung von Unterrichtsstörungen

2.6 Folgen von Unterrichtsstörungen

3. Möglichkeiten des Lehrerhandelns

3.1 Prävention

3.1.1 Unterrichtsebene

3.1.2 Beziehungsebene

3.2 Intervention

3.2.1 Wann ist Intervenieren sinnvoll?

3.2.2 Interventionsstrategien

3.2.3 Evaluation

3.2.4 Gespräche

3.2.5 Strafen

3.2.6 Hilfe von außen

4. Grenzen des Lehrerhandelns

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, welche konkreten Handlungsspielräume Lehrkräften zur Verfügung stehen, um mit Unterrichtsstörungen professionell umzugehen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Balance zwischen präventiven Maßnahmen, die ein störungsarmes Lernumfeld fördern sollen, und intervenierenden Strategien für bereits eingetretene Störsituationen, wobei die Rolle der Lehrperson und die Lehrer-Schüler-Beziehung kritisch beleuchtet werden.

  • Theoretische Fundierung und Definition von Unterrichtsstörungen
  • Ursachen und motivationale Absichten hinter störendem Schülerverhalten
  • Präventionsansätze auf Unterrichts- und Beziehungsebene
  • Interventionsstrategien und deren Angemessenheit im Schulalltag
  • Grenzen des professionellen Lehrerhandelns

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition Unterrichtsstörung

Das Problem bei einem solch vielschichtigen Begriff wie der „Unterrichtsstörung“ ist, dass eine absolute Definition kaum zu erreichen ist. Im Folgenden sollen verschiedene Definitionen von unterschiedlichen Autoren vorgestellt und erörtert werden. Denn auch, wenn es keine vollkommene Definition gibt, so erhält man doch aus dem Betrachten verschiedener Ansätze ein schlüssiges Gesamtbild. Im Anschluss erfolgt noch ein eigener Definitionsversuch aus der Verbindung der erörterten Definitionen.

Keller (2010) definiert Unterrichtsstörungen wie folgt: „Unterrichtsstörungen sind unterschiedliche Formen abweichenden Verhaltens, die das Lehren und Lernen mehr oder weniger stark beeinträchtigen.“ (Keller 2010, S. 21) Die Definition von Keller ist sehr vage gehalten, was aber gleichzeitig den Vorteil bietet, dass sie nicht ausschließend wirkt. Denn Fakt ist, dass es sehr viele verschiedene Formen von Unterrichtstörungen geben kann. Es wird nicht nur die Lehrkraft in ihrem Lehren, sondern auch die Schüler in ihrem Lernen gestört werden können. Zudem wird daraufhin gewiesen, dass der Schweregrad von Störungen variieren kann. Er erweitert seine Definition damit, dass Störungen nicht objektiv, sondern abhängig von der Interpretation durch die Person sind. Sprich, nur weil die eine Lehrkraft das Verhalten in einer bestimmten Situation als störend ansieht, heißt das nicht, dass wenn sich die Situation verändert oder es sich um eine andere Lehrperson handelt das Verhalten ebenfalls als Störung angesehen wird. Dieser stark subjektive Aspekt der Wahrnehmung von Störungen wurde bereits bei Cassel und Dreikurs (1975) angesprochen und findet sich auch bei anderen Autoren wieder. (Keller 2010, S.21)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Unterrichtsstörungen eine erhebliche Belastung für Lehrer und Schüler darstellen und ein systematisches Verständnis sowie wirksame Methoden für den Berufsalltag essenziell sind.

2. Einführung in die Thematik der Unterrichtsstörungen: Hier werden Definitionen, Ursachen, Erscheinungsformen und die subjektive Wahrnehmung von Störungen theoretisch fundiert, um das Verständnis für das Kräftespiel im Unterricht zu schärfen.

3. Möglichkeiten des Lehrerhandelns: Dieses Kapitel stellt konkrete Maßnahmen vor, die sich in Präventionsstrategien (Unterrichts- und Beziehungsebene) sowie Interventionsmöglichkeiten (wie Gespräche, Strafen oder Evaluation) unterteilen.

4. Grenzen des Lehrerhandelns: Das Kapitel thematisiert die Beschränkungen professionellen Handelns und verdeutlicht, dass ein vollkommen störungsfreier Unterricht eine didaktische Fiktion bleibt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, trotz unvermeidbarer Grenzen durch professionelle Prävention und reflektierte Intervention die Belastung durch Störungen zu minimieren.

Schlüsselwörter

Unterrichtsstörung, Lehrerhandeln, Prävention, Intervention, Klassenführung, Disziplin, Lehrer-Schüler-Beziehung, Klassenklima, Erziehungsstil, Normabweichung, Sozialisation, Selbstreflexion, pädagogische Kompetenz, Konfliktbewältigung, Schülerverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Phänomen von Unterrichtsstörungen im schulischen Alltag und analysiert, welche Handlungsmöglichkeiten Lehrkräften offenstehen, um diese Herausforderung zu bewältigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören die Definition und Ursachenforschung, die präventive Gestaltung von Unterricht und Beziehungen sowie die verschiedenen Interventionsstrategien, die bei auftretenden Störungen angewendet werden können.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, Lehrkräften einen fundierten Überblick über effektive Handlungsmöglichkeiten zu verschaffen, um den professionellen Umgang mit Störungen zu verbessern und Belastungen im Unterrichtsalltag zu reduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender pädagogischer Literatur und empirischer Ansätze, um ein systematisches Modell für das Lehrerhandeln bei Störungen zu entwickeln.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Thematik der Störungen sowie die detaillierte Darstellung von Möglichkeiten des Lehrerhandelns, unterteilt in Prävention und Intervention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Unterrichtsstörung, Lehrerhandeln, Klassenführung, Prävention, Intervention sowie die Beziehungsebene zwischen Lehrkraft und Schülern.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Prävention und Intervention so wichtig?

Die Prävention ist nachhaltiger, da sie darauf abzielt, Störungen gar nicht erst entstehen zu lassen, während die Intervention eine unmittelbare Reaktion auf bereits eingetretene Probleme erfordert.

Was besagt das "Probehandeln" bei Kindern?

Es beschreibt, dass Schüler Regeln auszutesten versuchen, um herauszufinden, wie diese in verschiedenen Kontexten oder bei verschiedenen Lehrpersonen gelten, was ein normaler Teil der kindlichen Entwicklung ist.

Warum wird Lob in der Arbeit kritisch betrachtet?

Lob wird als problematisch eingestuft, wenn es lediglich auf das Ergebnis fixiert ist und den Schüler von der Bestätigung durch die Lehrkraft abhängig macht, anstatt das Bemühen und die intrinsische Motivation zu fördern.

Welche Rolle spielt die Selbstreflexion der Lehrkraft?

Sie ist entscheidend, damit Lehrkräfte nicht nur die Fehler bei den Schülern suchen, sondern ihren eigenen Unterricht kritisch hinterfragen und so zu einer Professionalisierung ihres Handelns gelangen.

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Welche Handlungsmöglichkeiten haben Lehrende bei Unterrichtsstörungen?
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,00
Autor
Verena Bär (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
58
Katalognummer
V462356
ISBN (eBook)
9783668909052
ISBN (Buch)
9783668909069
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsstörungen Unterricht Lehramt Schulpädagogik Störungen Disziplin Prävention Intervention Schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Verena Bär (Autor:in), 2015, Welche Handlungsmöglichkeiten haben Lehrende bei Unterrichtsstörungen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462356
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  58  Seiten
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