In dieser Arbeit geht es um die Professionalisierung in der Pflege zum Zweck einer verbesserten Patientenversorgung durch den Einsatz von akademisch ausgebildeten Pflegekräften. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die unterschiedlichsten Aufgaben von akademisierten Pflegekräften in der Praxis heraus zu filtern sowie aufzuzeigen. Darüber hinaus wird dargestellt, inwiefern in der Versorgung von Patienten durch den Einsatz von akademisch ausgebildeten Pflegekräften, eine Verbesserung erreicht werden kann. Zur Untersuchung ist eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken PUBMED, CINAHL und LIVIVO erfolgt.
Zudem fand eine Handsuche im Fachbereich Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld statt. Die Ergebnisse lassen sich in verschiedensten Studien, Monografien, Fachartikeln sowie Fachbüchern finden. In dieser Arbeit zeigt sich deutlich, dass akademisierte Pflegekräfte einen erheblichen Kompetenzzugewinn erwerben und dass dieser zu einer Verbesserung in der Patientenversorgung beitragen kann. Darüber hinaus kann gezeigt werden, dass durch den Einsatz von akademisierten Pflegekräften das Patientenoutcome verbessert wird. Zudem lässt sich festhalten, dass durch den Einsatz von akademisierten Pflegekräften weitere Versorgungsprobleme bewältigt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Methodisches Vorgehen
3. Professionalisierung in der Pflege
3.1. Ziele der Professionalisierung
3.2. Der Professionalisierungsprozess
3.3. Stand der Professionalisierung heute
4. Die Akademisierung der Pflege in Deutschland
4.1. Gründe für die Akademisierung
4.2. Entwicklung der Akademisierung
4.3. Ziele der Akademisierung
5. Der duale Studiengang Pflege
6. Masterstudiengänge im Bereich Pflege
7. Herausforderungen von akademisierten Pflegekräften in der Praxis
8. Einsatz von akademisierten Pflegekräften in der Praxis
8.1. Bedarf und Aufgabenbereiche von akademisierten Pflegekräften aus Sicht der Praxis
8.2. Tätigkeitsfelder von akademisierten Pflegekräften in der Praxis
9. Verbesserung der Patientenversorgung durch akademisierte Pflegekräfte
9.1. Patientenoutcome
9.2. Kompetenzerweiterung
10. Diskussion
11. Fazit
12. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Rolle akademisch ausgebildeter Pflegekräfte bei der Professionalisierung des Pflegeberufs und analysiert, inwieweit deren Einsatz in der Praxis zu einer verbesserten Patientenversorgung beitragen kann.
- Professionalisierung des Pflegeberufs in Deutschland
- Entwicklung und Ziele der Akademisierung in der Pflege
- Duale Studiengänge und ihre Relevanz für die Praxis
- Herausforderungen und Barrieren beim Berufseinstieg
- Einsatzmöglichkeiten, Aufgabenbereiche und Tätigkeitsfelder von akademisierten Pflegekräften
- Verbesserung des Patientenoutcomes und Kompetenzerweiterung
Auszug aus dem Buch
Primary Nursing
Wie schon im vorherigen Kapitel (8.1.) erläutert worden ist, können akademisierte Pflegekräfte in der direkten Pflege als Primary Nursing eingesetzt werden. Primary Nursing ist ein aus den USA stammendes Pflegeorganisationssystem. Mit Primary Nursing ist eine patientenorientierte sowie personengebundene Bezugspflege gemeint (Deutsches Netzwerk Primary Nursing, 2016). Mit dem Konzept des Primary Nursing sind unterschiedliche Ziele verknüpft. Es soll Sicherheit und Vertrauen von Patienten und deren Angehörigen fördern, Komplikationen sowie Risiken auf Seiten des Patienten durch die kontinuierliche Betreuung vermeiden und eine deutliche Verbesserung der Pflegequalität gewährleisten (Deutsches Netzwerk Primary Nursing, 2016). Primary Nursing ist gekennzeichnet durch vier Kernelemente. Die Verantwortung, die Kontinuität, die direkte Kommunikation und der Pflegeplanende ist zugleich auch Pflegedurchführer (Deutsches Netzwerk Primary Nursing, 2016). Die Verantwortung wird definiert durch die selbst übernommene und zugeschriebene Zuständigkeit des pflegerischen Handelns. Die Verantwortung der Primary Nurse besteht vor allem in einer Planungs-, Entscheidungs-, Durchführungs- und Kontrollverantwortung (Dobrin Schippers, 2006). Die Verantwortung für den Pflegeprozess erstreckt sich über den gesamten Aufenthalt des jeweiligen Patienten. Die Kontinuität steht für eine beständige, zielgerichtete, systematische und geplante Pflege von zugeordneten Patienten. Dies reicht von der Aufnahme bis zur Beendigung der Pflegesituation (Dobrin Schippers, 2006). Dabei bezieht sich die Kontinuität auf den Pflegeprozess, den Pflegeverlauf und auf die Beziehungsgestaltung, so dass der Patient seine zuständige Pflegekraft kennt. Darüber hinaus stellt die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Pflegekräften sowie zu den anderen Berufsgruppen (Ärzte, Therapeuten, etc.) eine entscheidende Rolle dar. Als letztes bezieht sich die Kontinuität auf die Entlassungsplanung sowie auf die Überleitung (Dobrin Schippers, 2006). Das dritte Kernelement stellt die direkte Kommunikation dar. Die Primary Nurse ist die Schlüsselfigur in der Kommunikation mit allen am Betreuungsprozess beteiligten Personen. Diese Form der Kommunikation dient vor allem der Reduzierung von Informationsverlusten (Dobrin Schippers, 2006). Das letzte Kernelement stellt der Pflegeplanende der zugleich Pflegedurchführender ist dar. Die Primary Nurse plant, steuert und evaluiert nicht nur den Pflegeprozess, sondern führt diesen im Wesentlichen auch am Patienten aus. Demzufolge kann die Primary Nurse die Wirksamkeit der getroffenen Entscheidungen direkt evaluieren und gegebenenfalls Pflegemaßnahmen ändern. Darüber hinaus ist die Primary Nurse für die Anleitung und Beratung der Patienten zuständig (Dobrin Schippers, 2006). Somit ist die Primary Nurse eine Bezugspflegekraft die von der Aufnahme bis hin zur Entlassung als Ansprechpartner für die Patienten fungiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den Strukturwandel im Gesundheitswesen und die zunehmende Bedeutung der Akademisierung zur Bewältigung komplexerer Versorgungsaufgaben.
2. Methodisches Vorgehen: Hier wird die systematische Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken erläutert, die zur Beantwortung der Forschungsfrage dient.
3. Professionalisierung in der Pflege: Das Kapitel definiert den Professionalisierungsprozess und beleuchtet dessen Ziele sowie den aktuellen Stand der Entwicklung.
4. Die Akademisierung der Pflege in Deutschland: Es werden die Gründe, die geschichtliche Entwicklung sowie die berufspolitischen und inhaltlichen Ziele der Akademisierung dargelegt.
5. Der duale Studiengang Pflege: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Modelle dualer Studiengänge, die eine akademische Qualifikation mit einer pflegerischen Ausbildung kombinieren.
6. Masterstudiengänge im Bereich Pflege: Es wird der Stellenwert von Masterstudiengängen für die Ausbildung klinischer Pflegeexperten und für spezialisierte Aufgabenfelder thematisiert.
7. Herausforderungen von akademisierten Pflegekräften in der Praxis: Hier werden die Interaktionsschwierigkeiten und Barrieren im Arbeitsalltag zwischen traditionell ausgebildeten und akademisierten Kräften beleuchtet.
8. Einsatz von akademisierten Pflegekräften in der Praxis: Dieses Kapitel analysiert den Bedarf und die konkreten Einsatz- sowie Aufgabenfelder akademisierter Pflegender aus der Sicht der Praxis.
9. Verbesserung der Patientenversorgung durch akademisierte Pflegekräfte: Es erfolgt eine Analyse des Zusammenhangs zwischen akademischer Qualifikation, Patientenoutcome und Kompetenzgewinn.
10. Diskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch vor dem Hintergrund der internationalen Studienlage und der Besonderheiten des deutschen Gesundheitssystems reflektiert.
11. Fazit: Die wesentlichen Erkenntnisse werden zusammengefasst, wobei die Unumgänglichkeit der Akademisierung für eine qualitätsorientierte Pflege betont wird.
12. Ausblick: Abschließend wird der weitere Forschungsbedarf sowie die Notwendigkeit konzeptioneller Umsetzungen in den Einrichtungen aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Pflege, Professionalisierung, Akademisierung, Patientenversorgung, Patientenoutcome, Kompetenzerweiterung, duale Studiengänge, Pflegewissenschaft, Praxis, Advanced Nursing Practice, Primary Nursing, Bachelorabschluss, Qualitätssicherung, Fachkraft, Pflegeprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Professionalisierung des Pflegeberufs in Deutschland durch die Akademisierung und untersucht, welchen Beitrag akademisch ausgebildete Pflegekräfte zur Verbesserung der Patientenversorgung leisten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Professionalisierungsprozess, die Entwicklung und Ziele der Akademisierung in Deutschland, duale Pflegestudiengänge, die Herausforderungen für akademisierte Kräfte beim Einstieg in die Praxis sowie deren konkrete Einsatzmöglichkeiten und Wirkungen auf die Versorgungsqualität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren und zu belegen, ob die Versorgung von Patienten durch den gezielten Einsatz von akademisch ausgebildeten Pflegekräften in der Praxis verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in den Fachdatenbanken PUBMED, CINAHL und LIVIVO durchgeführt, ergänzt durch eine Handsuche sowie die Auswertung von Evaluationsberichten und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Professionalisierung, das duale Studium, die Rollenfindung akademisierter Pflegender in der Praxis (einschließlich Barrieren und Aufgaben), sowie die Analyse von Patientenoutcome und Kompetenzgewinn.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Akademisierung, Pflege, Patientenversorgung, Kompetenzerweiterung, Primary Nursing, Advanced Nursing Practice und Qualitätssicherung charakterisiert.
Was sind die Hauptbarrieren für akademisierte Kräfte im Arbeitsalltag?
Die Literatur zeigt, dass akademisierte Pflegekräfte oft auf eine kritische oder ablehnende Haltung seitens traditionell ausgebildeter Kollegen treffen, die Sorge vor Abwertung haben oder das Studium als überflüssig empfinden.
Was bedeutet das "Poolmodell" bei der Einbindung akademisierter Pflegekräfte?
Im Poolmodell werden akademisierte Pflegekräfte für eine spezifische Gruppe von Patienten (z. B. mit chronischen Erkrankungen) als Bezugspflegepersonen eingesetzt, während die Sicherung der allgemeinen Regelversorgung beim Stationsteam verbleibt.
- Arbeit zitieren
- Sarah Maltusch (Autor:in), 2017, Professionalisierung in der Pflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463179