Immer mehr Unternehmen ändern in der heutigen Zeit ihre Vorgaben zur Arbeitsgestaltung und bieten ihren Arbeitnehmern flexible Arbeitsmodelle an. In einer vom Fraunhofer Institut geführten Umfrage wurde gezeigt, dass flexible Arbeitsmodelle auf dem Vormarsch sind, die Inanspruchnahme allerdings je nach Größe und Branchenzugehörigkeit der Unternehmen stark variiert. Selbstbestimmte zeitliche Flexibilität sei laut der Probanden allerdings ein Punkt, der klar zur Attraktivität eines Arbeitgebers beitrage. Die Wichtigkeit einer flexiblen Arbeitsgestaltung für Arbeitnehmer zeigt sich auch darin, dass Unternehmen in ihren Stellenausschreibungen mit diesem Punkt um neue Arbeitgeber werben.
Bei der Umstellung der Arbeitsgestaltung spielt für die Unternehmen der Themenbereich des Change-Managements eine entscheidende Rolle. Einerseits muss eine Kultur geschaffen werden, die Wandel ermöglicht und unterstützt, andererseits muss dieser Wandel auch gut vorbereitet sein.
Jede Änderung der Kultur oder bestimmter Arbeitsweisen im Unternehmen bedarf einer ausreichenden Planung. Das Change-Management kann über Erfolg oder Niederlage einer geplanten Änderung entscheiden und umso wichtiger ist es für den Erhalt eines Unternehmens, den geplanten Wandel effizient und effektiv anzugehen. Nicht jedes Unternehmen achtet bei der Planung und Durchführung seiner Change-Projekte auf die geltenden Ansätze des Change-Managements und stößt dadurch auf Probleme in den Projekten. Durch den gezielten Einsatz von Maßnahmen im Veränderungsprozess kann einerseits eine fundierte Vorbereitung entwickelt werden, andererseits aber auch der Prozess effektiver umgesetzt und gesteuert werden. Diese Maßnahmen gilt es jedoch für jedes Projekt neu herauszuarbeiten und auf die vorherrschenden Bedingungen anzupassen. Durch die Vielzahl an möglichen Maßnahmen muss sichergestellt sein, dass für die Vorbereitung des Change-Projekts ausreichend Zeit verwendet wird. Nicht selten führt eine vernachlässigte Vorbereitung des Veränderungsprozesses zu negativen Auswirkungen, die sogar den Ausgangszustand verschlechtern können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielstellung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Change-Management
2.1.1 Instrumente und Konzepte in der Vorbereitungsphase
2.1.2 Instrumente und Konzepte in der Analysephase
2.1.3 Instrumente und Konzepte in der Konzeptionsphase
2.1.4 Instrumente und Konzepte in der Implementierungsphase
2.1.5 Instrumente und Konzepte in der Evaluationsphase
2.2 Flexibles Arbeiten
3. Maßnahmen zur Umsetzung des Change-Managements
3.1 Maßnahmen in der Vorbereitungsphase
3.2 Maßnahmen in der Analysephase
3.3 Maßnahmen in der Konzeptionsphase
3.4 Maßnahmen in der Implementierungsphase
3.5 Maßnahmen in der Evaluationsphase
4. Diskussion
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit hat zum Ziel, ein spezifisches Bündel an Change-Management-Maßnahmen zu entwickeln, um Unternehmen bei der Einführung flexibler Arbeitsmodelle, wie Home Office und moderner Kollaborationstools, effektiv zu unterstützen und den Wandel erfolgreich zu gestalten.
- Methodische Unterteilung von Veränderungsprozessen in fünf Phasen
- Einsatz von Benchmarking zur Analyse und Prozessoptimierung
- Entwicklung von Balanced Scorecards für messbare Change-Ziele
- Bewältigung psychologisch-emotionaler Widerstände bei der Belegschaft
- Anwendung der theoretischen Konzepte auf ein Beispielunternehmen
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Instrumente und Konzepte in der Analysephase
Ziel der Analysephase ist es, den Ist-Zustand herauszuarbeiten. Dabei gibt es verschiedene Instrumente und Konzepte, um diesen Ist-Zustand zu analysieren. Begonnen werden kann mit einem sogenannten Benchmarking. Hierbei werden andere Organisationen betrachtet und für bestimmte Indikatoren eine Wertung erstellt. Das eigene Unternehmen kann dann mit dieser Wertung verglichen werden und die andere Organisation (oder mehrere Organisationen) stellen die Benchmark für den Vergleich dar. Grund für diesen Benchmarking-Prozess ist, dass andere, vorbildliche Unternehmen als Referenz gesehen werden, um das eigene Unternehmen in bestimmten Gesichtspunkten diesem anzupassen beziehungsweise sein eigenes Unternehmen über die Referenz-Werte der anderen Organisation hinaus zu verbessern.
Mertins und Kohl unterteilen Benchmarking in folgende fünf Phasen:
1. Zielsetzung: Was ist der Grund für das Benchmarking, welche Prozesse und Aspekte sollen miteinander verglichen werden?
2. Interne Analyse: Das eigene Unternehmen wird hinsichtlich der vorher festgelegten Kriterien analysiert. Anhand dieser Messungen werden die Bezugsgrößen definiert und ein Fragebogen zur Erhebung erstellt
3. Vergleich: Es wird ein Unternehmen gesucht, das für die festgelegten Kriterien einen höheren Standard erreicht. Dieses Unternehmen wird durch die Erhebung mit dem zuvor erstellten Fragebogen analysiert, die Ergebnisse ausgewertet und mit den Zahlen des eigenen Unternehmens verglichen
4. Maßnahmenableitung: Nach der Auswertung werden für das eigene Unternehmen Maßnahmen aufgestellt, um die Zahlen entsprechend zu verbessern und an die Werte der Benchmark anknüpfen zu können. Diese Maßnahmen werden gemeinsam mit den betroffenen Abteilungen erarbeitet.
5. Umsetzung: Im finalen Schritt erfolgt die Umsetzung der vorher festgelegten Maßnahmen im Hinblick auf das am Anfang definierte Ziel des Benchmarking-Prozesses.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die steigende Bedeutung flexibler Arbeitsmodelle ein und definiert die Problemstellung sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die Konzepte des Change-Managements und des flexiblen Arbeitens erläutert sowie Instrumente für die fünf Phasen des Veränderungsprozesses vorgestellt.
3. Maßnahmen zur Umsetzung des Change-Managements: Das Kapitel wendet die theoretischen Konzepte auf das Fallbeispiel der „Meier Dienstleistungen GmbH“ an, um praxisorientierte Maßnahmen für alle fünf Phasen zu entwickeln.
4. Diskussion: Dieser Teil kritisch hinterfragt die angewandten Instrumente und betont die Wichtigkeit der psychologisch-emotionalen Komponente neben den fachlichen Ansätzen.
5. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Empfehlungen für eine ganzheitliche Berücksichtigung psychologischer Anforderungen gegeben.
Schlüsselwörter
Change-Management, Flexibles Arbeiten, Home Office, Veränderungsprozess, Benchmarking, Balanced Scorecard, Implementierung, Organisationskultur, Mitarbeiterführung, Prozessanalyse, Personalentwicklung, Arbeitszeitmodelle, Widerstandsmanagement, Kollaborationstools, Transformationsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gestaltung von Veränderungsprozessen in Unternehmen, die flexible Arbeitsmodelle wie Home Office oder mobile Arbeit einführen möchten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die methodische Planung des Change-Managements, die Durchführung von Prozessanalysen sowie die Berücksichtigung sowohl fachlicher als auch psychologisch-emotionaler Aspekte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Entwicklung eines praxisnahen Bündels an Change-Management-Maßnahmen, um Unternehmen bei der erfolgreichen Umsetzung und Akzeptanz flexiblerer Arbeitsformen zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Change-Management-Instrumente, die anschließend anhand eines Industrieunternehmens als Beispiel in einem fünfphasigen Prozess angewandt wird.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der konkreten Anwendung von Instrumenten wie Benchmarking und Balanced Scorecard in fünf definierten Phasen, von der Vorbereitung bis zur Evaluation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Change-Management, flexibles Arbeiten, Prozesssteuerung und Mitarbeiterorientierung charakterisieren.
Wie geht die Arbeit mit dem Widerstand der Mitarbeiter um?
Es werden verschiedene Maßnahmen wie regelmäßige Mitarbeiterversammlungen, Erfahrungsaustausche in Kleingruppen und eine offene Kommunikationspolitik vorgeschlagen, um Widerstände frühzeitig zu identifizieren und abzubauen.
Warum spielt das Benchmarking eine so wichtige Rolle für das Beispielunternehmen?
Das Benchmarking dient dem Unternehmen als Lernwerkzeug, um von anderen Organisationen zu lernen, die bereits erfolgreich flexible Arbeitsmodelle implementiert haben, und um konkrete Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Welche Rolle spielt die psychologische Komponente bei der Einführung neuer Software?
Die Arbeit hebt hervor, dass fachliche Schulungen nicht ausreichen; es müssen zusätzlich psychologische Barrieren durch Kommunikation, Begleitung und Vertrauensaufbau adressiert werden, um die Akzeptanz der neuen Technologien zu sichern.
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- Anonym (Autor), 2018, Change-Management zur Unterstützung flexibleren Arbeitens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463204