Vor Ihnen liegt kurzgefasst eine Einführung in die Frühgeschichte der Kanarischen Inseln. Die vorgestellte Beschreibung von Welt und Kultur der kanarischen Ureinwohner erwuchsen aus der Beschäftigung mit den historischen Quellen des Zeitraumes der spanischen Conquista und späteren Arbeiten über die oftmals als Guanchen bezeichneten Altkanarier. Hinzu kommen eigene Beobachtungen anlässlich zahlreicher Aufenthalte auf den Inseln Lanzarote, Fuerteventura, Teneriffa und La Palma.Die kleine Schrift soll demjenigen, der sich -aus welchen Gründen auch immer- auf eine Reise in den kanarischen Archipel, der zu den Makaronesischen Inseln gehört, begeben will und an historischen und geographischen Fragestellungen interessiert ist, einen ersten Einblick geben. Vieles von dem, was das alltägliche Leben, insbesondere im ländlichen Bereich, auf den Inseln im Atlantik zeigt, hat seine tieferen Wurzeln in den Bedingungen und Geschehnissen der Vorzeit. So ist die Gegenwart nur zu verstehen durch die Gegebenheiten der Vergangenheit.
Inhaltsverzeichnis
1. Der geographische Rahmen
- Zur Entstehung des Kanarischen Archipels
- Die Inselgruppe der Kanaren
- Zum Klima der Inseln
- Flora und Fauna
2. Die Kanarischen Inseln als mythischer Ort der Antike
- Die spanische Eroberung des Inselreiches
3. Die Herkunft der Altkanarier und die Besiedlung des Archipels
- Einwanderung vom afrikanischen Festland
- Einwanderung aus Nordwest – und Südwesteuropa
4. Siedlungsformen
- Höhlen
- Bauten zur Viehhaltung
- Steinhäuser und Wohnsiedlungen
5. Materielle Kultur, Wirtschaft und Technologie
- -Wirtschaftsformen
- - Landwirtschaft, Viehzucht, Jagen und Sammeln
- - Keramik
- - Kleidung
- - Werkzeuge aus Stein, Knochen und Holz, Waffen
6. Stammesorganisation und soziale Struktur der Gemeinwesen
7. Die magisch – religiöse Welt der Altkanarier
- Götter und Idole
- Kultstätten
- Begräbnisplätze
- Mumifizierung
8. Zur Problematik der Sprache der Altkanarier
- Verwandtschaftsbeziehungen
- Zu Ableitungen aus der Berbersprache
- Sonstige Theorien
9. Liste altkanarischer Wörter
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet einen fundierten Überblick über die Frühgeschichte der Ureinwohner der Kanarischen Inseln, die kollektiv als Guanchen bezeichnet werden. Das primäre Ziel ist es, die kulturellen, sozialen und materiellen Lebensumstände dieser indigenen Bevölkerung zu beleuchten, ihre mögliche Herkunft wissenschaftlich zu hinterfragen und die Bedeutung der frühgeschichtlichen Überlieferungen für das Verständnis des heutigen Kanarischen Archipels darzulegen.
- Geographische und geologische Grundlagen der Kanarischen Inseln
- Die Besiedlungshypothesen und Herkunft der Altkanarier
- Strukturen der materiellen Kultur, Wirtschaft und sozialen Organisation
- Magisch-religiöse Weltbilder und Bestattungskultur
- Sprachliche Besonderheiten und Überlieferungen
Auszug aus dem Buch
Die Inselgruppe der Kanaren
Dank ihrer geographischen Lage ist die Inselgruppe ein äußerst wichtiges Bindeglied zwischen Europa einerseits und Afrika und Amerika andererseits . Schon immer hat diese bevorzugte Lage die Geschichte der Inseln bestimmt ; mal waren sie eine begehrenswerte Beute in den Augen vieler Seeräuber, mal erweckten sie die Aufmerksamkeit europäischer Staaten, die besonders an ihrer strategischen Lage interessiert waren.
Offiziell besteht der Kanaren-Archipel aus sieben Hauptinseln. Die Bewohner der Kanaren glauben jedoch in ihrem tiefsten Innern, dass es ein achtes Eiland gibt. Die Legende ist Teil der lokalen Kultur und die Suche danach ist eine nie endende Geschichte, auch heute noch, mit aller zur Verfügung stehenden Technik. Seit ewigen Zeiten wurde die achte Insel in vielen Geschichten, Balladen, Gedichten und Liedern erwähnt als die „geheimnisvolle, die verlorene, die unerreichbare Insel“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der geographische Rahmen: Beschreibt die Entstehung, geologische Beschaffenheit, das Klima sowie die Flora und Fauna des Kanarischen Archipels.
2. Die Kanarischen Inseln als mythischer Ort der Antike: Behandelt die historische Wahrnehmung der Inseln im Altertum, Mythen wie die Hesperiden und die Anfänge der spanischen Eroberung.
3. Die Herkunft der Altkanarier und die Besiedlung des Archipels: Analysiert verschiedene Theorien zur Besiedlung, insbesondere die Einwanderung aus Nordafrika im Vergleich zur südwesteuropäischen Megalithkultur-Theorie.
4. Siedlungsformen: Erläutert die verschiedenen Wohnformen der Altkanarier, wie Höhlensiedlungen und die auf Fuerteventura und Lanzarote verbreiteten Steinhäuser.
5. Materielle Kultur, Wirtschaft und Technologie: Gibt Einblick in die steinzeitliche Lebensweise, Werkzeugfertigung, Viehzucht, Ackerbau und die Herstellung von Keramik und Kleidung.
6. Stammesorganisation und soziale Struktur der Gemeinwesen: Untersucht die politische Struktur, Klassenunterschiede und die Herrschaftsformen der verschiedenen Inselstämme.
7. Die magisch – religiöse Welt der Altkanarier: Beschreibt den Glauben an Götter, den Dämonenkult, die Rolle von Kultstätten und die praktizierte Mumifizierung.
8. Zur Problematik der Sprache der Altkanarier: Diskutiert die sprachliche Einordnung der Altkanarier, die Bedeutung der Silbo-Pfeifsprache und die Interpretation der Felsinschriften.
9. Liste altkanarischer Wörter: Ein umfangreiches Glossar zu Begriffen der altkanarischen Kultur, Politik und Sprache.
Schlüsselwörter
Altkanarier, Guanchen, Kanarische Inseln, Megalithkultur, Besiedlung, Archäologie, Felszeichnungen, Sozialstruktur, Mumifizierung, Silbo, Gofio, Mencey, Berbertheorie, Petroglpyhen, Stammesorganisation
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptthema dieses Buches?
Das Buch befasst sich mit der Frühgeschichte und Kultur der Ureinwohner der Kanarischen Inseln, der sogenannten Altkanarier oder Guanchen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Besiedlungstheorien, die Lebensweise (Siedlungen, Wirtschaft), die soziale Struktur, religiöse Vorstellungen und die Sprache der indigenen Bevölkerung.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage ist, woher die Ureinwohner kamen, wie sie ihre Kultur unter den Bedingungen der Inseln gestalteten und inwiefern sich Verbindungen zu anderen Hochkulturen oder der europäischen Megalithkultur nachweisen lassen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse historischer Quellen aus der Zeit der Conquista, ethnographische Arbeiten sowie archäologische Beobachtungen und eigene Aufenthalte auf den Inseln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Sachthemen, von der Geographie über die Siedlungsformen, die materielle Kultur (Werkzeuge, Wirtschaft) bis hin zur Stammesorganisation und der komplexen magisch-religiösen Weltanschauung der Ureinwohner.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Altkanarier", "Megalithkultur", "Felszeichnungen", "Menceyato" (politische Struktur) und "Mumifizierung".
Welche Rolle spielt die Legende von "San Borondon" in der Arbeit?
Die Legende dient als Beispiel für die jahrhundertelange Faszination und die mystische Bedeutung, die den Inseln bereits in der Antike und im Mittelalter zugeschrieben wurde.
Wie bewertet der Autor die "Inselberber-Theorie"?
Der Autor steht dieser Theorie kritisch gegenüber und führt an, dass wesentliche kulturelle Merkmale und die nautischen Bedingungen gegen eine rein nordafrikanische Herkunft sprechen und stattdessen Bezüge zur südwesteuropäischen Megalithkultur nahelegen.
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- Konrad Goettig (Author), 2019, Die Altkanarier. Bemerkungen zur Frühgeschichte der indigenen Bevölkerung auf den Kanarischen Inseln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463371