Big Data beschreibt ein verhältnismäßig junges Themengebiet, welches seit einiger Zeit flächendeckendes Interesse auslöst. So befand sich die Technologie im Jahr 2013 auf dem Höhepunkt des Gartner Hype Cycle. Es handelt es sich jedoch um mehr als nur einen Hype, da sich Big Data längst in zahlreichen Bereichen des Lebens manifestiert hat, von der alltäglichen Nutzung sozialer Plattformen bis hin zur Forschung an Zukunftstechnologien. Die dementsprechend große Spannweite des Themas lässt eine genaue Eingrenzung des Einflussbereichs kaum noch zu. Aus eben diesem Grund wurde Big Data trotz seiner Neuheit seit 2015 nicht weiter als aufkommende Technologie im Gartner Hype Cycle aufgeführt. Die wachsende Bedeutung der Thematik wurde vor allem durch Faktoren wie steigende Prozessorleistung und sinkende Kosten von Speicherkapazität, welche durch Moore’s Gesetz beschrieben werden, begünstigt. Ebenso gilt die Durchdringung nahezu aller Bevölkerungsschichten von Geräten wie Smartphones, Smartwatches oder digitaler Assistenten, welche als Sensoren vieler Arten fungieren, als Katalysator von Big Data. Sowohl Unternehmen, private Institutionen als auch Regierungen sehen gleichermaßen ein enormes Potential in der Nutzung dieser Technologie als Werkzeug zur Datensammlung und -analyse. Die jeweiligen Ziele und die damit verbundenen Auswirkungen unterscheiden sich hingegen deutlich.
Trotz des hohen Bekanntheitsgrads dieser Technologie variiert das Verständnis des Terminus Big Data innerhalb der Bevölkerung teilweise stark. Aus diesem Grund werden im folgenden Kapitel drei unterschiedliche Begriffsdefinitionen erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition: Big Data
3 Behandlung der Forschungsfrage
3.1 Konsumverhalten
3.2 Social Profiling
3.3 Privatsphäre & Sicherheit
3.4 Algorithmic Decision Making
3.5 Behavioral Manipulation
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die weitreichenden gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der Big-Data-Technologie mit dem zentralen Fokus darauf, wie menschliches Verhalten durch datenbasierte Prozesse unbewusst beeinflusst wird.
- Analyse der Mechanismen von Konsumsteuerung und personalisierter Werbung.
- Untersuchung der Risiken durch Social Profiling und Filterblasen.
- Bewertung der Auswirkungen auf Privatsphäre und digitale Sicherheit.
- Diskussion über algorithmische Entscheidungsfindung und politische Manipulation (Micro-targeting).
Auszug aus dem Buch
Social Profiling
Die Akkumulation personenbezogener Daten und Aggregation zu individuellen Profilen durch Big Data (speziell Dataveillance & Big Data Analytics) wird allgemein als Social Profiling bezeichnet. Diese Profile werden vor allem von Marketing-Agenturen verwendet, um Konsumenten mit bestimmten Eigenschaften zu identifizieren, damit werbetreibende Unternehmen mehr Informationen über ihre potenziellen Kunden erlangen.
Ein Schritt in der daten-basierten Profilierung von Konsumenten ist die Segregation in waste und targets [Tur11]. Diese bezeichnen Kundengruppen, die für den jeweiligen Werbetreibenden entweder irrelevant sind (waste) oder seiner Zielgruppe entsprechen (targets). Auf diese Weise sortierende Vermarktende die Konsumenten und filtern die potenziellen Kunden heraus, welche für den Werbetreibenden als besonders wertvoll einzustufen sind. Basierend auf besuchten Internetseiten, online geführten Konversationen und Beziehungen zu anderen Verbrauchern werden den Kunden somit systematisch „marketing labels“ [Tur11, S.14] angehängt, die es ermöglichen, sie nach ihrem jeweiligen Wert für das Unternehmen zu klassifizieren. Die individuellen Profile enthalten dabei neben der genannten Segregation in waste und targets zahlreiche weitere Informationen über beispielweise Geschlecht, Alter, Einkommensniveau, Konsumverhalten, Interessen und persönliche Eigenschaften. Die Implikationen dieser Profilierung auf die Betroffenen gehen dabei weit über personalisierte Werbeanzeigen hinaus. [One16]
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Themenfeld Big Data ein und beleuchtet dessen Bedeutung als Katalysator für gesellschaftliche sowie technologische Veränderungen.
2 Definition: Big Data: Dieses Kapitel präsentiert und diskutiert drei verschiedene wissenschaftliche Begriffsdefinitionen, um den Einflussbereich der Technologie präzise einzugrenzen.
3 Behandlung der Forschungsfrage: Dieser Hauptteil analysiert fünf spezifische Aspekte, darunter Konsumverhalten, Profiling und algorithmische Entscheidungen, hinsichtlich ihrer unbewussten Einflussnahme auf das Individuum.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Risiken und Potenziale von Big Data zusammen und plädiert für ein verantwortungsvolles Handeln sowie effektive Datenschutzmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Big Data, Social Profiling, Algorithmic Decision Making, Behavioral Manipulation, Konsumverhalten, Privatsphäre, Sicherheit, Filterblasen, Micro-targeting, Datensammlung, Digitalisierung, Datenschutz, Manipulation, Internet, Nutzerverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Auswirkungen der Big-Data-Technologie auf verschiedene Lebensbereiche und untersucht, wie diese Technologie gezielt zur Verhaltensbeeinflussung eingesetzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Konsumverhalten, Social Profiling, Privatsphäre & Sicherheit, algorithmische Entscheidungsfindung sowie gezielte Verhaltensmanipulation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, wie menschliches Verhalten durch Big Data unbewusst beeinflusst wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und Fachpublikationen, um die gesellschaftlichen und technologischen Implikationen von Big Data darzulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Unternehmen und politische Instanzen Daten nutzen, um Nutzer zu profilieren, durch Algorithmen zu steuern und Meinungen mittels Micro-targeting zu beeinflussen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Big Data, Social Profiling, Algorithmic Decision Making, Behavioral Manipulation und Datenschutz.
Wie wirkt sich Big Data auf die politische Meinungsbildung aus?
Durch Methoden wie Micro-targeting können politische Akteure gezielt personalisierte Inhalte ausspielen, was die Unvoreingenommenheit der Wähler einschränken und Filterblasen fördern kann.
Was bedeutet der Begriff "Filterblase" im Kontext der Arbeit?
Eine Filterblase entsteht, wenn Algorithmen dem Nutzer nur noch Inhalte zeigen, die seine bisherigen Ansichten spiegeln, wodurch der Diskurs mit konfligierenden Meinungen unterdrückt wird.
Warum wird Big Data mit Prometheus' Feuergabe verglichen?
Der Vergleich verdeutlicht das duale Potenzial der Technologie: Sie kann entweder als Basis für eine fortschrittliche Welt dienen oder den Weg in eine dystopische Datendiktatur ebnen.
Ist ein vollständiger Entzug aus der Big-Data-Umgebung möglich?
Die Arbeit hinterfragt, ob ein "Opt-out" überhaupt möglich ist, da auch Individuen, die digitale Medien meiden, indirekt durch die gesellschaftlichen Veränderungen und das Verhalten Dritter beeinflusst werden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Unbewusste Beeinflussung des menschlichen Verhaltens durch Big Data, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463461