Erzählstein und Morgenkreis. Der Einsatz von Ritualen zur Förderung demokratischer Partizipation in der Grundschule


Hausarbeit, 2018

27 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DER PARTIZIPATIONSBEGRIFF
2.1 Was bedeutet Partizipation?
2.2 Formen von Partizipation
2.2.1 Politische Partizipation
2.2.2 Soziale Partizipation
2.2.3 Demokratische Partizipation
2.3 Modelle der Partizipation
2.3.1 Stufenmodell politischer Partizipation
2.3.2 Stufenmodell sozialer Partizipation
2.3.3 Modell der demokratischen Partizipation
2.4 Demokratische Partizipation in der Grundschule
2.5 Partizipationsförderung
2.6 Förderung demokratischer Partizipation
2.6.1 Förderung von Mitbestimmung und Entscheidung
2.6.2 Förderung von Mitsprache und Aushandlung
2.6.3 Förderung von Mitgestaltung und Engagement

3 RITUALE
3.1 Was ist ein Ritual?
3.2 Rituale in der Grundschule - Chancen und Grenzen

4 ANALYSE AUSGEWÄHLTER PARTIZIPATIONSRELEVANTER RITUALE
4.1 Methodisches Vorgehen
4.2 Ritual: Der Morgenkreis
4.2.1 Inhalt
4.2.2 Indikatoren zur Förderung von Handlungsformen demokratischer Partizipation
4.2.3 Chancen und Grenzen der Partizipationsförderung durch den Morgenkreis
4.3 Ritual: Der Klassenrat
4.3.1 Inhalt
4.3.2 Indikatoren zur Förderung von Handlungsformen demokratischer Partizipation
4.3.3 Chancen und Grenzen der Partizipationsförderung durch den Klassenrat
4.4 Ritual: Der Erzählstein
4.4.1 Inhalt
4.4.2 Indikatoren zur Förderung von Handlungsformen demokratischer Partizipation
4.4.3 Chancen und Grenzen der Partizipationsförderung durch den Erzählstein
4.5 Ritual: Ämter
4.5.1 Inhalt
4.5.2 Indikatoren zur Förderung von Handlungsformen demokratischer Partizipation
4.5.3 Chancen und Grenzen der Partizipationsförderung durch Ämter
4.6 Ritual: Demokratie
4.6.1 Inhalt und Umsetzung
4.6.2 Indikatoren zur Förderung von Handlungsformen demokratischer Partizipation
4.6.3 Chancen und Grenzen der Partizipationsförderung durch das Ritual Demokratie

5 FAZIT

Abstract

Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über die Bedeutung und theoretische Einbettung von Partizipation. So wird ersichtlich, dass es vielerlei Definitionen von Partizipation gibt, welche zunächst eingegrenzt werden, um ein präzises theoretisches Fundament dieser Theoriearbeit zu bilden. Anschließend werden drei Formen von Partizipation erläutert: die Politische Partizipation, die Soziale Partizipation sowie die Demokratische Partizipation. Um diese genauer zu beleuchten, schließt sich die Erläuterung von theoretischen Modellen der Partizipation (Schröder 1995; Blandow, Gintzel und hansbauer 1999; Eikel 2007) an. Im Mittelpunkt dieses Artikels steht die Demokratische Partizipation. Diese Form wird ausführlich dargestellt und auch deren mögliche Förderung skizziert. Um der Forschungsfrage: „Ob und in wieweit Rituale demokratische Partizipation fördern können“ nachzugehen, richtet sich der Blick anschließend auf Rituale sowie die Chancen und Grenzen ihrer Nutzung in der Grundschule. Nach einer ausführlichen theoretischen Hinführung erfolgt die Analyse ausgewählter Rituale in Hinblick auf ihre Relevanz zur Förderung von Partizipation. Die Analyse umfasst fünf unterschiedliche Rituale und verweist auf die Möglichkeit, Partizipation durch Rituale potentiell zu Fördern. Ob und in wie weit Rituale letztendlich in der Lage sind, demokratische Partizipation zu fördern, erfahren sie in dem folgenden Artikel.

Keywords: Partizipation, demokratische Partizipation, Rituale, Handlungsformen, Partizipationsförderung

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Blandow et al. 1999, S. 58: Beteiligungsstufen zwischen Personen bzw. Personengruppen

(Abbildung 3)

Derecik et al. 2018, S. 37: Überblick über die zentralen Elemente der demokratischen Partizipation (Abbildung 1)

Eikel 2007, S. 19: Akzentuierungen demokratischer Partizipation (Abbildung 4)

Schröder 1995, S. 16: Stufenleiter der Beteiligung (Abbildung 2)

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

SuS Schülerinnen und Schüler

HdP Handlungsformen demokratischer Partizipation

1 EINLEITUNG

Partizipation sei ein Grundrecht für Kinder und Jugendliche in allen Lebensbereichen, beschloss bereits die UN-Kinderrechtskonvention im Jahr 1989 (vgl. Derecik et al. 2018, S. 265), sodass seitdem der Partizipation einen hohen Stellenwert zugesprochen wird. Im Jahr 2006 nahm die Kultusministerkonferenz Bezug dazu und forderte die Umsetzung von Partizipation in der Institution Schule, um die Entwicklung der Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler (SuS) zu unterstützen und ein demokratisches Zusammenleben zu untermauern (vgl. ebd.). Somit scheint Partizipation im Kontext Schule durchaus an Bedeutung zu gewinnen, was mich dazu veranlasste, mich diesem Thema zu widmen.

In diesem Artikel wird zunächst beleuchtet, was genau unter Partizipation zu verstehen ist und welche Formen von Partizipation existieren. Anschließend wird das Ritual näher definiert und deren Funktion in der Grundschule beleuchtet. Darüber hinaus richtet sich der Blick auf die Partizipationsförderung in der Schule in Hinblick auf die Nutzung von Ritualen. Dies erfolgt anhand einer Analyse einzelner partizipationsrelevanter Faktoren. Dieser Artikel geht daher der Frage nach, ob und in wieweit Rituale demokratische Partizipation in der Schule fördern können.

2 DER PARTIZIPATIONSBEGRIFF

2.1 Was bedeutet Partizipation?

Begibt man sich auf die Sache nach der Definition von Partizipation, so wird schnell ersichtlich, dass es nicht nur den einen Partizipationsbegriff gibt. Partizipation steht als Sammelbegriff für Beteiligung, Mitbestimmung, Teilhabe und Mitsprache (vgl. Derecik et al. 2013, S. 43). Es bedeutet jedoch auch, an Entscheidungen mitzuwirken und damit Einfluss auf das Ergebnis nehmen zu können“ (Straßburger und Rieger 2014, S. 230).

Um den Partizipationsbegriff trennscharf zu gestalten, soll im Folgenden das zugrunde gelegte Verständnis von Partizipation präzisiert werden. Dazu werden zunächst verschiedene Formen von Partizipation vorgestellt und theoretische Modelle der Partizipation erörtert.

2.2 Formen von Partizipation

2.2.1 Politische Partizipation

Betrachtet man die Definition von Partizipation, welche die „Teilhabe, Einflussnahme und Interessensdurchsetzung gegenüber politischen Entscheidungsträgern in Regierung, Parlamenten und Parteien“ (Derecik et al. 2013, S. 44) meint, so ist erkennbar, dass es sich hierbei um Partizipation im politischen Kontext handelt. Diese Form von Partizipation akzentuiert die Übernahme von gemeinnützigen Tätigkeiten für die Gesellschaft, die Mitgestaltung des „gesellschaftlich-politischen Raumes“ (ebd.), als auch die Beteiligung der Gesellschaft an Entscheidungsprozessen politischer Organisationen (vgl. ebd.). Die Kriterien: Freiheit, Gleichheit und Partizipation sind die Grundpfeiler der Demokratie, sodass Partizipation in der Politik in Deutschland einen enormen Stellenwert einnimmt (vgl. Kornelius und Roth 2004, S. 19). Neben der politischen Partizipation existiert jedoch auch die soziale Partizipation, welche im Folgenden erörtert wird.

2.2.2 Soziale Partizipation

Bei der sozialen Partizipation handelt es sich um eine Partizipationsform, welche sich auf die Bereiche der Schule und Jugendhilfe konzentriert. Im Mittelpunkt dieser Partizipation steht das Zusammenleben in einem sozialen Gefüge (vgl. Derecik et al. 2013, S. 44). Zentrale Aspekte dieser Partizipationsform sind daher „Emanzipation, Mündigkeit und Demokratiefähigkeit“ (ebd. S.47).

Allerdings ist herauszustellen, dass sowohl die politische als auch die soziale Partizipation das Ziel verfolgt, die Persönlichkeitsentwicklung der Menschen durch „Autonomie und Selbstbestimmung“ (ebd. S. 45) zu fördern, als auch die „Sozialisation durch Integration und Stabilisierung“ (ebd.) zu sichern. Im Folgenden wird eine besondere Form von Partizipation erörtert, die demokratische Partizipation, welche in diesem Artikel als zentrale Partizipationsform in den Blick rückt.

2.2.3 Demokratische Partizipation

Bei der demokratischen Partizipation handelt es sich um eine Form der Partizipation, welche im schulischen Kontext Verwendung findet und die vorangestellten Partizipationsformen miteinbezieht. Eikel (2007) vereint die politische Partizipation und die soziale Partizipation und ergänzt sie um die Komponente des aktiven Handelns (vgl. Eikel 2007, S. 7).

Alle drei Aspekte fasst Eikel zusammen und entwickelt daraus die demokratische Partizipation. Zentraler Aspekt dieser Partizipationsform ist die Demokratie. „Aus dem Verständnis der Demokratie als Herrschaftsform resultiert die politische Partizipation. Demokratie als Gesellschaftsform impliziert die soziale Partizipation [und] Demokratie als Lebensform hebt das aktive Handeln […] hervor“ (Derecik et al. 2013, S. 18) „Sie betrachten zwar jeweils unterschiedliche Aspekte von Demokratie und Partizipation, greifen jedoch ineinander über und bedingen sich gegenseitig“ (ebd.).

Die Konkretisierung der drei Komponenten erfolgt im Kapitel 2.3.3, dort wird das Modell der demokratischen Partizipation näher betrachtet. Die folgende Abbildung bietet jedoch bereits einen groben Überblick über die zentralen Elemente der demokratischen Partizipation.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Überblick über die zentralen Elemente der demokratischen Partizipation

(Derecik et al. 2018, S. 37).

Im Anschluss rücken die Modelle der Partizipation in den Fokus. Zunächst richtet sich der Blick auf das Stufenmodell der politischen Partizipation von Schröder aus dem Jahr 1995.

2.3 Modelle der Partizipation

2.3.1 Stufenmodell politischer Partizipation

„Das Stufenmodell nach Schröder (1995) bezieht sich auf eine politische Partizipation, bei der die Einflussnahme an politischen Diskussions- und Entscheidungsprozessen im Vordergrund steht“ (Derecik et al. 2013, S. 49). Schröders Modell beschreibt eine Leiter mit 9 verschiedenen Partizipationsstufen, welche ein Heranwachsender durchlaufen sollte, um zur höchsten Stufe, der Selbstverwaltung, zu gelangen (vgl. ebd.). „Die politische Partizipation beschreibt also den Grad an Selbstbestimmung“ (ebd.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Stufenleiter der Beteiligung (Schröder 1995, S. 16).

Die Grundidee der politischen Partizipation beruht auf der Übernahme von Verantwortung für die eigene Lebensgestaltung. Aus diesem Grund ist der Grad der Selbstbestimmung der zentrale Aspekt dieses Modells. Schröder entwickelte ein Stufenmodell „das zwischen Fehlformen der Beteiligung, Beteiligung und Selbstbestimmung“ (Derecik et al. 2013, S. 50) unterscheidet (vgl. Abb. 2) und somit „die Beteiligung von Heranwachsenden an öffentlich-politischen Entscheidungsprozessen und die damit verbundene aktive Mitgestaltung ihrer eigenen Lebensbereiche“ (Derecik et al. 2013, S. 50) akzentuiert.

Im Folgenden erfolgt eine kurze Erläuterung der einzelnen Stufen des Modells.

Laut Schröder (1995, S.16) ist die erste Stufe, die Fremdbestimmung, eine „Fehlform der Beteiligung“, da in dieser Stufe die Beteiligung an der eigenen Lebensgestaltung und/oder an Entscheidungsprozessen fremdbestimmt und daher manipuliert wird (vgl. ebd.). Es handelt sich aus diesem Grund um eine Situation in dem der Heranwachsende sich an einem Projekt beteiligt, jedoch weder das Projekt versteht, noch in Entscheidungen mit eingebunden wird.

Die zweite Stufe der Dekoration meint, dass „Kinder und Jugendlich lediglich der Dekoration“ (Derecik et al. 2013, S. 50) dienen und keine Kenntnisse über das Projekt besitzen. Sie wirken somit auf Veranstaltungen mit ohne genau zu wissen, worum es eigentlich geht (vgl. Knauer et al. 2004, S. 17).

„Zur Alibi-Teilnahme kommt es, wenn sie z.B. an Veranstaltungen oder Konferenzen teilnehmen dürfen, sie jedoch keinerlei Einfluss oder Stimmrecht besitzen“ (Derecik et al. 2013, S. 50).

In dieser Stufe werden Kinder und Jugendliche lediglich geduldet, dürfen jedoch im Gegensatz zu den ersten beiden Stufen selbstbestimmen, ob sie das Angebot wahrnehmen wollen oder nicht (vgl. ebd. S.51).

Bei der Stufe der Teilhabe liegt eine „echte Beteiligung“ (ebd.) vor. In dieser Stufe dürfen Kinder und Jugendliche nicht nur teilnehmen, sondern auch teilhaben. Das bedeutet, dass es ihnen auch erlaubt ist sich zu beteiligen (vgl. Knauer et al. 2004, S. 17) und somit auf Entscheidungsprozesse Einfluss zu nehmen.

Die Stufe Zugewiesen und Informiert ist ebenfalls eine Stufe der aktiven Teilhabe von Heranwachsenden. In dieser Stufe ist es ihnen möglich unter Anleitung von Erwachsenen zu agieren. Ein Projekt wird beispielweise von Erwachsenen organisiert und vorbereitet, jedoch ist Zielsetzung und Aufgabenverteilung des Projekts transparent, sodass die Heranwachsenden wissen worum es geht (vgl. ebd.).

„Können sie dagegen in Zusammenarbeit mit Erwachsenen Verantwortung übernehmen und […] an Entscheidungsprozessen mitwirken“ (Derecik et al. 2013, S. 51), ist die Stufe der Mitwirkung erreicht. Die darauffolgende Stufe der Mitbestimmung bedeutet, dass Kinder und Jugendliche in Entscheidungen einbezogen werden und „volle Entscheidungsrechte (z.B. Stimmrechte) besitzen“ (ebd.). Somit werden alle Entscheidungen mit den Erwachsenen zusammen auf einer demokratischen Weise getroffen.

Bei der Stufe der Selbstbestimmung „wird ein Projekt nicht mit sondern von Kindern und Jugendlichen initiiert“ (Knauer et al. 2004, S. 17). Hierbei können sich die Kinder und Jugendlichen von Erwachsenen Hilfe holen, entscheiden jedoch eigenverantwortlich über ihre Pläne (vgl. ebd.).

Die letzte Stufe des Stufenmodells von Schröder ist die Selbstverwaltung. In dieser Stufe besitzen die Heranwachsenden im Gegensatz zur vorherigen Stufe „völlige Entscheidungsfreiheit und Selbstorganisation“ (Derecik et al. 2013, S. 51), sodass die Erwachsenen lediglich über Planung und Ergebnisse in Kenntnis gesetzt werden.

Das Stufenmodell von Schröder verdeutlicht daher, dass es Kindern und Jugendlichen ermöglicht werden sollte, ihre Persönlichkeit stets weiter zu entwickeln, Eigen- und Fremdverantwortung zu übernehmen und sie dazu anzuhalten, sich an der Gestaltung ihres Lebens zu beteiligen. So scheint es, dass das oberste Ziel dieses Modells nicht nur die Verwaltung des eigenen Lebens und der eigenen Vorstellungen ist, sondern die „mitverantwortliche Selbstbestimmung“ (ebd.), welche das Leben der Mitmenschen miteinschließt.

Ein weiteres Modell betrachtet daher die Partizipation in sozialen Gefügen, welches im Folgenden vorgestellt wird.

2.3.2 Stufenmodell sozialer Partizipation

Das Stufenmodell der sozialen Partizipation wurde 1999 von Blandow, Gintzel und Hansbauer entwickelt und bezieht sich auf „das Verhältnis zwischen Personen und Personengruppen im Rahmen von Entscheidungsprozessen“ (ebd.).

Somit steht in diesem Modell nicht der Grad der Selbstbestimmung im Fokus, „sondern der Grad der Entscheidungsmacht, mit der zwei oder mehrere Personen bzw. Personengruppen in einen Entscheidungsprozess“ (ebd.) verwickelt sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Beteiligungsstufen zwischen Personen bzw. Personengruppen

(Blandow et al. 1999, S. 58).

In diesem Stufenmodell ist „soziale Partizipation vorhanden, wenn keine Person oder Personengruppe autonom entscheidet, sondern mindestens eine Anhörungspflicht gegenüber der anderen Person oder Personengruppe besteht“ (Derecik et al. 2013, S. 52). Dies ist in den Stufen II bis VI zu erkennen (vgl. Abb.3).

Würde beispielsweise ein Erwachsener autonom und ohne jede Verpflichtung gegenüber Kindern über die Interessen von Kindern hinweg entscheiden, nähme er damit den Kindern die Möglichkeit zu Partizipieren. Somit ständen die Kinder und der Erwachsene auf der Stufe I (vgl. Derecik et al. 2013, S. 52).

Die niedrigsten Stufen der Partizipation befindet sich auf der Stufe II und VI und auf den Stufen III und V (vgl. Blandow et al. 1999, S. 58). Hier entscheidet eine Person oder eine Personengruppe alleine über eine Person oder Personengruppe obwohl diese eine Anhörungsplicht (II und VI) oder ein Vetorecht (III und V) besitzt (vgl. Derecik et al. 2013, S. 52).

Laut des Modells ist es Kindern und Jugendlichen möglich, ab der Stufe III zu partizipieren, „wenn sie zwar autonom entscheiden können, Erwachsenen aber ein Votum einräumen“ (ebd.). Die Höchste Stufe der sozialen Partizipation ist somit laut Blandow, Gintzel und Hansbauer erreicht, wenn beide Parteien die gleichen Rechte besitzen und ausgewogen über Situationen entscheiden können (vgl. Blandow et al. 1999, S. 58).

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass beide Stufenmodelle auf unterschiedliche Aspekte der Partizipation zielen. Darüber hinaus wird deutlich, dass Partizipation weder alleine den „Grad der Selbstbestimmung“ noch das „Maß an Entscheidungsmacht“ darstellt. Partizipation ist facettenreich und lässt sich durch viele Faktoren beschreiben (vgl. ebd.).

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich nicht nur auf eine Form der Partizipation zu beschränken, sondern die demokratische Partizipation ins Auge zu fassen, welche sowohl die politische als auch die soziale Komponente miteinander vereint.

Im Folgenden wird aus diesem Anlass näher auf das Modell der demokratischen Partizipation eingegangen.

2.3.3 Modell der demokratischen Partizipation

Wie bereits erwähnt beinhaltet die demokratische Partizipation sowohl Aspekte der politischen, als auch der sozialen Partizipation und wurde von Eikel (2007) um das aktive Handeln und somit die Mitgestaltung erweitert. Eikel differenzierte dazu drei Handlungsformen demokratischer Partizipation (HdP) aus.

„1. (politische) Mitbestimmung und Mitentscheidung
2. (demokratische) Mitsprache und Aushandlung sowie
3. (aktive) Mitgestaltung und Engagement“ (Eikel 2007, S. 16)

Um die demokratische Partizipation näher beleuchten zu können, wird im Folgenden das Modell demokratischer Partizipation von Eikel vorgestellt, welches die o.g. Handlungsformen beinhaltet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Akzentuierungen demokratischer Partizipation (Eikel 2007, S. 19).

Eikel differenziert zwischen den drei Partizipationsformen und bezeichnet diese als „unterschiedliche Akzentuierungen eines übergreifenden Begriffs demokratischer Partizipation“ (ebd.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Erzählstein und Morgenkreis. Der Einsatz von Ritualen zur Förderung demokratischer Partizipation in der Grundschule
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Institut für Sachunterricht)
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
27
Katalognummer
V463676
ISBN (eBook)
9783668921597
ISBN (Buch)
9783668921603
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erzählstein, morgenkreis, einsatz, ritualen, förderung, partizipation, grundschule
Arbeit zitieren
Lisa Hedtfeld (Autor), 2018, Erzählstein und Morgenkreis. Der Einsatz von Ritualen zur Förderung demokratischer Partizipation in der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463676

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Erzählstein und Morgenkreis. Der Einsatz von Ritualen zur Förderung demokratischer Partizipation in der Grundschule



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden