Die vorliegende Arbeit stellt eine Untersuchung zu aggressivem Fahrverhalten dar. Verkehrsunfälle gehören zu den häufigsten Todesursachen bei jungen Erwachsenen. Ein Drittel aller tödlichen Unfälle sind auf aggressives Fahrverhalten zurückzuführen, wie beispielsweise Drängeln, Schneiden oder risikoreiches Überholen.
Zunächst wird der theoretische Hintergrund des Konstrukts beschrieben, anschließend werden die Methoden dargestellt und erläutert. Darauffolgend werden die Ergebnisse präsentiert und zuletzt diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Theorie
1.1 Konstrukt Aggressivität im Straßenverkehr
1.1.1 Subfacetten von Aggressivität im Straßenverkehr
1.1.2 Biologische Ansätze
1.1.3 Psychologische Ansätze
1.2 Empirische Befunde
1.3 Diagnostische Zielsetzung
2 Methode
2.1 Untersuchungsdesign
2.2 Untersuchungsdurchführung
2.3 Stichprobenziehung
2.4 Fragbogenkonstruktion
2.5 Auswertungsmethode
3 Ergebnisse
3.1 Deskriptive Daten
3.2 Item- und Skalenanalyse
3.3 Skalenkennwerte
3.3.1 Gesamtskala Feindseligkeit
3.3.2 Gesamtskala Ärger
3.3.3 Gesamtskala Ungeduld
3.3.4 Gesamtskala Risikobereitschaft
3.3.5 Gesamtskala offensives Fahrverhalten
3.4 Validierungsskalen
3.4.1 Korrelation der Subskalen des AiS
3.4.2 Korrelation mit den Validierungsskalen
3.5 Testnormierung
4 Diskussion
4.1 Zusammenfassung
4.2 Gütekriterien
4.3 Bewertung der Methode
4.4 Inhaltliche Einordnung
4.5 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Erfassung der Aggressivität im Straßenverkehr bei Studierenden. Die Forschungsfrage untersucht dabei, ob sich das Konstrukt "Aggressivität im Straßenverkehr" objektiv, reliabel und valide operationalisieren lässt und welche Faktoren – wie Feindseligkeit, Ärger, Ungeduld, Risikobereitschaft und offensives Fahrverhalten – hierbei eine zentrale Rolle spielen.
- Konstruktdefinition von Aggressivität im Straßenverkehr
- Entwicklung und psychometrische Prüfung der Testbatterie (AiS)
- Analyse psychologischer und biologischer Einflussfaktoren
- Validierung durch Korrelation mit Persönlichkeits- und Achtsamkeitsskalen
- Ermittlung von Gütekriterien und Normierung für die Zielgruppe
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Subfacetten von Aggressivität im Straßenverkehr
Feindseligkeit umfasst negativ getönte Annahmen über das Verhalten anderer Menschen, in dem Sinne, dass andere einem selbst schaden wollen. Dadurch kann als Emotion Verbitterung entstehen und aggressives Verhalten resultieren (Salweski, 2017, S.581) Ein Beispiel hierzu ist das Nötigen anderer Verkehrsteilnehmer um seine eigenen „Rechte“ zu realisieren.
Als zweite Subskala wird Ärger wie folgt definiert. "In einer aktuellen Situation entsteht Ärger meistens, wenn Menschen sich ihren Zielen blockiert sehen oder wenn eine ihrer Normen verletzt wird. Kränkungen, also Angriffe auf Selbstwert und persönliche Ehre, sind in etwa zwei Drittel ebenfalls an der Entstehung von Ärger beteiligt." (Spektrum der Wissenschaft, 2017). Beispielsweise kann Ärger resultieren, wenn einem die Vorfahrt genommen wird.
Ungeduld bedeutet, dass es Menschen schwerfällt zu warten, da sie schnell und unmittelbar ihre Wünsche und Vorstellungen erfüllt bekommen wollen (Wolf, 2017). Innere Unruhe in Situationen, wie im Stau zu stehen, ist ein Exempel hierfür.
Risikobereitschaft ist die Bereitwilligkeit sich in eine Situation zu bringen, die etwas Gefährliches oder Schädliches zur Folge haben kann (Duden, 2017). Eine Person, die während des Autofahrens ihr Handy nutzt, nimmt bewusst in Kauf andere Objekte, Tiere oder gar Menschen zu schädigen.
Offensives Fahrverhalten definiert sich durch eine angriffslustige Fahrweise (Duden, 2017). Es zeigt sich beispielsweise in der Missachtung des Sicherheitsabstands.
Es gibt verschieden Ansätze, die das Entstehen und die Existenz von Aggression erklären. Diese unterteilen sich in biologische und psychologische Ansätze (Jonas Sozialpsychologie, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Theorie: Beschreibt die theoretischen Grundlagen der Aggressivität im Straßenverkehr, unterteilt in Subfacetten sowie biologische und psychologische Erklärungsmodelle.
2 Methode: Erläutert das quantitative Forschungsdesign, die Stichprobenwahl unter Studierenden sowie die Konstruktion und Durchführung des Online-Fragebogens.
3 Ergebnisse: Präsentiert die deskriptiven Daten, die Item- und Skalenanalysen (Reliabilität) sowie die Korrelationen mit externen Validierungsskalen und die Testnormierung.
4 Diskussion: Fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Gütekriterien sowie die methodische Vorgehensweise kritisch und bietet einen Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Aggressivität im Straßenverkehr, Testkonstruktion, Fragebogen, Psychometrie, Feindseligkeit, Ärger, Ungeduld, Risikobereitschaft, Offensives Fahrverhalten, Validierung, Reliabilität, Online-Studie, Verkehrspsychologie, Big Five, Achtsamkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Messung von aggressivem Verhalten im Straßenverkehr mittels eines neu entwickelten Fragebogens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Aggression im Verkehrskontext, die psychologische Testtheorie, die Analyse von Fahrer-Persönlichkeiten und die Validierung der Messergebnisse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist der Nachweis, dass der selbst entwickelte Fragebogen (AiS) Aggressivität bei Studierenden objektiv, reliabel und valide erfassen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative, korrelative Querschnittstudie, die mittels Online-Fragebögen und statistischer Verfahren (Faktorenanalyse, Reliabilitätsprüfung) ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Aggressionsfacetten, die methodische Beschreibung der Datenerhebung und eine detaillierte Ergebnisanalyse inklusive Item-Statistiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Aggressivität, Testkonstruktion, Reliabilität, Validität, Feindseligkeit, Ärger, Ungeduld und Verkehrsverhalten.
Welche Bedeutung hat die Testnormierung für den AiS?
Die Normierung ermöglicht es, individuelle Testergebnisse in T-Werte und Prozentränge umzurechnen, um die Ausprägung des aggressiven Verhaltens im Vergleich zur Stichprobe einzuordnen.
Wie wurde die Validität des Fragebogens sichergestellt?
Die Validität wurde durch die Korrelation der erhobenen Daten mit etablierten Skalen wie dem NEO-FFI (Persönlichkeit), dem Selbstregulationsfragebogen und dem Freiburger Fragebogen zur Achtsamkeit untermauert.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2017, Aggressivität im Straßenverkehr, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464403